Was hat das Solidarprinzip mit den Steuern zu tun?

5 Antworten

Wer alleinstehend ist zahlt bei gleichem Einkommen mehr Steuern, als Jemand mit Familie.

Bei gleichem Einkommen zahlen beide den gleichen Krankenversicherungsbeitrag, obwohl der Alleinstehende nur für eine Person zahlt und bei der Familie alle dadurch finanziert werden, egal wie viele Kinder.

Ist das jetzt die Antwort, die dann was erklärt?

Oder eine Ergänzung zur Frage?

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@BurkeUndCo

Das Solidaritätsprinzip bedeutet, das der mit höherer Leistungsfähigkeit und/oder geringeren Belastungen, mehr für die Allgemeinheit zu erbringen hat, als der, der weniger hat, oder z. B. wegen der Familie höhere Kosten zu tragen hat.

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Das Solidarprinzip ist ein schöner, moralischer Name für Umverteilung. Über die Steuererhebung wird kräftig umverteilt, indem unterschiedlich belastet oder befreit wird nach dem Prinzip, dass starke Schultern mehr tragen sollen als weniger strarke und die Schwachen gestützt werden sollen. Das Hauptproblem liegt in der Grenzziehung und dem unersättlichen Finanzbedarf der Politiker, wo Wahlversprechen für ihre Wählergruppen nicht selten hinter den schönen, aber schwammigen Begriffen Solidarität versteckt werden.

Zwar polemisch formuliert, aber inhaltlich korrekt.

Wichtiger ist aber, dass es Menschen gibt, die sich aus dem Solidaritätsprinzip zumindest teilweise abmelden können: private Kranken- und Rentenversicherung, Beamtenstatus statt Arbeitslosenversicherung. Geringere Besteuerung für Einnahmen aus Zinsen und Dividenden. Damit wird viel stärker (als mit der o.a. Umverteilung) der Soziale Charakter des Staates untergraben.

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@BurkeUndCo

Die Frage ist, ob begründete Umverteilung sinnvoll über die Differenzierung der Steuer- und Sozialbeitragserhebung zu leisten ist. Man kann sie darin gut verstecken und wie den Solidaritäsbeitrag oder die kalte Progression (die eindeutig unsozial ist) zu verewigen suchen. Gebracht hat es ein überkomplexes Erhebungssystem, das die bevorzugt, die von ihren Fachleuten alle Schlupfwinkel ausloten lassen können. Es sind die kleineren Leute, die unbedarften, die regelmäßig zuviel Steuern zahlen! Warum scheuen sich die Politiker Umverteilung über eine direkte Umverteilungssteuer für alle einzuführen. Weil da der Begründungszwang viel höher ist. Da ist es doch einfacher, über die Ölkonzerne zu klagen und zu verschweigen, dass der größte Teil des Benzinpreises ans Finanzamt geht. Ich bin in der Tat gegen den Begriff "Solidaritätsprinzip" an Stelle von Umverteilung. Es ist das gleiche, verschleiert aber mit einem moralischen Heiligenschein eine nachzuweisende Absicht und Ausführung.

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@berkersheim

Zustimmung.

Die Politik erzeugt mit dieser "Umverteilungsdebatte" Neid zwischen verschiedenen Gruppen der "kleinen Leute". Die die wirklich viel Geld haben und deshalb auch deutlich mehr abgeben sollten, die freuen sich darüber und spenden lieber etwas an die Parteien, die ihren Wohlstand unterstützen.

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Das Prinzip imm Grundgesetz lautet: Jeder nach sreinen Möglichkeiten - Eigentum verpflichtet.

Dem Familienvater mit Kindern  bleibt auch so wseniger Geld zur freien Verfügung, da er ja auch die KInder durchfüttern muss. Die Einzelperson zahlt zwar etwas höhere Steuern und beteiligt sich damit (solidarisch) auch an den Kosten für Schule und Ausbildung, aber auch danach hat sie mehr Geld, über das sie frei verfügen kann.

Was dabei gern von den Umverteilungs-Befürwortern übersehen wird: Die Lebenshaltungskosten für einen 1-Personen-Haushalt sind erheblich höher als die eines Mehrpersonenhaushaltes. Denn die Mietpreise für kleinere Wohnungen sind höher als für größere Wohnungen, Heizkosten sind pro Person gerechnet im 1-Personen-Haushalt größer usw. Außerdem haben wir nicht nur die Umverteilung bei der Steuer, sondern an allen möglichen anderen Stellen im Leben auch. Reisen z. B. ist für eine Einzelperson pro Person gerechnet erheblich teurer als für eine Familie.

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@dan030

Bitte erstmal rechnen lernen und dann die Polemik ausschalten.

MIt den relativen Kosten hast Du zwar recht, aber:

Absolut gesehen braucht einwe Familie immer mehr Platz als eine eintzelne Personj. Und ich kenne keinen Fall, wo unter vergleichbaren Bedingungen die 4-Zimmer-Wohnung absiolut (nicht pro qm) billiger ist als eine 2-Zimmer-Wohnung.

Das gilt ähnlich für alle anderen Argumente.

Im Extremfall isat es sogar so, dass die Einzelüperson sich mit mehreren anderen Einzelpersonen zu einer WG zusammenschließen kann und dann pro Person nicht mehr Basiskosten hat als eine Petrson als Teil einer Familie. Nur verdient die Einzelperson ihr Geld für sich, während in der Familie eben mehr Verbraucher als Ernährer sitzen.

