Was haltet Ihr vom Gendern?

Das Ergebnis basiert auf 87 Abstimmungen

Finde ich überhaupt nicht gut. 66%
Finde ich gut. 17%
Ist mir egal. 17%

Und wie stehst du zum Gendern?

Halte es für irrsinnig.

15 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Finde ich überhaupt nicht gut.

Hallo GrafvonBismarck,

Was haltet Ihr vom Gendern?

Der Genderwahn ist beleidigend, diskriminierend und diffamierend. Er schafft Ungleichheit und Spaltung.

Hier versucht eine sehr kleine, aber laute und radikale Gruppe, gegen die deutliche Mehrheit der deutschen Gesellschaft, aber auch gegen die Mehrheit der Frauen, den Genderwahn voranzutreiben und zu etablieren.

Es hat seinen Grund warum selbst die größte Feministin Deutschlands, Alice Schwarzer, dem Gendern kritisch gegenüber steht.

Radikale Gruppen interessieren sich nicht für die Demokratie und das Wohl der Gesellschaft.

Damit die Spaltung der Gesellschaft wieder verschwindet, kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Beiträge oder Sender können boykottiert werden. Beschwerden in den Medien sind auch erfolgreich. Lediglich von jetzt auf gleich wird es nicht funktionieren.

Eigentlich bedarf es keiner Diskussion, da der Genderwahn auf dem Unverständnis der deutschen Sprache beruht.

Diese Art des Genderns ist die Sexualisierung der deutschen Sprache.

Die deutsche Sprache nutzt eine neutrale Form. Allerdings gibt es Menschen, in erster Linie Befürworter des Genderns, die behaupten, die deutsche Sprache wäre nicht neutral und führen dafür das generische Maskulinum als mutmaßlichen Nachweis an.

Beispiel Lehrer

Ein Lehrer ist eine Person die lehrt. Es ist eine neutrale Bezeichnung für eine Tätigkeit. Nun würden Befürworter argumentieren "aber es wird ein männlicher Artikel benutzt.

Was jedoch völlig verschwiegen wird, sobald es mehrere Lehrer sind, im Plural geschrieben, wird ein weiblicher Artikel genutzt (DIE Lehrer).

Hier wird etwas zurecht gebastelt, damit es zu der Argumentierung passt.

Damit sollte alles geklärt sein, aber da es sich hier um eine kleine, aber sehr laute und radikale Gruppe handelt, die gegen die Gesellschaft das Gendern erzwingen wollen, werden alle möglichen Mittel genutzt, egal ob Recht oder Unrecht.

Dieser Genderwahn verursacht Ungleichheit und Diffamierung. Gendern ist beleidigend und eine Diskriminierung gegenüber dem männlichen Geschlecht. Das Einzige was der Genderwahn schafft ist eine Spaltung der Gesellschaft.

Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist gegen den Genderwahn, auch eine Mehrheit aller Frauen.

Der Genderwahn ist eine Sexualisierung der deutschen Sprache, wie oben dargestellt, sogar eine sehr einseitige.

Derer Gründe gibt es viele, wie es gerade passt.

Egal wie sachlich und differenziert Du argumentierst, sobald es kritisch gegen den Genderwahn gerichtet ist, werden Dir Befürworter immer erklären, dass es völlig anders gemeint ist und Du das nur nicht verstehst.

Fakt ist, die deutsche Sprache ist bereits gendergerecht. Sie ist nämlich eines nicht, sexualisiert. Im Moment der Sexualisierung werden Ungleichheiten geschaffen. Damit genau das nicht passiert, wurde eine sachlich, neutrale Form gewählt.

Beispiel: DER Schüler - damit ist selbstredend ein Schüler gemeint. Es ist eine geschlechterneutrale Form. Wer dem widerspricht, der müsste auch im Umkehrschluss bei DIE Schüler davon ausgehen, dass es sich um mehrere Schülerinnen handeln würde. Das widerum wird natürlich von den Befürwortern des Genderwahns abgestritten. Denn das wäre etwas völlig anderes. Wer alle Formen ankreidet, die das generische Maskulinum voransetzen, die müssten eigentlich auch aufschreien, wenn bei DIE Schüler, DIE Lehrer... im plural der weibliche Artikel genutzt wird. Auch hier ist die deutsche Sprache geschlechterneutral.

