Was haltet ihr von Geschlechterquoten?

Das Ergebnis basiert auf 41 Abstimmungen

gegen quoten 63%
anderes 20%
für quotn 17%
naja besser wie reine Frauenquoten 0%
Quoten sind nur im Staatsdienst gut 0%

19 Antworten

anderes

In einer idealen Welt wären Quoten absolut nicht nötig, weil jeder absolut die gleiche Chance hätte, es total fair immer nur nach Eignung ginge und sowas wie Klüngeleien nicht existierten.

Ist aber leider nicht so. Ich war auch lange gegen die Frauenquote, weil ich dachte, dass man damit als Frau erst recht stigmatisiert wird. Je mehr ich aber in Führungspositionen gearbeitet habe, desto mehr sehe ich, dass es Strukturen gibt, die nichts mit Qualifikation und Qualität zu tun haben und die es aufzubrechen gilt.

Dabei geht es in meinen Augen nicht nur darum, einer gewissen Sorte Männer mal Grenzen aufzuzeigen, sondern v.a. auch darum, Frauen zu ermutigen, ins kalte Wasser zu springen, sich was zuzutrauen und nicht ständig ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Ich hab das so oft mittlerweile erlebt, bei der Auswahl von Kandidaten für Podiumsdiskussionen z.B., dass Männer einfach zusagen, egal, wieviel sie vom Thema verstehen, einfach, weil sie es cool finden, gefragt zu sein (oder so von sich überzeugt sind, dass es ja nichts gibt, wovon sie nichts verstünden). Gleichzeitig sagen dann Frauen ab, die seit zehn Jahren in dem Themenbereich arbeiten oder überlegen, ob sie in die Runde passen und wie "sie sich am besten vorbereiten". Beides muss aufhören - die Selbstüberschätzung auf der einen, aber auch dieses Selbstabwertung auf der anderen Seite. Auch Sexismus, verbal wie körperlich, ist eine Sache, die vor allem da vorkommt, wo Männer noch frei aufspielen können und meinen, dass es ihr ureigenstes Revier ist, wo Frauchen gefälligst maximal schön auszusehen und Kaffee zu kochen hat. Solche Dynamiken kann man auch am ehesten dadurch auflösen, dass die Zusammensetzung der Gruppe diverser wird.

Interessant wird es an Stellen, wo tatsächlich nicht genug Leute gefunden werden, um eine Quote zu erfüllen. Da ist dann die spannende Frage, ob es wirklich am Thema / der Sache liegt oder an geschlechter- bzw. genderspezifischen Präferenzen - und dahinter wiederum die Frage, wo es Biologie und wo Sozialisation ist.

Ich hoffe, dass die Frauenquote nur ein Hilfsinstrument ist, das temporär das Aufbrechen althergekommener Strukturen unterstützt. Im übrigen ist das Thema Diversität ja mehr als nur Geschlecht. Auch Fragen nach Herkunft, sei es nun Ost- oder Westdeutschland oder Menschen mit Migrationshintergrund oder auch soziale Herkunft bzw. berufliche Ausbildung tragen zu einem besseren, weil plural repräsentativeren Entscheidungsprozess bei.

für quotn

Mit Quten alleine ist es nicht getan. In vielen Bereichen braucht es auch Gesetztesanpassungen.

Ich finde den Artikel leider nicht mehr, aber eine Vorstandvorsitzende wollte in Mutterschutz. Es gibt aber keine Regelungen für Mutterschutz für Vorstandsvorsitzende. heißt im Klartext, die gute Frau muss ihren Posten komplett aufgeben, oder bleiben und alle Konsequenzen tragen, ohne Entscheidungsgewalt zu haben.
Das kann auch keine Lösung sein.

Und was soll, das hier heißen?

Ich gehe auch davon aus dass meist dann sowieso 70% Männer wären da Männer ja meist besser geeignet sind für diese Jobs

Abgesehen von der grottigen Grammatik?
Wenn es jemals eine Arbeit gibt, die Männer allein mit ihrem Penis ausführen... Ja. Dann kann ich verstehen, dass dort nur Männer tätig sind. Alles andere können Frauen genausogut.

