Was hat Darwinismus Kreationismus mit (Religions-) Philosophie zu tun (Stichhaltigkeit des Kreationismus)?

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4 Antworten

Darwin hat den Kreationismus nicht erfunden, vielmehr sein Gegenspieler, die Kirche. Er selbst stellte die Evolutionstheorie oder auch Darwinismus genannt auf, welche die Kirche lange Zeit nicht akzeptieren wollte.

Der Kreationismus ist im Großen und Ganzen der Glaube an die Schöpfungsgeschichte. Er besagt, dass Gott alles perfekt erschaffen hat und genau so haben wollte (Weitere Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Kreationismus#Richtungen)

Das sind also zwei sehr gegensätzliche Auffassungen, eine wissenschaftliche und eine theologisch-empirische. Dafür ist auch ein Blick auf Intelligent Design und dessen Gegenbewegungen Unintelligent Design und Free Falling empfehlenswert.

Oft stehen Kirche und Wissenschaft im Widerstreit, wie hier. Genauso war es bei Galileo Galilei mit dem heliozentrischen Weltbild und dem geozentrischen Weltbild.

Ein Philosoph und Theologe, der beides unter einen Hut zu bringen versuchte, war Thomas von Aquin. Er war der Meinung, es gäbe da einen gemeinsamen Nenner, anstatt des Gegensatzes.

Vielleicht hilft mir irgendwas von meinen Ausschweifungen weiter ;)

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Meinst du wirklich Religionsphilosophie, oder Wissenschaftsphilosophie?

Wissenschaftsphilosophen interessieren sich für Kreationismus wegen des Demarkationsproblems, sprich der Unterscheidung zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft. Kreationismus gilt dabei in der Regel als Pseudowissenschaft und das sollten Religionsphilosophen berücksichtigen, wenn sie sich ein Urteil bilden.

Die Evolutionstheorie ist heute die wichtigste Theorie der Biologie. Ob das jetzt dasselbe ist, wie Darwinismus, sei dahingestellt. Viele Laien setzen die Begriffe gleich, aber in den Sachbüchern heißt es "Evolutionstheorie".

Einer der wichtigsten Philosophen zum Thema ist Elliott Sober. Dessen Webseite findest du hier: http://sober.philosophy.wisc.edu/selected-papers

Im deutschsprachigen Raum fällt mir Thomas Waschke ein, der zwar kein professioneller Philosoph ist, aber viele Texte übersetzt hat.

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Da die Religionsphilosophie " versucht, systematisch und rational Antwort zu geben auf Fragen nach der Vernünftigkeit religiöser Aussagen" (Wikipedia/Religionsphil.), hat es sehr viel mit der Kreationismus-/Darwinismus-Debatte zu tun, da auch der Kreationismus versucht rationale Argumente für den Beweis eines Schöpfergottes zu finden. Der Darwinismus versucht aber nicht Argumente gegen Gott zu finden, sondern beschreibt die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung, die auf eine Evolution der Lebensformen hinweisen. Von Kreationismus-Vertretern wird es aber oft fälschlicherweise als eine Bekämpfung des monotheistischen Weltbildes verstanden.

Die Stichhaltigkeit des Kreationismus ist meiner Meinung nach miserabel (ich muss dazu sagen als Atheist bin ich nicht ganz unbefangen).

Einige Arbeiten der Kreationisten findest Du auf der Webseite des Verlages "Wort und Wissen", die Gegenseite findest Du z. B. unter

- http://www.ag-evolutionsbiologie.de/videos/

- Auf dem Youtube-Kanal "evolutionsbiologenDE"

- Suche nach "Prof. Dr. Ulrich Kutschera", Evolutionsbiologe

- http://de.richarddawkins.net/articles?tags=Kreationismus

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Kommentar von tanzesinge
09.02.2016, 23:13

Da muss ich nichts ergänzen.

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Ich sehe das so:

In der Bibel geht es darum, festzustellen, DASS Gott die Welt erschaffen hat. Nebenbei wird erzählt, dass er die Welt nicht auf einmal erschaffen hat, sondern Stück für Stück, schön der Reihe nach.

In der Evolutionslehre geht es darum, WIE die Welt erschaffen wurde. Wer sie erschaffen hat, spielt keine Rolle.

Insofern geht der "Kreationismus" meiner Meinung nach an der Sache vorbei ("Thema verfehlt"). Denn er leitet aus einer ganz grob skizzierten Erzählung eine Sicht auf die Erschaffung der Welt ab, die im Detail betrachtet dazu führt, dass man sich als Naturwissenschaftler von Gott "veräppelt" vorkommen muss (warum verfrachtet Gott Muschelschalen auf hohe Berge, erlaubt uns, zu erkennen, wie sie dorthin gekommen sein können, und behauptet doch etwas ganz anderes ...).

Der Kreationismus erzeugt eine Konkurrenz zwischen Glaube und Wissenschaft, wo es gar keine Konkurrenz gibt, weil jeder ein anderes Feld beackert, andere Fragen benatwortet. Glaube: WER, WARUM. Wissenschaft: WIE.

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