Was haltet ihr von CRISPR?

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2 Antworten

Die Technologie für sich ist eine große Revolution. Einzelne Anwendungen können aber moralisch und ethisch bedenklich sein.

Sicher sind diese von dir genannten Dinge ersteinmal ganz objektiv keine schlechten Entwicklungen, ob und inwieweit das wirklich realisiert werden kann ist noch unklar.

Ein Problem dabei kann sein, dass es aus kostengründen (anfangs) nur für Menschen mit entsprechendem Kapital zur Verfügung stehen könnte, sodass sich eine "genetische" Elite bilden würde. So eine Entwicklung wäre bedenklich.

Hallo,

ist sehr bedenklich. Der Mensch hat nicht das Recht, in die Natur reinzupfuschen. Meiner Meinung nach wäre es sogar unmenschlich, "Designer Babys" zu erschaffen, weil der Mensch dadurch in die Natur rein pfuscht.

Man sollte auch mal bedenken, was das für die menschliche Evolution bdeutet, wenn nur noch de facto künstliche Menschen auf der Welt leben.

Es sind schon jetzt die negativen Auswirkungen von Genmais und Co bekannt. Der einizgste Vorteil ist, dass die Reichen noch mehr Geld machen können.

Und wer behauptet, dass diese Geldauch der Gemeinschaft zu gute käme, ist schlicht und einfgach b*öd, den die Reichen machen die Gesetze. Siehe Erbschaftsteuer und Vermögenststeuer: Beides wurde schon abgeschafft.

Technischer Fortschritt ist zwar im Gruhnde genommen gut, aber nicht, wenn der Mensch in die Natur reinpfuscht.

MfG

Steven Armstrong

Agronom 14.08.2016, 10:37

Der Mensch greift schon seit tausenden von Jahren mehr oder weniger gezielt in die Natur ein, warum sollte sich das jetzt ändern? Wer oder was sollte darüber entscheiden welche Rechte der Mensch hat oder nicht und wo sollte man die Grenzen ziehen?

Negative Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen, welche auf die Technik der Veränderung zurückzuführen sind, sind mir nicht bekannt. Von der Evolution hat sich der Mensch schon in vielen Bereichen "entkoppelt" indem er Selektionsfaktoren ausgeschaltet hat und das kann auch problemlos funktionieren.

Das Problem der finanziellen Seite habe ich ja auch schon in meiner Antwort angesprochen, das ist aber auch das einzige, das ich bei deiner Antwort nachvollziehen kann.

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StevenArmstrong 16.08.2016, 11:30
@Agronom

"Negative Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen, welche auf die Technik der Veränderung zurückzuführen sind, sind mir nicht bekannt."

http://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/Essays/Naturwissenschaften/Gr%C3%BCne_Gentechnik

http://www.umweltinstitut.org/themen/gentechnik/gentechnik-basisinformationen/risiken-und-nebenwirkungen.html

http://www.zeit.de/wissen/2016-08/genmanipulation-tierversuche-gerntechnik

Mit dem Genmaterial von Tieren wird schon jetzt experimentiert:

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemein/92-gentechnik-manipulationen-klonierungen-xenotransplantationen-schoene-neue-welt

Und das Züchten von Menschen wird jetzt schon versucht:

http://www.faz.net/aktuell/politik/gentechnik-experiment-beginn-der-menschenzuechtung-121419.html

Und zu guter letzt ein Film über die Gentech-Firma Monsanto, welche am liebsten von allem (von Technischen Geräten bis hin zu einzelnen Erbsensorten) ein Patent haben will:

https://archive.org/details/MonsantoMitGiftUndGenenarteHD

Und? sind dir die negativen Auswirkungen jetzt "bekannt"?

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Agronom 16.08.2016, 21:54
@StevenArmstrong

Nein, darum habe ich extra den Zusatz "auf die Technik der Veränderung zurückzuführen sind" angefügt.

