Was haltet ihr von Personen die ihre Partner betrügen?

35 Antworten

Von Experte AmysAngel bestätigt

Guten Morgen,

ich halte es nicht für gut, aber in einigen Fällen kann man so was aus menschlicher Sicht durchaus nachempfinden. Dazu gehören in solchen Fällen - sieht man von notorischen Fremdgängern ab, auf die ich noch zu sprechen komme - zwei, so wie zu einem Tango immer zwei gehören: Einer, der seine Bedürfnisse (egal ob menschlich oder sexuell oder ggf. beides) nicht erfüllt bekommt und der andere, der seine Bedürfnisse woanders sich erfüllen lässt. Natürlich ist es nicht in Ordnung, aber wenn in solchen Fällen einer fremdgeht, stand es um die Beziehung meist schon länger schlecht, sonst bestünde kein Grund, anderwärts auf schrägen Wegen "unterwegs" zu sein. Dann sollte man aber den Mumm haben dazu zu stehen, entweder zurückrudern und von Herzen die Beziehung retten wollen oder sich wirklich ehrlich und offiziell trennen.

Kein Verständnis habe ich für notorische und bewusste Fremdgänger, die das irgendwie brauchen und sich gegebenenfalls darüber definieren, das immer wieder machen und sich auch noch toll finden. Personen, die einfach vor lauter "Geilheit" oder Dummheit oder ohne Grund und "weil's cool ist und Spaß macht" fremd gehen sind zwar relativ selten, aber es gibt sie - jemanden habe ich selbst im familiären Bereich erlebt, es war nicht nur dreist und selbstsüchtig seitens dieses Fremdgängers, sondern auch respektlos, entwürdigend und gewissenlos. Es hat viel Leid mit sich gebracht und für so etwas habe ich absolut null Toleranz auch weil ich selber gesehen habe, was so etwas anrichtet.

Einen einmaligen Partyflirt unter Betrunkenen, der ein unschönes Ende nimmt weil alle sowieso nicht mehr wissen wo links ist und wo rechts ist kann man eher verzeihen oder "mit Nachsicht behandeln" wie einen vorsätzlichen, völlig bewussten Seitensprung oder eine Geschichte, die schon einige Zeit andauert, durch einen Zufall herauskam und verheimlicht worden ist - selbst wenn so was ehrlich bereut werden sollte. Das wäre ein ungleich größerer Vertrauensbruch als so ein Partygedöns nach dem sowieso keiner mehr weiß, wo und wann und mit wem und überhaupt.

Marianne Rosenberg hatte mal ein Lied namens "Wenn ich dich betrüge", kann man sich mal anhören. Schönen (Sommer-)Sonntag!

https://www.youtube.com/watch?v=C_VKjkNdatI

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Was noch so eine Risikogruppe ist, sind irgendwelche Best Ager, die nochmals zeigen wollen was sie alles zu bieten haben, sowieso wie Teenager nicht wissen, wo links ist und wo rechts ist und meinen, sie müssten es sich und der Umwelt nochmal zeigen, man ist ja wer und man ist ja im Prinzip immer noch jung und stark, attraktiv und cool, das wäre doch gelacht. Kenne einige solche Vorfälle auch aus meinem Umfeld und es war immer eklig. Einmal hat mich die Mutter eines Freundes angebaggert, ich war nicht der einzige junge Mann und mit zweien muss sie tatsächlich was gehabt haben. Der Ehemann und Vater des Freundes tat mir einfach nur Leid.

So was passiert immer wieder und ist ein Phänomen unserer Zeit, das seine mögliche Ursache im Jugendwahn hat, aber das nur spekulativ.

Schönen (Sommer-) Sonntagnachmittag allerseits und bleibt anständig ... man liest sich.

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Super Darstellung!

Fred schickz dir liebe Sonntagsgrüße.

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Einen schönen guten Morgen allerseits!

Betrug ist eine sehr unschöne Sache. Allerdings beginnt er meist viel früher, als die meisten Menschen annehmen: Wenn ich nämlich meiner Partnerin / meinem Partner verschweige, dass ich möglicherweise nicht dauerhaft monogam bin.