Es geht ja auch um den Terminus "bei gleicher Qualifikation". Letztendlich nachweisen, warum eingestellt wurde, oder eben nicht, kann keiner.

Viele der angestrebten Posten sitzen in gewachsenen (männlich dominierten) Strukturen. Als Mann hat man es da einfacher. Quoten dürfen niemanden benachteiligen, ja. Aber dass man dieses Thema überhaupt noch ansprechen muss, zeigt doch, dass hier viel im Argen liegt. Es geht nur darum, einen Fuß in die Tür zu bekommen, nicht, Männer aus der Arbeitswelt zu verdrängen.

anderes
(in meinen Augen sexistisch gegenüber von Männern UND Frauen, da es den man objektiv benachteiligt und die Frau so hinstellt als wäre sie eh unfähig)

wie kommst du dazu dass es den Mann benachteiligt, gerade wie wenn in deinem Beispiel es je 30% sind?
Warum stellt das die Frau so hin als wäre sie unfähig?

egal was man tut man diskriminert immer irgendwen damit, das ist nunmal nicht ausweichlich. Und sei es wenn man bei der Partnerwahl oberflächlich ist oder sich die Haare nur von einer Frau schneiden lassen will zB.

das ist etwas völlig anderes.

Jeder unternehmer sollte selbst entscheiden wenn er einstellt. Das ist genau wie mit dem Arbeitsrecht (ich finde auch Höchstarbeitszeiten nicht sinnvoll, dass muss sich jeder Utnernehmer selbst mit den Mitarbeitern ausstreiten)

bei ersterem bin ich in der theorie bei dir. bei zweiterem nicht so ganz. denn damit lässt sich schnell ein machtgefälle herstellen und der gruppendruck innerhalb eines betriebs ist auch nicht zu unterschätzen. Mitarbeiter*innen haben dann oft die Möglichkeit mitzuziehen oder arbeitslos zu werden. Das erachte ich als wirklich nicht sinnvoll.

Ich gehe auch davon aus dass meist dann sowieso 70% Männer wären da Männer ja meist besser geeignet sind für diese Jobs wo es Quoten gibt, für jene Männer die dann noch dort arbeiten wollen würden wäre es erst Recht eine Diskriminerung wenn sie dann nur wegen ihrem Geschlecht nicht reinkommen.

warum denkst du dass Männer besser dafür geeignet wären?
Ich weiß nicht wie du dazu kommst, aber mich beschleicht das GEfühl des unterschwelligen Sexismus nach ein paar Aussagen von dir doch sehr stark. Aber ich höre mir gerne an was du dazu zu sagen hast, vielleicht missverstehe ich dich einfach nur sehr.

erst Recht eine Diskriminerung wenn sie dann nur wegen ihrem Geschlecht nicht reinkommen.

das ist etwas wo ich auch das problem sehe. aber die Quote sieht, meines Wissens zumindest, auch hier lasse ich m ich gern berichtigen, bei "gleicher Eignung" vor.

Im wesentlichen sind Quotenregelungen in meinen Augen so ein Merkmal staatlicher Unterdrückung. So frei nach dem Motto "ich zwinge euch Blödsinn auf und ihr meine lieben Untertanen müsst nach meiner Pfeiffe tanzen sonst sperre ich euch ein hahaha".

der Schlussatz macht für mich das ganze ein wenig lächerlich was du geschrieben hast.

Ich finde den Gedanken an eine Quotenregelung rässlich. Gemäß meinen eigenen ERfahrungen in dieser Gesellschaft, die durchaus patriacharisch geprägt ist und wo immernoch nur wenige Frauen in Führungspositionen sind etc, sehe ich aber durchaus den Sinn davon. Für mich ist es eine lästige, aber langfristig sinnvolle Übergangsregelung bis die Gesellschaft aufgeholt hat was das ganze angeht.

In einer für mich idealen Welt wäre das biologische oder soziale Geschlecht egal in welcher Situation komplett obsolet - braucht in meinen Augen kein Mensch da es nichts über eine Person aussagt.

das ist etwas wo ich auch das problem sehe. aber die Quote sieht, meines Wissens zumindest, auch hier lasse ich m ich gern berichtigen, bei "gleicher Eignung" vor.

