Was haltet Ihr von vorzeitiger Einschulung

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19 Antworten

Hab meine Tochter vorzeitig eingeschult, weil sie selber nicht mehr im Kindergarten bleiben wollte. Wir haben ihren IQ nicht getestet, aber sie trotzdem von unterschiedlichen Perspektiven aus betrachten lassen. Es gibt da zig Anlaufstellen, wobei der blöde IQ-Test das schwächste Argument ist und die Schuleingangsuntersuchung nur eine Formsache. Meine Tochter hat diese Untersuchung komplett verweigert und wurde trotzdem eingeschult. Der Grund war die Art und Weise, wie sie ihre Verweigerung gegenüber dem Schulamt begründet hat (Sprache, Argumentation, Mut, Eigensinn, Reflektion). Es gab noch eine pädagogische Einschätzung in der Schule, wo die Schulleiterin bemerkte, dass sie eine sehr realistische Vorstellung davon hat, was sie in der Schule erwartet. Und sie wollte es trotz allem versuchen, obwohl sie selber gesagt hat, dass es bestimmt schwierig wird. Von Euphorie war also nichts zu bemerken, das war ein lange gehegter Wunsch.

Ich denke, dass es auf jeden Fall nicht für Hans und Franz geeignet ist. Man muss sich wirklich überlegen, ob das letzte Jahr im Kindergarten für die Kinder so eine Zumutung ist, dass man ihnen diese Bürde, immer das jüngste Kind in der Klasse zu sein, zumuten möchte. Also einfach nur, dass ein Kind laut Kaufmann-ABC-Test als hochbegabt eingestuft wird, ist noch lange kein Grund, das ins Auge zu fassen. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass eine normale Grundschule nicht auf hochbegabte Kinder zugeschnitten ist. Wenn das Kind es noch im Kindergarten aushalten kann, sollte man es dort lassen, weil es ein Jahr später auf jeden Fall damit besser fertig wird, dass die Schule kein Lern-Paradies ist.

Ich muss dazu sagen, dass unsere Schule in einem Kooperationverbund ist, d. h. die Klassenlehrer werden entsprechend fortgebildet und es gibt regelmäßige Austauschsitzungen mit Lehrern, Eltern und Psychologen zu dem Thema. Die Klasse meiner Tochter hat weniger als 20 Kinder. Es kommt also auch sehr stark auf die Umstände an. Die Klassenlehrerin meiner Tochter ist sehr streng und meine Tochter findet das super, weil es dann wenigstens leise in der Klasse ist. Sie hat auch leicht reden, sie kann und will sich konzentrieren, aber viele 6jährige Kinder können das einfach noch nicht so gut. Und damit muss ein begabtes wissbegieriges Kind einfach mal fertig werden, dass es andere Kinder dort gibt, die eigentlich gar nichts lernen wollen und den Unterricht stören, sobald keiner hinsieht. Stell dir als Eltern einfach die Frage: Wir dein Kind es verkraften, wenn ihm jedes Tag ein anderes Kind ins Heft oder auf die Mappen kritzelt?! Ein Junge hat meiner Tochter mehrmals täglich den Ranzen umgetreten, bis sie irgendwann wirklich wütend wurde und ihn gehauen hat. Jetzt macht er es nicht mehr. Ich frage mich, wer da von beiden sozial unreifer sein soll...

Jaja, sie ist ja erst 5. Das muss sie noch lernen, dass man Konflikte verbal löst.... blabla Ich bin doch nicht bescheuert und sage meine Tochter, dass sie das mit ihm ausdiskutieren soll. Ich finde, das hat sie schon ganz gut erkannt: Das ist die einzige Sprache, die er versteht. Also nochmal: Soziale Reife äußert sich im Kindergarten anders als in der Schule. Hier ist es manchmal besser, sich eben NICHT an den anderen zu orientieren, sondern zu wissen, wie man selbst am besten durch den Tag kommt. !

