Was haltet Ihr von der Kernfusion?

Das Ergebnis basiert auf 45 Abstimmungen

Ich finde sie gut, weil... 64%
Ich finde sie schlecht, weil... 16%
Sonstiges 13%
Ich stehe dem Ganzen etwas ratlos gegenüber. 7%

Bestimmt ein kleiner Fehler von Dir 2015...

30 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Ich finde sie gut, weil...

Wichtig, weil dringend an neuartigen Energien geforscht werden muss und nicht nur geforscht sondern auch vorangetrieben, damit wir den Planeten nicht noch schneller an die Wand fahren. Es gibt bald keine anderen Möglichkeiten mehr.

_ Kohleenergie ist dreckig, sowohl beim Abbau als auch bei der Verbrennung
_ Herkömmliche Atomenergie (durch Spaltung!) ist nicht beherrschbar, die Endlagerung ist extrem dreckig und ungeklärt
_ Windräder etc. sind Spielerei, sofern die Windparks nicht massiv ausgebaut werden. Ist hier aber nicht möglich, denn sobald irgendwo eine Windmühle geplant wird, formiert sich gleich eine Bürgerinitiative die mit Infraschall und seltenen Tieren argumentieren

Ja mit den Bürgerinitiativen bezüglich der Windkraftwerke ist das wirklich ein Kreuz. Nicht wenige reden sogar von einer "Verschandelung der Landschaft".

Solchen Zeitgenossen ist einfach nicht bewusst, wie ernst die Situation ist ;-(

4
Ich finde sie gut, weil...

Atomforschung muß betrieben werden,weil die Kernfusion sehr viel Energie liefern kann.

Auch in der Raumfahrt braucht man das Wissen über Atomenergie,weil ja jede Station ohne Energie nicht funktionieren kann.

Je weiter man von der Sonne entfernt ist,um so weniger Energie liefern Solarzellen.

Allerdings muß man alle Energiequellen berücksichtigen und dann die beste Lösung nehmen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – hab Maschinenbau an einer Fachhochschule studiert
Ich finde sie gut, weil...

... weil ohne sie die Sonne und damit auch die Erde ziemlich kalt wären.

Und sollte irgendwann auch ein irdischer Fusionsreaktor Energie liefern, fände ich das auch gut. Nur habe ich wenig Hoffnung, das noch zu erleben.

Diese Hoffnung habe ich ebenfalls nicht - all zu gerne würde ich ja den Stapellauf miterleben.

Verbleiben immerhin noch jede Menge interessanter Nachrichten aus Greifswald vom Wendelstein-Stellarator, auf den bekanntlich die ganze Welt blickt. Und natürlich auch in 5 Jahren von ITER...

3
Ich finde sie schlecht, weil...

Als Neutronenquelle ist die kontrollierte Kernfusion interessant, als Energiequelle nicht wirklich. Bei der magnetischen Kernfusion wird Zyklotronstrahlung freigesetzt, bei der Laserfusion genügt schon die Linienstrahlung, um die Energiebilanz negativ zu machen. Die Strahlung wird vom voll ionisierten Plasma leider nicht wieder absorbiert. In den 1950er Jahren wurde bei der Berechnung der Reabsorption der Strahlung ein Fehler gemacht, der erst nach Jahrzehnten aufgefallen ist und im Jahr 2000 publiziert wurde (Ref 1, Ref 2). Das betrifft die kontrollierte thermonukleare Kernfusion.

In Wasserstoffbomben wird Kernfusion unkontrolliert durch Spaltungsreaktionen herbeigeführt, dient aber selbst weniger der Freisetzung von Fusionsenergie, als vielmehr der Erzeugung einer hohen Neutronenflussdichte, die ihrerseits bei hohem Druck (mehrfache Festkörperdichte) die Freisetzung von Spaltungsenergie potenziert. Es gab Physiker (allen voran Friedwardt Winterberg), die versucht haben konventionelle Neutronenbomben zu bauen, also Fusionsbomben, in denen die Spaltung schwerer Elemente nicht stattfindet (Bomben ohne großes Explosionsvermögen, in denen alles Leben in limitiertem Umkreis durch Neutronen vernichtet wird). Winterbergs Bemühungen waren so erfolglos, dass seine Arbeit und seine Patente dazu nicht einmal als geheim eingestuft wurden und die US-Militärs, die üblicherweise jede machbare Bombe kultivieren, den Weg der Neutronenbombe als Waffe nicht weiter verfolgt haben.

In Sternen kommt es wegen der großen Gravitation automatisch zu Fusionsprozessen. Druck und Temperatur sind hoch genug um Fusionsprozesse zu generieren. Anders als auf der Erde muss keine Energie zugeführt werden.

Mittlerweile wurden viele Milliarden Dollar für die kontrollierte Kernfusion ausgegeben und die Fusionscommunity verfügt über ein riesiges politisches Momentum. Auch gibt es internationale Verträge zu ITER, die auf die Schnelle nicht gekündigt werden können, selbst wenn die Politik geneigt wäre einen schnellen Schlussstrich zu ziehen. Da es viele einflussreiche Physiker gibt, die als Wissenschaftsfunktionäre in Sachen Kernfusion ein ziemlich gutes Leben führen und erst einmal keine Veranlassung sehen umzulernen, nur damit man etwas macht, das sinnvoll ist, wird der Politik von Seiten der Wissenschaft nicht unbedingt klar gemacht was Sache ist; und die Politiker selbst können es nicht beurteilen.

