Was haltet ihr von der brentano Gesellschaft?

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2 Antworten

Das ist ein cleveres Geschäftsmodell, das mit der Eitelkeit der "Poeten" arbeitet, deren Machwerke kein normaler Verlag jemals veröffentlichen würde.

Da wird Dein Gedicht zusammen mit dem gesammelten Schrott der anderen Einsender ohne jegliche Lektorbetreuung in eine dicke Anthologie gepackt, die enthält dann kleingedruckt vielleicht 4000 "Gedichte" und der Preis pro Band ist 30,- € oder mehr.

Die Kalkulation: ca. 80% der Einsender kaufen mindestens einen Band, das sind schon mal um die 100.000,- € Einnahmen. Viele der Einsender möchten aber auch vor Papa, Mama, Oma, Opa, Tanten und Onkels protzen. Da kommen nochmal 100.000,- € für weitere Buchkäufe dazu. Ganz schön viel Kohle für so wenig redaktionelle Arbeit.

Ich bin einmal darauf reingefallen, als ich noch jünger und dümmer war. Der Untertitel war nicht etwa, "Die schönsten Gedichte unserer Zeit" sondern "Ein Querschnitt durch das dichterische Schaffen der Gegenwart". Klar auch Schrott repräsentiert den "Querschnitt".

Vielleicht sitzen jetzt die Aufpasser auf dem Wertstoffhof auf einer ausrangierten Couch, lesen Gedichte in dem von mir entsorgten Buch und kommen zu dem Ergebnis, dass das Buch eigentlich als Sondermüll hätte entsorgt werden müssen.

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Da du lesen kannst, bist du leider disqualifiziert für diesen Wettbewerb. Viele Leute, die Gedichte schreiben, können oder wollen nicht lesen, deshalb nehmen sie daran teil und freuen sich ein Bein ab, wenn sie zusammen mit dem anderen Schrott in einem Buch zu einem Wahnsinnspreis veröffentlicht werden. Immerhin lässt das für deine Dichterkarriere hoffen: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil;-)

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