ich denke das sollte man sich wirklich ganz gründlich überlegen denn die Kindergartenzeit ist die die Sorgenfreiste zeit für das Kind und die sollte es doch so lang wie möglich geniesen können. Sicher gibt es aber auch Kinder denen es im Kiga ganz einfach zu langweilig wird weil sie wirklich schon reif für die Schule sind. Unsere Tochter hat so Geburtstag das sie in der Schwebe war - wir konnten uns praktisch aussuchen ob sie schon in die Schule soll oder ob sie nich ein Jahr wartet. Wir haben uns dazu entschlossen sie noch ein Jahr warten zu lassen und es nicht bereuht obwohl sie damals schon sehr wissbegierig war - sie konnte sogar schon etwas lesen und kleine Aufgaben rechnen - das hat sie sich durch Fragen selbst angeeignet. Aber bei allem Wissensdurst ist meiner Meinung nach das Wichtigste das sich das Kind schon über einen längern Zeitraum konzentrieren kann - und das fehlte bei unserer Tochter - ein jahr später sah das schon ganz anders aus und sie ist eine sehr gute Schülerin. Auch sollte das Kind schon einigermaßen mit Kritik umgehen können denn nicht immer ist alles richtig was es in der schule macht und ich habe schon oft gehört das die Motivation schlagartig gefallen ist weil das Kind nicht damit umgehen konnte das es auch mal was falsch macht und nicht ständig gelobt sondern auch mal Kritisiert wird.

Leider sind viele Schulen nicht auf jüngere Kinder eingestellt. Sie brauchen für viele Dinge noch mehr Zeit z.B. um Arbeitsmaterialien zu holen, benötigen öfter eine Pause und die Schulen sind da oft nicht darauf eingetellt. Dann ist es schnell aus mit der Freude am lernen. Im Stern war da erst ein Artikel über Schule in D. Bei unserer Grundschule bin ich, abhängig vom Kind, eher dagegen.

ich habe gerade übersprungen, war einfach unterfordert. mittlerweile komm ich schon wieder ganz gut zurecht, aber es wäre auf jeden fall besser gewesen, mich 1 jahr früher einzuschulen. dann muss man nichts nachholen, und das sozialverhalten passt sich -besonders bei kleineren kindern- schnell an. du darfst das kind aber nicht überfordern. ich würde sagen, dass, wenn das kind erst im märz der 1.klasse 6 wird, es einen IQ von min. 117 haben sollte. das bringt aber alles nichts, wenn dein kind besondere (negative) verhaltensauffälligkeiten zeigt. dies kann aber auch ein zeichen von hochintelligenz sein. ich kannte einen hochbegaten jungen (IQ ca.136) der manchmal sehr heftige wutausbrüche hatte, vor denen die mitschüler richtig angst hatten, muss aber nicht so schlimm sein^^. insgesamt ist früher einschulen besser als sich später langweilen.

Ich denke, dass man das nicht pauschal beantworten kann. Es kommt sehr auf das Kind an. Ich selber bin auch vorzeitig eingeschult worden und hatte eigentlich nie Probleme, die die Älteren nicht auch hatten. Wenn das Kind diesen Test ganz gut besteht und auch die Vorschulleiterin ihr O.K. gibt spricht sicher nichts dagegen. Wenn ein Kind jedoch noch sehr verspielt ist würde ich aus falschem Ehrgeiz allerdings nicht darauf bestehen.

Das kommt drauf an - und hinterher bist du auf jeden Fall klüger!

  • Was sagen denn die Erzieher(innen) im Kindergarten dazu?

  • Wie dicht am Stichtag ist der Geburtstag des Kindes?

  • Wie kommt das Kind mit älteren Kindern zurecht?

  • Wie "schlau" ist das Kind schon? Wie wißbegierig? Wie konzentrationsfähig?

Meine Kinder sind nicht vorzeitig eingeschult worden, und ich habe das später bedauert. Insbesondere mein Sohn war in der Schule ständig unterfordert. Leider verliert ein Kind dann leicht die Lust am Lernen, kaspert nur rum und verliert dann ganz schnell den Anschluß - sowohl an den Lernstoff als auch an die Klasse.

Dummerweise habe ich mich damals auf den Rat des Schulleiters verlassen.

Wir haben dann das Bundesland gewechselt (durch Umzug), als der Kleine in die 5. kam. Da hieß es dann auf einmal am Gymnasium: eigentlich möchten wir Ihr Kind ja nicht aufnehmen - es ist ja schon später eingeschult worden! - Offenbar ist die Praxis der vorzeitigen Einschulung auch noch abhängig vom Bundesland!

Meine Kinder hatten jedenfalls nur Nachteile dadurch, daß sie später eingeschult wurden.

Aber natürlich gibt es auch immer das Gegenbeispiel:

Meine Nichte - in Bayern - sollte auch auf Empfehlung der Erzieherin im Kindergarten, noch ein Jahr zurückgestellt werden. Sie ist drei Wochen vor dem Stichtag geboren. Das hat einen ziemlichen Zirkus gegeben, weil die Eltern sie das Jahr noch in den Kindergarten schicken wollten. Sie war in ihrer "sozialen Entwicklung" noch nicht so weit. Im Nachhinein steht fest: dieses eine Jahr hat ihr gut getan. Lernen fiel ihr zwar auch danach nie leicht, aber ihre "Persönlichkeit" war einfach ein Jahr reifer, so daß sie mit Fleiß am Ende doch ganz gut durch die Schule gekommen ist.

