Was hat man in dem 50er Jahren gegessen?

24 Antworten

vermutlich etwas das was meine Oma so gerne und gut gekocht hat: zu jedem Essen reichlich Kartoffeln (Salzkartoffel, Pü, Bratkartoffeln), dann Gemüse je nach Saison, oft Kohlsorten und Möhren weil günstig. Fleisch gab es seltener und meist eher die "billigen" Stücke wie Hack oder Bratwurst unter der Woche, am Wochenende besonders gerne Braten weil davon die ganze Familie die damals meistens noch deutlich größer war was davon hatte. Freitags in katholischen Gegenden meistens Fisch.

Bei uns wurde auch immer viel gebacken, Hefekuchen mit Streuseln vom Blech, als Schnecke oder ein schön fluffiger Sandkuchen war oft auf dem Tisch, natürlich auch die typischen Waffeln.

Erst als meine Mutter auch mal gekocht hat kamen "Exoten" in die Küche, italienisches Essen, asiatisches usw. gefriertruhe sei Dank ist man auch nicht mehr von der Saison abhängig aber das einzige was Oma eingefroren hat ist Rotkohl gewesen, er brauchte immer so lange um zu kochen^^

Obst gab es deutlich weniger, Orangen nur zu Weihnachten, Äpfel das ganze Jahr wenn sie gut eingekellert waren, alles andere aus dem Einmachglas oder wenns reif war.

Damals wurde sehr viel mehr selbst gebacken als heute. Bei uns hat der Bäcker sogar an einem Tag in der Woche seinen Ofen angeheizt und für die Leute aus dem Dorf frei gehalten. Für einen kleinen Obolus konnte jeder seinen fertigen Kuchenteig mitbringen und in den Ofen schieben. Wir haben selbst auch Tiere gehalten und geschlachtet. Meine Mutter hat aus unseren Gänsen einen Gänsebraten gemacht und das Fleisch und die Soße eingeweckt. Als wir dann in die Stadt gezogen sind, haben wir die Gläser mitgenommen und noch drei Jahre lang eigenen Gänsebraten gegessen. 

Mein Opa hatte auch Pferde, Kühe, Schweine und Kleintiere. Die Kaninchen und Hühner kamen in den Topf oder in die Pfanne und aus den Schweinen wurde Wurst gemacht. Ein Teil wurde geräuchert und es gab Schweinebraten. Direkt neben dem Haus meines Opas war ein Lebensmittelladen. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich den jemals von innen gesehen hätte. Meine Großeltern haben alles selbst gemacht. Es gab immer frische Milch und Butter. Im Garten hatten sie Kartoffeln, Gemüse, Kirschen, Pflaumen, Äpfel und so weiter. Wenn wir dort waren, hat meine Oma uns immer reichlich mitgegeben. 

Im Herbst sind wir dann raus in die Natur gegangen und haben Wildfrüchte und Pilze gesammelt. Ich kenne nur ein paar wenige Pilze. Mein Opa kannte sie alle und war ein wandelndes Lexikon. Die Pilze wurden dann entweder gleich gegessen oder getrocknet. Aus Holunderbeeren haben wir Saft gemacht und ihn eingeweckt. Meine Mutter hat daraus eine Suppe gekocht die ich heute sehr vermisse. Aus anderen Wildfrüchten wurde Marmelade. Mein Onkel war ein Angler und hat die ganze Verwandtschaft mit Fisch versorgt. 

Hallo Fuchssprung,

Holunderbeerensuppe kann man doch ganz einfach selber machen?

Probiers doch nächstes Jahr einfach mal aus, falls du ein Rezept brauchst, kann ich dir auch gern eins schicken;-)

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@kruemel84

Danke für dein Angebot. Aber wenn ich den Aufwand und den Nutzen gegeneinander abwäge, entscheide ich mich dann doch lieber für einen Saft aus dem Supermarkt ;-)

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@kruemel84

Natürlich! Aber die Faulheit ist dem guten Geschmack doch sehr abträglich.

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In etwa das gleiche wie Heute, jedoch deutlich reduzierter im Angebot auf einheimische Produkte.

Es gab viel weniger Südfrüchte wie Orangen, Clementinen oder Banananen. Dafür natürlich Äpfel, Birnen, Nüsse etc.

Fleisch gab es erheblich seltener auf dem Tisch, dafür mehr Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Kohl.

Teigwaren und Reis gab es, jedoch war es ein Sonntagsessen (Hochzeit Nudeln)

Gut war das was günstig war (für Essen wurde etwa 50% des Einkommens verwendet) und satt machte!


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