Was hat es mit den Demonstrationen zum G20 Gipfel auf sich?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

"G20-Kritiker" oder "G20-Gegner" ist ein Sammelbegriff für Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Motivationen dort protestieren.

Ich versuche es mal zu verallgemeinern:

Die G20 stehen in den Augen der Protestler für die reichsten bzw. mächtigsten Staaten der Welt, die daher auch für einen großen Teil der Umweltzerstörung, Waffenhandel, moderne Sklaverei, Armut und Hunger verantwortlich sind.

Der Protest richtet sich zum einen gegen dieses Ungleichgewicht - eine Minderheit von 20 Staatsoberhäuptern bestimmt praktisch darüber, in welche Richtung sich der Rest der Welt wirtschaftlich, sozial und umweltpolitisch bewegen soll.

Das ist vermutlich einer der Grundideen der Proteste - die Ablehnung des Machtmonopols in den Händen weniger und das Gefühl unzureichender Berücksichtigung der Meinung von einfachen Menschen und Minderheiten.

Daneben haben diese Gruppen aber eben auch individuelle Ziele, die sie bei diesem Treffen in die Öffentlichkeit bringen wollen. Das betrifft teilweise auch bereits bekannte Pläne, Ziele oder Strategien von Mitgliedern der G20.

Manche Gruppen, wie zB Greenpeace, protestieren wegen der Umweltzerstörung, die die G20 zu verantworten haben. Ein bekanntes Thema hierbei ist beispielsweise der Klimawandel.

Manche Gruppen protestieren gegen den Kapitalismus als Ideologie der Macht und fordern politische Veränderung mit mehr Mitspracherecht, etwa durch Konzepte direkterer Demokratie.

Manche setzen sich für die so genannten Entwicklungsländer ein und fordern eine Gleichberechtigung dieser Staaten durch die G20, anstatt die dortige Armut und Korruption zu eigenen Zwecken zu missbrauchen.

Manche protestieren gegen die G20 als militärische Mächte, die durch ihre politischen Machtspiele immer wieder gewalttätige Konflikte schüren und auch noch Waffenhandel mit diesen Gruppen betreiben. 

Daneben gibt es dann unzählige weitere Motivationen, wie gesagt, das ist eine sehr grobe Zusammenfassung.

Du siehst also es gibt verschiedene Gründe, kritisch gegenüber diesem politische Konstrukt und dessen Plänen zu sein.

Daneben gibt es aber auch Menschen für die politische Demonstrationen grundsätzlich nur ein Vorwand sind, um sinnlose Gewaltexzesse durchführen zu können und dies als "politischen Widerstand" oder "revolutionären Akt" rechtfertigen.

Die richtigen friedlichen/kreativen Demonstrationen finden bzw. fanden schon am Rande dieser Brennpunkte statt und befassten sich mit Kritik zum G20 Gipfel und dem gegenwärtigen System in dem wir Leben (Ungerechte Welt durch Kapitalismus, Machthunger, Krieg etc...). Das, worüber hauptsächlich berichtet wird, sind die Taten von Event-Schlägern, die keine politische Meinung haben und einfach nur Zerstörungslust verspüren, genauso wie Hooligans bei Fußballspielen.

Ein richtiger linker Demonstrant ist nicht so dumm wie die Leute, die Rewe-Läden plündern und die Stadt in Schutt und Asche legen, weil genau solche Taten dafür sorgen, dass alle Demonstranten, egal ob friedlich oder gewalttätig nicht mehr erhört werden und nur noch über das Negative berichtet wird. Manche denken, dass Gewalt der Schlüssel zu mehr Aufmerksamkeit ist. Jedoch bekommen sie nur negative Aufmerksamkeit und keine politische Aufmerksamkeit - im Gegenteil. Dadurch wird deren politische Meinung eher ins Aus manövriert und es kommt eher zu einem Rechtsruck beim Großteil der Bevölkerung. 

Dass viele Demonstranten zudem noch der Polizei die Schuld für die Geschehnisse geben, macht sie noch mal ein Stück unbeliebter in der Bevölkerung, da ein Großteil des Landes hinter der Polizei steht. 

Warum dort demonstriert wird, kannst du bei Youtube in einigen Livestreams der aktuellen Demo sehen. 

Warum die kaputten da aber alles kurz und klein schlagen, da hat der SGDler recht, wissen die wohl selber nicht.

Was möchtest Du wissen?