Was haltet ihr von monotheistischen Religionen?

15 Antworten

Kommt drauf an. Ich lehne religiösen Fundamentalismus ab, gleich welche Religion dahinter steht. Dadurch kann ich mit großen Teilen des Christentums einigermaßen in friedlicher Koexistenz leben, während ich große Teile des Islams wirklich nicht besonders gut leiden kann. Ausnahmen gibt es in beiden Richtungen.

Ich selbst habe ein weitgehend deistisches Bild von Gott und ich sehe natürlich auch die Möglichkeit, dass es Gott nicht gibt, auch wenn ich an Gott glaube.

Diese Fragen muss jeder für sich beantworten und je nach Fasson, Bildungsniveau und Blickwinkel Schlussfolgerungen ziehen.

Alle Religionen hatten in der Evolution ihre Daseinsberechtigung. Für einige Leute, die zahlenmäßig immer weniger werden, haben sie diese auch heute noch. Das ist ihr gutes Recht und sollte respektiert (nicht unbedingt aber akzeptiert) werden.

Man sollte aber für eine allgemein gültige Antwort diese Frage etwas verallgemeinern:

Welche Rolle spielten und spielen Religionen in der Menschheitsgeschichte, wie ist der Anteil zwischen "positiv" und "negativ"?

Und ohne ins Detail zu gehen, neigt sich die Waage deutlich zu letzterem!

Ich kann nur für den christlichen Glauben sprechen:

  • Sind die Regeln/Gebote moralisch oder grausam? Ja, die Gebote, die im Neuen Testament aufgestellt werden, sind moralisch (Nächstenliebe; andere behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte; Verzicht auf Rache usw.).
  • Kann Die Welt nur mit einem Gott bestehen? Ja, auf jeden Fall.
  • Braucht das Universum einen Gott? Davon bin ich fest überzeugt. Gott hat das Universum erschaffen und erhält es auch, bis Er irgendwann eine neue Welt erschaffen wird.
  • Ist es einfach nur Schwachsinn? Nein, m. E. definitiv nicht.
  • Kennt ihr euch mit diesen Religionen aus? Ja.
  • Seid ihr selber monotheistisch? Ja.
  • Wieso sind so viele Menschen Monotheisten? Weil m. E. die Bibel Gottes wahres Wort und Offenbarung für uns Menschen ist. Das Judentum gründet auf dem Alten Testament und der Islam hat Teile der Bibel übernommen (manche richtig, andere falsch).

Ich kenne mich mit dem Monotheismus wohl recht solide aus, da ich mich insbesondere mit dem Juden- und Christentum ausgiebig beschäftigt habe. Mein Islam-Wissen hängt da etwas hinterher, aber naja.

Ich finde nicht, dass der Monotheismus zwangsläufig einleuchtender sein muss als der Polytheismus oder andere Lehren, die eine Art "universale Gottheit" propagieren. Der Unterschied liegt darin, was die jeweiligen Gläubigen als "Gott" ansehen.

Die größte, heute noch bestehende polytheistische Religion ist bekanntlich der Hinduismus. Seine Götter erinnern eher an jene der alten Griechen, oder zum Beispiel auch an die der alten Germanen: es sind erhabene Gestalten mit mächtigen Fähigkeiten, die aber nicht perfekt sind. Sie streiten sich, begehen Dummheiten und empfinden auch Reue.

Ein Christ oder Muslim würde diese Wesen schlichtweg garnicht als Götter anerkennen, da diese Monotheisten nur an einen allmächtigen und perfekten Schöpfergott glauben, den es so und in diesem Ausmaß etwa im Hinduismus nicht gibt. Ich halte das monotheistische Konzept auch für unsinnig. Der Glaube von Juden, Christen und Muslimen ruft so viele Widersprüche und Paradoxa auf, dass ich an einen solchen "Übergott" nicht glauben kann.

Mir persönlich erscheint das Konzept einer Art allumfassender Gottheit oder kosmischer Urmacht noch am realistischsten, wenn ich mich denn unter vorgehaltener Waffe für ein Gottesbild entscheiden müsste.

  • Sind die Regeln/Gebote moralisch oder grausam?

Moral ist ein Gummiband. Sie kann den Erfordernissen der Zeit immer wieder angepasst werden. In der Zeit der Römer war es vollkommen normal und von der Moral gedeckt, Menschen in der Arena bei blutigen Kämpfen und beim Sterben zu zusehen.

  • Kann Die Welt nur mit einem Gott bestehen?

Götter sind Erfindungen der Menschen. Wenn der Blitz einschlug, musste jemand erklären können, was das zu bedeuten hatte. Die Evolution hat den religiösen Wahnsinn zugelassen, weil er sich für das menschliche Kollektiv als nützlich erwiesen hat, zumindest innerhalb der engen Realitätserfahrung von kleinen und einfach strukturierten Gesellschaften. Aber je komplexer sich eine Gesellschaft entwickelt und je grösser und vielfältiger ihr Wissen über die Welt wird, desto fragwürdiger wird der religiöse Zusammenhalt. Im heutigen Weltverständnis ist Religion kaum noch hinnehmbar. Sie entlarvt sich selbst als Urzeitreflex, als Bestandteil eines tief verwurzelten Herdentriebs, einer instinktgesteuerten Autoritätsgläubigkeit, die wir uns angesichts globaler Probleme schlicht nicht mehr leisten können. Religionen können nichts dazu beitragen, diese Probleme zu lösen, im Gegenteil. Sie vergiften die Welt mit Hass, Rückständigkeit und Elend.

  • Braucht das Universum einen Gott?

Nein, er würde sich darin nur verirren.

  • Ist es einfach nur Schwachsinn?

Das sind die Moralvorstellungen der Hirten die vor 2000 Jahren mit ihren Schafen und Ziegen durch die Gegend gezogen sind. Die haben in der heutigen Zeit einfach nichts mehr zu suchen.

  • Kennt ihr euch mit diesen Religionen aus?

Ja, ich wurde als Kind dazu gezwungen und konnte dem Unsinn auch später lange nicht entkommen.

  • Seid ihr selber monotheistisch?

Seit ich 9 Jahre alt bin nicht mehr.

  • Wieso sind so viele Menschen Monotheisten?

Weil die Religion ein Ausscheiden verbietet. Besonders im Islam sind die Menschen darin gefangen. Sie werden mit einer ganz realen Todesdrohung gezwungen weiter so zu tun als würden sie noch immer an Gott glauben.

Beim letzten Punkt muss ich dir aber widersprechen. Wo werden Christen und Muslime, die in Europa oder Amerika aus ihrem Glauben austreten umgebracht?

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@mi99hns

Ich meinte damit nicht unbedingt Europa, auch wenn es hier vereinzelt bereits zu solchen Vorfällen gekommen ist. Vielmehr habe ich die Heimatländer der Muslime gemeint. Im Christentum ist es eher ein Gruppenzwang, als eine weltliche Strafe.

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