Was hat es für das Pferd für Nachteile, geritten zu werden?

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die gleichen wie für den Menschen - den Menschen fragt aber auch niemand ob er Gewichte mit sich herumschleppen will oder nicht.

Wenn ein Rücken gut ausgebildet wird zum tragen, dann ist das bei Pferd und Mensch nicht nachteiliger als ohne.

Wie immer kommt es auf das Wie an und nicht so sehr auf das Das.

Das Reiten hat dann für das Pferd negative Auswirkungen wenn man es nicht dazu heranbildet (Muskeln und Tragwerk).

Das was die allermeisten Freizeitreiter mit ihren Pferden machen ist noch nicht mal Arbeit - das Stündchen im Gelände ist verschwindend wenig.

Schwerer haben es die Arbeitspferde, die im Hochleistungssport laufen, da werden die meisten aber gut herangebildet um das überhaupt leisten zu können.

Die schwarzen Schafe sind alle die dazwischen.

Durch das jahrelange Reiten wölbt der Rücken des Pferdes sich natürlich etwas, weshalb man schon auf einen passenden Sattel suchen sollte und rückenschonend umgehen sollte, um die Senkung möglichst gering zu halten. Und natürlich spielt auch das Gewicht vom Reiter eine Rolle!!!

Zu deinem Vergleich mit Wildpferden: Unsere heutigen Reitpferde werden seit öanger Zeit so gezüchtet, sodass sie teilweise obligatorische Mechanismen zum Überleben in der Wildnis nicht mehr besitzen und gar nicht überleben würden. Zudem geht es unseren Pferden in Gefangenschaft so gesehen auch viel besser als wilden, sie bekommen spezielles Futter, einen Unterstand, Decken, Tierarzt, Hufschmied, Zahnarzt und werden bis rund 30 Jahre alt, während Wildpferde zwischen 10-15 Jahren sterben (kaputte Zähne u. Hufe, schneller gealtert, Beute von Fressfeinden,...). Also musst du dir wirklich keine Sorgen machen, solange Pferde ARTGERECHT gehalten werden :)

Woher ich das weiß:Hobby
Und natürlich spielt auch das Gewicht vom Reiter eine Rolle!!!

Hauptsächlich kommt es darauf an, ob und wie gut das Pferd für diesen Anspruch trainiert ist.

Unsere heutigen Reitpferde werden seit öanger Zeit so gezüchtet, sodass sie teilweise obligatorische Mechanismen zum Überleben in der Wildnis nicht mehr besitzen und gar nicht überleben würden.

Ehrlich? Welche denn? Davon ausgehend, dass das Pferd nicht gerade in einer Box groß wird.

 Zudem geht es unseren Pferden in Gefangenschaft so gesehen auch viel besser als wilden, sie bekommen spezielles Futter, einen Unterstand, Decken, Tierarzt, Hufschmied, Zahnarzt 

Ein paar Punkte mögen sicherlich zutreffend sein, aber es gibt auch genug, das der Mensch gut meint und das eher schadet, als nützt. Das Gegenteil von "gut" ist halt oft "gut gemeint".

 werden bis rund 30 Jahre alt

Wo hast du diese Zahl her?

In Deutschland wird das Durchschnittspferd 7-8 Jahre alt.

https://dressur-studien.de/das-durchschnittsalter-deutscher-pferde-kaum-aelter-als-acht-jahre/

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@Lynanea

Hier war doch nicht von einem „Durchschnitt“ die Rede. Diese Zahl wird wohl aus dem bekannten Umfeld stammen, denn man kennt ja Pferde diesen Alters. Diese Studie ist, ihrer eigenen Darstellung nach (lies richtig!), nicht belastbar und es gibt überhaupt keinen Vergleich zu wildlebenden Tieren. Dass domestizierte Tiere (auch im Zoo) älter werden als wild lebende, ist jedoch normal. In der Wildnis wird man sicher kaum Pferd finden, die über 20 Jahre alt sind. Reitpferde dagegen tun nicht selten bis Mitte 20 ihren Dienst und finden anschließend noch einige Jahre in der Zucht Verwendung oder fressen ihr Gnadenbrot.

Aber ich stimme dennoch mit dir überein, dass nicht alle Aspekte der Antwort ganz richtig sind.

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So gut wie jedes Pferd könntest du heute frei lassen und es würde sich schnellstens wieder an das Wildleben anpassen.

Die Züchtung von Pferden ist in Evo Jahren verschwindend gering - das Pferd ist zu 99,9 % immer noch vollkommen natürlich, auch wenn es von Außen manchmal nich so aussieht.

Pferden in Gefangenschaft geht es gerade wegen speziellem Futter, Unterstand, Decken, Hufschmied und Zahnarzt schlechter als einem wildlebenden Pferd, weil genau hier die Fehler gemacht werden mit Dingen die ein Pferd niemals braucht.

Deine Altersangaben lassen schwer zu wünschen übrig. Quelle?