Aus vergleichbaren Gründen hat Religion und Staat immer getrennt zu werden. Wer möchte darf glauben, an was auch immer, aber es ist eine private Angelegenheit. Die deutsche Sprache ist aus genau diesem Grund auch neutral. Sobald Interpretationen, Emotionen oder Sexualisierungen ins Spiel kommen wird es ungerecht oder aber es könnte sich jemand ungerecht behandelt fühlen. Dem wollte man entgegentreten.

Hat es jemals eine Debatte darüber gegeben warum fast alle plural Varianten weiblich sind...? Schließlich könnte man mit gleicher Argumentation auch das behaupten. Welch eine Ungerechtigkeit... Ist es jedoch nicht, denn sowohl im singular, als auch im plural wird nicht sexualisiert. Wer anderes glauben möchte, der darf das gerne, aber damit wären wir bei der Religion... eine private Angelegenheit!

Bei Kritik werden sofort schwere Geschütze aufgefahren, da wird ausgegrenzt, Menschen werden rassistisch beschimpft, als alter, weißer Mann, Radikaler, etc..

Es ist die einfachste Methode jede Kritik gegen diesen Genderwahn als unsachlich abzustempeln.

Damit wird suggeriert, dass es nicht der Großteil der Gesellschaft und die Mehrheit aller deutschen Frauen wären, die es ablehnt, sondern nur radikale, demokratiefeindliche Randgruppen.

Das Gegenteil ist die Realität.

Die Ablehnung kommt aus der Mitte der Gesellschaft und der Genderwahn ist lediglich ein Ausdruck einer radikalen Minderheit, die keinen Respekt vor der Gesellschaft haben, keinen Sinn für Demokratie zeigen und lediglich zur Spaltung beitragen.

Das nennt sich Täter Opfer Umkehr (victim blaming).

Das von den Befürwortern des Genderwahns jede statistische Erhebung, jede Umfrage, als mutmaßlich nicht repräsentativ angesehen wird, daran lässt sich viel ableiten.

Nicht nur, dass die große Mehrheit der deutschen Gesellschaft es ablehnt. Statistiken offenbaren sogar, dass diese Ablehnung stetig wächst. Es ist kein Wunder, dass anfangs die Mehrheit erst gering war, aber nun zunimmt. Am Anfang haben sich viele Menschen gedacht, Mal einen Spaß, dieser Unsinn ist bald vorbei. Mittlerweile nimmt es jedoch andere Züge an und die Gesellschaft wird mit dem groben Unsinn täglich konfrontiert. Daraus resultiert die in Statistiken stark ansteigende Ablehnung.

Eigentlich sollte nun allen klar sein, die Mehrheit möchte es nicht. Wir leben in einer Demokratie, also weg damit. Und hier greift der radikale Kern der Befürworter. Sie erkennen die demokratischen Werte nicht an.

Das verdeutlicht einmal mehr wer hier radikal ist und wer nicht.

Die deutsche Sprache ist bereits gendergerecht.

Wer das nicht versteht, hätte in der Schule im Deutschunterricht lediglich besser aufpassen sollen. Manchen hätte es wahrscheinlich geholfen auf wöchentliches Schule schwänzen zu verzichten.

Was scheinbar nicht verstanden wird oder bewusst missverstanden werden soll, Genus ist nicht Sexus. Prof. Dr. Richard Schröder hat darüber eine Abhandlung geschrieben, um die offensichtlichen Missverständnisse, der deutschen Sprache aufzuklären. Nachfolgend ein Auszug daraus...

Die Idee, durch Änderung des Sprachgebrauchs reale Machtverhältnisse zu verändern, ist eine Schnapsidee. Schein- und Ersatzkämpfe mit Sternchen und anderen Zeichen führen ins Leere. Sprache ist zu dynamisch für starre Regeln – wie das Leben selbst.

