Was hat die Milchzuckerverträglichkeit mit der geographischen lage zu tun?

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3 Antworten

Hi Raumspray555,

also, dass Laktoseintoleranz ein "genetischer Fehler" ist, sollte man vielleicht einmal richtig stellen. Es ist korrekt, dass bei Milchzuckerunverträglichkeit der Körper das Enzym Laktase nicht eigenständig produziert und deswegen den Milchzucker im Darm nicht aufspalten kann. Durch das nicht-aufspalten der Moleküle kommt es zur Unverträglichkeit, da der Darm die Laktose so nicht weiterverarbeiten/verdauen kann. Es handelt sich dabei aber nicht um einen genetischen Defekt, sondern eigentlich um einen normalen Vorgang der Natur. Die Natur hat vorgesehen, dass Babys/Kinder (Mutter)Milch etwa bis zum 6. Lebensjahr brauchen, damit sie groß und stark werden ;) So lange produzieren die meisten Menschen das Laktase-Enzym. Doch normalerweise wird nach dem 6. Lebensjahr dieses Enzym immer weniger produziert, bis hin zur Laktoseunverträglichkeit.

Schaut man sich die geografische Lage an, so sieht man, dass hauptsächlich die Europäer im Laufe der Evolution eine "genetische Mutation" entwickelt haben und Laktose auch im Erwachsenenalter vertragen, da der Körper weiterhin das Enzym produziert. Die Amerikaner, Kanadier und Australier vertragen Laktose ebenfalls sehr gut – was mit Sicherheit daran liegt, dass die meisten Einwanderer, die diese Kontinente nach den Ureinwohnern besiedelten, Europäer waren.

So gesehen hat es etwas mit der geografischen Lage zu tun. Hier siehst Du eine Weltkarte mit der statistischen Anzahl an Intoleranten, das macht es ziemlich deutlich:

http://www.mhplus-krankenkasse.de/uploads/pics/weltkarte-lactose-intoleranz_02.gif

Man sieht eindeutig, dass die Europäer Laktose am besten vertragen. Die Auswanderungsländer aus europäischer Sicht ebenfalls und der Rest der Welt ist gegenüber Laktose recht intolerant. Also kann man nicht davon sprechen, dass die Minderheit der Menschen, die Laktose verträgt, das "normale" sind und der komplette "intolerante" Rest auf der Welt einen Gendefekt hat. Eher ist es anders herum ;)

Allerdings ist es nicht schlimm, die Evolution wird ihre Gründe haben, weshalb diese genetischen Veränderungen genau so entstanden sind.

Ich hoffe, das konnte weiterhelfen :)

LG Laura

Milchzucker wird durch das Enzym Lactase gespalten und kann dann erst weiter verarbeitet werden. Wenn dieses Enzym genetisch gesehen fehlt, hat man eine Milchzuckerunverträglichkeit. Diesen genetischen Fehler gibt man natürlich an seine Kinder weiter, es ist ja nicht tödlich, sondern nur unangenehm, und man lernt damit umzugehen. Asiaten zB haben das sehr oft. Das kommt daher, dass man sich eben vor allem in der näheren Umgebung vermehrt. Insofern hat sie halb recht, es hat zwar nix direkt mit der Geografie zu tun, aber indirekt dann doch.

milchunverträglichkeit kommt häufiger bei blutgruppe B vor - die haben die meisten asiaten...

pestresistenz ist häufig bei blutgruppe 0... - deshalb kommt die häufig in mitteleuropa vor...

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@ponyfliege

Stimmt genau - genauso wie Sichelzellanämie in Afrika sehr häufig ist, weil diese Patienten kaum an Malaria erkranken.

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Die Urbevölkerung Amerikas unterscheidet sich eben von Europäern etwas, z.B. auch in der relativen Unverträglichkeit von Alkohol.

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