Was hat Dietrich Bonhoeffer noch an den Deutschen Christen "gestört"?

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7 Antworten

Sein Name steht für Widerstand im Nationalsozialismus. Der Theologe Dietrich Bonhoeffer kämpfte gegen A.H. - allerdings ohne Waffen. Kontakte ins Ausland, besonders nach England, prägten seine Arbeit. Oft als "getarnter Kurier des Widerstands" bezeichnet, betonte er immer wieder die Verantwortung für seine Mitmenschen und die Wichtigkeit "wirklichkeitsgemäßen Handelns", berichtet die Nichte Bonhoeffers Renate Bethge.

Walter Huppenkothen, Sonderkommissar im Reichssicherheitshauptamt, fährt am 7. April 1945 samt Ehefrau, Koffern, Akten und Benzin von Sachsenhausen nach Bayern. Die Verkehrs- und Versorgungslage in Deutschland ist katastrophal in diesen Tagen und Benzin ein wertvolles Gut, das es nicht zu verschwenden gilt. Doch dieser Auftrag genießt außerordentliche Wichtigkeit, kommt er doch von A.H. persönlich: Die Verschwörer sollen den Untergang des Dritten Reichs nicht überleben. Huppenkothen führt die Ermittlungen gegen die Verschwörer A.H., die an dem gescheiterten Bombenattentat am 20. Juli 1944 beteiligt waren. Längst ist klar, dass der Theologe Dietrich Bonhoeffer einer von ihnen war. Die Anklage Huppenkothens lautet auf Landes- und Hochverrat, und am 8. April 1945, am Weißen Sonntag, besiegelt SS-Richter Otto Thorbeck im bayerischen Flossenbürg das Urteil: Tod durch den Strang. Für Bonhoeffer kommt das Kriegsende einen Monat zu spät, er stirbt am 9. April 1945.

Schon früh äußert Bonhoeffer Kritik am nationalsozialistischen "Führerprinzip". 1933 veröffentlicht er den Aufsatz "Die Kirche vor der Judenfrage" und verlangt darin von der Kirche, nicht nur den Opfern der staatlichen Gewalt zu helfen, sondern auch aktiven Widerstand zu leisten: "dem Rad selbst in die Speichen fallen". 1935 tritt Bonhoeffer der "Bekennenden Kirche" (BK) bei. Diese Gruppe innerhalb der evangelischen Kirche wendet sich gegen die nationalsozialistische Gleichschaltung und bildet sich 1934 in Wuppertal-Barmen um Abwehrchef Wilhelm Canaris, General Hans Oster, Heeresrichter Karl Sack, Generaloberst Ludwig Beck und Bonhoeffers Schwager Hans von Dohnanyi. Bonhoeffer pflegt seine vielfältigen internationalen Kontakte nicht zuletzt deshalb, um über die innerdeutschen kirchlichen Konflikte im Ausland zu berichten und vor der nationalsozialistischen Kirchenpolitik zu warnen.

1936 entziehen die Nationalsozialisten Bonhoeffer die Lehrerlaubnis für Hochschulen, 1940 erhält er Rede- und Schreibverbot, darf sich auch nicht mehr in Berlin aufhalten. Obwohl die Nationalsozialisten ihn auf Schritt und Tritt beobachten, lässt Bonhoeffer sich 1940 von Oster und Dohnanyi in ihre Kreise einschleusen – allerdings in München, denn dort gilt er aus Sicht der Nazis noch als unbescholten. Bonhoeffer wird Vertrauensmann in der "Zentralabteilung des Amtes Ausland und Abwehr". In dieser Position wird er zum einen nicht zum Wehrdienst eingezogen; zum anderen kann er als SS-Angehöriger getarnt ins Ausland reisen. Bonhoeffer soll im Auftrag der SS die Truppenkonzentrationen der Roten Armee beobachten. Doch sein eigentlicher, verdeckter Plan ist es, mit Hilfe der christlichen Kirchen weltweit die laufenden Kriegsvorbereitungen zu boykottieren.