Potentielle Risikien zählen da nicht, denn die müssen erst einmal nachgewiesen werden um sie dann bewerten zu können, die Möglichkeit, dass man nichts finden kann, weil es einfach nichts zu finden gibt, darf man nicht völlig ignorieren.

Resistenzen seitens der Schädlinge gegen Bt-Toxine sind der natürliche Lauf und es war nur eine Frage der Zeit, darum geht es in der Züchtung und Pflanzenschutzforschung, ein stetiges Wettrüsten. Mir ist nur eine Virusresistenz in der Gerste bekannt, bei der die pflanzliche Resistenz bisher ungebrochen ist.

Glyphosatresistente "Unkräuter/-gräser" sind auch nur eine indirekte Folge der Gentechnik, denn der Wirkstoff wird überall eingesetzt, nur kann er durch gentechnisch veränderte Pflanzen häufiger ausgebracht werden. Solch eine Resistenz war ebenfalls nur eine Frage der Zeit.

Auskreuzungen sind nur dann negativ, wenn sie sich auch in der freien Natur durchsetzen würden und tatsächlich auch negative Folgen hätten, wo wir dann wieder bei dem ersten Punkt sind.

Das Tierversuche für gentechnische Veränderungen anteilig steigen würde ich auch nicht prinzipiell als negativ werten, das ist dann mehr eine Meinungsfrage, wie man zu Tierversuchen überhaupt steht.

Und unfruchtbaren Paaren den Kinderwunsch zu ermöglichen sehe ich erstmal auch nicht als negativ.

Ja, die Patentsituation kann man noch als negativen Punkt nehmen, aber muss eben auch bedenken, dass die entsprechenden Unternehmen für die Entwicklung ihrer Produkte Millionen investiert haben und irgendwie muss man da den Profit sichern können, sonst würde es nurnoch staatliche Forschung geben. Für Lebewesen muss man da einfach ein anderes System finden, ich lenke da gern den Blick auf den "Sortenschutz" hier in Deutschland als möglich Alternative zu Patenten auf Pflanzen. Monopole sind ebenfalls ein selbstgemachtes Problem, denn durch extreme Hürden für die Zulassung können such eben nur Konzerne mit großem Kapital solche Entwicklungen leisten, auch waren die früheren Methoden für gentechnische Veränderungen auch wesentlich kostspieliger als die heutigen. Beide Punkte haben aber auch wieder nicht viel mit der Technik für sich zu tun.

Um noch einmal meinen Standpunkt klar zu machen: Es wird keine Folgen geben, die man auf die genteschnische Veränderung als solche zurückführen kann. Man muss aber jeden Einzelfall gesondert bewerten, denn bestimmte Veränderungen können natürlich auch ungewollte Folgen haben. Man verbannt schließlich auch keine Medikamente, nur weil es mal welche gab die schwerwiegenden Folgen nach sich zogen. Der Einzelfall kann verboten werden, aber eine gesamte Technologie zu verbieten ist einfach Unsinn.

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Agronom 17.08.2016, 10:20
@StevenArmstrong

Und einen Punkt den ich vergessen habe, die angebliche Artenverarmung. Ja, die gibt es, aber das hat nun rein gar nichts mit gentechnischen Veränderungen zu tun. Mischanbau ist einfach schwer zu realisieren, wenn man nicht seine Felder per Hand aberneten möchte, Außnahmen bilden da Untersaaten und Agroforstsysteme, die aber auch wieder nicht für jedes Anbausystem geeignet sind. Daher haben wir überall Monokulturen mit sortenreinen Beständen, da es eine gleichmäßige phänologische Entwicklung und Abreife gewährleistet, sodass alle Pflanzen einer Fläche zur gleichen Zeit gedüngt, mit Pflanzenschutz behandelt und geerntet werden können.

Auch enge Fruchtfolgen sind keine Folge von gentechnsichen Veränderungen, sondern das Ergebnis von wirtschaftlichem Druck nur "Cash-Crops" anzubauen.

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