Was heisst "von der steuer absetzen"?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Du kannst diese Rechnungen bei der Steuererklärung angeben, dann werden die als besondere Kosten berücksichtigt (also vom zu versteuernden Einkommen abgezogen) und Du bekommst einen Teil zurück.

Wenn ein Vorsteuer-Abzugsberechtigter Unternehmer eine Rechnung bezahlt, darf er überlegen, ob er da etwas für seinen Betrieb eingekauft hat. In dem Fall verkürzt es seinen Gewinn und er muss entsprechend weniger Steuern bezahlen. Er setzt also den Betrag von der Steuer ab.

Also wenn du deine Einkommensteuererklärung erstellst z.B. als Single, dann hast du als Arbeitnehmer eine Arbeitnehmerpauschale bzw. Werbungskostenpauschale von 1000 € für Fahrtkosten u.a. zusätzlich zum Steuerfreibetrag von aktuell in 2013 von 8.130 € !

Sollte nun dein Arbeitsplatz nicht nur 15 km einfache Entfernung vom Wohnort entfernt sein, sondern z.B. 30 km einfache Entfernung, dann kannst du den übersteigenden Werbungskostenbetrag von ca. 980 € zusätzlich von der Steuer absetzen, und zwar nicht mit dem durchschnittlichen Steuersatz, sondern mit dem höheren Grenzsteuersatz!

Beim Single mit ca. 30.000 € Jahres-Bruttoeinkommen und einem durchschnittl. Steuersatz von ca. 15% beträgt der Grenzsteuersatz ca. 30% - also für deine zusätzliche Werbungskosten von 980 € x 30% = 294 € zusätzliche Erstattung! Nochmals zum Verständnis: für jeden weiteren Betrag von 100 € zusätzlich zum Absetzen bekommst du 30 € zusätzlich erstattet in deiner Steuerabrechnung!

Gruß siola

"Von der Steuer absetzen" ist ein umgangssprachlicher Begriff. Daher ist auch vieles falsch was darunter verstanden wird. Er ist ganz eng mit einer größeren inhaltlichen Dummheit verbunden: "Ich bekomme alles von der Steuer wieder."

Gemeint ist häufig, dass ein Unternehmer der beispielsweise mit einem Kunden essen geht, dieses Geld oder sogar noch mehr wieder bekommt. Zum einen das was auf der Rechnung steht zzgl. dem was da an Umsatzsteuer enthalten ist.

Dazu kommt ein Unverständnis, dass eine Steuer schon von der Wortbedeutung nur dann erstattet werden kann, wenn sie vorher gezahlt wurde. Auch hier nimmt man es mit der Realität nicht so korrekt.

Des weiteren korrekt ist, dass Ausgaben (soweit sie korrekt belegt und abzugsfähig sind) von den Einnahmen abgezogen werden dürfen. Ob bei den Gewinn-Einkünften oder den Überschuss-Einkünften führt dieses zu geringeren Einkünften.

Dabei ist die Sache nur sinnvoll und nichts besonderes. Warum soll der Bauunternehmer für die Erstellung eines Gebäudes seine Einnahmen versteuern müssen, während seine Lieferanten und Mitarbeiter ihr Einkommen auch noch einmal versteuern müssten. Dazu käme bei diesem Bauunternehmer ja auch noch, dass dieses Geld, was er anderen Bezahlen muss gar nicht mehr zur Verfügung hat.

Die Steuer wird im Prinzip dann so festgesetzt, dass von der Summe der Einkünfte verschiedene private Ausgaben abgezogen werden können. Ausgaben für das Alter oder Krankheit, ebenso wie bestimmte Versicherungen.

Daraus errechnet sich das zu versteuernde Einkommen. Darauf wird die Steuer berechnet. Nach Verrechnung mit den Vorauszahlungen z.B. in Form der Lohnsteuer ergibt sich dann eine Erstattung oder Nachzahlung. Wobei die Lohnsteuerabzüge so ermittelt sind, dass es nur bei anderen positiven Einkünften zu einer Nachzahlung kommen kann.

WOBEI: Diese tatsächlichen unwahren Behauptungen sind keine Lügen. Weil ja nicht wissentlich die Unwahrheit gesagt wird. Und sich etwas mal gehörtes zurecht gelegt wird.

irgendwelche Rechnungen etc

Irgendwelche ganz bestimmt nicht. Aber wenn Du eine Aktentasche für die Arbeit kaufst dann kann die zB unter Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Vorausgesetzt Du hast den Pauschbetrag von 1000€ schon überschritten zB mit Fahrtweg

Das Finanzamt beteiligt sich also am Kauf der Tasche indem Du weniger Steuern zahlen musst, bzw. wieder etwas ausgezahlt bekommst beim Lohnsteuerjahresausgleich.

