Was haltet ihr von diesem Arbeitszeugnis - negativ?

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8 Antworten

Hallo JM 1986,

ohne das komplette Zeugnis zu kennen und in welcher Branche und wie lange du dort gearbeitet hast, kann man das Zeugnis nicht bewerten.

Deshalb kann ich dir nur schreiben, was auffallend an deinem Zeugnis ist:

  • Kurze und knappe Formulierungen
  • bei der Leistungsbewertung fehlt deine Motivation und die Nennung von Erfolgen
  • Sozialverhalten: gab es keine Externen oder Kunden? Die fehlen hier
  • Ehrlichkeitsvermerk: gehört nur in ein AZ, wenn Du mit Geldverkehr zu tun hattest
  • Schlussteil: kein Bedauern über deinen Fortgang, man wünscht dir für die Zukunft alles Gute und Erfolg (kann bedeuten, dass du in der Firma eben keinen Erfolg hattest)


Auch wenn deine zusammenfassende Leistungsbewertung 


stets zu unserer vollen Zufriedenheit 

einer 2 entspricht, so wird das gesamte Zeugnis durch die o.g. Punkte deutlich abgewertet.
Knappe Formulierungen und das "Weglassen" bestimmter Punkte sind ein beliebtes Stilmittel in Arbeitszeugnissen, um (negative) Botschaften zu senden. 

Daher würde ich das Zeugnis (unter Vorbehalt, da hier nur ein Ausschnitt zu lesen ist) im Bereich 3 Tendenz nach unten sehen.

"Soll ich um eine Korrektur bitten?"

Das musst du entscheiden. Man hat nur ein Recht auf ein durchschnittliches Zeugnis, auf die Schlussformulierung hat man gar keinen Anspruch.

Wichtig ist: beanstanden kann man in jedem Fall Form- und Rechtschreibfehler. 

Wenn du nicht als Kassierer oder Ähnliches mit Geld zu tun hattest, so würde ich den "Ehrlichkeitsvermerk", also den gesamten Satz auf jeden Fall streichen lassen, denn Selbstverständlichkeiten gehören nicht in ein Zeugnis und werten den AN sonst deutlich ab.

Wenn du aber mit Geld zu tun hattest, so sicher auch mit Kunden... und dann würde ich darum bitten, diese auch beim Sozialverhalten (nach Vorgesetzten und Kollegen) zu nennen. Im Übrigen müsste es nicht "Mitarbeiter" sondern Kollegen heißen, sei denn du warst weisungsbefugt (Vorgesetzter).

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Kommentar von JM1986
28.04.2016, 18:35

Danke für die Antwort. Ich war 2 1/2 Jahre dort. Habe in einem Hotel an der Rezeption gearbeitet. Hatte dementsprechend Gästekontakt. Das habe ich nach "...Mitarbeiter,..." vergessen.

Die erste Seite ist nur eine Beschreibung vom Betrieb und eine Auflistung meiner Tätigkeiten. Deshalb habe ich das nicht mitreingestellt. Dort passt alles.

Habe morgen einen Termin in der Personalabteilung. Hatte das vorher noch nie. Deshalb bin ich mir ein bisschen unsicher wie ich da vorgehen soll.

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Also das einzige was sich komisch anhört ist:

Durch sein aufgeschlossenes und hilfsbereites Wesen war Herr X bei
Vorgesetzten und Mitarbeitern gleichermaßen geschätzt und anerkannt.

Statt anerkannt hätte sich 'beliebt' besser angehört. Das hört sich was seltsam an, ansonsten finde ich das Zeugnis ok.

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Klingt echt alles super bis auf 

"Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein waren für ihn selbstverständliche Eigenschaften, die hier nur der Form halber Erwähnung finden." Das macht mich doch etwas stutzig. Kann man jetzt aber positiv oder negativ aufgreifen.

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Kommentar von AndiWanDD
26.04.2016, 17:15

Was ist daran negativ?

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Ein Zeugnis kann nur dann seriös bewertet werden, wenn es komplett, Wort für Wort, hier natürlich anonymisiert, vorliegt. Komplett heißt: Von der Überschrift bis Datum.

Bei allem Vorbehalt gegenüber der Beurteilung eines Zeugnisfragmentes: Das ist nicht mehr als eine 3, allerdings gibt es Hinweise, dass doch eher eine Tendenz Richtung 4 beabsichtigt ist.

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Kommentar von Nightstick
27.04.2016, 18:39

... wobei man immer bedenken muss, dass es oftmals auch an der mangelnden Fähigkeit des Zeugnisautors liegt (der eigentlich ein gutes Zeugnis hat ausstellen wollen).

Deshalb ist es an dem Fragesteller selbst, einzuschätzen, ob der Zeugnisautor "zugänglich" ist, oder eher ein Typ ist, der sich auf den Schlips getreten fühlt.

Je nachdem müsste man dann eine evtl. anstehende Reklamation betreiben...

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Das Zeugnis kannst Du leider nur verbrennen.

Schon der Absatz mit der Zuverlässigkeit - meine Güte .

Nett ist auch die Aussage, dass Du gleichermaßen geschätzt und anerkannt warst.

Vielseitig einsetzbar bedeutet, dass Du alles konntest, aber nichts richtig .

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Kommentar von Nightstick
26.04.2016, 20:49

Das sehe ich ähnlich.

Ein Arbeitszeugnis kann man jedoch nur abschließend beurteilen, wenn man es vollständig (!) liest - von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum!

Erst dann man beurteilen, was außer einigen Passagen des hier vorliegenden Ausschnitts noch reklamiert werden müsste, wollte man ein brauchbares Zeugnis haben.

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Kommentar von Everklever
27.04.2016, 13:09

Genau.

Durch sein aufgeschlossenes und hilfsbereites Wesen war Herr X bei Vorgesetzten und Mitarbeitern gleichermaßen geschätzt und anerkannt.

Das ist kein Lob, sondern ein Hinweis "mit dem kann man alles machen.....".

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Standardformulierungen. Note gut. Auch wenn es viele anders sehen - die oft zitierte Formulierung "zur vollsten Zufriedenheit" lehnen viele mittlerweile ab. - Man schreibt ja auch nicht man würde aus einem "vollsten Glas" trinken.

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Stets zu unserer Zufriedenheit bedeutet Note 3 😊

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Kommentar von jealbe
26.04.2016, 17:17

Sorry eine 2. vertippt 😉

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Kommentar von AndiWanDD
26.04.2016, 17:17

Dort steht volle Zufriedenheit.

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Kommentar von jealbe
26.04.2016, 17:22

Ja @ andiWanDD hatte ja schon verbessert 😊 zu schnell getippt

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Klingt doch super...

Ich würde dich einstellen. :)

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Kommentar von Nightstick
26.04.2016, 18:53

Gute Idee - am Besten gleich in die Geschäftsleitung... ;-))

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