Was hat die Musik in Religionen für positive und negative Aspekte?

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4 Antworten

Kulturell-religiöse Bedeutung

Gemeinsamer Gesang, oder sogar Tanz ist ein wichtiges Element in den verschiedenen Religionen - man denke an die Kirchenchöre, oder indigene Völker mit rituellen Tänzen.

Für viele Völker hat Gesang sogar eine magische Wirkung, ähnlich wie etwa Zaubersprüche. Auch im Hinduismus glaubt man durch rituelle Gesänge im Rahmen von Zeremonien, magische Effekte hervorrufen zu können.

Einige religiöse Traditionen innerhalb der Weltreligionen messen ihr sogar spirituelle Bedeutung zu, beispielsweise der Derwischorden der Mevlevi im islamischen Sufismus.

(Traditioneller Sema-Derwischtanz anlässlich des Todestags des islamischen Mystikers Dschelalaladin Rumi)

Im Fall von Voodoo, Umbanda, Candomblé und ähnlichen Bewegungen, hat die Musik sogar gezielt die Funktion, gläubige in Trance zu versetzen und ist damit wichtiger Teil der religiösen Zeremonie.

(Candomblé-Ritual in Brasilien)

Einige christliche Mönchsorden, die teilweise in nahezu gänzlicher Stille leben, wie etwa die Kartäuser, erheben ihre Stimme fast nur zum gemeinsamen Lobgesang Gottes.

In anderen christlich-monatischen Traditionen ist Gesang dagegen ein wichtiger Aspekt der religiösen Praxis für Mönche

(Russisch-orthodoxe Mönche des Klosters Sagorsk bei Moskau)

Das ständige rhythmische Aufsagen (Rezitation) von heiligen Texten überlieferte sie über Generationen, bevor es die Schrift gab und so wurden auch religiöse Lehren durch Rezitation und Gesang weitergegeben.

(Rezitation des buddhistischen Ratana Sutta)

Im Hinduismus und Sikkhismus sind neben Mantras, heiligen Formeln, auch religiöse Lieder bekannt. Sie sind als Bhajans oder Kirtans bekannt und finden in modernisierter Version auch bei Nicht-Hindus, etwa im Bereich des New Age/Esoterik-Szene Anklang

(Hare Hare Amaranthe Gange" gespielt von Nina Hagen)

"Gute" und "böse" Musik

Andererseits unterscheiden einige religiöse Lehrmeinungen zwischen "religiöser Musik" und "weltlicher Musik". Erstere wird als Teil des Gottesdienstes, oder zur privaten geistlichen Erbauung erlaubt.

Zweitere wird dagegen wegen vermeintlich obszöner, bzw. gar satanischer Texte, oder starker Rhythmusbetonung,  was zu sinnlichen Körperbewegungen anregt, kritisch gesehen.

In manchen Fällen wird Musik sogar nahezu gänzlich abgelehnt, da es den Geist der Gläubigen von Gott entferne, oder die innere Sammlung und Besinnung behindere. Nur die menschliche Stimme ist zulässig.

So gibt es im Islam beispielsweise so genannte "Nasheeds/Nashids", das sind religiöse Lieder.

(Nasheed "Quasida Burda" mit englischer Übersetzung).

Ich hoffe, das reicht als Anregung für eigene Gedanken

Ohne die Musik hätte ich mich mit verschiedenen religiösen Werken gar nicht befasst. Über verschiedene Mozart-Werke bin ich auch zum "Requiem" gekommen. Dies ist eines der schönsten Werke im Bereich der Chormusik (religiösen Chormusik). Darüber bin ich auch dazu gekommen, mir andere Requien anzuhören, von Verdi, Berlioz (la grande messe des morts) und auch von Brahms.

Mozart hat zudem auch einige Messen komponiert (z.B. die Krönungsmesse). In Salzburg habe ich erst kürzlich die Nelsonmesse (von Haydn) gehört, in St. Peter.

Und durch die Musik (und den lateinischen Text, im Falle des Requiems und mancher Messen) hat man dann auch eine Verbindung zu den Inhalten.

Für solche, die religiöse Musik mögen, hört sie sich so schön an, daß sie voll im Gedächtnis bleibt. Schöne Musik kann man als positiv ansehen.

Gleichzeitig ist diese Musik aber auch das assoziative Bindeglied zu den Irrtümern einer Religion, so daß diese Irrtümmer zusammen mit der Musik als Einheit im Menschen existieren. Das ist ausgesprochen negativ.

Positiv ist zB. der Zusammenhalt

Negativ ist zB. mögliche Propaganda

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