Mehr unter http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/drittes_reich/dietrich_bonhoeffer/index.jsp

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Nachdem Dietrich Bonhoeffer selbt ein bewusster Christ war und letztlich märtyrergleich für seinen Glauben gestorben ist, hat ihn an den "deutschen Christen" vor allem eines gestört, nämlich, dass sie sich in einem Unrechtsstaat nicht, ihm gleich, mehr gegen das Unrecht aufgelehnt haben. - Feigheit, Angst vor Repräsalien und Gleichgültigkeit waren dafür sicherlich die Hintergründe.

Am meisten dürfte ihn aber gestört haben, dass unter dem Druck einer religionsfeindlichen Diktatur sich sehr schnell herausgestellt hat, wie wenige, ernsthafte Glaubens- und Gesinnungsgenossen er in einem 90--Millionen-Volk hatte. Die meisten waren wohl schon damals, wie heute nur "stille" Mitglieder der christlichen Kirchen, aber keine wahrhaften Christen.

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Sie waren Nazis, benutzten eine veränderte Bibel, unterstützen H/tler in ALLEN Dingen und hassten die Juden. ERGO: So ziemlich alles hat ihn gestört.

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Die "deutschen Christen" verwendeten eine von den Nazis abgewandelte Version der Bibel, standen gegen Juden und sagten, Jesus sei arisch. Sie verbreiteten ihre Lügen im Schutz des Nationalsozialismuses. Das aber hatte wenig mit dem Christentum zu tun.

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Hallo xoxoeffect

Der Theologe Professor Georg Huntemann schreibt über Dietrich Bonhoeffer: „ . . . er wird heute mehr gefeiert und zitiert als irgendein anderer Theologe des Jahrhunderts . . .“ Einen Grund dafür bringst Du in Deiner Frage zum Ausdruck.

Bonhoeffer war ja ein führendes Mitglied der Bekennenden Kirche und wurde 1943 von den Nationalsozialisten verhaftet und 1945 wegen angeblicher Beteiligung an der Verschwörung gegen H-it-ler hingerichtet.

Nachfolgend zitiere ich Dir einige Äußerungen Bonhoeffers und vergleiche sie mit biblischen Aussagen und Du wirst sehen, dass zwischen dem Denken und Handeln der sogenannt christlichen Kirchen einerseits und der Bibel andererseits große Lücken klaffen - und genau das ist das, was Dietrich Bonhoeffer „an den Deutschen Christen "gestört" hat:


Bonhoeffer: „Darum ist es wichtig . . ., daß es der Religion wesentlich nur auf eins ankommt, nämlich wahr zu sein.“

Das stimmt mit den Worten Jesu überein, der sagte: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Johannes 4:24; siehe auch Johannes 8:32; 14:6; 16:13).

Frage Dich also:

  • Lehrt die Kirche, dass der Mensch eine unsterbliche Seele hat — eine Seele, die nicht sterben kann —, oder lehrt sie, was die Bibel sagt, nämlich: „Welche Seele sündigt, die soll sterben.“ (Hesekiel 18:4, Lutherbibel, 1950)?

  • Lehrt die Kirche, dass Gott namenlos ist oder dass er Jesus heißt, oder stimmt ihre Lehre mit der Bibel überein, die sagt: „Damit sie erkennen, daß Du, Dein Name, Jehova allein, der Höchste über die ganze Erde.“ (Psalm 83:19, Parallel-Bibel)?

  • Lehrt die Kirche, dass alle Guten in den Himmel kommen, wenn die Erde mit Feuer vernichtet wird, oder stimmt sie mit der Bibel überein, die sagt: „Die Gerechten werden das Land ererben und darin wohnen allezeit.“ (Psalm 37:29; siehe auch Psalm 104:5)?


Bonhoeffer: „Sie [die Kirche] muß um die Reinheit der Lehre bemüht sein.“

Das stimmt mit den Worten Jesu überein, der sagte: „Hütet euch . . . vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer“ (Matthäus 16:11, 12; siehe auch 1. Korinther 5:8).

Frage Dich also:

Begrüßt die Kirche „ein breites Spektrum individueller Auslegung“, oder befolgt sie den göttlichen Rat: „Brüder, dass ihr euch in acht nehmt vor denen, die Zwietracht und Ärgernis anrichten entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, und euch von ihnen abwendet.“ (Römer 16:17; siehe auch 2. Timotheus 2:16-18; 2. Johannes 9, 10)?


