Was haltet ihr von Gunnar Heinsohns Kriegsindex?

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2 Antworten

Nicht viel. Die behauptete Kausalität ist ordentlich wirr. 

Wie sehr so einfache Formeln in die Hose gehen können zeigt für mich die Stellung der USA  oder Saudi Arabien im Kriegsindex, der für diese Länder besonders günstig ausfällt. Hier verbergen sich gigantische Milliarden-Summen an Kriegskapital.   Nur dass die damit geführten  Kriege und Konflikte weit weg von Zuhause ausgetragen werden. Überdurchschnittlich viel junges, männliches Menschenmaterial wird dafür nicht benötigt. Nur eine große Kriegslobby und der Drang an internationalen Verteilungs- und Machtwettkämpfen teilzunehmen. Cyberkriegsführung, Drohnenkrieg - die Kriegsführung braucht auch schon lange nicht mehr nur junge Männer sondern vermehrt IT-Spezialisten. Was Gunnar Heinsohn scheinbar auch nicht mitbekommen hat ist, dass viele Militäreinheiten schon lange nicht mehr nur aus Männern bestehen. In des USA stellen in der  Air Force 19 %, bei der Navy 17 % und bei der Army 13 % die Frauen. Tendenz steigend. 

Fazit: Gunnar Heinsohn stellt einen Kriegsindex auf, der gar keiner ist. Es ist ein Kriegsindex nur für ganz bestimmte Kriege. Nämlich für Bürgerkriege und zwar Bürgerkriege in armen Ländern. Ja in armen Ländern sieht die Demografie anders aus - welch ein Wunder.  Aber die Demografie macht keinen Krieg. Wie er es daraus schafft einen kausalen Zusammenhang zu unterstellen ist mir ein Rätsel. 

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Kommentar von Brieftasche1982
18.06.2017, 18:34

Gibt es denn ein friedliches Land mit hohem Kriegsindex, welches nicht zufällig durch einen gewaltigen Ölvorrat seine Kinder im ÖD beschäftigen kann?

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Kommentar von nax11
18.06.2017, 18:41

Was man von dem Index hält ist eine Sache, aber die USA fällt völlig aus dem Index raus. Die betreibt nämlich aktive, globale Imperialpolitik (wie Römisches od. Britisches Empire), was auf die sog. Problemländer eben nicht zutrifft.

Übrigens spricht Heinsohn keineswegs von armen Ländern, sondern von ehemals armen - ob das stimmt habe ich nicht überprüft, aber es macht schon Sinn, daß verhungernde Menschen als Soldaten völlig unbrauchbar sind.

Für uns - sorry - sind jene Flüchtlinge aber auch unbrauchbar, die aus wirtschaftlichen Gründen abhauen und dann unseren Lebens-standard drücken.

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Ob Heinsohns Zahlen (Index) stimmen weiß ich nicht.

Aber seine Analyse ist fundiert.

Wenn wir nicht irgendwann anfangen die Flüchtlinge nach Asylanten und Einwanderern zu selektieren, dann wird uns das Problem bald überfordern.

Das Beispiel Australien ist in dem Rahmen interessant: vor 2013 kamen pro Jahr etwa 2000 Flüchtlingsboote. Seitdem sichert Australien die Grenzen militärisch und es war im Folgejahr nur noch ein einziges Boot.

Das bezeichnen manche als inhuman, aber ich muß Heinsohn zustimmen, daß die meisten Flüchtlinge tatsächlich keine Asylanten sind. Ob es denen zuhause schlechter geht mag zwar unschön sein, aber es ist keine Option in Europa eine Einwanderung zu erzwingen. Und für Europa ist das kein Grund die Einwanderung zuzulassen - oder sogar aktiv zu fördern, wie unsere jetzige Regierung es getan hat !

Gruß

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