Was hat Hagen von Tronje alles falsch gemacht,damit es ein so schlimmes Ende mit den Burgundern nehmen konnte, war er als treuer Untertan so überzeugt von sich?

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2 Antworten

Eine genaue Beantwortung kann sich, da Hagen von Tronje eine Sagenfigur/literarische Figur ist, nur jeweils auf eine bestimmte Fassung der Sage/ein bestimmtes literarisches Werk beziehen.

Ich beziehe mich auf das Nibelungenlied.

Hagen ermordet hinterhältig Siegfried und raubt Kriemhild den Nibelungenhort, was Rachepläne hervorruft.

Trotz vermuteter Racheabsichten geht Hagen mit auf die Fahrt zu König Etzel, um nicht als feige zu erscheinen. Hagen schlägt vor, in großer Anzahl hinzukommen, um sich gegen Angriffe gut verteidigen zu können. Aufgrund einer starken Verbundenheit durch Treueverhältnisse ist eine Trennung der übrigen Burgunder von Hagen sehr unwahrscheinlich. Dies wird zu einer „Nibelungentreue“ in den Untergang. Hagen trägt mehrfach dazu bei, die Auseinandersetzung zuzuspitzen und zu verschärfen. Ein Stoppen der Kämpfe vor Tötung aller Burgunder kann so nicht gelingen.

Hagen ist ein treuer Gefolgsmann des Burgunderreiches und seiner Herrscher. Seine Meinung hat bei der Beratung ein starkes Gewicht.

Hagen ist auch sehr von Richtigkeit seiner Einschätzungen und Ratschläge überzeugt und hat ein großes Selbstvertrauen, etwa zustandezubringen und Herausforderungen erfolgreich zu trotzen. Er will die Ehre des Burgunderreiches wahren, wiederherstellen und vermehren.

Zu dem, was er dafür für richtig hält, gehören aber auch zwei Verbrechen, die er begeht:

1) Ermordung Siegfrieds

2) Raub des Nibelungenhortes

Dies führt zu Racheplänen des Opfers Kriemhild, der schreckliches Leid angetan wurde. Die ausgeführte Rache führt zu einem schlimmen Ende vieler Burgunder.

Der Streit der Königinnen Brünhild und Kriemhild löst Ärger aus. Der Streit betrifft die Rangordnung und damit die gesellschaftliche Stellung.

Als Gunther nach Island fuhr, um auf Burg Isenstein um Brünhild zu werben, hat (außer Hagen und dessen Bruder Dankwart) Siegfried ihn als freiwilliger Gefolgsmann begleitet und geholfen, um Gunthers Schwester Kriemhild als Ehefrau zu bekommen. Siegfried hat freiwillig Gunthers Pferd am Zaun geführt und ihm den Steigbügel gehalten. Gegenüber Brünhild hat Siegfried Gunther als seinen Herrn bezeichnet. Mit Hilfe einer Tarnkappe hat Siegfried Gunther geholfen, in Kampfspielen gegen Brünhild zu gewinnen. Gunther hätte ohne Hilfe eindeutig verloren und dies hätte nach den Wettstreitbedingungen den Tod für Gunter und seine Begleiter bedeutet.

Später benötigt Gunther noch einmal Siegfrieds Unterstützung gegen Brünhild. Als sich Gunther ihr im Bett nähert, bindet Brünhild ihm Hände und Füße zusammen und hängt ihn bis zum Morgen an einen Nagel an der Wand. In der nächsten Nacht bezwingt Siegfried nach langem heftigem Kampf Brünhild. Nachdem sie sich ergeben hat, kann Gunther sie entjungfern. Siegfried hat Brünhild einen Ring und einen Gürtel abgenommen. Kriemhild, die seine Abwesenheit bemerkt hat, kann er beschwichtigen. Ring und Gürtel kommen später in Kriemhilds Hand.

Brünhild hält Siegfried für einen Lehensmann Gunthers, ihm im Rang nicht ebenbürtig. In einer Eskalation beim Streit mit Kriemhild verschärft sie dies zu der Behauptung, dies er sei ein Unfreier (ein Leibeigener). Kriemhild steigert die Auseinandersetzung durch die Aussage, Brünhild sei dann die Kebse (Nebenfrau) eines Unfreien. Ring und Gürtel nimmt sie dabei als Beweisstücke.

Kriemhild stützt sich nicht auf eine Aussage Siegfrieds, sondern nur auf eine eigene Vermutung.

Siegfried will einen Eid leisten, so etwas nicht gesagt zu haben (was wahr ist). Gunther erläßt ihm ein formales Vollenden des Eides, indem er ihn für klar unschuldig erklärt.

