Was hat dieser alte Kirschbaum? Hat er Pilze im Inneren, oder muß ich mir wegen der Standfestigkeit keine Gedanken machen?

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6 Antworten

Die Rindenverbräunung (rötlichbraune Stellen) lässt auf eine Infektion mit Pseudomonasbakterien schließen. Die Verdickung des Stammes ist die Eintrittstelle der Bakterien. Der Baum versucht hier durch Zellvermehrung die Eintrittspforte zu schließen und die Krankheit auszuwachsen. Da die Verbräunungen bereits bis zu den Leitästen und an die Stammbasis reichen ist die Infektion schon weit fortgeschritten. Auf dem zweiten Bild ist auf dem schwarz verfärbten Rindenstreifen leichter Gummifluß zu erkennen, ebenfalls ein Pseudomonaskennzeichen.

Bakterien verstopfen die Leitbahnen der Pflanze und geben ihre meist giftigen Abbauprodukte in den Kreislauf des Baumes. Das führt zum Triebsterben und bei Stamminfektionen auch oft zum Absterben des ganzen Baumes. Zuweilen gelingt es dem Baum aber auch tatsächlich die Infektion auszuwachsen. Durch kreuzweises Einschneiden der infizierten Stelle kann dieser Effekt auch angeregt werden.

Es gibt Spritzmittel auf Kupferbasis, die aber zum einen hochgiftig sind (nicht nur für die Bakterien) zum anderen durch Resistenzbildung der Bakterien immer häufiger keine Wirkung mehr haben. Ansonsten nur vorbeugende Maßnahmen.

Der Pseudomonas Bakterienbrand befällt Steinobstarten. Er ist über Rindenverletzungen und/oder mit Bakterien verunreinigtem Schneidewerkzeug auf andere Steinobstbäume übertragbar.

Die Flechtenbildung (unschädlich) zeigt an, daß der Baum nicht mehr wächst. Auf sich beim Wachstum ausdehnender Rinde können sich Flechten nicht festhalten. Die Moosbildung (unschädlich) am Stamm deutet auf eher feuchten Standort hin, was diese Infektion fördert.

LG

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Kommentar von siggisagenhaft
06.03.2017, 18:08

Danke! - - für diese ausführliche Antwort. Ich werde ihn weiterhin beobachten. Die Krone ist sehr gesund und bringt uns jedes Jahr Früchte im Überfluss.

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Na ja,- halt schon etwas älter. Alt ist aber nicht = krank. Ein ausgeprägtes Rindenprofil bietet eben auch der Besiedlung durch Flechten / Moose mehr Möglichkeiten.

Was eher ein Indiz für eine relevante Stammfäule sein könnte sind "Durchblutungsstörungen" - erkennbar an zunehmend absterbenden / toten Zweigen und Ästen.

Gruß

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Wie kommst du darauf dass er Pilze haben könnte? Wie klingt er wenn man mit einem harten Gegenstand an den Stamm schlägt? Er sieht etwas verwittert aus aber nach Pilzen sieht er mir nicht aus.

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Kommentar von siggisagenhaft
22.02.2017, 17:06

Er sieht im unterem Stamm wie aufgebläht aus. Ich habe den Eindruck das es größer geworden ist.

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Der Baum macht einen Normalen Eindruck die dicke Stelle könnte die Veredelung sein.

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an der verdickten stelle wurde wohl schon mal ein kräftigerer ast abgesägt ! ? 

ansonsten sehe auch ich nur moose und flechten......,

ein baum im besten alter.

auf mich macht er einen bedenkenlos gesunden eindruck !

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da sind flechten und Moose

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