Was haltet Ihr von Insekten und Würmern als neuartige Lebensmittel?

...komplette Frage anzeigen

40 Antworten

Die Vorstellung, komplette, rohe Insekten zu essen, begeistert mich nicht so. Aber: Ich esse auch keine ganzen Scampis mit Schale und beisse nicht in ein rohes Schaf oder kaue auf frischen Hühnerfüssen rum.

Verarbeitete Insekten zu essen, z.B. in Form von Burgern, Insektenbällchen (wie Falafel), zu "Schnitzeln" verarbeitet oder in kleinen Stückchen (à la Speckwürfelchen) in sowas wie einer Quiche, kann ich mir jedoch absolut vorstellen. Gekostet habe ich solches Essen noch nicht, aber ich gehe davon aus, dass der Geschmack eher eine Frage der Gewürze und weniger abhängig von den Insekten ist. Vorausgesetzt, die verarbeiteten Insektenprodukte schmecken mir und sind bezahlbar: Sicherlich würde ich das tun.

Was mir hierbei aber, wie auch bei jedem anderen Tierprodukt, wichtig wäre: Dass die Insekten anständig gehalten werden, nicht unnötig leiden und artgerechtes Futter erhalten. Mir ist klar, dass Insekten da andere (oftmals niedrigere) Ansprüche stellen als beispielsweise Schweine oder Rinder. Ein Mehlwurm fühlt sich in einer dunklen Schublade mit ein paar hundert Artgenossen vermutlich ganz wohl und für uns verdorbene Lebensmittelabfälle frässe er mit Vergnügen. Nicht umsonst kommen diese Tierchen in ungeputzten, verwahrlosten Küchen auch "natürlich" vor. Skeptisch bin ich aber Vorschlägen gegenüber, die zum Beispiel Styroporabfälle als Futter für Mehlwürmer vorsehen. Weder scheint mir das eine "normale" Ernährung für einen Mehlwurm zu sein, noch behagt mir der Gedanke, dass ich selbst am Ende ebenfalls zerkauten, in Mehlwurm umgewandelten Styropor essen würde...

Danke!

"...Styroporabfälle als Futter für Mehlwürmer..." empfinde auch ich als gruselige Vorstellung!
Hast Du vielleicht für dieses Szenario eine Quelle?

0

Landwirtschaft ohne Tierhaltung funktioniert nicht und das wird sie auch nie.

Ich habe schon des öfteren Reportagen über Insekten als Nahrungsmittel gesehen, wo der geringe Anfall von "Mist" als positiv bezeichnet wird. Ist er aber nicht.

Außerdem sind das dann Anlagen wo Millionen von Insekten produziert werden. Wenn sich dort Krankheiten entwickeln sind sie noch schwerer ein zu dämmen.

Und das sind winzige, unserem Ökosystem fremde Tiere. Die Leute die dort arbeiten können aufgrund der Größe schnell Tiere verschleppen. Das führt zu Neozoen und Konsequenzen für die Umwelt. Ganz besonders wenn die Insekten in Richtung höherer Futteraufnahme und stärkerer Reproduktion gezüchtet werden. Wenn die in Freiheit gelangen löst das gewaltige Ernteschäden aus.

Mir ist die ganze Kiste zu heiß und ich sehe auch keinen tieferen Sinn darin Insekten zu unserem zukünftigen Eiweiß Lieferanten zu machen.

Nur weil es woanders üblich ist, muß man es nicht mögen. Auf diesen Zug springe ich als Verbraucher ausnahmsweise mal nicht auf, da ich keine Lust habe ganze Organismen und nicht nur deren Fleisch zu verspeisen.

Ich prophezeie dem Ganzen auch keine große Zukunft in den westlichen Industrieländern. Nicht bei der Übersorgung im allgemeinen, und nicht solange es die Nutztiere gibt die den Menschen in den letzten Jahrtausenden ernährt haben. Es wird nicht mal eine Lücke wie Sushi oder Rohkost (bitte beliebig ergänzen) erreichen, aber mit Sicherheit die Bankkonten einiger Leute füllen.

