Was hat mein Vater für ein psychologisches Problem und was kann ich tun?

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8 Antworten

Du bist inzwischen 17 Jahre alt und hast verstanden, dass zu Hause so einiges schief läuft. Leider kannst Du gar nichts tun, was eine ernsthafte Änderung des Verhaltens Deines Vaters zur Folge hat. Jedenfalls klingt es in Deiner Beschreibung so. Ich würde Deinem Vater einen Brief schreiben, in dem Du Dich ganz und gar darauf beziehst, wie es Dir geht und was die verschiedenen Verhaltensweisen in Dir auflösen. Du kannst am Anfang auch schreiben, warum Du ihm schreibst.... Den Brief kann er in Ruhe lesen. Das hat eine andere Wirkung als ein Gespräch. Wenn all Deine Versuche ins Leere laufen, empfehle ich Dir, mit Deinem Hausarzt - wenn Du ihm/ihr vertraust - darüber zu sprechen oder vielleicht auch einem Pastor/in, wenn Du religiös bist....auch beim Jugendamt gibt es Gesprächsangebote. Es berührt mich sehr, dass Du diese beängstigenden, verunsichernden Situationen erlebst und vielleicht ist es später gut, eine Therapie zu machen. Dieser ganze Zorn in Deinem Vater hat mit Dir und wahrscheinlich der ganzen Familie nichts zu tun. Das zu verstehen, ist schon nicht so einfach und es ändert leider auch nichts. Wir können unsere Eltern nicht verändern, nur - vielleicht - irgendwann verstehen und ihnen verzeihen. Gehe mutig Deinen eigenen Weg und dafür wünsche ich Dir alles Liebe!

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Dein Vater scheint mit sich und seinem Leben unzufrieden zu sein. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. Minderwertigkeitskomplexe wurden schon genannt. Vielleicht hat er sich sein Leben auch immer anders vorgestellt, hat es nur einfach nicht (aus welchen Gründen auch immer) auf die Reihe bekommen. 

Um seinem Verhalten auf den Grund zu gehen sollte er tatsächlich psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Ihn dazu zu bringen wird allerdings schwer werden...offenbar erkennt er nicht wirklich wie sein Verhalten tatsächlich auf seine Umwelt wirkt.

Hat er vielleicht einen besten Freund mit dem ihr als Familie reden könnt? Vielleicht kann er deinen Vater davon überzeugen, dass er etwas ändern muss und evtl. auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollte.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein erstes Gespräch mit dem Hausarzt. Der kann euch sicher Ratschläge geben wer euch helfen kann und welchen Weg ihr gehen könnt.

Es wird schwer werden deinem Vater den Spiegel vorzuhalten um ihn von seinem unmöglichen Verhalten zu überzeugen, aber unmöglich ist es nicht.

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Rede mit deiner Mutter darüber und bitte sie darum, dass ihr zusammen eine Familientherapie macht. Dein Vater scheint sehr unzufrieden mit seinem Leben zu sein. Deshalb auch sein Wunschdenken, hochbegabt zu sein. Zufriedenheit kommt aber aus dem Inneren, kann schon verstehen, dass der Schichtdienst anstrengend ist, aber dann soll er halt mal eine Kur bei der Krankenkasse beantragen, statt seinen Frust an dir oder dem Rest der Familie auszulassen.

Auch wenn er keine leichte Kindheit hatte, kann man nicht ewig alles auf eine traurige Kindheit schieben, Dein Vater ist erwachsen, hat eine eigene Familie und muss Verantwortung übernehmen. Aber er hat sich nicht im Griff. Ein Therapeut könnte ihm helfen. Es ist auch gar nichts Schlimmes dabei, Hilfe in Anspruch zu nehmen, er sollte das nicht als Abwertung seiner Person sehen, sondern erkennen, dass er euch wichtig ist.

Dein Vater scheint nicht mehr ganz in der Realität zu leben, er redet sich Dinge ein, damit sein Leben für ihn erträglicher ist, wie z.B. die Hochbegabung. Auch die Situation auf dem Spielplatz zeigt, dass er dringend Hilfe braucht, sowas geht gar nicht. Er muss mit professioneller Hilfe lernen, sein Verhalten besser zu kontrollieren.

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Kommentar von Kitharea
27.06.2016, 07:56

Ich halte es für absolut nicht sinnvoll gleich mit den Kindern eine Familientherapie anzugehen. Zuerst sollten da mal Mama und Papa hin. So eine Therapiesituation kann für Kinder vor allem am Anfang extrem belastet sein und es geht hier auch darum den TE zu entlasten.
Man kann der Mutter den Vorschlag lassen aber ich bezweifle dass sich jemand der beiden darauf einlässt.