in Lehrer ist eine Person, die lehrt. Dieses Wort hat das grammatische Geschlecht (= genus) „männlich“ oder lateinisch „maskulin“. Wäre ein Lehr-er eine Person, die lehrt, und außerdem nach dem biologischen Geschlecht (= sexus) männlich ist, wäre die Lehr-er-in eine Person, die lehrt, männlichen (-er-) und zudem weiblichen (-in) Geschlechts (sexus) ist, also ein biologischer Zwitter. Das ist aber offenbar nicht gemeint. Im Deutschen gibt es nur eine Täter-Endung, nämlich -er, und die ist männlich (qua genus, nicht qua sexus). Weder der Hocker noch der Seufzer haben einen Penis. Sind wir inzwischen vielleicht so heftig sexualisiert, dass wir den Unterschied zwischen genus und sexus gar nicht mehr wahrnehmen? Merke: Genus ist nicht sexus. Im Lateinischen ist das anders. Da heißt der männliche (sexus) Sieger victor und der weibliche (sexus) Sieger victrix. Wenn wir das nachmachen wollten, müsste aus der Lehrerin die Lehrin werden. Ärztin ginge ja, Rechtsanwältin auch, bloß die Malerin, das wäre schon wieder ein Zwitter.

Die Nachsilbe -in bezeichnet ursprünglich gar nicht den weiblichen Täter, also die Täterin (schon wieder die Zwitterfalle!), sondern war besitzanzeigend (schrecklich, aber wahr). Die Frau Apothekerin war ursprünglich nicht eine Frau, die Pharmazie studiert hatte, sondern die Frau des Apothekers. Eine Königin war vor Einführung der weiblichen Thronfolge nicht eine weibliche Person, die das Königsamt wahrnimmt, sondern die Frau des Königs. Herrschaft konnte sie nur ausüben als Königswitwe und Vormund (oder Vormündin?) des unmündigen Thronfolgers...

Quelle: Welt, Prof. Dr. Richard Schröder (Sprachwissenschaftler), 17.12.2018

Dieser Genderwahn verursacht Ungleichheit und Diffamierung. Gendern ist eine Diskriminierung gegenüber dem männlichen Geschlecht. Das Einzige was der Genderwahn schafft ist eine Spaltung der Gesellschaft.

Wer bitteschön ist Kund, Russ oder Ärzt? Bei einer sehr kleinen Gruppe von Radikalen Befürwortern, vornehmlich bei den Grünen forcierte Art zu gendern, wird der männliche Part oft verstümmelt. Gerechtigkeit oder Gleichheit sieht anders aus.

Es hat seine Gründe warum eine große Mehrheit der Gesellschaft, auch unter Frauen, diesen Genderwahn ablehnt.

Alles Gute Dir... und bleib gesund.

Gruß, RayAnderson  😏

2 Grafiken dazu, die auch aufzeigen, dass hier eine Entwicklung stattfindet. Lediglich 26% der deutschen Bevölkerung befürworten eine geschlechterinklusive Sprache (Mai 2021). Ein Jahr zuvor waren es noch 9% mehr. Damit ist eine mehr oder mindere Zustimmung oder Befürwortung, innerhalb von 2020 auf 2021, von 35%, auf 26% gefallen. Mittlerweile ist wieder ein Jahr vergangen. Die nächste Statistik wird wahrscheinlich noch deutlicher ausfallen.

So viel zum Demokratieverständnis in Deutschland...

 - (Politik, Deutsch, Sprache)  - (Politik, Deutsch, Sprache)

Schade dass Du durchgehend den Begriff Gender*wahn* verwendest. Ich stimme Dir in den meisten Deiner Argumente auf sachlicher Ebene zu. Leider vermischt Du starke Argumente mit Polemik, gehst also selbst in den Angriffsmodus und trägst damit nicht zu einer sachlichen Diskussion bei. Wenn wir einen Missstand (in dem Fall dass das Gendern ein gut gemeintes, aber schlecht ausgeführtes Konstrukt ist) beheben wollen ist dies nur durch einen respektvollen Diskurs möglich. Und selbst wenn diejenigen, die dagegen argumentieren selbst eine aggressive Diskussionskultur pflegen, halte ich es für wichtig, mit gutem Beispiel voran zu gehen.

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@AndersLarsson
Schade dass Du durchgehend den Begriff Gender*wahn* verwendest.

Es gibt keinen sachlichen Grund ihn nicht zu verwenden. Schließlich ist der Umstand damit treffend bezeichnet.

Leider vermischt Du starke Argumente mit Polemik, gehst also selbst in den Angriffsmodus und trägst damit nicht zu einer sachlichen Diskussion bei.

Deine Meinung, Dein gutes Recht...