Fazit: Es kommt auf's Kind an. Eine generelle Empfehlung kann man einfach nicht geben!

DH! DH!! DH!!!

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Bei meine Tochter war es so das das die Kindergärtnerinnen und die Schulärztin fanden das sie in eine Regel Grundschule(Niedersachsen) eingeschult werden soll.Sie war auch Wißbegierig und so.Aber ich wollte das sie noch ein Jahr Schulkindergarten besucht weil sie in einen Heilpädagogische Kindergarten war,3Erzieherinnen,1Praktikantin nur 8 Kinder also immer jemanden für sie da,weil ich meinte sie kommt in eine Klasse mit ein Lehrerin und bis zu 25 Kinder nicht zurecht.Es gab ein ziemliches Theater aber ich habe dan leider die Rat befolgt und sie musste ein Jahr wiederholen.Die ubergang von die kleine beschützte Gruppe in die große Klasse war für sie zuviel.Naja die Kindergarten kann sagen die mehrzahl unsere Kinder kommt in eine Regelschule.

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Sehr gute Antwort von annjanni!

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Da spalten sich die Meinungen ja immer ganz gewaltig. Sicher perfekt wäre es, wenn Soziale, Motorische und Kognitive im Gleichgewicht sind/übereinstimmen. Aber dem ist manchmal nicht so... Ich denke, da sollte man als Eltern ein Stück Innenschau halten - denn niemand kennt sein Kind besser. Habe diese Erfahrung selbst erlebt und bin froh, dass ich mich nicht von äußeren Impulsen hab bremsen lassen!

Auch schwierig, es gibt leider im Moment sehr viel Eltern, die denken, dass ihr Kind hochbegabt ist. Manchmal ist es dann eben genau richtig, wenn diese Eltern von außen gebremst werden und man sie wieder auf den Teppich zurückholt.

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Nicht all zuviel, denn ich finde die Kids müßen nach dem Kiga jahrelang die Schulbank drücken , meine Große hätte ich schon mit 5 Jahren einschulen lassen können ,habe ihr aber lieber das letzte Kindergartenjahr gelassen.

Die Antwort von Shira finde ich sehr gut geeignet, noch mal darüber nachzudenken! Auch haben Kinder, die mit 6 Jahren etwas weiter entwickelt sind als der Durchschnitt manchmal später einen "Hänger" und verlieren den Anschluss.

Wir haben 4 Kinder. Zwei davon sind nach dem "Stichtag" geboren (nach dem 30.Juni). Beide sind vorzeitig, d.h. auf Antrag in die Schule gekommen. Mußten einen Schuleingangstest absolvieren, den sie super bestanden haben und daraufhin sind sie eingeschult worden. Haben es nie bereut.

Siehstewohl. DH.

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Jo. Es hängt eben sehr viel von dem jeweiligen Kind ab. Man kann einfach nicht alle Kinder über einen Kamm scheren - nicht mal in einer Familie! - - - DH!

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Ich persönlich ehalte gar nichts davon, weil ein vorzeitig eingeschultes Kind iimmer das jüngste in der Klasse ist und weiterhin..es soll noch das eine Jahr spielen nach Lust und Laune können und sich nicht dem Druck anderer aussetzen müssen..

Ich fand das cool immer eine der Jüngsten zu sein! Außerdem war ich dann mit allem (Schule, Uni) eher als die anderen fertig. Ich persönlich habe es nie bereut, vorzeitig eingeschult worden zu sein und bin deshalb auch strikt gegen kategorische Aussagen. ZUmals die Grundschule ja nun auch nicht gerade Arbeit im Steinbruch ist...

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ich bin auch die jüngste in unserer klasse..-macht nichts. stattdessen könnt ich ein freiwilliges soziales jahr machen und ich "liege immer noch gut in der zeit"

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Gar nichts. Das Kind fühlt sich den älteren Kindern gegenüber womöglich unterlegen. Lass' ihm doch diese unbeschwerte Zeit ohne alle Verpflichtungen. Der Ernst des Lebens kann immer noch kommen.

Ob sich ein Kind älteren Kindern unterlegen fühlt oder nicht, hängt ziemlich von der Persönlichkeit des Kindes ab!