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Mein, hoffentlich gesunder Menschenverstand, würde auf einen ausgeprägten "Minderwertigkeitskomplex" tippen.

Indem er Eure Mutter klein macht und sich größer darstellt als er ist, könnten auch leicht narzisstische Züge dahinter stecken. Und natürlich sind dann immer alle Anderen schuld nur er nicht.

Wenn er einsichtig wäre, könnte er ganz sicher mit einem Therapeuten dran arbeiten. Wer will ihn aber auf sein seltsame Benehmen aufmerksam machen?

 

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Also - kurz gesagt - wenn deine Mum nichts tut - wird nichts passieren :)
Er scheint extrem unzufrieden zu sein und lässt seinen Mist am Rest der Familie aus.
Was kann man da tun ist sehr schwer. REIN Theoretisch ist deine Mutter alt genug sich um sich selbst zu kümmern. Sie hätte auch die Verpflichtung so etwas nicht zuzulassen und sie hätte die Verpflichtung sich um euch zu kümmern.
Das Problem daran ist oft dass sich Kinder für die Situation verantwortlich fühlen und helfen wollen womit sie aber überfordert sind bzw. sein müssen. Dieser Punkt betrifft dich dann wohl. Versuche kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn es dir gut geht. Versuche wenn es irgendwie geht dich diesen krankmachenden Situationen zu entziehen und überleg dir, ob du nicht ausziehen könntest um Abstand zu kriegen. Diese Situation aus Hilfslosigkeit, schlechtem Gewissen, Wut und Kränkung macht einen krank auf Dauer. Er hat einfach ein Problem - ER - eines um das sich nur er kümmern könnte. Aber er tut es nicht. Du kannst es nicht - also versuch es auch nicht du wirst ohnehin nichts ausrichten - maximal kurzfristig. Aber solange er oder deine Mutter nicht in die Puschen kommen gibt es kein weiterkommen. Versuch es als sein Problem zu sehen - ER ist unzufrieden mit dir. Sein Problem. Du bist in Ordnung. Mir ist durchaus bewusst das dies alles wesentlich schwerer ist als es sich liest...
Sag dir einfach immer ER hat ein Problem mit sich selbst und versuch dich da rauszuhalten. Und versuch auch nicht deine Mutter in Schutz zu nehmen. Sie ist alt genug.
Und vielleicht schaffst du es wenn er mal nett ist - ihm zu sagen wie es dir dabei geht. Nicht - damit er was ändert - sondern einfach nur damit du deine Dinge dort abladen kannst wo sie hingehören - bei ihm. Er wird sich deswegen nicht ändern aber man kann ihm durchaus sagen was sein Verhalten auslöst.

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Kommentar von djNightgroove
29.06.2016, 12:58

So eine Situation schadet dem Selbstbewusstsein, einfach alles weiter zu ertragen, wird da nichts helfen. Wenn man zusammenlebt, kann man das nicht einfach ausblenden. Ich hatte beim Lesen nicht den Eindruck, dass die Schreiberin ein schlechtes Gewissen hat und die Schuld auf sich lädt, vielmehr hat sie Angst. Und weiter einfach in Angst leben ist keine Lösung.

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Geh mal in eine Art psychotherapie bzw Psychiater und Schildere denen das. Auch ich leide nicht oft aber manchmal unter solchen Sachen und es ist einfach zwanghaft so sehr man möchte man kann die Wut nicht unterdrücken

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das scheint eine Person zu sein,die an sich und andere sehr hohe Erwartungen stellt.

Weil er seine eigenen Erwartungen an sich selbst allerdings nicht erfüllen kann ,sieht er die Chance das auf seine Kinder zu projizieren.

Du kannst hier nichts machen,außer deine Türe im Kinderzimmer von innen zu und deinen Vater auflaufen lassen, durch schweigen.

Was sagt denn deine Mutter zu der ganzen Situation?

Das muss doch belastend sein für alle.

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Ich kann mir vorstellen, dass er sehr viel Stress auf der Arbeit hat und sich wünscht, dass wenigstens zuhause alles richtig läuft. Er möchte wenigstens daheim reine Ruhe und keinen Stress haben.

Ich denke, ihr solltet euch mal zusammensetzen und in Ruhe darüber sprechen.

Vielleicht hilft es, wenn du ihm mal Danke sagst dafür, dass er euch mit seiner Arbeit hilft, ein gutes Leben zu haben. Und frag ihn mal, wie du ihm helfen kannst, und wie er sich diese Hilfe vorstellt.

Frag ihn, Papa, wie kann ich dir denn helfen, dass du dich selbst verwirklichen kannst?

Aber kritisieren kannst du ihn auch mal. Nicht nur Bildung ist wichtig. Auch Respekt. Und gerade in der Familie ist Respekt wichtig.

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