Die Angelegenheit ist peinlich und eine betrübte Brünhild wünscht Rache.
Siegfried hat keine bedrohlichen Absichten gegen König Gunther und das Burgunderreich. Für Brünhild kann der Eindruck, irgendwie betrogen worden sein, in keinem Fall völlig beseitigt werden. Aber ein Beilegen der Auseinandersetzung durch beiderseitige Erklärungen des Bedauerns wäre denkbar gewesen. Siegfried und Kriemhild hätten danach in das Königreich der Niederlande zurückkehren können, um Spannungen zu vermeiden. Hagen vertritt stattdessen starr und einseitig den Standpunkt, Siegfried müsse getötet werden.

Bei einer Beratung sprechen sich nur Hagen und sein Neffe Ortwein von Metz für eine Tötung Siegfrieds aus. Gunther wendet zunächst ein, Siegfried habe treue Dienste geleistet und eine Tötung sei Unrecht (14. Âventiure).

Hagen stachelt König Gunther ständig an, durch Siegfrieds Tod könnten Länder untertan werden. In einem niederträchtigen Treueverrat erfragt er von Kriemhild, an welcher Stelle Siegfried verwundbar ist, angeblich um ihn zu schützen (15. Âventiure).

Hgaen tötet Siegfried hinterrücks. Voller Hochmut erklärt er, es gebe kein Grund, über Siegfrieds Tod zu klagen, denn alle ihre Sorgen und Nöte hätten ein Ende, kaum jemand könne noch gegen die Burgunder bestehen (16. Âventiure).

Hagen rät Gunther, sich mit Kriemhild zu versöhnen. Dabei geht es ihm aber nur um den Nibelungenhort. Er gehört Krimhild als Morgengabe und wird herbeigeschafft. Hagen raubt nach einiger Zeit den Nibelungenhort. Damit entzieht er Krimemhild eine finanzielle Grundlage, Gefolgschaft für Rachepläne zu finden. Gunther hatte auf Hagens Vorschlag des Raubes diesen nicht selbst ausüben wollen, aber nichts dagegen gehabt, wenn Hagen als der Schuldige dasteht (19. Âventiure).

Hagen allein spricht sich gegen eine Heirat von Etzel und Kriemhild aus (20. Âventiure).

Hagen rät von einer Fahrt zu König Etzel ab. Wenn die Könige Gunther, Gernot und Giselher sich davon nicht abbringen lassen, rät er, mit einer großen Streitmacht zu fahren (24. Âventiure).

Hagen rät trotz eines schlechten Traums, die Ute, die Mutter der Könige hat, zur Fahrt. Später bereut er dies und hätte abgeraten, wenn nicht König Gernot Furcht als Motiv ins Spiel gebracht hätte (25. Âventiure). Hier zeigt sich eine Schwäche Hagens, auf keinen Fall furchtsam und feige erscheinen zu wollen.

Bei König Etzel treten Hagen und sein Kampfgeselle Volker von Alzey herausfordernd auf. Sie stehen bei Kriemhilds erschienen nicht von ihren Sitzen auf, was eine Beleidigung ist (28. Âventiure).

Hagen sagt, als Etzel und Kriemhilds Sohn Ortlieb gezeigt wird, dieser werde nicht lange leben (31. Âventiure). Als eine Nachricht von einem Erschlagen der burgundischen Knechte kommt, schlägt Hagen mit dem Schwert Ortlieb den Kopf ab (33. Âventiure). Dadurch wird ein weiterer Kampf praktisch unabwendbar.

Bei Gesprächen erklärt Krimhild Bereitschaft, wenn Hagen allein als Geisel übergeben wird, die übrigen am Leben zu lassen. Die Burgunder lehnen dies ab (36. Âventiure).

Dietrich von Bern schickt Gefolgsleute, um sich nach Markgraf Rüder von Bechlaren zu erkundigen. Auf die Mitteilung von dessem Tod wollen sie ihn mitnehmen und begraben. Volker von Alzey verhält sich herausfordernd, woran Hagen Gefallen findet und die Verschärfung nicht stoppt. So kommt es zum Kampf zwischen den beiden Seiten (37. Âventiure).

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Das Ganze ist eine SAGE und hat sich so nie abgespielt. Daher ist die Frage so ziemlich schräg.

Wenn man der Sage folgt, dann war es vor allem höchst unnötig, Siegfried hinterrücks zu ermorden. Voraus ging der Streit der Königinnen und man hätte einfach Siegfried mit Frau in die Heimat schicken sollen.

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Kommentar von Centario
23.02.2016, 10:01

Die Antwort ist doch was. An einer Sage soll auch immer was wahres dran sein?

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