Was haltet ihr von Tierexperimenten?

17 Antworten

Hallo,

Ob Tierversuche sinnvoll sind bzw. hilfreiche Erkenntnisse liefern oder nicht, sei mal dahingestellt, aber in jedem Fall sind sie für mich moralisch nicht vertretbar.

Meiner Meinung nach muss man objektiv an die Sache rangehen. Natürlich möchte ich nicht, dass jemand, dem ich sehr nah stehe, stirbt (wobei ich das Ganze dann auch nicht mehr objektiv betrachten könnte), aber es gehört nun mal zum Leben dazu - leider. Damit sollte man sich abfinden, denn Krankheiten, Verletzungen und Co. sind ein Teil der natürlichen Selektion. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Niemand hat das Recht dazu, ein Tier (Mensch) als etwas Besseres oder Wichtigeres darzustellen als ein anderes Tier (z.B. Maus). Der Mensch lebt, die Maus lebt. Leben = Leben. Da gibt es keinen Unterschied.

Ich versuche Medikamente weitestgehend zu meiden, aber sicher, auch ich habe schon welche eingenommen - jedoch war ich ja auch betroffen und somit eine objektive Sichtweise nicht mehr möglich. Wir haben nun auch schon etliche Tierversuche hinter uns, diese Erkenntnisse nicht zu nutzen, wäre fast noch schlimmer, aber weitere Tierversuche sollten keineswegs stattfinden - so sehe ich das.

Jeder kann diesbezüglich eine andere Meinung haben, das ist völlig legitim (und selbst für mich teilweise nachvollziehbar), aber ich möchte keine Diskussion anzetteln, die gibt es unter den anderen Antworten in anderen Fragen schon genug. Ich werde meine Meinung auch nicht ändern.

Und jetzt noch ein schönes Zitat von Helmut F. Kaplan:

"Deshalb ist auch die faktische Frage, ob Tierversuche für den Menschen nützlich sind, moralisch irrelevant: Tierversuche sind falsch, unabhängig davon, ob sie für den Menschen nützlich sind. Die legitime Frage ist nicht: ‚Wieviel Gesundheit können wir maximal erzeugen?‘, sondern: ‚Wieviel Gesundheit können wir auf ethisch zulässige Weise erzeugen?‘ Die – echte oder vermeintliche – Nützlichkeit von Tierversuchen ist überhaupt kein ethisches Argument: Es gibt viele Dinge, die nützlich wären, aber dennoch unmoralisch und verboten sind, zum Beispiel Menschenversuche."

Und da ich schon einmal eine rege Diskussion zu diesem Thema geführt habe, die meisten jedoch scheinbar nicht wussten, was "Objektivität" bedeutet, hier noch einmal die Definition davon:

"Objektivität [...] bezeichnet die Unabhängigkeit der Beurteilung oder Beschreibung einer Sache, eines Ereignisses oder eines Sachverhalts vom Beobachter beziehungsweise vom Subjekt."

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Objektivit%C3%A4t

Liebe Grüße

Würdest du es Objektiv sehen, dann müsstest du auch Halt machen vor Pflanzen, Pilzen und jedem Bakterium. Das sind nämlich faktisch auch alles organismen die Leben.

Der Mensch muss differenzieren, weil er schlicht sonst schon verhungern würde.

Und die Abgrenzung zu anderen Lebewesen ist auch folgerichtig direkt unter dem Menschen zu ziehen und nicht erst unter Trockennasenaffenart oder Säugetier oder Wirbeltier oder Tier allgemein. Denn all diese Linien wären subjektiv völlig willkürlich gezogen. Mit Objektivität hat diese Differenzierung dann nichts mehr zu tun. Du möchtest damit vielleicht zum Ausdruck bringen, dass du Recht hast und alle anderen Ansichten falsch sind. Aber das liegt nun mal nicht vor. Du betrachtest das Thema nämlich subjektiv und eben nicht objektiv.

Was deine subjektive Meinung betrifft äußere ich mich nicht dazu. Das kannst du halten wie du willst....aber du solltest dir in Zukunft merken: Deine Herangehensweise ist nicht objektiv, sondern subjektiv mit willkürlichen Abgrenzungslinien!

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@omnivore17

Bla bla bla.