Bonhoeffer: „Gott wird uns am Jüngsten Tage gewiß nicht fragen: Habt ihr repräsentative Reformationsfeste gefeiert?, sondern: Habt ihr mein Wort gehört und bewahrt?“

Das stimmt mit den Worten Jesu überein, der sagte: „Meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun“ (Lukas 8:21; siehe auch Matthäus 7:21; Johannes 15:14).

Frage Dich also:

  • Legt die Kirche mehr Wert auf Riten, Zeremonien und Gebäude als auf eine genaue Erkenntnis des Wortes Gottes?

  • Hält man es für ausreichend, hin und wieder an Feiertagen zur Kirche zu gehen, statt dem Rat zu folgen: „Laßt uns . . . nicht verlassen unsre Versammlungen . . ., und das um so mehr, als ihr seht, daß sich der Tag [des Gerichts] naht.“ (Hebräer 10:24, 25)?

  • Ermuntert mich die Kirche, täglich in Gottes Wort zu lesen, und hilft sie mir persönlich, ja motiviert sie mich, das zu tun, was gemäß der Bibel erforderlich ist?


Bonhoeffer: „Religion ist Arbeit. Und vielleicht die schwerste und gewiß die heiligste Arbeit, die ein Mensch tun kann.“

Das stimmt mit den Worten Jesu überein, der sagte: „Meine Speise ist die, daß ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk“ (Johannes 4:34).

Frage Dich also:

  • Lehrt die Kirche, daß Gott den Christen Arbeit aufgetragen hat, nämlich das „Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker“ zu predigen? (Matthäus 24:14; siehe auch Matthäus 28:19).

  • Hält sie Christen dazu an, diese herrliche Botschaft vom Reich Gottes ‘jedermann, der von mir Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in mir ist’, mitzuteilen? (1. Petrus 3:15).


Fortsetzung

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Kommentar von Abundumzu
20.03.2012, 10:15

Fortsetzung

Zumindest was die obigen Beispiele betrifft, hat Bonhoeffer an seiner Kirche konstruktive Kritik geübt - er hat gesagt, was ihn gestört hat und hatte biblische Gründe dafür.

Wer hört allerdings schon gern die Wahrheit, die ihm nahelegt, sich zu korrigieren?

Der oben schon zitierte Huntemann fragt daher zu Recht: „Aber warum werden seine Worte, wird seine reformatorische Mahnung an die Kirche überhaupt nicht angenommen?“

Oder frage Du Dich ergänzend: Warum werden die noch machtvollen Worte Jesu Christi immer weniger beachtet?

Der Theologe Dr. Ulrich Betz sagt, die westdeutsche Gesellschaft lebe und denke „nachchristlich, um nicht zu sagen neuheidnisch“.

Die evangelische Kirche - aber nicht nur sie - muß diesbezüglich die Schuld für mindestens 25 Millionen Mitglieder dieser Gesellschaft auf sich nehmen, die evangelisch sind.

Ebenso, wie Zweifel über die Qualität eines Baumes aufkommen, wenn er schlechte Früchte trägt, so kommen auch Zweifel an einer Kirche auf, die Scheinchristen hervorbringt. Jesus erklärte: „Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen“ (siehe bitte Matthäus 7:16-18).

Frage Dich also:

  • Was für Früchte bringt meine Kirche hervor?
  • Wirkt sich ihr Einfluss positiv auf die Persönlichkeit ihrer Mitglieder aus?
  • Fördert sie Frieden und Einheit in der Familie, in der Gemeinde und weltweit?
  • Ist sie ein Bollwerk gegen Drogenmissbrauch, Unmoral und Kriminalität?
  • Kann ich ohne Zögern sagen, dass es sich auf der Erde besser leben ließe, wenn jeder meiner Kirche angehörte?

Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage: Ab wann bin ich ein Christ?

Hier findest Du dazu weitere Denkanstöße:

http://www.gutefrage.net/frage/was-bedeuten-die-namen-christentum-oder-christenheit#answer1507211



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Kommentar von HugoGuth
20.03.2012, 14:10

"Zeugen Jehovas" sind jedenfalls keine Christen!

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Das sie Christus ganz offensichtlich in ihre Ideologie mit einspannen wollten, und ihn an ihre nationalistischen Vorstellungen angliedern, und alles jüdische aus der Bibel entfernen, und Hi.tler so sehr verehrten.

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