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@dan030

Noch ein Beispiel für Deine Fehl-Rechnung.

Alles was Du sagst würde stimmen, wenn es einen unendlich sozialen Staat mit unendlich sozialer Steuer-Gesetzgebung geben würde.

Dann bekäme die Einzelperson nur ein Viertel des Netto-Gehaltes eines Familienvaters, der Frau und 2 Kinder (also Familie mit 4 Personen) versorgt. Denn erstr dann wäre das Nettoeinkommen pro Person gleich groß.         Wäre das so, dann hätte die Einzelperson durch die von Dir aufgelisteten höheren relativen Lebenshaltungskosten Nachteile.

Aber ich kenne keinen Fall, bei dem das Nettoeinkommen  - immer natürlich bei gleichem Bruttoeinkommen - so unterschiedlich wäre.

Ich (zugegeben falle ich eher in Deine Kategorie Einzelperson) kann mir mehr finanzielle Freiheiten erlauben, als meine Kollegen mit 2 oder gar 3 Kinden (von deren Studienkosten will ich gar nicht erst reden).

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@BurkeUndCo

Mal ausgehend von Deinem letzten Satz "Ich ... kann mir mehr finanzielle Freiheiten erlauben":

Das mag für einen Deutlich-Besserverdiener so durchaus zutreffen. In den unteren Einkommensgruppen sieht die Situation anders aus.

Ich will das mal an einem Beispiel verdeutlichen:

- Single, brutto 2000 Euro Gehalt, bekommt ungefähr 1100 Euro raus. Kosten für 45 qm Wohnung mit Strom und Heizkosten bei 500 Euro. Bleiben 600 Euro übrig. Davon sind 400 Euro unbedingt lebensnotwendig, 200 Euro bleiben "frei". Wenn der Single für den Arbeitsweg ein Auto braucht bleiben nur 100 Euro "frei".

- Familie, verheiratet, 2 (kleine) Kinder, ein Elternteil arbeitet Vollzeit für ebenfalls 2000 Euro Gehalt, Ehepartner als GfB für 450 Euro. Ausbezahlt werden dem Vollverdiener ungefähr 1350 Euro, die 450 Euro GfB kommen "brutto=netto" obenauf, dann gibt's nochmal ca. 400 Euro Kindergeld. Summe 2200 Euro. Die Familie braucht ca. 85 qm Wohnung, mit Strom und Heizkosten zahlt sie dafür 700 Euro. Lebenshaltung ca. 700 Euro für die Ehepartner sowie 250 Euro je Kind. Sind 1200 Euro. Bleiben 300 Euro frei, mit Auto nur 200 Euro.

Die Ungerechtigkeit aus meiner Perspektive besteht darin, dass der Single 40 Wochenstunden schurfen muss, während die Familie mit 55-60 Wochenstunden wirtschaftlicher Betätigung auskommt und effektiv sogar mehr Geld frei bleibt.

Die aktuelle Verteillogik funktioniert oberhalb von ca. 2500 Euro Bruttogehalt so leidlich fair. Würde man aber in obigem Beispiel das Bruttogehalt des Vollverdieners noch weiter runterschrauben, käme man auf einen noch größeren Subventionsvorteil der Familien.

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@dan030

Wahrscheinlich richtig gerechnet, wobei mir zum Nachprüfen die entsprechenden Tabellen fehlen (bin kein Steuerberater und habe keine Kinder - bekomme kein Kindergeld).

Trotzdem gilt:

  • Der Einzelverdiener bekommt 1100 Euro raus - für sich allein.
  • Die Familie - nach Deiner Rechnung  - 2200 Euro. Pro Person, denn in Deinem Beispiel sind das ja 4 Personen (2 Erwachsene unmd 2 Kinder), sind das eben doch nur 550 Euro und damit deutlich weniger als der Einzelverdiener pro Person erhält.

Dass sich der Einzelverdiener eine Wohnung für sich allein leistet, das ist "mehr als purer Luxus" (zumindest halb-ironisch gemeint). Wenn er sich mit 3 anderen Einzelverdiener gleicher Gehaltsgruppe zu einer WG zusammentut, hat er auch die Vorteile der Familioe: Warten auf freies Bad und Klo, Streit um das Fernsehprogramm, Erziehung der Kinder oder Rücksichtnahme auf andere WG-Genossen ...

Also mich überzeugt das Beispiel noch nicht ganz. Das ist eher die Haltung der Politiker, die die eine Gruppe der kleinen Leute gegen die zweite Gruppe der kleinen Leute ausspielen wollen.

Hätten wir in Deutschland in den letzten 20 Jahren eine ehrliche und soziale Inflations-uind Lohnpolitik gehabt, dann hätte heute der Einzelverdiener und der Familienvater je 20% mehr im Geldbeutel. Das ist aber unser so hochgelobter Export-Überschuss = ein volkswirtschaftlicher Unsinn, der dazu führt, dass andere Länder bei uns verschuldet sind (nicht nur Griechenland). Und wer wird später dafür bezahlen dürfen? Die, die sich am Exportüberschuss bereichert haben, die jedenfalls mit großer Wahrscheinlichkeit nicht.

Aber das entspricht Deiner andere Argumentationslinie mit der Vermögenssteuer - und da stimme ich Dir ja zu.

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