was hat der parthenon für ein grundbauplan?

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In Nachschlagewerken zur Antike und in Büchern über den Parthenon stehen Beschreibungen, wobei auch Grundrisse enthalten sind.

Christoph Höcker, Parthenon. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 9: Or - Poi. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 2000, Spalte 365 – 368 (mit Grundriß)

S. 365 – 366: „Der ganze architektonische Komplex des P.[arthenon] ist auf die → Cella mit dem von Beginn an mitgeplanten Prunkbild der Athena hin ausgerichtet; markante architektonische Besonderheiten (die überaus engen Seitenptera; die über das notwendige Maß weit hinausgehende Konstruktion der Ecksäule […]; die im ionischen Tempelbau seltene Achtzahl der Frontsäulen) erklären sich aus der ganz auf diese Skulptur hin orientierten Cella mit ihrer umlaufenden, zweigeschossigen Galerie und den quergelagerten Postament für das Götterbild. An der Front der Cella befanden sich, rechts und links des Zugangs, verm.[utlich] zwei große → Fenster, die den Innenraum in ein günstiges Licht setzen konnten. Der Vor- und der Rückseite der insgesamt aus zwei getrennten Räumen bestehenden Cella war je eine Halle vorgelagert; der rückwärtige Raum mit vier ionischen Innensäulen (erstmals wurde hier dorische und ionische Baukunst miteinander kombiniert) barg den athenischen Staatsschatz und war mittels massivem Scherengitter verschließbar.“

Spalte 366: „Sicher bezeugt ist für den perikleischen P.[arthenon] ein Vorgängerbau, der – offenbar unvollendet – während der → Perserkriege zerstört und dann in die Substanz des Neubaus integriert wurde; für den Neubau mußte das Terrain der Akropolis nach Süden hin erweitert, neu terrassiert und mit einer massiven Stützmauer gesichert werden. Der »Vorgängerbau« war ebenfalls als dorischer Peripteros geplant, jedoch mit stark gelängter, noch in archai.[scher] Tradition stehendem Grundriß (6 x 16 Säulen).“

Mary Beard, Der Parthenon. Aus dem Englischen übersetzt von Ursula Blank-Sangmeister. Unter Mitarbeit von Anna Raupach. Stuttgart : Reclam, 2009 (Reclams Universal-Bibliothek : Reclam-Sachbuch ; Nr. 18593), 152 – 154 (mit Grundriß des antiken Parthenon, nach M. Korres)

„Gleich nach seiner Erbauung glich das Innere des Parthenon einer Schatzhöhle Aladins - und einer Rumpelkammer.

Der Grundriss des Bauwerks gibt auf all dies keinerlei Hinweise […]. Er zeigt das übliche schlichte Design der griechischen Tempelarchitektur: einen äußeren Säulenrundgang um eine einfache Cella in Inneren (hier gibt es allerdings – ein spezifisches Merkmal des Parthenon - zwei dieser Kammern). Der Haupteingang im Osten führte in den größeren der beiden Räume, wo die grandiose goldelfenbeinerne Statue das Blickfeld beherrschte. Drei Seiten dieser Räume waren von einer zweistöckigen Kolonnade umgeben, wobei eine Säulenreihe die andere trug. Einige Zeit nach Fertigstellung des Tempels (was genau, wissen wir nicht) wurde vor der Statue ein flaches Wasserbecken eingesetzt. An einem anderen Punkt seiner Reise kommt Pausanias auf diese Besonderheit zu sprechen und erklärt, dass man für größere Feuchtigkeit sorgen wollte, um das Elfenbein vor dem Austrocknen zu bewahren. Das Becken muss jedoch auch die Aufgabe gehabt haben, das Licht zu reflektieren, das von Osten, durch den Haupteingang und durch die beiden oben in die Ostwand eingeschlossenen einzigen Fenster in den Raum einfiel. Auf diese Seite hatte man mittels einer in der massiven Wand verborgenen Treppe auch Zugang zum Dach. Architekturhistoriker haben beinahe 200 Jahre lang über die Konstruktion des Daches gestritten (nach die Explosion von 1687 lag fast alles in Trümmern). Nach einer im 19. Jahrhundert favorisierten These war das Dach in der Mitte zum Himmel offen. Damals wusste man allerdings noch nichts von den Fenstern in der Ostwand, und so war dies eine schlüssige Antwort auf die Frage, wie diese Räume ursprünglich beleuchtet waren. Sie mag schlüssig gewesen sein, doch sie war, wie fast jede moderne Studie bestätigt, falsch. Allem Anschein nach gab es ein komplettes Dach, gedeckt mit auf hölzernen Sparren ruhenden Marmorplatten.

Zwischen der östlichen und der westlichen Kammer gab es keine Verbindung, zumindest nicht bevor die Christen die drei Türen einbauten, um einen Durchgang zu schaffen, zwischen dem, was sie zu ihrer Vorhalle (Narthex) machten, und dem nach Osten gelegenen Kirchenbau. In klassischer Zeit konnte die westliche Kammer nur durch eine eigene Außentür betreten werden. Ihr Hauptcharakteristikum waren die sich in der Mitte erhebenden vier Säulen sowie das – im Gegensatz zu dem Raum, in dem die Statue stand – schummerige Licht. Anscheinend hatte diese kleinere Kammer keinerlei Fenster.“

Ein Grundriß auf einer Internetseite http://www.meyer-schodder.de/meyer/intkal/08-22Panathenaeen.htm

Danke wegen dir habe ich eine 1 ;)

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