Was heisst bei einem Auto...?

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4 Antworten

Das heisst es eigentlich nicht bei einem Auto sondern bei einem Motor, der Motor wird dann evtl bei einem bestimmten Auto verwendet.

Es bedeutet wie das Verhältnis zwischen dem Volumen des Zylinders inkl Brennraum zum Volumen des Brennraumes ist. Also wie hoch kompremiert wird.

Je höher kompremiert wird desto höher der Wirkungsgrad aber auch mehr Ausstoß von Stickoxyd und Kohlenmonoxyd, bei Benzinern gibt es nebenbei auch Schwierigkeiten mit der Klopffestigkeit weil es durch die Verdichtung zu hohen Temperaturen kommt und das Benzin ungewollt zünden kann. Dies kann man mit hochoktanigem Benzin herauszögern aber nicht unendlich.

Man kann das Benzin auch nicht, wie beim Diesel, erst zum nötigen Zeitpunkt einspritzen weil es nicht garantiert selbst zündet und es kaum Möglich wäre genau zum Zündzeitpunkt ein zündfähiges Gemisch an der Zündkerze zu erzeugen.

Kommt ein Lader ins Spiel muß die Verdichtung drastisch verkleinert werden. Während ein Sauger allerhöchstens den athmosphärischen Luftdruck von ca 1 bar im Zylinder haben kann hätte der bei einer Aufladung von zB 2 bar (1 bar Überdruck) die doppelte Luftmenge im Zylinder weshalb die Verdichtung halbiert werden müsste um den gleichen Wirkungsgrad zu haben.

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Kommentar von hagekorn
30.07.2016, 09:05

Wieso hat man bei einer höheren Verdichtung einen höheren Wirkungsgrad?

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Salue Hagekorn

Es ist das Verhältnis zwischen dem Kolben im unteren Totpunkt und im oberen Totpunkt. Bei 10 : 1 wird das Benzin-Luftgemisch also auf einen Zehntel zusammengepresst. Dabei wird das Gasgemisch heiss.

Eine höhe Verdichtung bedeutet auch einen besseren thermischen Wirkungsgrad und damit mehr Leistung. Allerdings gibt es da ein Obergrenze, diese liegt bei einem Benziner bei etwas 12 : 1 .

Das Benzin-Luftgemisch zündet nämlich bei etwas 700 Grad Celsius ohne Zündkerze von selber und damit zu früh (also wenn der Kolben noch nicht über den oberen Totpunkt gelaufen ist). Benzin mit einer höheren Oktanzahl hat eine höhere Selbstzündungstemperatur und damit kann auch die Verdichtung  höher sein.

Beim Diesel wird nur Luft verdichtet. Eingespritzt wird erst, wenn der Kolben oben ist. Heizöl zündet etwas bei 700 Grad, normaler Dieser braucht etwas 350 Grad, Spezialdiesel zündet bereits bei etwa 280 Grad.

Beim Diesel kann die Verbrennung nicht zu früh ausgelöst werden, weil der Treibstoff ja erst eingespritzt wird, wenn der Kolben oben ist.

Daher ist man daran interessiert, dass der Diesel schnell zündet. Der entsprechende Wert für die Zündwilligkeit heisst Cetan. Dieselmotoren mit Turbo haben eine Verdichtung von ab ca. 14 : 1 und gehen ohne Turbo bis ca. 20 : 1.

Heizöl hat etwa 35 Cetan, Diesel liegt höher, etwas bei 50 oder mehr Cetan.

Da ein Liter Heizöl mehr Kohlenstoff als ein Liter Benzin hat und der Motor mit einer höheren Verdichtung arbeiten kann, sind diese Motoren auch sparsamer

So, das war etwas viel geballte Technik aufs Mal und zudem sehr primitiv erklärt. Ich hoffe, es ist verständlich.

Gruss

Tellensohn

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Kommentar von Jastgo
29.07.2016, 19:22

Wow sehr gute Erklärung und auch für Laien sehr verständlich.

Mir stellten sich nur zwei kleine technische Fragen.

Warum kann man bei einem Benziner den Treibstoff nicht auch am oberen Totpunkt erst einspritzen um die Problematik mit dem „Klopfen“ zu umgehen? So könnte man mit einer höheren Verdichtung fahren. 

Und was passiert wenn man eine Verdichtung von 10:1 mit über 2 Bar Ladedruck betreibt? Dann bin ich wenn mich nicht alles täuscht auch über 12:1.

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Kommentar von hagekorn
30.07.2016, 09:05

Wieso hat man bei einer höheren Verdichtung einen höheren Wirkungsgrad?

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das verhältnis, wie stark das volumen des luft-treibstoffgemisches zusammengepreßt (verdichtet) wird, also rund 10fach, um es im oberen totpunkt des verbrennungs-taktes erfolgreich zünden zu können.

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Das ist das Verhältnis des Raumes von Kolben unter und Kolben oben im Zylinder.

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