Was hatte Hitler für ein Problem?

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11 Antworten

Er konnte Tito nicht besiegen.

Ein Elektorat das in wählbar machte und auch zur höchsten Macht verhalf und das als zunächst Auditorium im lauschte, sich von ihm berauschte und danach den "totalen Krieg" mit den eigenen Leben vertauschte - den er hatte für "sein" Volk eine Heilsbotschaft und prospektive Heilsversprechen implizieren immer eine (kollektive) Suggestivwirkung - nur danach kommt dann im Allgmeinen und ganz Konkreten eine "Katerstimmung" auf, die dann zu einem Volkstrauer verarbeitet wird - der Nimbus aber bleibt meistens.

oder: Ohne Volk keinen Führer

Hallo,

posthum kann man da nur Vermutungen anstellen, da zu einer genauen Diagnose etliche Gespräche mit Psychiatern bzw. Psychotherapeuten nötig wären.

Wie es aussieht, litt er an einer Form von Realitätsverlust, da er auch, als es schon offensichtlich war, dass er den Krieg verlieren würde, noch an den so genannten Endsieg glaubte.

Außerdem sind Gigantomanie (das Streben danach, andere Menschen durch stark übersteigerte Leistungen zu übertreffen) und Megalomanie (das Überschätzen der eigenen Wichtigkeit; beides umgangssprachlich Größenwahn) zumindestens denkbar.

Antisemitismus war zu der Zeit leider nicht wenig verbreitet; die Idee, die Juden seien an allem schuld, ist also nicht auf Hitler zurückzuführen. Er hat den Judenhass mit dem Holocaust (bzw. der Shoa) und der damit verbundenen, so genannten 'Endlösung der Judenfrage' allerdings auf die Spitze getrieben. Aus "Mein Kampf" geht auch hervor, dass Hitler diesbezügliche Vorstellungen von anderen übernommen hat.

Dann bleibt noch die Frage, wie Hitler es geschafft hat, so viele Anhänger zu finden.

Da spielen verschiedene psychische Phänomene eine Rolle. Darunter sind:

  • Die Macht der Situationen, Persönlichkeiten zu verändern. Eigentlich bleibt ein Mensch keine zwei Sekunden haargenau gleich, da wir in jedem Moment neue Erfahrungen sammeln. Dies führt dazu, dass sich unsere Persönlichkeit situationsabhängig verändert.
  • Systeme, die Autoritäten, Unterstützung und Ressourcen für solche Situationen schaffen, sind ebenfalls von Bedeutung, da Menschen ihr Handeln häufig mit Gesetzen, die vorgeben, welche Handlungsweisen bestraft und welche belohnt werden, begründen. Bei Hitler und den Verfolgungen von jüdischen (Holocaust/Shoa), körperlich und psychisch kranken und behinderten Menschen (sog. Euthanasie) sind die Gesetze, die Hitler über den Umgang mit ebendiesen Menschen geschaffen hat, das naheliegenste Beispiel. Damit solche Vorschriften wirken, muss es Menschen geben, die für ihre Durchsetzung sorgen (Politiker, Richter, Polizei,...).
  • Menschen werden Rollen zugewiesen, die sie einzuhalten haben. Solche Rollen mögen sie zunächst nur spielen, doch es kann vorkommen, dass diese Rollen für sie real werden.
  • Das führt zu kognitiver Dissonanz. Das bezeichnet die Situation, wenn ich eigentlich von der Falschheit einer Handlung überzeugt bin, sie aber trotzdem ausführe. Damit die kognitive Dissonanz klein bleibt, rechtfertige ich mein Handeln mit Aussagen wie: "Ich mache nur meinen Job."
  • Ein weiterer wichtiger Faktor ist die soziale Realität, also die Sicht der beteiligten Personen auf die Ereignisse. Einerseits liefert sie Begründungen für das Handeln der Personen; andererseits ist die Wahrnehmung einer Person auf die Situation häufig verzerrt, was es ihr erschwert, die Situation zu verstehen.
  • Auch der Drang nach Anerkennung darf nicht vernachlässigt werden; er ist häufig der Grund für das Verhalten von so genannten Mitläufern. Außerdem war es damals gefährlich, sich der Allgemeinheit zu widersetzen (siehe zum Beispiel die Geschwister Scholl).
  • Bei Verfolgungen kommt es zudem häufig zu Entmenschlichungen, bei denen die Verfolger den Verfolgten keine Wünsche, Hoffnungen und Gefühle zubilligen. Solche Entmenschlichungen werden zum Teil zur Unterdrückung der normalen emotionalen Reaktionen der Beteiligten verwendet und durch Etiketten, Parolen, Propaganda und Stereotypenerleichtert.