Nicht der Wunsch nach Abwechslung und eventuell mehr als einem Partner ist der unnatürliche Zustand, sondern die Annahme, dass man automatisch über mehrere Jahrzehnte eine Partnerschaft so leben könne wie in den ersten Monaten und Jahren. Doch dies - obwohl durch unzählige Trennungen und Affären bei unzähligen Paaren bewiesen - ist in unserer Gesellschaft noch nicht angekommen.

Damit ist dieser anfängliche und wahrscheinlich häufigste Betrug ein von außen aufgezwungener.

Das sollte man bedenken, wenn von "Fremdgehen" etc. die Rede ist. Ich finde Offenheit - und Freiheit - in einer Beziehung wichtiger als zwanghafte Exklusivität.

 ist der unnatürliche Zustand, sondern die Annahme, dass man automatisch über mehrere Jahrzehnte eine Partnerschaft so leben könne wie in den ersten Monaten und Jahren.

Toll ausgedrückt - genauso empfinde ich es schon immer. Fehlender Zwang führt zu freiwilliger Entscheidung für die monogame Beziehung - und die ist Voraussetzung für ein entspanntes Liebesleben ohne Selbstvorwürfe. Institutionelle Knebelbindung (=Ehe) ist der Tod der Liebe. - Danke!

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Guten Morgen, Singvogelnest und alle zusammen,

'Untreue', 'Betrug' - das wird bei dem einen als Verrat und Vertrauensbruch empfunden, während der andere Partner vielleicht nur etwas auslebt, zu dem die Natur ihn gezwungen hat. Hormone können Unglaubliches, sogar das Hirn ausknipsen.

Wie beide Partner mit solch einer Situation umgehen, kann man zwar vorher besprechen, aber das wird nicht reichen. Bei tiefer gegenseitiger Liebe und Vertrautheit als Basis kann man mit entsprechendem Verständnis dem Partner solch eine Episode wohl auch nachsehen.
Ein 'Seitensprung' hat nicht immer etwas mit einem Manko zu tun, sondern kann auch als eine 'Erweiterung' eines ansonsten begrenzten Spektrums akzeptabel sein - für wen es sich richtig anfühlt.

Ich fürchte, meine Fantasie für einzelne Konstellationen dieses Spiels ist zu groß, um hier ein Urteil 'richtig - falsch' fällen zu können.

Irgendwie, meine ich, kommt es auch auf den Grad des Erwachsenseins oder der Reife an, wo auch das Innere Kind mit seinen tiefen Wünschen Raum finden kann - und dies von beiden Partnern einbezogen wird.

Jenseits bürgerlicher Vorstellungen von einer zackigen Vorzeigeehe beginnt 'Fremdgehen' ja schon beim schieren Gedanken! Aber wer wollte da urteilen?

Bei diesem Thema habe ich meine eigene unorthodoxe Auffassung; sie ist nicht für jeden gemacht.

Mir hat seit jeher jede Art von Zwang so widerstrebt, dass ich nicht mal gedanklich eine Ehe angestrebt habe. Auf freiwilliger Basis, jahrelang mit dem gleichen Partner und alles - traurige und glückliche Phasen - mit ihm geteilt, sowas empfinde ich als gut erträglich und akzeptabel. In den ganzen wunderbaren Jahren kam nie der Wunsch nach Fremdgehen auf.

So hat man - jeder von beiden - immer wieder das herrliche Gefühl, dass der andere sich proaktiv für einen entscheidet, statt bloß als Ergebnis einer Unterschrift auf einer Urkunde heimgetrottet kommt, weil's da ganz gut schmeckt und das Essen schon auf dem Tisch steht, wo man ruhig den anderen immer die Hausordnung machen lassen kann, Müll runterbringen und sich genervt geben kann, wenn einem danach ist.

Meine Version ist zwar nicht die bürgerliche, dafür aber in meinen Augen die menschlichere. Nicht, dass sie frei von Dissonanzen sein muss - aber im Gegensatz zu Zwang taugte sie für eine langfristige Partnerschaft.

Liebe A.,

vielen Dank für diese schöne und ausführliche Antwort, die deine eigene Sicht auf dieses Thema widerspiegelt.

Die Ehe an sich ist ja nur Papier, aber sie sollte mit Liebe, Respekt, Augenhöhe, Vertrauen und gegenseitiger Hilfe ausgefüllt werden.