Würdest du es Objektiv sehen, dann müsstest du auch Halt machen vor Pflanzen, Pilzen und jedem Bakterium.

Was du damit bezwecken willst, ist mir schleierhaft. Hier geht es doch um Tiere, oder? Und Menschen sind Tiere, habe ich in Biologie gelernt.

Das sind nämlich faktisch auch alles organismen die Leben.

Biologie Leistungskurs, was?

Und die Abgrenzung zu anderen Lebewesen ist auch folgerichtig direkt unter dem Menschen zu ziehen und nicht erst unter Trockennasenaffenart oder Säugetier oder Wirbeltier oder Tier allgemein. Denn all diese Linien wären subjektiv völlig willkürlich gezogen. Mit Objektivität hat diese Differenzierung dann nichts mehr zu tun.

Die Diffenrenzierung und Tier und Nichttier ist subjektiv, aber die Differenzierung in Mensch und Nichtmensch nicht? Ähhh?!

Also erstmal habe ich in meiner Antwort nicht willkürlich Abgrenungen zwischen Lebenwesen gezogen - keine Ahnung, wo du das her hast. In meiner Antwort geht es darum, dass ein Tier nicht wertvoller ist als ein anderes Tier - dahingehend differenziere ich nicht. Dass die eigene Art immer irgendwie wichtiger sein wird, ist korrekt (etwas anderes ergäbe evolutionstechnisch auch überhaupt keinen Sinn), aber das ist eben die subjektive Einschätzung einer Art (der Einfachheit wegen nutze ich hier eine Personifiaktion), immerhin ist die Art direkt betroffen. Aber letztendlich gibt es objektiv gesehen absolut keinen Anhaltspunkt dafür, weshalb eine Maus leiden sollte, damit es ein Mensch nicht (mehr) muss.

Du möchtest damit vielleicht zum Ausdruck bringen, dass du Recht hast und alle anderen Ansichten falsch sind.

Meinungen und Ansichten können nicht richtig oder falsch sein.

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@BrightSunrise
Was du damit bezwecken willst, ist mir schleierhaft. Hier geht es doch um Tiere, oder?

Dir zu verklickern, dass deine Herangehensweise nicht objektiv ist. Denn bei objektiven Sachverhalten gibt es nur ein Richtig oder Falsch.

"du bist die schönste Frau der Welt" ist eine vermeintlich objektive Aussage, welche in Wahrheit trotzdem subjektiv ist und Merkmale mit sich trägt, die die Validität der Aussage nicht objektiv überprüfbar macht. Und genau das gleiche Vorgehen liegt bei dir vor.

Hier geht es doch um Tiere, oder? Und Menschen sind Tiere, habe ich in Biologie gelernt.

Biologisch betrachtet ja. Rechtlich betrachtet nein!

Und Tierversuche heißen Tierversuche, weil auf rechtlicher Basis Dinge an Tieren getestet wird.

Die hätten es auch "Lebewesentests mit einschränkung auf Ober und Untergrenzen in der Systematik" nennen können. Würde dann aber kein Mensch mehr aussprechen können...

Biologie Leistungskurs, was?

Da ich mein Leben nicht ein einzigen "Leistungskurs" belegt habe, kann ich dir das schon mal verneinen.

Ich würde mal behaupten, dass die Definition von Leben gleich am Anfang der 6. Klasse war.

aber die Differenzierung in Mensch und Nichtmensch nicht? Ähhh?!

richtig, für normale Menschen ist das ganz einfach objektiv abgrenzbar

Also erstmal habe ich in meiner Antwort nicht willkürlich Abgrenungen zwischen Lebenwesen gezogen - keine Ahnung, wo du das her hast.

Natürlich hast du das. Du hast gesagt "Tier", weil "Tierversuche". Und da gehst du heran und kommst damit "Mensch auch Tier". Und rechtlich ist das nun mal falsch, fertig

Hieße es Lebewesenversuche hättest du ein starkes Problem.

Du kannst es auch AndereTiere-Tierversuche nennen, denn es wird an rechtlich betrachteten Tieren getestet und das ist der Mensch nun mal objektiv nicht.

Aber letztendlich gibt es objektiv gesehen absolut keinen Anhaltspunkt dafür, weshalb eine Maus leiden sollte, damit es ein Mensch nicht (mehr) muss.