Ich würde tatsächlich gerne mal geröstete Heuschrecken ausprobieren. Leider scheint es entweder nicht einfach oder recht teuer zu sein Speiseinsekten in DE zu kaufen.

Unter 20€ für 100 Gramm Buffalowürmer scheint man nicht zu kommen. Heuschrecken kosten nochmal deutlich mehr. Dafür wäre es mir halt deutlich zu teuer.

Würdet Ihr Insekten und Würmer als Nahrung akzeptieren? 

Ja, aber nicht als Ersatz für Fleisch. Ich hab schon ein bisschen rumexperimentiert mit Insekten und muss sagen, die meisten sind nicht sehr geschmackvoll. Vor allem kleine Insekten.

Würmer stell ich mir konsistenzmäßig schwierig vor, besser Insektenlarven.

Probieren würde ich es sehr gern.

Ob das ökologisch und gesundheitlich Vorteile hätte, sehe ich aber noch nicht als ausreichend belegt oder erforscht an.

Sobald Geld in großem Stil damit gemacht wird, tauchen die Probleme wie bei allen industriellen Lebensmittelproduktionen auf. Minderwertiges Futter, Epidemien durch zu viele Individuen auf engem Raum, Medikamente... Schöne Bio-Insekten, mit echten Gemüse gefüttert, why not.

Aber ob man das in großen Mengen essen und Fleisch damit ersetzen sollte? Fleisch ist nicht nur Eiweiß. Die Menschheit hat doch keine Erfahrung mit insektenbasierter Ernährung. Da müsste man erst mal Langzeiterfahrungen sammeln. Ich möchte nicht so gern das Versuchskaninchen spielen.

"Die Menschheit hat doch keine Erfahrung mit insektenbasierter Ernährung."

Wie kommst Du denn darauf?

Entomophagie ist weit verbreitet: https://de.wikipedia.org/wiki/Entomophagie_beim_Menschen

0
@Beutelkind

Ich meinte nicht, dass Menschen Insekten essen, das ist mir schon klar.

Ich schrieb "basiert", weil ich ausdrücken wollte, dass Insekten einen den größten Teil der Ernährung, bzw. das komplette Eiweiß der Ernährung ausmachen könnten.

Wenn Menschen vorher ihr Eiweiß über Säugetierfleisch zu sich nehmen und dann diese komplette Menge nur noch über Insekten zu sich nehmen würden, ob das gesund wäre.

0

Ich habe mich schon häufiger gefragt, warum wir keine Insekten essen.

Aufgrund der wachsenden Bevölkerung sollten wir auf andere Protein-Quellen zurück greifen. Insekten sind hier ideal. Sie sind relativ anspruchslos an deren Haltungsbedingungen. Auch stellen sie keine hohen Anforderungen an das Futter. 

Ich hoffe das der ökologische Fußabdruck durch den Ersatz von Fleisch durch Insekten stark sinkt.

Zudem gibt es Probleme mit Krankheiten bei Säugetieren. Manche Krankheiten können auch auf den Menschen überspringen. Probleme mit den Tierschutz wären wohl geringer.

Ich habe mal einen Mehlwurm probiert. Ich fand den gar nicht so schlecht. Geschmacklich spricht also eher wenig dagegen.

Das Einzige was gegen den Verzehr von Insekten spricht ist die Abneigung gegen Insekten. Ich glaube viele brauchen nur noch ein wenig Zeit um sich an Insekten zu gewöhnen.

Wenn es ökologisch eine Verbesserung würde ich es sehr begrüßen, wenn wir mehr Insekten essen würden.

Was spricht dagegen, sich von einem Bio Bauernhof, auf dem glückliche Tiere leben, die frei laufen, gestreichelt werden und gutes Futter bekommen, sich einen saftigen Steak oder Rouladenfleisch zu kaufen ? Dieses Fleisch schmeckt ganz anders als das aus den Supermärkten und man kann es mit gutem Gewissen genießen.