Wenn das alles so klappt, ist es eine wundervolle Sache, die ein Leben lang Bestand haben kann.

Herzliche Grüße!

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@Lazarius

Danke, lieber W., es muss eben für jeden individuell passen.
Nochmal liebe Grüße!

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Besser, also lebesnaher lässt sich das Thema kaum beschreiben! Bravo!!

Das spricht für gute Beobachtungsgabe und Nähe zum täglichen Leben.

Fred grüßt dich herzlich und wünscht dir einen erträglichen Sonntag.

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@Fredlowsky

Danke, lieber Fred. Daran, dass das bei mir 'nur' Trockenübungen sind, hast du aber nicht gedacht, oder? Wie kann so jemand wie ein Eheverweigerer sich zu diesem Thema überhaupt äußern? :-)
Ja, hast ja recht, ich hab mir Mühe gegeben. Es gibt halt so viele Menschentypen mit unterschiedlicher Motivation - da ist ein Urteil von außen ganz unpassend. Liebe Grüße! A.

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@Spielwiesen

Entschuldige bitte, da wurde etwas falsch verstanden oder ich habe es dumm beschrieben.

Es wird auch so gewesen sein, nur leider ist das Thema ein so ein Schwieriges wo sogar im direkten Gespräch so manches falsch ausgedrückt werden.

Fred grüßt dich herzlich, und nochmals verzeih bitte meine ungeschickte Ausdrucksweise, war sicher nicht negativ gedacht!!

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Guten Morgen und grüß Gott allerseits!

Eine moralische Frage zum Sonntag. So startet man gut in den Tag. :D

Was halte ich von Personen die ihren Partner betrügen? Zum Sonntag ist ein Blick in die Bibel vielleicht sehr passend, denn dort steht meines Wissens sinngemäß, dass man selbst nicht verurteilen sollte, wenn man selbst nicht verurteilt werden möchte. Auch wenn ich jetzt kein frommer Christ bin, erscheint mir das doch ein ganz guter Tipp zu sein.

Ich denke, wir sind alle Menschen und alle Menschen machen Fehler. Selbst wenn sie die besten Absichten haben. Das Leben folgt keinem unserer Pläne und manchmal führt es uns auch auf Abwege. Davor ist niemand geschützt.

Einen guten Menschen macht es nicht aus, dass er niemals auf Abwege kommt und nie Fehler macht. Einen guten Menschen macht es aus, dass er erkennt, wenn er auf einem falschen Weg ist und alles versucht, den richtigen Weg wieder zu finden und aus seinen Fehlern zu lernen.

Ansonsten würde ich sagen, dass die partnerschaftliche Treue, in einer Beziehung, auch nur die Beteiligten dieser Beziehung etwas angeht. Einmischungen und Bewertungen von Außen, finde ich da eher unpassend.

In diesem Sinne; einen schönen Sonntag für euch alle und liebe Grüße!

WOW! Tolle Antwort von der ich noch was lernen kann bzw. mit der du meinen Horizont erweitert hast. Gerade solche Antworten finde ich so unglaublich wertvoll. DANKE!

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@ps1980

Vielen Dank für Deine nette Rückmeldung. Da werde ich gleich a bisserl verlegen. LG! :)

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Für mich hat diese Antwort eindeutig die Auszeichnung zur hilfreichsten Antwort auf diese Frage verdient! Siehe dazu auch meine Antwort auf diese Frage.

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Im Grunde genommen halte ich absolut nichts..., aber auch rein gar nichts davon!

Bin fair genug aber auch zu bedenken, wie bei einer Scheidung bin ich allerdings auch der Meinung, betrügt ein Partner den anderen..sind beide Schuld daran wenn auch der eine in aktiver Hinsicht..der andere in passiver ...!

Ein Gespräch sollte in diesem Fall für Aufklärung sorgen um das Fremdgehertum aus der Welt schaffen zu können. Es sollte jeder Insich gehen um den Grund für sich festzustellen und es aus der Welt zu schaffen.

Ich hoffe nun nicht in Rätseln gesprochen zu haben!?

sind beide Schuld daran wenn auch der eine in aktiver Hinsicht..der andere in passiver ..

Stimmt. Due Hauptschuld liegt in der Heirat... oder auch darin, eine/diese Beziehung eingegangen zu sen. und vertraut zu haben.

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