Was haltet ihr von der Bevölkerungsreduzierung / Eugenik?

7 Antworten

Im Prinzip ist das eine gute Sache, zumindest solange freiwillig. So ließe sich wenigen ein deutlich besserer Lebensstil ermöglichen und gleichzeitig die Natur (als Urzustand) in großen Teilen schützen.

Zu großen Teilen verlaufen diese Vorgänge ja schon selbständig. Durch steigenden Wohlstand und sinkende Sterblichkeit sänke auch die Geburtenrate, so die klassische Theorie, nur dass sich dann die Bevölkerung auf einem höheren Level einpendelt und älter wird.

Probleme sind aber:

  • hält sich die Bevölkerungszahl/-struktur, ohne Geburtenkontrolle von oben, dauerhaft gleich?
  • wüchsen damit nicht auch automatisch die Ansprüche?
  • Verschwörungstheoretiker, die sofort "NWO" brüllen
  • Kulturen, in denen mehr Kinder Altersvorsorge und Segen Gottes bedeuten (Afrika, orthodoxe Juden, fundamentalistische Freikirchler)
  • die massiv überalterte Gesellschaft einiger Generationen
  • mangelnde Bildung und fehlendes Umweltbewusstsein vieler Menschen in anderen Ländern, andere Lebensumstände (Wohlstandsproblem?!)

China hat das ganze schon richtig erkannt, allerdings zu radikal umgesetzt. Wie jetzt erkennbar ist, wollen viele Eltern gar kein zweites Kind. Ein weiteres Beispiel ist etwa Äthiopien, das dank zehntausender eigens geschulter "Frauenfrauen" auf den Dörfern die Geburtenrate von >7 auf "nur" 4,5 senken konnte - diese Damen klären Frauen auf, sind Ansprechpartnerinnen für alles und dürfen Dauerverhütungsmittel spritzen.

Allein die Verhinderung ungewollter Schwangerschaften, Zugang zu Verhütungsmitteln und Frauenrechten kann so einiges bewirken - auch wenn das zB dem Papst und vielen anderen, meist religiösen, Gruppierungen nicht passt... aus wissenschaftlicher und ethischer Sicht spricht jedoch nichts dagegen, solange freiwillig. Auch wirtschaftlich wird ja Kinderlosigkeit wie Kinderreichtum (Ungarn, DDR) immer noch oft vom Staat absichtlich oder unabsichtlich gelenkt, sollte man das auch verbieten?

Allerdings, wie thetee9 schon richtig anmerkte, trugen gerade technologische Fortschritte zum Bevölkerungswachstum bei - wie sollen wir das rückgängig machen? Auch biologisch scheint mir das unmöglich - siehe Wachstumskurven.

Theoretisch könnte die Erde auch 20 Mrd Menschen ab, das scheint mir unmöglich. Realistisch gesehen denke ich, dass die Erde mit Erreichen von 2-4 Grad und weiterem Bevölkerungswachstum langfristig kollabieren wird.

Der Mensch ist biologisch und nun mal an seine Selbsterhaltungs- und Fortpflanzungstriebe gebunden. So funktioniert leider auch Evolution (frei nach Theorie Dawkins´ - das egoistische Gen).

Ob dieser radikale Akt letztlich der Natur und auch der Selbsterhaltung nützen könnte, keine Ahnung.

Das hat mit Eugenik, der Aussonderung unwerten Lebens, nichts zu tun. Ich bin der Gentechnik ja gegenüber offen, aber das ist unethisch. Auch wenn der Gedanke interessant ist.

PS: bis die Bevölkerung 500 Mio. beträgt kannst du warten bis du schwarz oder von Klimaflüchtlingen überrannt wirst. Vor 2300 sehe ich da keine Möglichkeit, wenn nicht bis dahin ein Großteil der Menschheit ausgestorben ist. Die Natur wird dann fast ganz kaputt sein.

1

Nein, so kann man das nicht machen. Bevölkerungsreduzierung ist ja grundsätzlich vernünftig, aber nicht Eugenik. Das ist ein Verbrechen und menschenverachtend. Es sollten einfach weniger Kinder in die Welt gesetzt werden.

Die Frage ob es "alle" Probleme lösen kann finde ich seltsam. Wie soll denn überhaupt irgendwas "alle" Probleme lösen können, wenn viele Probleme ursächlich gar nichts miteinander zu tun haben?! Dieser Gedanke ergibt keinen Sinn.

Natürlich würden sich neue Probleme ergeben. Eugenik ist erst mal ethisch hoch aufgeladen. Außerdem gibt es das temporäre Problem der Überalterung, mit dem man irgendwie fertig werden muss.

Die Weltbevölkerung auf 500 Mio "halten" ist nicht mehr möglich, weil sie diese Grenze schon vor einer gefühlten Ewigkeit überschritten hat. Um auf 500 Mio Menschen zu kommen müsste man über 7 Milliarden Menschen töten. Diese Idee fände ich jetzt eher suboptimal.

Generell hat dieses Gebot aber etwas für sich. Es geht bei dem Gebot ja um das Leben im Einklang der Natur. Hätten wir nur 500 Millionen Menschen wären genügend Ressourcen für alle da. Es gäbe vermutlich keinen Hunger, genug Wasser für jeden und fast keine Kriege.

Für mich ist das krankhafter Unsinn.

Aber bitteschön. Wer das gut findet, kann ja beispielhaft bei der Reduzierung der Menschheit auf 500 Mios persönlich vorangehen....

Dieses "Monument" wurde 1980 von Privatleuten ereichtet, welche wohl anonym bleiben wollten.

Neben dem Aufruf zur Förderung von Nationalismus und Rassenhygiene mit "gelenkter Fortpflanzung", sind zumindest die Punkte der vernuftbasierten, gegenseitigen Rücksichtnahme redlich.

Trotzdem wird hier ein streng-hierachischer, supressiver Kontrollstaat angepriesen, der die Freiheiten zur Entfaltung des Individuums stark reglementiert. Das Wohl der einzelnen Nationen soll über den Rechten der Menschen stehen, typische Merkmale des Faschismus/Nationalsozialismus.

Zum eigentlichen Punkt:

wie man an der Grafik sehen kann, kag die Weltbevölkerung fast immer unter 500 Mio. und ist erst um 1700 herum exponential explodiert. Der deutsche Chemiker Fritz Haber hatte dieses Wachstum übrigens dank seiner Forschung zum Düngemittel in so fern begünstigt, als dass diese Weltbevölkerung andernfalls kaum hätte ernährt werden können.

Ein weiterer Anstieg ist natürlich irgendwann kritisch.

 - (Politik, Meinung, Welt)

Fritz Haber war erst um die Jahrhundertwende 1900 ein weiterer Einfluss, vorher waren es eher die Einführung der Vierfelderwirtschaft, Flurbereinigung, weitere Maschinisierung und künstlicher Phosphor (Guano) in der Landwirtschaft.

2

Was möchtest Du wissen?