Irgendwann wird das alles als größter und teuerster Schildbürgerstreich der Wissenschaft in die Geschichtsbücher eingehen. Bis dieser Paradigmenwechsel vollzogen ist, dürften allerdings noch einige Zeit vergehen, was nicht besonders witzig ist, da die Mittel dringend benötigt werden, zur Bekämpfung des Klimawandels, der Biodiversitätskrise, für Weiterbildung von Fusionsphysikern und für alles mögliche andere. Die Physiker sagen sich jedenfalls, Steuergelder werden auch von anderen verschwendet. Wieso sollten ausgerechnet wir auf unsere Pfründe und unser Ansehen verzichten?

Ref. 1: https://iopscience.iop.org/article/10.1238/Physica.Regular.062a00268/meta

Ref. 2: https://vixra.org/abs/2005.0064

Ich finde sie gut, weil...

Also ich sehe hier erstaunlich viele Pessimisten - ok. Steckt dahinter die - berechtigte - Angst vor den derzeitigen AKWs? Ich find's toll und notwendig, dass wir in alle möglichen Richtungen forschen, versuchen.

Die Regenerativen haben, wie man sieht, einen Haufen Probleme: Fängt vom Speichern an, geht über die oft mangelnde Akzeptanz (Windräder, Leitungen überall, nur nicht bei mir!) bis hin zur Wetterabhängigkeit.

Das könnte man mit Fusionsreaktoren eher in den Griff bekommen, meine ich.

Der Abstimmung nach finden momentan 72% Kernfusion gut. 14% sind nur explizit dagegen. Der Rest scheint unentschlossen zu sein.

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@TimeosciIlator

Stimmt, die, die es gut finden, antworten weniger, das tun eher die, die da skeptischer sind. Mensch halt... ;--)

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@CatsEyes

Interessant ! Soll einer noch mal sagen, Umfragen würden nur wegen der Missionen gestellt... :-)

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Es ist gerade mein Optimismus, der mir Hoffnung gibt, dass die Kernfusion auf der Erde nicht die Träume von reichlicher und billiger Energie erfüllt.

Denn sie ist genausowenig eine Lösung des Energieproblems wie Wodka die Lösung eines Alkoholproblems ist.

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@Machtnix53

<<Denn sie ist genausowenig eine Lösung des Energieproblems wie Wodka die Lösung eines Alkoholproblems ist.>>

Wodka = Alkohol ist keine Lösung vom Alkohol wegzukommen.

Kernfusion = Energie ist keine Lösung von Energie wegzukommen.

Oder habe ich was missverstanden? ;-)

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@CatsEyes

Fast richtig.

Alkohol ist keine Lösung, um von der Alkoholsucht wegzukommen.

Energie ist keine Lösung, um von der Energiesucht wegzukommen.

Der Unterschied ist nur, dass die Alkoholsucht mehr individuell ist, die Energiesucht gesellschaftlich.

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@Machtnix53

Nehmen wir an das Umwelt- und Klimaproblem ist gelöst und wir haben mehr als ausreichend Energie zur Verfügung: Welche Probleme (gesellschaftlich, sozial, psychisch) oder auch negativen Folgen bringt denn „Energiesucht“ mit sich?

Hätte zu dem Wort gerne ein genaueres Bild im Kopf.

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@JackySmith

Zuerst waren da Einzeller, Pflanzen, deren Energieumsatz nicht sooo groß war. Dann kamen die pflanzenfressenden Tiere, die viel Zeit für's fressen aufwenden mussten, weil Pflanzen nicht besonders viel Energie beinhalten.

Dann kamen die fleischfressenden Tiere, die andere Tiere fraßen, Fleisch hat viel mehr Energie, so können Löwen ein, zwei Mal die Woche ein armes Gnu reißen, die enthaltene Energie reichte, um die "freien" Tage zu faulenzen, für Nachwuchs zu sorgen.

Dann kam Mensch, fleisch- und pflanzen fressend äh - essend, Mensch hat(te) auch viel Zeit für andere Dinge, auch, Erdöl zu finden, welches es ermöglichte, in Jahrmillionen gesammelte Energie in einigen zig Jahren zu ver(sch)wenden.

Atomkraft, regenerative Energien, bald Fusionsenergie - hat das evolutionär nicht eine gezielte Richtung, von der wir nicht wissen, wie es weiter geht? Immer mehr Energie auf den Zeitpunkt bringen zu können? Na, wir müssen das ja auch nicht um jeden Preis überstehen, was immer nach uns kommt... ;--)))))

Ok, in gewisser Weise spontan, nicht so ernst gedacht, aber irgendwie... so ganz abstreiten kann man das doch nicht - oder?

Übrigens: Wer da sagt, Energiesucht ist etwas, wovon man wegkommen muss: Würde das gehen bei 8Mrd Menschen? Ok, es gab Zeitalter, wo das ging, aber da waren's keine 8Mrd, und zweitens, mal ehrlich, will man zurück in energieärmere Zeiten mit all ihren Nachteilen? Kein Internet samt Foren ist ja noch die harmloseste Konsequenz.

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