Was hat das mit dem Islamvertrag auf sich?

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5 Antworten

Leider kenne ich den geplanten Staatsvertrag noch nicht im Detail. Es sind aber gerade die Details, auf die es ankommt.

Ich habe jahrzehntelang Muslimen Werte-und-Normen-Unterricht im Gymnasium erteilt. Ich bin sehr für die Einrichtung eines Islam-Unterrichtes in öffentlichen Schulen. Natürlich darf die Teilnahme daran auch für Muslime nicht verbindlich sein, sondern es muss auch für Muslime de facto eine Wahlfreiheit zwischen Religion und Werte und Normen geben.

Die Existenz eines Staatsvertrages ist in keiner Weise Voraussetzung für die Erteilung muslimischen Religionsunterrichtes an öffentlichen Schulen.Auch christlicher Religionsunterricht wurde jahrzehntelang ohne Staatsvertrag oder Konkordat unterrichtet. Die inhaltliche Verantwortung dafür liegt dann ausschließlich beim Land Niedersachsen. Natürlich muss dies dann einen zuständigen Landesfachbeauftragten ernennen, möglichst - aber nicht zwingend - einvernehmlich mit den muslimischen Religionsgemeinschaften.

 
Es ist in Nds. heute so, dass christliche Religionslehrer_innen für ihren Unterricht die Genehmigung der jeweiligen Kirche benötigen. Das war nicht immer so, und ich bin auch nicht wirklich glücklich darüber. Es bedeutet nämlich, dass einer/m Religionslehrer_in diese Genehmigung auch entzogen werden kann - nicht nur vom Staat, sondern auch von den Kirchen.

Angesichts der jüngsten Ereignisse in der Türkei, nämlich, dass zehntausende Lehrer aus dem Schuldienst entlassen wurden mit der jämmerlichen Begründung, dass sie einer religiösen Bewegung angehören, darf es eine entsprechende Regelung für muslimische Religionslehrer_innen in Niedersachsen auf keinen Fall geben. Es kann unmöglich sein, dass letztlich die türkische Regierung bestimmt, wer hier Lehrer_in sein kann und wer nicht.

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Hier handelt es sich um einen Staatsvertrag des Bundeslandes Niedersachsen mit vereinsmäßig organisierten Verbänden von Muslimen. Gegenstand solcher Staatsverträge mit Religionsgemeinschaften sind Religionsunterricht an Schulen, Bestattungswesen, Gebetshäuser, Finanzierung, Ausbildung von Geistlichen etc. pp.

Da die türkische Regierung großen Einfluss auf den DITIB als größtem Dachverband von Moscheenvereinen hat, hat man nun den an sich unterschriftsreifen Vertrag aufgrund der Tagesaktualität erstmal hintenangestellt.


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Nur langsam scheint die Politik zu begreifen, dass die geplante Einführung eines Islam-Unterrichts an deutschen Schulen dramatische Gefahren in sich birgt. 

Daraus resultierend, wurden in Aussicht gestellte Ansprüche auf einen Islam-Unterricht von diversen Kommunen und Ländern auf Eis gelegt, und die dazu nötigen Verhandlungen ausgesetzt.

Das Fatale an der Aussetzung ist aber wieder einmal die ledigliche Gewichtung politischer Ereignisse. 

Da der Verhandlungspartner bislang die DITIB-Organisation gewesen ist, die zugleich mit 900 Gemeinden hier in Deutschland am stärksten vertreten ist, dem türkischen Religionsministerium unterstellt und weisungsgebunden ist, macht daraus ein Politikum.

Der Islam an sich ist immer noch nicht geprüft.

Vielleicht nimmt man dies zum Anlass, und wird endlich mal tätig. 

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Kommentar von koten
14.08.2016, 11:58

 Was am Islam muß noch von wem geprüft werden?

Welche "dramatische[n} Gefahren" gehen von einem Islamunterricht aus. An deutschen Unis werden ja Lehrer für islamische Religion ausgebildet.

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Das ist ein Staatsvertrag, der das Verhältnis zwischen dem Land Niedersachsen und den dort lebenden Moslems regelt.

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Kommentar von Bitterkraut
14.08.2016, 11:35

Nein. Der sollte das Verhältnis zwischen einer muslimischen, türkischen, staatlich gelenkten Oranistasion und dem Land regeln. Bei weitem nicht alle Moslems wollen die staatlichen türkischen Prediger in den Moscheen haben.

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