Was haltet Ihr von meiner Satzerweiterung: ,, Der Sieger schreibt die Geschichte, aber ich muss sie ja nicht lesen"?

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11 Antworten

Klar ist, dass der Sieger (ob das jetzt ein Land, eine gesellschaftliche Gruppe oder Klasse, eine wissenschaftliche Richtung etc ist) tatsächlich das besetzt, was man in der Wissenschaft gerne die "herrschende Meinung" nennt oder die Geschichte einfach in einer Art und Weise darstellt, die andere Meinungen praktisch nicht vorkommen lässt.

Die Beispiele dafür sind Legion... Die großen Geschichtsschreiber des Altertums haben z.B. oft nichts anderes als Heldengeschichten über Feldherren, Herrscher etc. produziert. Das Gedicht "Fragen eines lesenden Arbeiters" von B. Brecht macht das sehr schön deutlich: http://www.die-linke.de/partei/dokumente/programm-der-partei-die-linke/bertolt-brecht-fragen-eines-lesenden-arbeiters/

Das gleiche gilt natürlich in der Bundesrepublik, in der seit 1989 versucht wird, alle sinnvollen Errungenschaften der DDR systematisch aus den Köpfen der Menschen zu verdrängen oder in der herrschenden neoliberalen Weltideologie, die uns seit Jahrzehnten einzureden versucht, eine angebotsorientiert und auf Konkurrenz basierte Wirtschaftsordung wäre "alternativlos" (da folgt Frau Merkel der ehemaligen britischen Premierministeren M. Thatcher) - obwohl diese Wirtschaftsordnung eine Krise nach der anderen produziert.

Dein Zusatz "... aber ich muss sie ja nicht lesen." klingt so, als sollte er sich widerständig lesen, als wolltest Du damit die Bereitschaft ausdrücken, über den Tellerrand hinauszudenken, tiefer zu forschen und die herrschende Meinung zu kritisieren. ABER: Es kann auch bedeuten, dass es Dir eigentlich völlig egal ist; dass Du eigentlich gar kein Interesse an der Geschichte hast.

Willst Du also kritisches historisches Interesse andeuten, solltest Du den Satz vielleicht erweitern. Vielleicht fehlt ihm dann aber die literarische Würze, die in der Kürze liegen kann. Schwierig...

Meine persönliche politische Einschätzung: Erstmal ganz symphatisch. Allerdings: Wirklich positiv ist das nur, wenn man tatsächlich begriffen hat, wer die "Sieger" sind und wo man suchen muss, um eine sinnvolle Geschichtsschreibung zu erhalten oder sich zusammenbasteln zu können. Und zur Zeit sind zu viele A...löcher und Volldeppen bei Pegida, Dügida, AfD oder Internetseiten wie PI etc unterwegs, als dass man davon bei allen Menschen ausgehen kann, die sagen, dass sie der herrschenden Geschichtsschreibung und politischen Meinungsmache nicht trauen. Was dort nämlich angeboten wird, ist noch viel übler als das, was die derzeit noch siegreiche Klasse der Kapitalisten und ihrer Lohnschreiber so anbieten - am rechten Rand bewegt sich das nämlich (von den hirnverbrannten Verschwörungsphantasien mal ganz abgesehen) in Richtung völkisch-rassistisches Nationaldenken - und das geht halt gar nicht.

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Kommentar von Rumpelstilzchen1
25.12.2015, 09:56

Danke für die umfangreiche Antwort. Ich finde es mit die
beste. Ist mir zwar zu tiefgründig aber wenigstens nicht oberflächlich. Meine Intention war dem endgültig klingenden Satz den Schneid abzukaufen, mit einem
Augenzwinkern. Um auszudrücken ich entscheide über mich und kein anderer.

Eine Frage an alle wenn die den Satz nicht gut finden oder
frustig, wie sollte er sich denn anhören? Schließlich habe ich Gedankenarbeit
verrichtet und das müssen erst mal die Nörgler Toppen.

frohe Weihnacht

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Ich halte die Erweiterung für - sorry - nicht sehr schlau. Wenn man Geschichtsdarstellungen überprüfen und hinterfragen will, sollte man sie schon kennen. Nur so kann man mit abweichenden Darstellungen vergleichen und herausfinden, was plausibel sein kann.

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Klingt zwar originell, spricht aber nicht für dich... Es geht ja nicht um irgendeine Geschichte, sondern um die Geschichte der Wahrheit. 

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Nichts persönlich nehmen, aber ich habe irgendwie das Gefühl das du die Alliierten und die Besatzung Deutschlands damit meinst...

Davon halte ich nämlich nichts.

LG

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Kommentar von Pestilenz2
18.12.2015, 22:35

Lol ? Starke phantasie ^^

Wie kommt man auf sowas

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grammatikalisch richtig aber inhaltlich nicht sinnvoll ;) wenn der sieger die geschichte schreibt, gibt es keine andere geschichte mehr... 

weil, diese eine geschichte egal ob falsch(bzw falsch, ist der falsche ausdruck... richtig ist "wahrhaftig") oder nicht ins allgemeine verständnis übergeht und andere Sichtweisen damit(aufgrund dessen, dass sie in den geschichtsbüchern stehen), nicht richtig seien können und hingegen jeder Logik alles andere als falsch angesehen wird. :)

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Kommentar von Kuppelwieser
18.12.2015, 23:15

Grammatikalisch ist bei euch beiden nichts richtig - und auch orthographisch! Und, seriöse Geschichtsschreiber gibt es auch bei dem Verlierer!

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Der Sieger schrieb die Geschichte und das war gut so. Niemand sonst hätte diese Verantwortung abnehmen können. Es war sinnvoll und auch notwendig, dass es so war. Es ist unsere Aufgabe, dies zu erkennen!


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Nichts.

Das ist ebenso albern, wie das typische Stammtischgeschwätz. Ein bischen Wahrheit und jede Menge Übertreibung.

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Hört sich gut an , aber man sollte die offiziellen Lügen auch kennen und verstehen.
Wahrscheinlich ist genau das Gegenteil der offiziellen Theorie korrekt.

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nichts halt ich davon, es drückt frust aus

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Kommentar von Rumpelstilzchen1
18.12.2015, 22:34

Wieso frustriert? Wenn der Satz so klingen soll, müsste er heißen : Der Sieger schreibt die Geschichte, und ich muss sie auch noch lesen?

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Das sagt mir das du der verlierer bist. 

Quasi ein negativer kontext.

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Kommentar von Rumpelstilzchen1
18.12.2015, 23:05

wen hast Du gemeint mit starker Phantasie?

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Für mich klingt das irgendwie ziemlich schnippisch. Wenn du das ja rauslässt wirds angenehmer, aber ich weiß nicht ob das deine Frage beantwortet...

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