Was hat es für einen Sinn, dass Kühe sieben Mägen haben?

2 Antworten

Und um noch zu erklären, wozu das ganze Wiederkäuer-Prinzip noch gut ist, neben der Tatsache, dass damit schwer verdauliche Pflanzen genutzt werden können:

Huftiere sind in aller Regel Fluchttiere, die sich zur Nahrungsaufnahme von Gras aber oft auf offenes und somit wenig geschütztes Gelände begeben müssen. Durch das Wiederkäuen können sie die Nahrung dort schnell aufnehmen und später, an einem geschützteren Ort, in Ruhe verdauen.

Rinder sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich überwiegend von Gras. Gras besteht hauptsächlich aus schwer verdaulicher Zellulose und enthält wenige Nährstoffe. Daher muss ein Rind pro Tag 50 – 100 kg Grünfutter und bis zu 100 l Wasser zu sich nehmen. Das Gras wird nahezu unzerkaut geschluckt und gelangt in den ersten der vier Mägen, den Pansen. Dieser fasst bei einigen Arten 200 Liter. Hier beginnt unter der Einwirkung von Bakterien die Verdauung. Nach 1 – 2 Stunden, wenn das Rind ruht, wird das teilweise zerkleinerte Gras vom muskulösen Netzmagen über die Speiseröhre zurück ins Maul befördert. Mit den scharfen Kanten der Schmelzfalten der Mahlzähne wird es gründlich wiedergekäut und geschluckt. Diesmal gelangt die Nahrung nicht mehr in den Pansen, sondern in den Blättermagen. Hier wird das Wasser entzogen. Erst im Labmagen, der dem menschlichen Magen entspricht beginnt die eigentliche Verdauung. Hier wirken Verdauungssäfte und die Zellulose wird teilweise in Zucker aufgespalten. Pansen, Netz- und Blättermagen bilden damit zusammen den Vormagenbereich, auf den mit dem Labmagen der einzige Drüsenmagen folgt. Dem Labmagen schließt sich ein etwa 50 Meter langer Darm an. Dort wird weiter verdaut und die Nährstoffe über das Blut in den Darmwänden aufgenommen.

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