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Ein Pferd ist per se nicht dazu gemacht, einen Reiter auf seinem Rücken zu tragen. Daher muss es so gymnastiziert u. trainiert werden, dass es die entsprechenden Muskeln ausbildet, um keinen Schaden zu nehmen, wenn da jemand oben drauf sitzt. Dazu braucht es ausserdem passende Ausrüstung (der Sattel zB verteilt das Reitergewicht auf eine größere Auflagefläche u. hält die Wirbelsäule frei).

Klar kann der Mensch für das Pferd eine schwere Last sein - wenn dieser zu groß, zu schwer, ein schlechter Reiter, das Pferd nicht genug trainiert ist.

Und es gibt leider nicht wenige Pferde mit Rückenproblemen u. /o. kaputten Beinen, weil sie aus diversen Gründen nicht pferdegerecht geritten/gehalten/behandelt werden.

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

Wenn es nur um die Nachteile geht, dann ist es für ein Pferd natürlich nachteilig, einen Reiter auf dem Rücken zu haben, der kein Interesse daran hat, richtiges Reiten zu erlernen oder dem Pferd eine vernünftige Ausbildung zu ermöglichen, die das Pferd grundsätzlich mal in die Lage versetzt, einen Reiter unbeschadet zu tragen. Natürlich ist es auch nachteilig für ein Pferd, wenn der Reiter/Besitzer nicht darauf achtet, dass die Ausrüstung des Pferdes passt.

ABER: Wer vernünftig reiten will, der lernt ordentlich reiten, sorgt dafür, dass er dies auf einem gut ausgebildeten Pferd tut und dass die komplette Ausrüstung passt und dass auch so durch den Wunsch, das Pferd reiten zu können, dem Pferd keine Nachteile entstehen. Es liegt am Reiter/Besitzer, dafür zu sorgen, dass es dem Tier gut geht, AUCH, wenn ich Dinge mit ihm tue, die sich der gemeine Faulpelz eigentlich nicht vorstellen kann und von einem Leben in freier Wildbahn träumt (wo soll das möglich sein außer in irgendwelchen Naturschutzgebieten, wo der Freiheit auch irgendwann zwingend ein Zaun ein Ende setzt. Ein gut ausgebildetes Pferd ist eigentlich auch motiviert, mit dem Menschen was zu tun. Ein gut ausgebildeter Reiter achtet auch auf sein Pferd.

Nachteile entstehen dann, wenn eben kein Wert auf "Qualität" gelegt wird, sei es bei der Ausbildung von Pferd/Reiter, bei der Ausrüstung oder Versorgung des Pferdes und bei dem eigenen Wissen über das Ganze. Und das findet man halt (leider) in allen Bereichen der Reiterei. Und häufig hat das Pferd auch dann Nachteile, wenn es der Halter/Besitzer/Reiter eigentlich gut mit ihm meint.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich denke das ist für ein Pferd durchaus nicht "gut" ständig schwere Lasten auf dem Rücken rumzuschleppen. Kommt natürlich auch auf das Gewicht des Reiters an. Auf jeden Fall ist es unnatürlich. Metallstangen im Maul sind sicher auch nicht angenehm.

Und da viele "Reiter" nicht unbedingt auch gute Reiter sind, möchte ich nicht wissen wieviele Pferde mit Rückenschmerzen da draußen rumlaufen. Das geht schon bei unpassendem Sattelzeug los. Ein Freund von mir ist Sattler und der ist oft stinksauer über die ganzen "Freizeitreiter", die zwar ein Pferd haben aber kein Geld einen vernünftigen und passenden Sattel zu kaufen....

Kommt natürlich auch auf das Gewicht des Reiters an. 

Hauptsächlich kommt es darauf an, ob und wie gut das Pferd für diesen Anspruch trainiert ist.

Metallstangen im Maul sind sicher auch nicht angenehm.

Sagt wer? Nur, weil es für dich nicht angenehm ist, muss es doch nicht auch gleichzeitig für das Pferd gelten. Die Anatomie ist eine ganz andere.

Auf jeden Fall ist es unnatürlich.

Mag sein, aber bedeutet "unnatürlich" immer "schlecht"? Wenn ich mal überlege, was für Menschen alles "unnatürlich" ist..

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@Lynanea

Es ist auch „unnatürlich“, dass ein Pferd jeden Tag Futter und Wasser bekommt und Hilfe durch den Tierarzt. „Natürlich“ wäre, dass ein Pferd beispielsweise an einem kaputten Zahn stirbt. „Natürlich“ ist, dasscPferdevin Trockenen Sommern verdursten. „Natürlich“ ist, dass in den Rockys nach heftigen Gewittern einige Pferde tot herumliegen, die der Blitz erschlagen hat. Ist „natürlich“ wirklich besser?

Ansichtssache.

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@Lynanea

Naja - Menschen können selbst entscheiden was sie tun. Tiere nicht. Ich denke mal daß jedes Pferd ein Leben in Freiheit in einem Herdenverband dem öden im Kreis rumlaufen in einer Halle oder einem Reitplatz vorziehen würde.

Und ich glaube auch daß man keine große Vorstellungskraft braucht um zu verstehen daß ein Fremdkörper im Mund unangenehm ist - Anatomie hin oder her.

