Was haltet ihr von Inklusion in der Gesellschaft?

Das Ergebnis basiert auf 4 Abstimmungen

Nein, bin dagegen weil 75%
Ja, bin dafür weil 25%

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Nein, bin dagegen weil

... weil das nicht in aller Konsequenz zuende gedacht worden ist.

Es reicht nicht, alle Kinder in einen Raum zu stecken. Damit wird eine Diskriminierung noch begünstigt.

Ja, bin dafür weil

ja, aber es müssen auch entsprechende Ressourcen zur Verfügung stehen um deren Schwierigkeiten auszugleichen. Aber ich finde, das ist die Gesellschaft sich selbst schuldig. Gleichberechtigung heißt eben nicht alle gleich zu behandeln, sondern jedem das zu geben was er braucht um gleichberechtigt teilzuhaben.

Schöner Vorsatz, das war ja auch die Idee. Funktioniert jedenfalls in der Schule nicht gut.

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@SturerEsel

Stimmt, aber deshalb ist nicht der Inklusionsgedanke falsch, sondern die Umsetzung.

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@Sanja2

Bitte lies meine Kommentare.

Inklusion im Berufsleben kann insofern funktionieren, dass ein Kollege im Rollstuhl einen passenden Arbeitsplatz bekommt.

Inklusion in der Schule KANN nicht funktionieren. Oder würdest du den vielen jungen Lehrern jetzt unterstellen, dass sie versagt haben? Ja, sie haben versagt. Aber nicht aus fehlendem Engagement, sondern aus völliger Unkenntnis der Realität.

Ich habe auch immer gehört "Wir schaffen das mit ihrem Pflegekind!"

Die Stimmen wurden immer leiser im Laufe der Zeit.

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@SturerEsel

so wie das System gerade aufgebaut ist kann es nicht funktionieren. Ich weiß nichts über dein Pflegekind, aber ja, ein Lehrer kann nicht plötzlich X Behinderungen kennen und adäquat darauf eingehen. Dafür braucht es Fortbildungen, sowie räumliche, personelle und Ausstattungsressourcen. Aber noch mal der Inklusionsgedanke ist nicht falsch, denn aktuell wird er einfach nicht umgesetzt. Aktuell heißt es, steck die Kinder mit Mehrbedarf in der Regelsystem und lass es durch einen engagierten Lehrer retten. Ja ne, so gehts halt nicht, weil ein Kind mit Mehrbedarf eben andere Ressourcen benötigt als nur einen engagierten Lehrer.

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@Sanja2

Prinzipiell möchte ich dir recht geben und es ist tatsächlich so, dass ein engagierter junger Lehrer mit der Situation allein gelassen wird. Zwar werden sie rudimentär ausgebildet, aber das reicht bei weitem nicht aus. Wie auch?

Weder die personellen, noch die räumlichen Voraussetzungen sind vorhanden. Nochmals, wo sollen die plötzlich herkommen?

Aber die theoretische Überlegung an sich ist bereits fehlerhaft. Ja, es gibt schlaue Kinder. Ja, es gibt "beeinträchtigte" Kinder, die niemals in der Lage sind bzw sein werden, ein eigenständiges Leben zu führen. Diejenigen, die immer eine Betreuung benötigen werden.

Dies anzuerkennen würde bereits helfen. Noch mehr würde es helfen, diese Kinder und Jugendlichen nicht gemeinsam unterrichten zu wollen. Die einen sind gelangweilt, die anderen überfordert. Da gibt es keinen Konsens.

Was wollen wir da erreichen? Eine sozialistische Gesellschaft?

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@SturerEsel

doch das geht sehr gut, aber man muss weg das Schulsystem wie es heute läuft zu denken. Man kann sehr individualisiert unterrichten. Und es geht nicht darum jemanden auszusortieren, der sein Leben lang Hilfe benötigen wird. Das ist doch ok, wenn ein Leben lang Inklusion gelebt wird, dann wird er ein Leben lang mit dem ausgestattet was er braucht um teilzuhaben. Und ganz ehrlich, auch ohne inklusiv zu denken braucht unser Schulsystem ganz dringend eine Neuorientierung.

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Kommt auf die Behinderungen und Einschränkungen an, wenn sie den Unterricht zumindest teilweise folgen können und der Unterricht für die Anderen nicht beeinträchtigt wird.

Nein, bin dagegen weil

In den Schulen grandios gescheitert. Es gibt Kinder, die auffällig sind. Diese Kinder stören den Unterricht, Inklusion hin oder her.

Irgendwann ist es dann soweit, dass genau diese Kinder aus der Klasse heraus genommen und separat unterrichtet werden, im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Dazu kommt noch, dass Förderschulen viel besser und spezieller ausgestattet sind, um den Schülern gerecht zu werden und sie bestmöglich zu fördern.

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@Wechselfreund

Die Förderschulen wurden in den vergangenen Jahren massiv im Budget gekürzt. Politische Gründe natürlich.

Kurz aus dem Nähkästchen. Wir haben ein behindertes Pflegekind. FAS, ADHS, AVWS, aggressiv, das ganze Programm.

Er musste (!) 6 Jahre lang auf die Regelschule gehen, bis die erkannten und eingestehen mussten, dass er dort nicht richtig aufgehoben sei.

Jetzt geht er seit einem Jahr auf die Förderschule und alles ist tutti. Sechs verlorene Jahre. Auf Kosten eines Kindes!

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@SturerEsel

Ich habe sowieso die Befürchtung, dass von einigen Politikern die Inklusion so hoch gehalten wird, weil man hofft, so Geld zu sparen.

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@Wechselfreund

Natürlich. Behinderte Kinder zu betreuen ist teuer. Das wollte man als Nebeneffekt sparen. Jetzt fällt das ganze System in sich zusammen, es wird doppelt so teuer, diese traumatisierten Kinder und Jugendlichen zu betreuen.

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@SturerEsel

Nicht nur die Kinder. Ich habe an einem Gymnasium unterrichtet, wo es eine Inklusionsklasse gab. Kolleginnen hatten sich mit großem Idealismus für den Unterricht in dieser Klasse gemeldet. Nach einigen Monaten mussten sie den Unterricht in dieser Klasse mit burnout aufgeben.

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@Wechselfreund

Ganz toll. Eine dumme Idee, mit viel Enthusiasmus aufgenommen und grandios gescheitert.

Ja, und was passiert jetzt mit diesen "besonderen" Kindern und Jugendlichen? Sie wurden gemobbt und gehänselt. Viel Arbeit für die Psychiatrien. Das hätte man verhindern können.

Eine zugegeben enthusiastische Idee, an der Realität vorbei gegangen. Auf dem "grünen Tisch" entworfen, aber von tuten und blasen keine Ahnung. Alles nur politisch.

In den kommenden Jahren werden ganz still und leise diese Förderschulen wieder aufgebaut.

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Nein, bin dagegen weil

Es funktioniert praktisch nicht.

Es ist extrem anstrengend für alle.

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