Radikale lassen sich nicht mit etwas Kuschelei von ihrem Wahn abbringen.

Ich habe auch keine Zeit deren verlorene Zeit im Deutschunterricht mit allen durchzugehen....

Wenn wir einen Missstand (in dem Fall dass das Gendern ein gut gemeintes, aber schlecht ausgeführtes Konstrukt ist) beheben wollen ist dies nur durch einen respektvollen Diskurs möglich.

Jedes ernst gemeinte Konstrukt hätte sich nie der Beleidigungen bedient. Meine Ausführungen sind durchaus respektvoll, im Gegensatz zu den Genderwahn-Befürwortern... Die interessiert es nämlich nicht dass sie die Hälfte der Deutschen beleidigen und sich gegen die Mehrheit der Gesellschaft stellen.

Und selbst wenn diejenigen, die dagegen argumentieren selbst eine aggressive Diskussionskultur pflegen, halte ich es für wichtig, mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Aggresiv geht anders...

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@RayAnderson

Danke Dir für Deine ausführliche Antwort. Auch wenn wir uns in der Begrifflichkeit des Genderwahn uneins sind, teile ich wie gesagt den Großteil Deiner Argumente. Selbstverständlich respektiere ich Deine Meinung.

Einen Punkt möchte ich jedoch noch kurz anbringen, da Du mich hier offensichtlich falsch verstanden hattest: Mit "Und selbst wenn diejenigen, die dagegen argumentieren selbst eine aggressive Diskussionskultur pflegen, halte ich es für wichtig, mit gutem Beispiel voran zu gehen" bezog ich mich nicht auf Dich. Mir ging es eher darum, selbst wenn die Gender Beführworter aggressiv auftreten, hate ich es für wichtig zu zeigen, dass man selbst das Spiel nicht mitmacht. Das war eine allgemeine Aussage.

Deine Argumentation finde ich zwar in der Verwendung des begriffst Genderwahn als polemisch, aber tatsächlich nicht als aggressiv.

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@AndersLarsson

Gerne...

Beim Wahn ist man spätestens angekommen, wenn es dazu übergeht 50% der Deutschen zu beleidigen. Schließlich ist es nichts anders, wenn Männer als Kund, Ärzt oder Russ bezeichnet werden.

UND... wenn in Medien gegen die Mehrheit der Deutschen, weiter derart gegendert wird. Die Gesellschaft (auch die Frauen) bringt deutlich zum Ausdruck, dass es nicht gewünscht wird.

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Danke für das Sternchen.

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Finde ich überhaupt nicht gut.

Ich möchte meine Antwort etwas differenzieren.

Wenn es darum geht, verunsicherten Menschen ein Gefühl des Angekommenseins zu vermitteln, finde ich es vollkommen okay. Manche haben es eben nicht so leicht, sich als Männlein oder Weiblein zu identifizieren und da kann es megahilfreich sein, sich irgendwie "einsortieren" zu können. Das weiß ich aus eigener Erfahrung, auch wenn es bei mir nicht ums gendern geht, sondern eher darum, meine etwas spezielle Art erklären zu können. Heute ist es mir wurscht, aber damals bin ich mir immer vorgekommen wie auf einem fremden Planeten, da hat es mir total geholfen, so etwas wie eine Diagnose zu bekommen. Von daher: In solchen Fällen finde ich es wirklich gut, dass Menschen mit unklaren Empfindungen ihren Platz im Leben finden können.

Aaaaber... - was diese unsägliche Selbstbeweihräucherung der Weiblichkeiten angeht, schäme ich mich mittlerweile, eine Frau zu sein.
Gleichbereichtigung, JA, natürlich!
Gleiche Bezahlung: Selbstverständlich!
Aber darum gehts doch schon lange nicht mehr. Wann habe ich je von den Jungs Lobhudeleien über Männerpower gehört? Noch nie! WIR haben vor 40, 50 Jahren für unsere Freiheiten gekämpft und heute sind wir verklemmter als in den 60ern und 70ern.

Klar war es wichtig, sexuelle Übergriffe bei abhängigen Frauen und natürlich auch Männern anzuklagen, aber da geht es um Machtmissbrauch, der weiß Gott nicht nur Frauen zum Opfer macht. Nun war ich allerdings immer ein Weiblein, das sich zu wehren wusste und mir ist klar, dass das nicht alle können - aber auch DAS betrifft nicht nur die Weibleins.