Natürlich gibt es den: Und zwar den objektiven evolutionsbiologischen Egoismus, den du sogar selbst festgestellt hast.

Mit deinem Argument kannst du es auch weitertreiben: Warum muss eine Pflanze dafür sterben, nur damit ich satt werde....

Wenn du schon sagst, dass der eigene Überlebensdrang nicht wichtig sei, dann hast du die Natur nicht verstanden....
Achneee richtig, soll ja nur für Tierversuche gelten.....Ähhh

Meinungen und Ansichten können nicht richtig oder falsch sein.

Richtig.

Und das was du präsentierst ist eine Meinung und keine objektive Betrachtung.

Du willst uns nämlich suggerieren "Tierversuche=falsch" und das steht objektiv fest und kann nur valide sein und alle anderen Aussagen dazu sind falsch.

Aber wie ich dir bereits gesagt habe hapert es schon an deine Herangehensweise, daher ist das was für richtig und falsch hälst eine reine subjektive Ansicht!

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@omnivore17
"du bist die schönste Frau der Welt" ist eine vermeintlich objektive Aussage, welche in Wahrheit trotzdem subjektiv ist und Merkmale mit sich trägt, die die Validität der Aussage nicht objektiv überprüfbar macht.

In meinen Augen ist das eine höchstsubjektive Aussage. Wie sagt man so schön: "Schönheit liegt im Auge des Betrachters."

Und Tierversuche heißen Tierversuche, weil auf rechtlicher Basis Dinge an Tieren getestet wird.

Aber das tut doch hier rein gar nichts zur Sache.

Die hätten es auch "Lebewesentests mit einschränkung auf Ober und Untergrenzen in der Systematik" nennen können. Würde dann aber kein Mensch mehr aussprechen können...

Seit wann diskutieren wir über die Bezeichnung von Tierversuchen...?

Ich würde mal behaupten, dass die Definition von Leben gleich am Anfang der 6. Klasse war.

Könnte sein. Ich glaube, bei mir war es sogar die 5. Klasse, zumindest hatte ich ab dieser Biologieunterricht.

Natürlich hast du das. Du hast gesagt "Tier", weil "Tierversuche". Und da gehst du heran und kommst damit "Mensch auch Tier". Und rechtlich ist das nun mal falsch, fertig

Oh je... Darauf wollte ich doch überhaupt nicht hinaus. Irgendwelche rechtlichen Definitionen haben weder mit der Frage noch mit meiner Antwort etwas zu tun.

Wenn du schon sagst, dass der eigene Überlebensdrang nicht wichtig sei, dann hast du die Natur nicht verstanden....

Habe ich nie gesagt.

Und das was du präsentierst ist eine Meinung und keine objektive Betrachtung.

In Ordnung, dann habe ich meine Meinung gebildet, indem ich versucht habe, objektiv an diese Sache heranzuegehen, was mir scheinbar nicht gelungen ist (wenn es überhaupt möglich ist, das bei dieser Fragestellung zu tun).

Ich wünsche dir hiermit noch ein schönes Wochenende.

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Leider steht dort viel Unsinn was wohl daran liegen dürfte das die meisten Ärzte wenig Ahnung von solchen Versuchen haben.

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@kayo1548

Wäre konstruktiv gewesen, wenn du uns mitgeteilt hättest, was exakt an den Ausführungen auf der genannten Webseite Unsinn ist und warum.

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@precursor
was exakt an den Ausführungen auf der genannten Webseite Unsinn ist und warum.

Mache ich gerne...das hier..:

Tierversuche waren schon immer untauglich

...ist Unfug!

Tierversuche sind tauglich, deswegen macht man sie auch. Und sämtliche Medikamenten und ihre Wirkung haben wir Tierversuchen zu verdanken. Der Satz "waren schon immer untauglich" ist der größte Mumpitz überhaupt.

Tierversuche sind Aufwendig und kosten Zeit und viel Papierkram. Würde diese unsinnige These stimmen, dann würden die also alle das Geld aus den Fenster werfen und einfach mal paar Tests an Tieren machen? Wie naiv sind eigentlich die "Ärzte gegen Tierversuche"?

