Was hat die Phalanx und die Athenische Flotte mit der Entwicklung der Demokratie zu tun?

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2 Antworten

Phalanx und Flotte Athens sind militärische Truppen. Als Phalanx (griechisch: φάλαγξ) wird die Schlachtreihe oder die formierte Heeresabteilung bezeichnet. Sie bestand aus schwerbewaffneten Fußsoldaten. Diese Schwerbewaffneten werden Hopliten (griechisch: ὁπλῖται; Sigular: Hoplite, griechisch: ὁπλίτης) genannt. Die Flotte ist die Gesamtheit der Schiffe eines Staates, in weiter Bedeutung einschließlich der Besatzung.

Im Heer (bei dem die Soldaten der Phalanx eine Kerntruppe waren) und in der Flotte dienten zumindest bis in das 4. Jahrhundert v. Chr. hinein in sehr großer Anzahl Bürger des Staates. Militärdienst konnte Grundlage sein, politische Mitspracherechte zu bekommen und so aktiven Anteil an der Politik zu haben. Dann hatte ein erheblicher Anteil der freien Männer eines Staates einige politische Rechte. Dies bedeutete noch nicht unbedingt eine Demokratie, aber in der weiteren Entwicklung konnte aus diesem Zustand eine Demokratie entstehen. Im antiken Athen ist dies der Fall gewesen. Nach einem Grundsatz der Selbstausrüstung war anfangs zumindest ein wenig Vermögen erforderlich, um als Hopliten in der Phalanx zu kämpfen. In Athen ging dies bis zur Vermögensklasse der Zeugiten in einer Einteilung, die Solon zugrundegelegt hatte (seit Ende des 5. Jahrhundert, als schon einige Zeit eine Demokratie existierte, wurden auch mittellose Bürger als Hopliten zugelassen und ihre Ausrüstung aus dem Zeughaus gestellt). Später bekamen auch ärmere Bürger, die Theten, aufgrund ihres wichtigen Dienstes in der Flotte größeres politisches Selbstvertrauen und erhielten mehr Anteil an der Gestaltung der Politik.

Es hat einen Zusammenhang zwischen der Außenpolitik, mit der Athen zu einer bedeutenden Seemacht aufstieg (schon in der Zeit der Perserkriege und aus diesen Kämpfen heraus entstehend ab 478/477 v. Chr. der Attische Seebund) und der Weiterentwicklung/dem Ausbau der Demokratie bei den Athenern gegeben.

Dabei wurde die Rolle der ärmeren Bürger, der Theten bedeutender, da sie als Ruderer für die Flotte benötigt wurden und deren Leistung äußerst wichtig war. Neben den Fußsoldaten und den Reitern waren auch und gerade die militärischen Leistungen der Theten, die in der Flotte dienten, für die athenische Außenpolitik von Bedeutung. Den Theten (θῆτες; Singular: θής; Thete war eine Bezeichnung für Lohnarbeiter/Tagelöhner [z. B. in Landwirtschaft und Handwerk/Gewerbe] und allgemein für Freie, die zu den ärmeren Gruppen der Bevölkerung mit keinem oder nur wenig Besitz gehörten) wurde mehr Teilhabe ermöglicht und das Gewicht ihrer Meinung in der Politik wuchs.

Die Theten neigten im Allgemeinen grundsätzlich zu einer Bejahung einer Außenpolitik, bei der Athen als Seemacht tätig war, eine starke Stellung behauptete und eventuell ausbaute, möglichst unter Einsatz des Seebundes als Mittel für ein Vorherrschaft (Hegemonie) Athens.

Es hat eine enge Verbindung zwischen Außenpolitik und Innenpolitik gegeben. Eine Außenpolitik, die vor allem auf der Rolle als Seemacht beruhte, förderte ein Vorantreiben hin zu einer weiterentwickelten/ausgebauten Demokratie und eine intensive demokratische Praxis (viele Entscheidungen waren zu treffen) und die Außenpolitik als Seemacht wurde stark von den einfacheren Bürgern getragen (nicht ausschließlich, sondern auch von vielen anderen, aber die ärmeren Athener waren dabei eine wichtige Gruppe), wodurch die Demokratie als Staats- und Regierungsform eine Neigung zu einer aktiven Außenpolitik als Seemacht bewirkte.

Eine erfolgreiche Außenpolitik als Seemacht war auch wirtschaftlich für verschiedene Gruppen der Bevölkerung Athens nützlich.

Die Herausforderungen, die durch die Perserkriege an die Athener herantraten, trieben die Entwicklung der athenischen Demokratie voran. Siege galten später als ruhmreiches Vorbild.

Wichtige Entscheidungen waren zu treffen und viele nahmen daran Anteil.

Das politische Leben in den Institutionen der athenischen Demokratie hat sich anscheinend im Zusammenhang mit den Perserkriegen und der Seebundpolitik intensiviert.

In der Folgezeit kam es zu einer Weiterentwicklung/einem Ausbau der Demokratie:

  • weitgehende Entmachtung des Areopags: Um 462/461 v. Chr. wurden dem Areopag (ein Rat ehemaliger Archonten) einige von ihm ausgeübte Aufsichts- und Eingriffsrechte entzogen, die ihn vorher als Wächter des Staates und der Gesetze erscheinen ließen, und teils auf die Volksversammlung, teils auf den Rat der 500, vor allem aber auf die Volksgerichte übertragen. Der Politiker Ephialtes war dabei führend.
  • Ausweitung des Losverfahrens, auf viele (nicht alle) Ämter
  • Herabsetzung der Besitzanforderung für die Wählbarkeit zu einem Amt: Seit 457 konnten auch Angehörige der dritten Vermögensklasse, die Zeugiten zu Archonten gewählt werden, während dies vorher den beiden obersten Vermögensklassen, den Pentakosiomedimnoi (Fünfhundertscheffler) und den Hippeis (Reiter) vorbehalten war.
  • Einführung von Zahlungen, die auch Ärmeren besser eine Beteiligung ermöglichten: Tagegelder für Geschworene in Volksgerichten, Mitglieder des Rates der 500 und etliche Amtsinhaber, eine μισθός (misthos [Lohn, Besoldung]) genannte finanzielle Aufwandsentschädigung (heute wird so etwas „Diäten“ genannt) und Einrichtung einer Schaugelderkasse (θεωρικόν [theorikon]) zur Teilnahme an den Theateraufführungen während des dreitägigen Staatsfestes der Großen Dionysien

In Büchern kann etwas zum Thema gelesen werden, z. B.:

Jochen Bleicken, Die athenische Demokratie. 2., völlig überarbeitete und wesentlich erweiterte Auflage. Paderborn ; München ; Wien ; Zürich : Schöningh, 1994, S. 42 – 46 und S. 119 - 140

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Du meinst wahrscheinlich den Attischen Bund. Der Mitglieder des Attischen Bund, also die Stadtstaaten, bildeten ein Bund mit gleichen Rechten. Flotte und Phalanx sind militärische Begriffe.

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