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Viel. Sehr viel. In Deutschland kommen die Kinder ohnehin viel zu spät in die Schule. Schön wäre es natürlich, wenn die Schulen besser würden und den Lehrern nicht konsequent die Motivation genommen würde. Da kann man sich einiges von den Waldorfschulen abgucken.

ohhhh...nein! meine freundin war auf der waldorfschule und hing im vergleich zu meinem stand immer hinterher. ich war da mal mit: beten, reden, beten, malen, pause, bild zu einer geschichte malen, singen, textilunterricht, papa schreiben(hatte sogar eine richtig-am ende der zweiten klasse°!!) ... ich finde, die waldorfschulen haben einfach völlig den praxisbezug zum modernen berufsleben verloren.

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@zoramaus

Der Waldorfschulenhinweis bezog sich (zugegeben nicht ganz deutlich) auf die Motivation der Lehrer! Der Unterricht in Waldorfschulen ist leider von Schule zu Schule völlig unterschiedlich (manche bringen auch später promovierte Physiker hervor!) und nicht vorbehaltlos zu empfehlen. Was sich die Regelschulen abgucken könnten, ist mehr (nicht totale!) Freiheit der Unterrichtsgestaltung. Ein Lehrer, der Jahr für Jahr dieselbe Leier unterrichten soll und muss, verliert fast zwangsläufig das Interesse - und ähnlich geht es dann den Schülern...

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Aber gerade in der Waldorfschule werden Kinder nicht vorzeitig eingeschult.

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Das hängt immer vom einzelnen Kind ab. Meine Tochter wäre damit überfordert gewesen, für andere ist es genau richtig.

Lasst den Kindern doch noch ein bischen mehr Kindheit, viele Erwachsene versuchen sowas im Alter nachzuholen & wenn sie es sich hätten aussuchen können ... würden sie als kind gerne auch noch ein Jahr länger 'frei' von allem gewesen sein !

Perönlich bin ich nicht dafür.Das Kind ist vielleicht intelligent genug,aber Soziale und Motorische fähigkeiten müssen auch vorhanden sein.

Jo - und deshalb kann man nur was sagen, wenn man das Kind kennt.

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@anjanni

Ah, da muss ich energisch widersprechen. Ich glaube mitunter, dass man besser damit beraten ist, das Kind von unterschiedlichen Stellen begutachten zu lassen, weil ein vertrauter Mensch das Kind mit anderen Augen sieht, als jemand, der das Kind zum ersten Mal kennenlernt. Ein vertrauter Mensch kann zum Beispiel keine Aussage darüber machen, wie sich das Kind fremden Menschen gegenüber verhält, wenn es keine vertraute Bezugsperson dabei hat.

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Sehr viel. Wenn es den Anforderungen genügt ist das eine gute Sache. Sicherlich stützt Du Dich auf die Schuleingangsuntersuchung?

ok

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Ich rate davon ab. Auch wenn das Kind von seiner geistigen Entwicklung her schon so weit ist, kann ihm noch die soziale Reife fehlen.

Was macht Dich so sicher, dass die soziale Reife ein Jahr später vorhanden ist?

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@sender

Immerhin hat das Kind dann noch ein Jahr Zeit eventuelle Defizite auszugleichen.

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@Shira

Manches Kind ist auch mit sieben noch nicht so weit... Das ist eh von Kind zu Kind verschieden, lässt sich also nich so pauschal beatworten.

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@sender

Und was, daß die soziale Reife vorher fehlt? Kinder entwickeln sich nun mal unterschiedlich!

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@anjanni

klar unterschiedlich deshalb hat der staat erkannt dass bei 98 % die Altersgemäße Entwicklung mit 6 Jahren da ist - und das schon seit 70 Jahren

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@brettpit

Es gibt ja aber auch verschiedene Bereiche der Entwicklung, die sich auch unterschiedlich schnell entwickeln können. Da kaum jemand das bisher angesprochen hat, weise ich noch darauf hin, dass die psychische Reife nicht gleich die soziale Reife ist. Auch diese beiden Bereiche werden oft in einen Topf geschmissen. Ein Kind, das im Kindergarten super sozial angepasst ist, kann in der Schule Probleme bekommen, weil dort andere Umstände herrschen. Ein Kind, das im Kindergarten aus dem Rahmen fällt, kann sich in der Schulsituation pudelwohl fühlen.

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Nicht viel. Warum soll das Kind noch weniger von seiner Kindheit und Entwicklung haben?

Wieso: sind Kindheit und Entwicklung mit Schulbeginn vorbei??

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@Boldtbregu

aber ja - Schule und Hausaufgaben nehmen dem Kind 6 Stunden täglich

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