Ist Hartz IV so eine Tortur für die Bezieher, damit der Niedriglohnsektor überhaubt existieren kann? Wenn ja, ist das die einzig mögliche Konstellation?

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5 Antworten

Sowohl der Niedriglohnsektor, Deutschland hat in Westeuropa den größten davon, als auch Hartzv IV sind ein Verbrechen, begangen an diesen Menschen! Wem aber nutzt dieses Verbrechen? Nun, es nutzt all den kleinen Krautern, all den Knochenmühlen, all den Ausbeuterfirmen großen Umfangs, denn ohne diese beiden Schikanen würden ihnen reihenweise die Leute weglaufen, etliche dieser Schinder müßten dann ihre "Buden" schließen.

Die sPD hat mit ihren breitausgelegten Niedriglohnsektor sowie Hartz IV dem Kapital ein großes Geschenk gemacht, hat so dafür gesorft, dass deren Profite stiegen und steigen. Sicherlich wurde so die deutsche Exportoffensive weltweit begünstigt.

Dann muß man noch etwas sehen, ohne H-4 müßten die Unternehmenssteuern, ggf. auch die Privatvermögen stärker besteuert werden, denn Geld wächst nicht auf den Bäumen, sprich vermehrte Sozialausgaben müssen irgendwo reingeholt werden und das geht nun mal nur auf Kosten des Kapitals, also dessen Profit.

Fazit: all die Sauereien hierzulande sind nur durch eine Vermögensumverteilung zu beseitigen. Deutschland hat in der westlichen Welt die unsozialste Vermögensverteilung. Nirgendwo sonst klappt die Schere zwischen Arm und Reich so weit auseinander wie gerade in Germany !

Der Niedriglohnsektor ist Chance und Risiko zugleich.

Deutschland hat aufgrund des Niedriglohnsektors eine unterdurchschnittliche Lohnentwicklung gegenüber der Inflation zu verzeichnen gehabt.

Somit haben Produkte und Dienstleistungen aus Deutschland auf dem Weltmarkt größere Absatzchancen.

Genau genommen handelt es sich hierbei auch um eine Verletzung der Eurokriterien.

In Frankreich ist die Situation anders, hier läuft die Inflation und die Lohnentwicklung nahezu deckungsgleich.

Was in der mengenmäßig außenwirtschaftlichen Bilanz positiv wirkt, schlägt in der Binnenbilanz negativ zurück.

Die Bevölkerungsgruppe aus dem Niedriglohnsektor hat so gut wie keine Möglichkeit, jetzt und später Kaufkraft zu entwickeln.

Eine andere Betrachtung ist die, dass es nicht sein kann, dass Jobs schlechter bezahlt sind, als eine wie auch immer geartete Alimentation - egal wie diese genannt wird.

Arbeit muss sich also lohnen.

Aus diesem Grund halte ich es durchaus für sinnvoll branchenbezogene Lohnuntergrenzen, die natürlich mit der Inflation eine Dynamisierung haben müssen, festzulegen.

Diese Untergrenzen müssen so gewählt sein, dass die Löhne mit der Inflation in etwa in gleichem Maße sich entwickeln.

Auch siollten diese Untergrenzen so gewählt sein, dass innerhalb der Eurozone keine massiven Verwerfungen auftreten.

Günter

pasixundy 27.02.2017, 23:47

Intressante Antwort, nur gehst du mir zu sehr auf die Vorteile für die Konzerne ein, die mir durchaus bewusst sind.

Was hältst du von dem Gedanken, die Grundsicherung sowie die Lohnuntergrenzen so nach oben zu schrauben, dass sich durch die neu gewonnene Kaufkraft der Binnenmarkt angeregt wird. Könnte man dadurch nicht den Wohlstand zugänglich machen, auch für die mit dem Gerringstem Einkommen? 

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GuenterLeipzig 27.02.2017, 23:58
@pasixundy

Ich hatte bereits geschrieben, dass die Lohnuntergrenzen einer Überprüfung bedürfen.

Eine Erhöhung der Alimentation kann nicht zielführend sein.

Günter

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Es geht um Würde, also jene die im Grundgesetz geschützt ist.

Wenn also Manager 1 Mio.€ verdienen und eine Putzfrau nur 1.000€.
Warum putzen dann die Manager ihre Büros nicht selber, wenn eine Putzfrau so gar keinen Wert hat?

Umgekehrt gefragt, würde es wirklich auffallen, einer Putzfrau 3.000€ zu Lohn zu bezahlen und dem Manager 3.000€ weniger?
Wirklich ärmer würde der Manager nicht.

Du hast zwar recht, dass es so erstmal nicht fair wäre, aber das langfristige Ziel sollte sein, dass dadurch, dass niemand mehr diese unbeliebten Arbeiten durchführen müsste, die Bezahlung insgesamt deutlich verbessert werden würde! Wenn man beispielsweise durch Transferleistungen besser gestellt wäre, als ein hart arbeitender Putzmann, dann müsste der Arbeitgeber den Lohn für diese Tätigkeit deutlich erhöhen. Das gleiche gilt auch für "höherwertige" Arbeiten, da diese mit dem gleichen Argument für einen höheren Lohn eintreten könnten.

Deutschland ist durch H4 zu einem extremen Niedriglohn-Land geworden, indem viele nur durch unsichere Leiharbeit "versklavt" werden. Das sollte man meiner Meinung nach dringent ändern, auch wenn ich keine Linke wählen würde.

na klar haben die gutbetuchten angst, dass wenn es allen so gut ginge wie ihnen, keiner mehr schlechte jobs ausführen möchte.

andere konstellation wäre, wenn jeder seinen dreck selbst wegwischt und alle grundeinkommen bekommen, wodurch sinnvollere tätigkeiten und produkte entstehen, als die schnellkaputtgehprodukte momentan, nur ein beispiel.

aber was ist nochmal genau die frage??

Apfelkind89 28.02.2017, 01:37

Die Hoffnungen auf Grundeinkommen sind leider durch die Politik der aktuellen Regierung für immer geplatzt, zumindest dürfte unsere Generation das nicht mehr erleben. Die Zahl der Transferleistungsbezieher geht aufgrund der offenen Grenzen durch die Decke, so dass die Finanzierbarkeit des Projekts nicht mehr vorstellbar ist.

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