Was hat es für einen Sinn, dass man die eigene Schuld, Sünde, geistliche Schwächen, seelische Verletzungen an anderen Menschen kaum bemerkt?

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7 Antworten

Hallo anonymos987654,

der Normalchrist hat ein Gewissen, das ihm ziemlich klar sagt, wenn er schuldig geworden ist. Da musst du in keinem Beichtspiegel suchen, und schon gar nicht jahrelang. Der ist nur Ordnungs- und Formulierungshilfe, wenn du ihn überhaupt brauchst.

Den Begriff Gewissenserforschung finde ich deswegen sowieso unpassend. Besser wäre es, sein Gewissen zu informieren und zu bilden.

Ich bin auch nicht von meinem Unterbewusstsein abhängig. Das ist nur interessant, wenn bei krankhaften Persönlichkeitsstrukturen der Psychotherapeut behandeln muss.

Ansonsten komme ich ganz gut mit unterbewussten Momenten zurecht. Ich verdränge sie auch nicht; ich verarbeite sie.

Ich halte es auch für verfehlt, sich ein tiefgründiges Sündenbewusstsein einzuimpfen nach dem Motto: Du bist ein Sünder – und wenn du meinst, du wärst es nicht, dann bist du wegen der Sünde des Hochmuts und der Verstocktheit erst recht einer.

Vorausgesetzt, man glaubt an Gott, dann darf man auch annehmen, dass er uns die Möglichkleit gibt (Gnade), uns zu dem zu entwickeln, was wir sein sollen.

"Man" muss gar nicht intensiv suchen und sich in Beichtspiegel vertiefen. Ich schaue nie in Beichtspiegel, weil mir täglich von selber  bewusst wird, wann und wo ich nicht so gewesen bin, wie ich sein sollte.

Und jahrelang dauert es, bis du Fehlverhalten von dir erkennst?  Das mag sein, wenn man in größeren Abständen mal wieder sein Gewissen erforschen will und es dann schwer hat, sich an alle Verfehlungen in diesem Zeitraum zu erinnern. Bei einer täglichen Rückschau fällt das leichter.

Im übrigen ist die Erkenntnis des eigenen Versagens ohne die helfende Gnade Gottes nicht möglich. Gott schenkt uns diese Gnade, wenn wir den Hl. Geist darum bitten. Dann wirst du dich wundern, wie gut plötzlich dein Unterbewusstsein zum Bewusstsein wird.

Eine Hilfe könnte sein,  die Lebensgeschichten der Heiligen zu betrachten und was uns an dieser von ihnen gelebten Liebe zu Gott  noch fehlt. Gott schaut auch nicht auf das Gelingen, sondern auf das Bemühen. Alles andere macht seine Gnade. Das Verlangen, heilig werden zu wollen, ist schon Gnade und Gott kann keine unerfüllbaren Wünsche eingeben, ohne uns auch dahin führen zu wollen.

Warum machst du bei diesem Verein und bei diesen Übungen überhaupt mit, wenn es dir nicht entspricht?

Grundsätzlich kann man sich schon langfristig durch permanente Übungen, Medidation, Gebet, zum Guten wandeln. Nicht schnell. Langsam. Langfristig...

Leider gibt es aber auch sehr viele Leute, die solche Übungen machen und den Zweck völlig verfehlen, das wären dann die Heuchler und Bigotten...

d.h. die Übungen an sich sind keine Erfolgsgarantie, und man muss auch schauen, was einem liegt...

Was man auch schauen muss, ist wo man sich eigentlich hin entwickeln will.

z.B. sind viele Religiöse mit manchen Sachen sehr grosszügig, aber mit anderen Sachen engstirniger oder sogar grausamer als Nicht-religiöse Menschen. Denn sehr oft wirkt die Religion als sehr starker Solidaritätsmechanismus mit Gleichgesinnten, aber gleichzeitig werden die anderen ausgeschlossen.