Ich verstehe ja daß Reiten Spaß macht - nur vielen Pferden eher weniger. Aber das interessiert keinen. Die meisten denken bei einem Pferd doch sowieso gleich an reiten ? Wieso eigentlich ? Als ob die mit einem Sattel auf dem Rücken zur Welt kommen würden... Mir blutet immer das Herz wenn ich oft sehe wie Pferde die sich dagegen wehren - mit allen möglichen Tricks zu Sklaven gemacht werden. Solange bis sie stumpf das tun was man von ihnen will. Dann sind sie brav. Die wenigsten Reiter sind wirklich "Pferdeflüsterer" .... Sorry aber ich habe halt eine andere Auffassung von Tierliebe. Und mir geht das Herz auf wenn ich einen stolzen Hengst mit seinen Stuten sehe oder eben einfach Pferde die mit viel Platz und innerhalb einer intakten Herde leben dürfen. Nicht so wie in diesen tollen Reitställen mit Gefängnisboxen und maximal Weidegang alleine auf der Fläche eines Vogelkäfigs. Und der Artgenosse durch den Zaun getrennt. Könnte ja Verletzungen geben weil in diesen Ställen die Fluktuation ziemlich hoch ist und ständig neue Pferde kommen etc. Da bildet sich keine stabile Gruppe etc. Diese Pferde sind bedauernswerte Geschöpfe und Sportgeräte - egal wieviel teueres Futter und Zubehör der Besitzer da anschleppt.

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@William1307

Es gibt auch Dinge, die zwischen "absolut beschissen" und "Freiheit" liegen, das ist dir schon klar?

Ich denke mal daß jedes Pferd ein Leben in Freiheit in einem Herdenverband dem öden im Kreis rumlaufen in einer Halle oder einem Reitplatz vorziehen würde.

Man kann Pferde äußerst vielseitig beschäftigen. Auch außerhalb von ödem im Kreis laufen.

Und ich glaube auch daß man keine große Vorstellungskraft braucht um zu verstehen daß ein Fremdkörper im Mund unangenehm ist

Man kann sich dran gewöhnen. Menschen können sich auch an Bissschienen, Zahnspangen etc gewöhnen, sodass sie irgendwann nicht mehr stören.

Ich verstehe ja daß Reiten Spaß macht - nur vielen Pferden eher weniger. Aber das interessiert keinen. Die meisten denken bei einem Pferd doch sowieso gleich an reiten ? 

Woher nimmst du diese Annahmen?

Als ob die mit einem Sattel auf dem Rücken zur Welt kommen würden... Mir blutet immer das Herz wenn ich oft sehe wie Pferde die sich dagegen wehren - mit allen möglichen Tricks zu Sklaven gemacht werden. 

Das hat doch nichts damit zu tun, ob sie mit Sattel auf die Welt kommen. Wenn du ein Fohlen nicht an Menschen gewöhnst, wird es sich zB vom Tierarzt nicht behandeln lassen. Das ist auch nicht natürlich, aber dennoch wirst du mir hoffentlich zustimmen, dass tierärztliche Versorgung wichtig ist.
Deine reißerische Behauptung, die fast unterstellt, dass quasi jeder Reiter sein Pferd zu einem willenlosen Sklaven macht - woher genau nimmst du die?

Nicht so wie in diesen tollen Reitställen mit Gefängnisboxen und maximal Weidegang alleine auf der Fläche eines Vogelkäfigs. Und der Artgenosse durch den Zaun getrennt. 

Sicher, solche Ställe gibt es. Allerdings geht der Trend sehr deutlich in Richtung Offen- und Aktivstallhaltung. Und wie gesagt - es gibt auch Dinge, die zwischen den Extremen liegen.

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@Lynanea

Stimmt schon - es gibt einige die es ganz gut machen. Aber ich habe vielleicht viel zuviel gesehen in den letzten 40 Jahren. Da kann man wirklich oft verzweifeln. Die einen meinen es gut und machen es schlecht - mangels Geld oder Wissen oder was auch immer. Die anderen - die das Geld hätten die interessiert es nicht weil für die Pferde austauschbar sind.

Trotzdem bleibe ich dabei - ich hab nirgendwo anders soviel "legale Tierquälerei" gesehen wie in den Reitställen.

Auch das Trennen der Fohlen von der Mutter mit gerade mal 6 Monaten - ich werde nie verstehen warum da niemand aufschreit. Wenn hier jemand sagt, er hat ein Kätzchen das erst 10 Wochen alt ist und nicht 12 - schon setzt es "Prügel" weil das ja viel zu früh ist... Fohlen würden normalerweise mindestens 1 Jahr bei der Mutter bleiben, manchmal auch länger. Und sie würden schon gar nicht so abrupt von der Mutter getrennt. Seltsamerweise stört das niemanden. Nur so als Beispiel...

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Leider gibt es sie - die schlechten Reiter, und die Leute, die sich Pferde anschaffen, obwohl ihnen die notwendigen Voraussetzungen dafür fehlen. Aber in der Frage geht es darum, wie es generell ist, und da sollte man schon etwas differenzieren und nicht einfach mit plakativen Vorwürfen das Kind mit dem Bade ausschütten.

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