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@precursor

Habe ich schonmal hier bei irgendeiner Frage gemacht und hab mir das gestern aus Faulheit gespart; aber ich predige ja auch immer das man immer alles belegen und hinterfragen soll, daher ist dein Einwand auf jedenfall korrekt und ich greife mal einige Dinge auf:

"Es ist schon seit langem bekannt, dass die Krankheit des Menschen eine völlig andere Form annimmt, wenn sie beim Tier künstlich hervorgerufen wird"

Bei vielen Tierversuchen geht es nicht um die Krankheit sondern z.b. um physiologische oder genetische Eigenschaften.

Aber auch bei einer Krankheit ist das nicht pauschal richtig sondern hängt von den Vergleichsbedingungen und der Krankheit an sich ab. Da gibt es Krankheiten die beispielsweise aufgrund verschiedener Faktoren nicht einmal übertragbar sind (was nicht heißen kann das es keine ähnliche Symptomatik gibt) aber auch sogenannte Zoonosen

Aber wie gesagt: meist geht es da eher um die "Basics" so z.b. um das Beobachten von Eigenschaften oder Mechanismen die dann irgendwann tatsächlich praktisch genutzt werden können.

Gerade da gibt es oft kaum funtkionale Unterschiede (siehe z.b. Experimente mit crispr)

Aber auch eine Stufe weiter oben kann man ansetzen: so kann (und wird vermutlich auch) aus Experimenten mit Ratten und Helicobacter Pylori einen für Menschen wirksamen Impfstoff entwickeln.

Sicher gibt es kein perfektes Versuchstier, denn selbst innerhalb einer Art gibt es Varianzen die keine beliebig genaue Vorhersage erlauben

"Lungenentzündung ist eine weitere Erkrankung, bei der die verursachenden Organismen üblicherweise für Labortiere harmlos sind."

Die meisten dieser Keime sind vergleichsweise wenig aggressiv und führen bei gesunden Erwachsenen auch selten zu einer Pneumonie.

Aber natürlich kann das auch bei Labortieren passieren: So z.b. bei Streptococcus Pneuomonia; da gibt es sogar ein interessantes Experiment, das Griffith Experiment.

"bei Tieren AIDS hervorzurufen"

Stimmt so auch nicht;

Siehe z.b. hier http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/immunschwaeche-auch-schimpansen-zeigen-aids-symptome-a-637727.html

"hervorgerufenen Symptome denen des kranken Menschen ähneln,"

Natürlich, denn die Symptomatik ist oft nicht eindeutig auf eine bestimmte Erkrankung zurückzuführen, auch innerhalb einer Art nicht.

"Falsches Gefühl der Sicherheit"

Darum geht es bei Tierversuchen gar nicht, sondern um Gemeinsamkeiten und Regeln zu finden um gewisse Dinge vorhersagen zu können.

Man benutzt solche Richtwerte maximal z.T. bei Festlegung der Toxizität mit einer sehr hohen Dämpferzone. Wie genau das dann ist bzw wie sehr übertragbar hängt von der Substanz ab, aber manchmal geht es hier halt nicht genauer

"wenn man sich auf Methoden konzentrieren würde, die sich direkt auf den Menschen beziehen. Diese Methoden beinhalten epidemiologische Studien an Bevölkerungsgruppen, klinische Untersuchungen an kranken Menschen, Untersuchungen an Verstorbenen, Beobachtungen an menschlichen Freiwilligen sowie Tests mit menschlichen Zellen und Geweben im Reagenzglas"

Genau das funktioniert eben nicht;

Man müsste Menschen gezielt züchten um bestimmte Genmuster zu erhalten und damit überhaupt gezielt arbeiten zu können.

Auch bei zufällgi erkrankten wird man nicht nur nicht genügend Menschen zusammenbekommen sondern hat hier auch viel zu unterschiedliche Strukturen. Bei Verstorbenen kann man nur noch detektivisch tätig werden, da die eigentlich relevanten und interessanten Vorgänge eines lebenden Menschen hier natürlich nicht mehr funktionieren.

Zellen- und Gewebetests funktionieren natürlich, aber können nicht alles bzw die Komplexität eines gesamten Organismus ersetzen.

Das jetzt mal um einige Punkte aufzugreifen - natürlich gibt es noch mehr

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Danke für eure Kommentare.

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