Den Schriftkram musst Du natürlich erledigen, also einen Lohnsteuerjahresausgleich machen. Du merkst ist ganz einfach ;-)

siola55 01.07.2013, 15:10
Den Schriftkram musst Du natürlich erledigen, also einen Lohnsteuerjahresausgleich machen 

Also ein Lohnsteuerausgleich war einmal vor langer, langer Zeit: aktuell nennt sich dies Einkommensteuererklärung!

Es gibt nämlich in der Regel nicht nur den Lohn als Einkommen, sondern evtl. auch noch sonstige Einnahmen wie Lohnersatzleistungen, Zinsen, Mieteinnahmen, Renten privat u. gesetzlich usw. usw.

Darum die Bezeichnung nicht mehr nur für eine Lohnsteuererklärung, sondern allg. eine Einkommensteuererklärung!

0
Maximilian112 01.07.2013, 15:15
@siola55

Danke für die Ergänzung. Du hast mich auch erhellt :-)

Der Lohnsteuerjahresausgleich hat absolut nichts mit der Einkommensteuererklärung zu tun,...

so Wiki

0
Dirk-D. Hansmann 02.07.2013, 05:31
@Maximilian112

Streitet nicht, aus dem ehemaligen Lohnsteuerjahresausgleich wurde die Antragsveranlagung.

Die einzige Vereinfachung im Steuerrecht die ich kenne. Die Abschaffung und "Wiedereinführung" unter anderer Einsortierung!

0

Wichtig zu wissen ist, dass Du nur Deine Steuerlast reduzieren kannst, du bekommst niemals die volle Summe zurück. Beispiel: Du hast eine zu versteuernde Summe von 1000 Euro und und müsstest bei einem Steuersatz von 20% dann 200 Euro Steuern zahlen. Wenn Du einen Betrag von 100 Euro steuerlich absetzen kannst sieht die Rechnung so aus: zu versteuernde Summe von 1000 Euro minus die 100 Euro= 900 Euro beim Steuersatz von o.g. 20% zahlst du also nur von den 900 Euro, sind 180 Euro Steuern.

Das bedeutet Du hast mit den 100 Euro "von der Steuer absetzen" also nur 20 Euro zurück bekommen (200-180=20 Euro)

siola55 02.07.2013, 13:15

@Moselmax,

deine Steuerberechnung ist leider falsch! Für jeden Euro, den skarabaeus zusätzlich von der Steuer "absetzen" kann, bekommt er den Grenzsteuersatz vom dem zusätzlichen Betrag erstattet bei der Steuerberechnung!!!

Also um bei deinem Beispiel zu bleiben: von den 100 Euro, welche er zusätzlich vom zu versteuernden Einkommen absetzen kann, wird der Grenzsteuersatz von ca. 35% (bei einem Single mit einem Bruttojahreseinkommen von 40.000 Euro beträgt der Durchschnittssteuersatz ca. 20%, jedoch der Grenzsteuersatz für die letzten 100 Euro hier ca. 35%!) von diesen 100 Euro berechnet und bekommt damit ca. 35 Euro zusätzlich erstattet! Also sind demnach nur die 200 Euro abzl. 35 Euro zusätzl. Steuerersparnis zu entrichten, damit beträgt die Steuerschuld insgesamt 200 € - 35 € = 165 € !!!

Also bitte beachten: da der Grenzsteuersatz immer höher liegt als der durchschnittliche Steuersatz, erhält man für zusätzliche "Absetzungsbeträge" immer einen höheren Erstattungsbetrag anhand des Grenzsteuersatzes als wie mit dem Durchschnittssteuersatz gerechnet!

0
Moselmax 07.07.2013, 14:54
@siola55

Es ging lediglich darum, klar zu machen, dass er nicht den vollen Betrag von der Steuer zurückbekommt. Wenn er bei der speziellen Berechnung unterhalb des Pauschbetrages liegt, würde er garnichts zurückbekommen.

0

Es gibt einen bestimmten Grundbetrag (Grundsicherungsbetrag) der von der Steuer befreiht ist. Wenn dein Einkommen über diesem Betrag liegt und du etwas hast, was "von der Steuer abgesetzt werden kann", dann mindert dies deinen Einkommensbetrag und somit auch die steuerlichen Abgaben

Was möchtest Du wissen?