Was hat dieser Traum zu bedeuten, wie kann man ihn deuten?

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3 Antworten

Liebe Fionadiana98,

psychologische Bedeutung Keller:

Der Traum scheint eine Vorliebe für ambivalent, zweideutig erlebbare Räume zu haben. Dazu gehört der Keller. Dieser ist im psychologischen Vergleich ein Raum des persönlichen Unbewußten. Ursprünglich war er dunkel, man trug das Licht von oben in ihn herab, und nicht nur das Kind fürchtete, Gefährlichem zu begegnen. Wie hie und da im Leben versteckt sich im Traum der Dieb oder der Verbrecher in den dämmerigen Kellerräumen, um uns zu überfallen, wenn wir im Schlafe, also unbewußt sind. Im Keller - man darf dabei allerdings nicht an die hygienischen durch einen Handgriff beleuchteten Keller der modernen Häuser denken - lebt Unerlaubtes. Mäuse nagen an unseren Vorräten,- in alten feuchten Kellern gab es einst Kröten und Molche und allerlei häßliches Kleintier, die unsere Ängste vor Unerforschten emotionalen Fragen repräsentieren. Der Traumkeller ist wie der wirkliche Keller erfüllt von geheimer Lebensdichte und umwittert von Gefahren. In ihm sind die Vorräte der Seele, die Möglichkeiten des Unbewußten, auch das, was noch nicht ausgepackt wurde und uns damit noch nicht zur Verfügung steht. Wer träumt von einem Gang in den Keller, der geht hinab in diese Tiefe, um Speise zu holen, um den Wein heraufzutragen, oder er wird konfrontiert mit den dunklen Wesenzügen seiner Seele.

Wer in ihn hinabsteigt, der hofft also, etwas aus der Dunkelheit ans Licht bringen zu können. Tappt man in einem dunklen Keller umher und fürchtet sich, will uns jemand am Zeug flicken.

Da der menschliche Körper in der Sprache des Unbewußten das Haus ist, umschreibt der Keller auch die unteren Extremitäten, also unsere Beine und Füße.

weitere Aspekte Deines Traums:

Stumm sein oder nicht sprechen können, kann darauf hindeuten, dass man seine Ansichten, Gefühle und Bedürfnisse nicht zum Ausdruck bringt, sich zuwenig mitteilt.

Ist der Träumende während der Traumhandlung taub oder hört zumindest schlecht, ist dies ein Symbol, das darauf hinweist, daß er gewisse Dinge nicht hören, also wahrhaben will. Es kann sich dabei zum Beispiel um die Kritik handeln, die eine andere Person an ihm übt. Wer aber nicht richtig hören kann, nimmt nur unvollständig an der Realität teil und läuft Gefahr, seine Wirklichkeit entstellt wahrzunehmen.

Geschlossene Augen kann man mit Blindheit gleichsetzen. Ist man blind im Traum, will man etwas nicht sehen, verschliesst die Augen vor der Wahrheit, oder einer Tatsache, mit der man nicht umgehen kann.

..vielleicht gibt Dir das ein paar Anregungen Deinen Traum besser deuten zu können..

Liebe Grüße und alles Gute!

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Da hilft nur Erkenntnis 

---Wer Erkenntnisse auf diesem Gebiete hat, der weiß, daß typische unterbewußte Seelenvorgänge bei den verschiedensten Menschen sich in die verschiedensten Lebensreminiszenzen einkleiden und daß es nicht auf den Inhalt des Traumes ankommt. 

---Man kommt nur darauf, was da eigentlich zugrunde liegt, wenn man sich darin schult, von dem Inhalt des Traumes ganz abzusehen, wenn man sich darin schult, ich möchte sagen, die innere Dramatik des Traumes ins Auge zu fassen: ob der Traum davon ausgeht, in einer gewissen Traumvorstellung zuerst eine Grundlage zu legen, dann eine Spannung zu schaffen und einen Ablauf, oder ob eine andere Folge da ist, ob zuerst eine Spannung und dann eine Auflösung da ist.

---Es bedarf einer großen Vorbereitung, den Ablauf des Traumes in seiner Dramatik, ganz abgesehen von dem Inhalt der Bilder, ins Auge zu fassen. Wer Träume verstehen will, muß in der Lage sein, etwas auszuführen gegenüber dem Traume, das gleich käme dem, wenn man ein Drama vor sich hat und sich für die Bilder nur insoferne interessiert, als man dahinter den Dichter ins Auge faßt, in dem, was er auf- und abwogend erlebt. 

---Erst wenn man aufhört, den Traum durch eine abstrakte symbolische Ausdeutung der Bilderwelt ergreifen zu wollen, erst wenn man in die Lage kommt, sich einzuleben in die innere Dramatik des Traumes, in den inneren Zusammenhang, abgesehen von der Symbolik, von dem Inhalte der Bilder, erst dann merkt man, in welchem Verhältnisse die Seele zu dem steht, was geistige Umwelt ist. Denn diese kann nicht durch die Traumbilder gesehen werden, in die derjenige, der kein imaginatives Schauen hat, durch die abnormen Verhältnisse des Schlafes das Wirkliche kleidet, sondern nur durch das imaginative Bewußtsein. 

---Was sich abspielt jenseits der Traumbilder als Traumdramatik, das ist nur durch das imaginative Bewußtsein zu erkennen.

(Steiner: GA 73 Seite 187f)

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Deuten? Theoretisch könnte man hunderte Dinge davon ableiten...sind aber alles nur Vermutungen. Es war ein Traum, ganz einfach. Nachts verarbeitet dein Gehirn erlebtes, Gedanken und unbewusste Dinge die du gar nicht wissentlich wahrgenommen hast. Dann wird gewürfelt...

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