Ein extremes Beispiel dafür wäre der Ku-Klux-Klan: die haben ohne Bedenken Schwarze gelyncht, aber auch sehr nett für ihre Nachbarn gesorgt, wenn sie krank waren.

Ganz allgemein gibt es einen ähnlichen Mechanismus (solidarität nach innen, Abwehr nach Aussen), in vielen religiösen und nationalistischen Gruppen.

Insofern erkennst du ganz richtig, dass man dich hier vielleicht in eine Richtung verbiegen will, die nicht dir oder dem allgemeinen Guten dient, sondern der biegenden Organisation.

Es ist sehr gut, dass dir das bewusst ist...

So anstrengend braucht das gar nicht sein. Höre auf dein Herz, dein Gefühl, deinem Gerechtigkeitssinn. Die Nöte der anderen brauchst du nicht ergründen, aber wenn du es siehst oder merkst, dann versuche zu helfen. Gott will dass wir fröhlich sind, uns an dem erfreuen was uns täglich geschenkt wird und nicht in Qualen über uns selbst, unsere Sünden versinken. Gott vergibt. Glaube nur, dann kommt die Freude ganz von selbst.

Meine Erfahrung ist, dass ich aus mir selber weder wirklich meine Sünden sehe, noch heilig leben kann.

Meine Erfahrung ist, dass Gott selber mir Dinge aufdeckt, die ihm an mir nicht gefallen. Er redet zu mir in meinem Herzen, in meinem Gewissen, durch Lieder, Bibeltexte, Predigten, andere Menschen....

Ich muss nur das als Sünde bekennen, was Gott mir zeigt. 

Wenn ich merke, es stimmt was nicht, kann ich auch bitten, dass ER mir zeigt, was los ist. 

In den Psalmen betet auch jemand 'sprich mich los von meinen Sünden, auch von den verborgenen'. ich verstehe das so: auch von denen die ich vergessen habe oder die ich gar nicht gemerkt habe.

Wer zeigt Sünde auf? Lies mal Johannes 16,8

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/16/#8

Und lies mal 1.Johannes 1

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/1_johannes/1/#1

Die Kluft, die es zwischen dir und Gott gibt, kannst du nicht überwinden durch eigene Anstrengung. du kannst nicht aus dir selber heiliger werden.

Es ist Christus IN DIR, der dich befâhigt, heilig zu leben wenn du ihm dein Leben anvertraust und ihn in dein Leben aufnimmst als Herr und Retter: Johannes 1, 12

Und wenn du fällst, dann bekennst du das als Sünde, also du 'beichtest' und dann stehst du auf und gehst weiter.

Das liegt daran, dass Menschen das wollen was du da ansprichst, ich kenne keine Stelle in der gefordert wird das Gott heilige Menschen will. Wo hast du das eigentlich gelesen?

anonymos987654 20.07.2017, 08:47

Lev 20,26 im AT der Bibel

Bergpredigt im NT

bei den Kirchenvätern

bei zahlreichen in zwischen heiliggesprochenen Menschen

und in vielen Predigten

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FragaAntworta 20.07.2017, 08:56
@anonymos987654

Deine Beispiele halten keiner Überprüfung stand. Gott verlangt nicht von dir, dass du perfekt bist. Er erwartet nicht, dass du seine Erwartungen erfüllst. Gott hat niemals gedacht, dass du ein gutes christliches Leben als Christ führen oder seinen heiligen Maßstäben gerecht werden kannst. Wenn er das gedacht hätte, wäre er nicht auf die Erde gekommen, um für dich zu sterben. Aber genau das tat er.

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Raubkatze45 20.07.2017, 13:10
@FragaAntworta

z.B. Mt. 5.48 und Petrus- und Paulusbriefe. Gott erwartet sehr wohl von uns ein christliches Leben und auch das Heiligwerden. Das können wir nicht aus eigener Kraft, deshalb will er, dass wir mit seiner helfenden Gnade mitwirken. Das Opfer Christi sollte die Welt mit Gott versöhnen, was das Bemühen um unser ewiges Heil  nicht aufhebt.