Insekten und Würmer, ich wüsste jetzt nicht welche. Wie tötet man die vorher oder werden sie standardmäßig lebend in der Pfanne gebraten ?

Das ist nichts für mich, würde mich nicht satt machen und würde mich anekeln, solche Krabbeltiere zu essen.


Wenn es hart auf hart kommen würde, würde ich die wohl essen wenn ich nicht verhungern will (wobei roh ginge gar nicht, wenn dann geröstet oder so). Sollen ja sehr gesund sein und viele proteine haben.

Nur kurz vor dem Verhungern. Mir passt nicht nur das Krabel und Schleimzeugs optisch als Nahrung nicht, sondern vorallem auch die Konsistenz zwischen den Zähnen, beim Beissen, Schlucken usw. Fleisch von Rindern, Hühnern, Schweinen, Wild usw hat eine Konsistenz welche mir zusagt. 

"Nur kurz vor dem Verhungern."

Das ist der Grund, warum ich das gerne mal trainieren würde. Wenn ich mal in eine unangenehme Notsituation komme, wären Insekten ein probater Eiweißlieferant. Blöd dann, wenn man erst seinen Ekel überwinden muss und dadurch ein, zwei Tage länger hungern muss, bis man die Viecher endlich isst.

2
@Mojoi

Ich würde alles zusammenmixen, mit einem Stein vermörsern und mit Wasser ein Mus machen. Denke so krieg ich es locker runter! Wenns denn sein muss! 

1

Nichts.Jedenfalls nicht für mich. Andere mögen das anders sehen, aber ich könnte das nicht essen vor lauter Ekel.

Obwohl ich gerne Shrimps esse und die ja auch aussehen wie Würmchen. Aber es sind halt keine!

Ich selbst bin aufgewachsen ohne Würmer und Insekten als Nahrung.

Für meine Kinder will ich diese neue Nahrung fördern. Meinen Kindern würde ich niemals verwehren, Regenwürmer zu essen. Für mich würde ich es eklig empfinden. Aber für die nächste Generation ist es eine gute Möglichkeit zu überleben. Ich meine im Krieg oder Bürgerkrieg in Zukunft.

Bei einigen Arten muß man vorsichtig sein. Die Ameisen in Deutschland kann ich essen. Und weil 3 oder 4 Stück angenehm waren, habe ich geglaubt, daß es bei allen Ameisen so wäre. Einmal wollte ich in Mosambik eine sehr große Ameise verspeisen und die hat so bitter geschmeckt, ich mußte sofort ausspucken. Vielleicht war die giftig.

Mein nächster Versuch wird vermutlich ein lebender Grashüpfer sein. Ob ich das schaffe weiß ich noch nicht. Es wird mich viel Überwindung kosten.

Ist für mich keine Alternative und würde ich auch nicht essen.

Kulturell Mit der Kultur objektiv dagegen zu argumentieren ist natürlich unlogisch, denn die Kultur steht ja gerade auf dem Prüfstand. Ich sag ja auch nicht "Ein weißes Auto? Geht nicht - meins ist doch schwarz!"

Objektiv Im Sinne von Kosten und Nutzen kann man hier eigentlich nur gewinnen. Je nachdem, was man züchtet fressen Insekten eigentlich alles und können auf engstem Raum gehalten werden. Der Konsum von Insekten ist mindestens genau so gesund wie die Alternativen.

Subjektiv Ich selbst würde mich auch freuen, wenn Insekten höchstens indirekt - also zur Unkenntlichkeit verarbeitet in meinem Essen wären. Das ist aber mein persönliches, psychologisches Problem und spricht nicht dagegen, zukünftige Generationen daran zu gewöhnen.