Das ganze Ding ist völlig aus den Fugen geraten. Natürlich ist es von Vorteil, dass langsam mehr Frauen in Führungspositionen kommen, aber seien wir mal ehrlich: Die Frauen, die machtvolle Stellungen erreichen, sind nur in den seltensten Fällen die weiblichsten. Es wurde auch nachgewiesen, dass Frauen in Führungspositionen in den meisten Fällen höhere Testosteron und vor allem Serotoninspiegel haben und dadurch angstfreier agieren können. Es ist also weniger eine Frage des Geschlechts als eine der Hormone, dass es weniger Frauen als Männer an der Macht gibt. Frauen SIND eben anders als Männer und das ist GUT so und soll auch so bleiben.

Ich bin in eine Familie geboren worden, in der Mammi und Pappi total gleichgestellt waren. Und damit bin ich auch aufgewachsen und gar nicht auf die Idee gekommen, dass Frauen weniger Rechte haben. Meine erste blöde Erfahrung diesbezüglich hatte ich, als ich mich für einen Ausbildungsplatz als Bereiterin Richtung Zucht und Haltung beworben hatte und ausschließlich Absagen bekam, weil damals in den 70ern (fast) nur Jungs angenommen wurden.
Also habe ich mich auf Anraten meines Vaters kurzfristig für eine Lehre im Einzelhandel entschieden, um parallel weiter nach einem Ausbildungsplatz in meinem Traumberuf zu suchen. Wenige Monate später starb mein Vater ganz überraschend und ich habe mich aus freien Stücken entschieden, nicht mehr zu wechseln. Aber ich bin echt nicht auf die Idee gekommen, dass ich als Frau weniger Rechte habe. Klar wusste ich, dass Frauen weniger verdienten als Männer und ich habe mich auch dafür stark gemacht, dass das geändert wird, aber das war eine Frage der Ökonomie und nicht eine der Wertigkeit als solche. Ein paar Jahre später habe ich ein Praktikum als Schreiner gemacht und das lief auch total problemlos ab. Ich habe mich dann aus rein körperlichen Gründen dagegen entschieden (Skoliose), sonst hätte ich dort auch arbeiten können und den gleichen Lohn wie die Jungs dort bekommen.

Aber was jetzt abgeht finde ich grässlich, wirklich entsetzlich. Die ganze erkämpfte Freiheit ist am Ar*** und man hat Angst, etwas Falsches zu sagen. Wo gibts denn heute noch einen Mann, der sich trauen darf, einer Frau hinterher zu pfeifen? Weil ich das klasse fand - warum auch nicht? Für mich war das immer ein Kompliment und so war es auch gemeint. Es war ja an mir, darauf einzugehen oder nicht.

Für mich ist es ganz eindeutig so, dass Frauen sich mit diesem übertriebenen Krempel nur selbst schaden - und natürlich auch den Männern. So verkrampft wie heute sind wir in meiner Jugend nicht miteinander umgegangen. Schön ist definitiv anders und wie ich oben schon geschrieben habe: Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich mich mitunter in Grund und Boden dafür schäme, zum gleichen Geschlecht zu gehören wie so einige "Kampfemanzen" und habe dann immer das dringende Bedürfnis, mich bei den Jungs für meine Geschlechtsgenossinnen zu entschuldigen.

"heute sind wir verklemmter als in den 60ern und 70ern."

Ich bin also nicht der einzige, dem das irgendwie so scheint....

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Super geschrieben und ich empfinde genau wie Du.

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Unsere Elterngeneration hat für sich und uns Rechte und Freiheiten erkämpft, die die nachfolgende Generation scheinbar wieder einzureißen versucht...

Ich denke wie gesagt, dass wir nur dann zu einer gerechten, inklusiven und nicht diskriminierenden Welt kommen wenn wir beginnen die Gräben einzureißen, statt neue zu schaffen. Und da muss jeder bei sich selbst anfangen und es hilft auch nur gesellschaftlicher Diskurs, statt irgendwelcher Ideen durch die sich manche Menschen bevormundet fühlen.

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@AndersLarsson

Danke euch beiden für eure Antworten :))

Ich habe etwas weiter unten einen Kommentar geschrieben, der auch gut hierher passt und deswegen kopiere ich ihn hierher:

"Ich glaube, dass da noch etwas eine Rolle spielt.