Es gibt keine gleiche "Eignung"

Jeder Lebenslauf ist nämlich völlig individuell.

0
@Tonis9706

Da bin ich bei dir, es geht mir auch nur um die Quallifizierung die man ja durch bestimmte Bewerbungsverfahren noch besser rauskristallisieren. Ich dachte das wäre ersichtlich. Daher auch "gleiche Eignung" in Anführungszeichen.

1
@Kabisa

Stimmt. Die Anführungszeichen sind wohl untergegangen. 😅

1
@Tonis9706

Trotzdem danke für den Hinweis, die Formulierung kann schon irreführend sein.

1
@Kabisa

Ansonsten. Es gibt durchaus Berufe, die aufgrund des Geschlechts Problembehafteter sind. In solchen Berufen wäre eine Frauenqoute teilweise gemeingefährlich. Ich nehme meine Berufsgruppe mal als Beispiel und erzähle dazu eine kleine Anekdote. Ich bin Fluggerätmechaniker. Wir klettern öfters mal in den Winkel und nieten oder schweißen Metalle zusammen. Dabei liegt man auch manchmal über längere Zeit auf seiner Brust herum... Nunja. Wir hatten mal eine Kollegin, die (ich sage es jetze mal so plump) ziemlich dicke Euter hatte.. Sie plagte immer über Brustschmerzen.. Irgendwann war sie längere Zeit krankgeschrieben, kam aber nicht wieder. Ich kann mir vorstellen, dass das auch bei weniger Vorbau schon echt problematischer wird. Also ein Beruf, den Frauen zumindest im Bereich der Fertigungstechnik die Finger lassen sollen. Weiches Gewebe ist eben für Quetschungen anfälliger..

Ansonsten sollte Frau natürlich niemand davon abhalten, diesen Beruf auszuführen, wenn sie keine Beschwerden haben. Aber für viele Berufe wäre eine Frauenqoute alleine schon körperlich nicht realisierbar.

0

"(ich finde auch Höchstarbeitszeiten nicht sinnvoll, dass muss sich jeder Utnernehmer selbst mit den Mitarbeitern ausstreiten" - Das würde funktionieren, wenn es ein Überangebot an Stellen geben würde. Da man aber oft mehr oder weniger gezwungen ist, eine Stelle anzunehmen, ist die Möglichkeit zum "ausstreiten" begrenzt. Deshalb halte ich eine staatliche Regelung für sinnvoll.

anderes

Feste Quoten sind am Ende nur das Eigenständnis versagt zu haben, aber gut die Thematik ist kompliziert, ein starre Quote an der Realität vorbei. Es gibt nunmal Berufe in denen eher Männer dominieren und andere in denen eher Frauen dominieren.

Nehmen wir mal ein praktisches Beispiel, was auch gut zu Deutschland passt. Der Maschinebau ist hierzulande sehr stark, aber gerade mal 10% der Maschinenbaustudenten sind Frauen.

https://www.ingenieur.de/karriere/bildung/hochschule/die-wahren-gruende-fuer-den-geringen-frauenanteil-im-maschinenbau/

und entsprechend verteilen sich nachher auch die Bewerbungen. Eine 50% Quote würde ja quasi dazu führen das jede Frau, die sich bewirbt ja schon fast angenommen werden muss, denn woher sollen den später die Führungskräfte kommen?

Ich denke wir sollten uns darauf konzentrieren Diskriminierungen zu verhindern, aber Quoten sind dazu meist völlig ungeeignet. Das Problem sind ja gewachsen Strukturen und die hinken naturgemäß hinterher, aber der Wandel ist ja bereit sichtbar und mit der Zeit wird sich das Problem erübrigen.

hier übrings auch mal ein (eigentlich nur konsequenter) Satire Artikel zu Quoten

https://www.der-postillon.com/2012/03/frauenquote-soll-zahl-weiblicher.html

Was möchtest Du wissen?