Bei vielen Völkern ist das schon immer üblich und manche Tiere schmecken nicht schlecht. ich mag z. B. gegrillte Heuschrecken. Sie liefern durchaus Eiweiß, manche mehr und manche weniger. Allerdings wird es hier in Deutschland eher schwierig diese Tierchen zu bekommen und wenn doch dann wahrscheinlich nur gegen teuer Geld und ob sie als Ersatz für Fleisch geeignet sind, ist fraglich.

Puh... ich müsste da schon ziemlich hart an meinen anerzogenen Essgewohnheiten arbeiten. Ich fürchte, leicht wäre das nicht.

Dabei sorge ich mich weniger um den Geschmack oder etwaige Risiken. Ist einfach so eine innere Sache.

Mit Scampis habe ich z.B. überhaupt keine Probleme, die könnte ich tonnenweise futtern.

Mir fällt aber pauschal keine klassische Insektenart ein, bei der ich meinen Ekel am leichtesten überwinden könnte. Auf jeden Fall muss es geröstet sein. Raupen vielleicht... Bienenlarven...

Angesichts des starken Rückgangs der westlichen Honigbiene würde ich den Verzehr von Bienenlarven wohl hintenanstellen... Aber ich versteh Dich schon, die Biene, bzw. ihre "Produkte" sind in unsere Nahrungskette ja bereits aufgenommen...

5
@Beutelkind

Also es müsste irgendwas sein, was beim Zerkauen nicht so "knurpschelt", ich also jedes einzelne Beinchen mit der Zunge ertasten kann. Allerdings auch nicht matschig / glibberig.

Dazwischen gibt es nicht viel...

 

1
@Beutelkind

Panade!

Ich hatte schon gegrübelt, mit welchen Hilfsmitteln man das essbar machen kann. Kandieren und so'n Gedriss. Bin aber auf die naheliegende Panade nicht gekommen!

Raupen panieren, frittieren, und die Dicke der Panade peu á peu verringern.

2

Warum nicht? In anderen Regionen sind das ja auch beliebte Lebensmittel und eine wertvolle Eiweißquelle.

Und mal ehrlich: Wer hätte sich bei uns vor 40 Jahren vorstellen können, dass zum Beispiel gegrillter oder eingelegter Tintenfisch eine wahre Delikatesse sein kann? Wer kannte (und schätzte) denn damals schon Schafskäse? Und auch der verbreitete Verzehr von Muscheln war früher mal für große Teile unserer Bevölkerung undenkbar (Typische Äußerung: "Igitt, dies glibberige Zeugs.....").

Was der Bauer nicht kennt... :)

5

Besser ist es die Verwertung auf dem Umweg zu belassen: eine fröhliche Hühner-Schaar mit gutem Auslauf ins Freiland.

Gute Idee :)

Hühner sollen sogar Zecken fressen, hab ich mal gelesen.
Dann haben die Viehcher auch mal einen Sinn...^^

2

Grundsätzlich hab ich nichts dagegen. Viele (Natur-) Völker haben Insekten und Spinnentiere regelmäßig auf dem Speiseplan. Die Tiere sind Fett- und Eiweißreich, also echte Energiequellen für den Körper.

Ich selbst habe noch keine Insekten gegessen, jedenfalls nicht absichtlich. ;)

Aber probieren würde ich schon. Einige Tierchen sollen auch sehr lecker schmecken.

Unabsichtlich hatte ich mal eine Eintagsfliege... Das war doof!

1
@Beutelkind

Ich hab beim Softtennis im Garten mal eine kleine Fliege in den Mund bekommen. Hat süßlich geschmeckt. Vielleicht eine Fruchtfliege. *haha*

Aber was ich zuerst als ernsthafte Mahlzeit probieren würde, sind frittierte Mehlwürmer. Die sollen einen milden, nussartigen Geschmack haben. - Klingt doch nicht übel.

3

Ich habe einmal Insekten probiert und muss sagen, richtig zubereitet schmeckt das echt gut. Ich denke aber nicht dass ich das selber machen würde, ist für mich was besonderes.

Was möchtest Du wissen?