Wie Du siehst, ist die Frage danach, welche Probleme Hitler hatte, gar nicht so leicht zu beantworten. Fest steht für mich jedenfalls, dass solche Verfolgungen schrecklich sind. Zu bedenken, dass es sie noch heute gibt und dass es sie jederzeit wieder geben kann, macht mich traurig.

"Do you know how many innocent are hiding from punishment for crimes they never commit?" - Boggie (ungar. Sängerin)

Quellen:

  • Hitler, Adolf: "Mein Kampf"
  • Zimbardo, Philip: "Der Luzifer-Effekt"

Hitlers "Problem" war seine Wahnvorstellung, dass er Politiker hätte werden und sein können. Tatsächlich jedoch war er ein Verbrecher, blieb ein Verbrecher und handelte auch immer wie ein Verbrecher.

MfG

Arnold

BTyker99 14.07.2016, 19:20

Hitler handelte doch wie ein Politiker, und ein ziehmlich erfolgreicher noch dazu. Oder welche Eigenschaften muss man als Politiker sonst haben, die er nicht hatte?

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ArnoldBentheim 14.07.2016, 19:40
@BTyker99

Hitler handelte doch wie ein Politiker, und ein ziehmlich erfolgreicher noch dazu.

Seine Handlungen waren die eines Putschisten, eines gewissenlosen Vaterlandsverräters und eines Verbrechers gegen die Menschenrechte!

Oder welche Eigenschaften muss man als Politiker sonst haben, die er nicht hatte?

Gewissen, Moral, Respekt vor Recht und Gesetz, Bildung, Verantwortungsbewusstsein, Konsensfähigkeit, Überzeugungskraft, Demokratieverständnis - alles Eigenschaften, die Hitler abgingen.

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Sonderliche Probleme hatte dieser Hasser eher nicht, vielmehr schuf er Probleme, die schier unermeßlich waren,.an denen noch heute etliche Menschen leiden.

Du solltest schon spezifischer fragen, dann läßt sich zu diesem Subjekt mehr sagen.

Er war ein kleiner Sack mit einem psychischen Schaden den keiner wirklich mochte. Dummerweise war er zum falschen Zeitpunkt an die für ihn richtigen Menschen geraden und erlangte Information und später dann auch Macht..

Ich denke, dass er auch nicht mehr Probleme hatte, als andere Menschen. Für viele andere war es aber auf jeden Fall ein Problem, dass er seinen "Job" ziehmlich erfolgreich durchgeführt hat.

Die Frage finde ich ziehmlich unpräzise formuliert, möchtest du auf ein spezielles Problem hinaus?

Komplexe, Verbitterung, Neid, Machtgier...

Was auch immer einen Menschen zu sowas bewegt.

Eins?
Sproß eines Inzest, Psychopath und unbegrenzt ahnungslos.
Er war ein freilaufender Irrer.

er hatte kein Problem, er war das Problem

Jugoslavija5 14.07.2016, 16:13

Stimmt auch wieder

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Er leidete an Größenwahn, an maßloser Selbstüberschätzung unter anderem.

Schwertfisch18 15.03.2017, 09:05

Das Problem war, daß einerseits viele Deutsche ihm blind folgten und viele Deutsche keinen Mut hatten, ihm das Handwerk zu legen. Selbst als alles schon in Schutt und Asche lag, folgte man ihm noch.

Diese Bereitschaft einer Führernatur (egal ob die von rechts oder links kommt) blind zu folgen, findet man auch heute in Deutschland noch.

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