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Das ist die Folge der von Adam u. Eva ererbten Unvollkommenheit. Gott hat dafür gesorgt, dass wir die Vollkommenheit wiedererlangen können (Loskaufsopfer seines Sohnes Jesus).

Bis dahin können wir uns an Hilfen orientieren, die Gott in seiner Liebe zu uns in seinem Wort (Bibel) aufzeichnen ließ.

Wir können unser Bewusstsein für die Sorgen anderer sensibilisieren:

"Außer allen diesen Dingen aber [kleidet euch mit] Liebe, denn sie ist ein vollkommenes Band der Einheit." (Kol. 3:14)

"Und laßt uns aufeinander achten zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken" (Hebr. 10:24)

"Gutes zu wirken, reich zu sein an vortrefflichen Werken, freigebig zu sein, bereit zu teilen" (1. Tim. 6:18)

"sondern daß durch einen Ausgleich euer Überfluß gerade jetzt ihrem Mangel abhelfe, damit ihr Überfluß auch eurem Mangel abhelfen möge, so daß es zu einem Ausgleich komme," (2. Kor. 8:14)

anonymos987654 20.07.2017, 08:54

"ererbten Unvollkommenheit."

Das erklärt aber noch nicht, warum Gott den Weg, um es Ihm wieder rechtzumachen, so verstellt.

Eigentlich müsste  Er uns doch die Erkenntnis, was alles falsch läuft und was an unserer inneren Haltung noch schief ist, sehr deutlich geben, damit wir möglichst schnell wieder so sind, wie Er uns haben will.

Natürlich ist die Liebe das Zentrale, aber allein schon, um wirklich lieben zu können, braucht es soviel Reife, die weit über das "Seid nett zueinander." hinausgeht und sich auch nicht in Spenden oder Nachbarschaftshilfe erschöpft.

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OhNobody 20.07.2017, 09:11
@anonymos987654

Anonymus:

Wer sagt denn, dass GOTT die Wege verstellt?

Ist nicht SATAN der Herrscher dieser Welt?

"unter denen der Gott dieses Systems der Dinge den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit das erleuchtende Licht der herrlichen guten Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle" (2. Kor. 4:4)

Der Schöpfer hingegen hat uns in seinem Wort (Bibel) Richtlinien an die Hand gegeben, die es uns ermöglichen, jetzt schon das Wohlwollen unseres Schöpfers zu erlangen. Doch — Hand aufs Herz: wer richtet sich heute wirklich danach?

Religionen machen Kriege. Anschließend schieben sie für die Folgen Gott die Schuld in die Schuhe. Dabei hätten sie lediglich seine Maßstäbe beachten brauchen. Er bittet uns regelrecht:

"So wahr ich lebe“, ist der Ausspruch des Souveränen Herrn Jehova, „ich habe kein Gefallen am Tod des Bösen, sondern daran, daß ein Böser von seinem Weg umkehrt und tatsächlich am Leben bleibt. Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen, denn warum solltet ihr sterben, o Haus Israel?“ (Hebr. 33:11)

Er belässt es schon eine ganze Weile beim Bitten. Seine Botschaft wird aber auch andere Formen annehmen, nämlich dann, wenn er an den Verursachern des Elends Gericht üben wird:

"Und aus seinem Mund geht ein scharfes langes Schwert hervor, daß er damit die Nationen schlage, und er wird sie mit eisernem Stab hüten. Auch tritt er die Weinkelter des Grimmes des Zorns Gottes, des Allmächtigen." (Offb. 19:15)

Ob die Menschen sich dann auch noch beschweren: "Gott tut ja nix"?

Übrigens wird Gott mit denen, die sich seiner Leitung unterordnen möchten, eine "neue Welt" schaffen:

"Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, Und sie werden immerdar darauf wohnen." (Psalm 37:29)

Dann können wir die Fähigkeit zu lieben, mit der uns Gott ausgestattet hat, wieder in vollkommener Weise ausleben.

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