Ein Beispiel mit der Angst: Da ist es so, dass - wenn einem Menschen in einem Zimmer eines Hotels etwas Traumatisches passiert, dieser Mensch Angst entwickelt, dieses Zimmer zu betreten. Wenn er dem nachgibt, kommt später die Angst vor dem Flur, der zu diesem Zimmer führt, dann scheut er die Etage, dann das Hotel, dann die Straße und irgendwann die Stadt.

So sehe ich auch die Abneigung vor Begriffen. Als ich ein Kind war, gab es z.B. zwei Begriffe für Dunkelhäutige: Ne*** und Nig***. Ersteres war die ganz normale Bezeichnung und letzteres eine Beleidigung. Für mich war der erste Begriff kein Problem, weil es für meine Eltern kein Problem war. So war eine meiner ersten Puppen schwarz und ich habe mein süßes kleines Ne***baby geliebt wie sonstwas. Dass schwarzhäutige Menschen minderwertig sein sollten, ist mir im Traum nicht eingefallen - genauso wenig wie mir die Idee kam, dass Frauen weniger zu sagen hätten als Männer. Bei uns war das total ausgeglichen, schon weil meine Eltern bis zum letzten Tag immer wieder total ineinander verliebt waren und da wurde nie mit zweierlei Maß gemessen.

Ich wusste ganz früh von den Entsetzlichkeiten z.B. im Apartheitregime in Südafrika, ich hab das einfach mitbekommen, wenn meine Eltern darüber entsetzt waren. Aber dass das etwas mit dem Begriff Ne*** zu tun haben sollte, kam keinem von uns in den Sinn. Doch im Laufe der Zeit wurde der Begriff ebenfalls zu einer Beleidigung und irgendwann war es sogar problematisch, "Schwarzer" zu sagen. Ich hatte dunkelhäutige Freunde und wusste irgendwann nicht mehr, wie ich das erzählen konnte, ohne dass sich irgendeiner aufgeregt hat. Im Fall war nicht ich der Rassist, weil ich mit meinen Freunden vollkommen normal umging - ich sah (und sehe) den Rassismus viel eher in den Köpfen derer, die ihn überall witterten.

Und so sehe ich das noch heute. Die Begriffe sind vergleichbar mit dem Zimmer in dem Beispiel mit der Angst. Nicht sie sind das Übel, sondern die Unterscheidung in unseren Köpfen und Herzen. Und wenn wir nicht aufpassen, weiten sich diese Indexbegriffe aus und irgendwann weiß man nicht mehr, wie man etwas benennen soll.

Oder nimm nur simple Allergien. Nicht Blütenpollen sind das Problem, sondern eine entwickelte Überempfindlichkeit des Körpers, der irgendwann Dinge bekämpft, die total harmlos sind. Aber wenn der Körper verlernt hat, mit ihnen umzugehen, sieht unser Immunsystem irgendwann einen gefährlichen Feind und bekämpft, was ihm fremd ist.

Das ist natürlich eine sehr vereinfachte Sicht, aber so ein bisschen Wahrheit ist dran. Nicht umsonst sind Kinder, die auf dem Land bzw. mit Tieren aufwachsen, weniger gefährdet, Allergien zu entwickeln. Und unser Kopf gehört halt auch zu unserem Körper und wenn wir es versäumen, mit Härten umgehen zu lernen, dann werden nicht unsere Ängste und Abneigungen weniger, sondern nur die Auslöser geringer. Verstehen wie meinen? *lieb kuck* "

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@FeistNerowski

Wow! Du beschreibst viele Punkte über die ich so noch nicht nachgedacht hatte, bei denen ich aber voll zustimmen kann

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Finde ich überhaupt nicht gut.

Die übertriebene Anwendung der Anhängsel 'in' und 'innen' nenne ich 'Innerei'. Warum es 'gendern' genannt wird, ist mir ein Rätsel. Gender ist die Geschlechtsrolle, also das gesellschaftlich Bestimmte am Geschlecht im Gegensatz zum Biologischen.

Ich mag die 'Innerei' nicht, weil sie die Gräben zwischen den Geschlechtern vertieft, statt sie zu zu schütten. Je mehr das -in und -innen benutzt wird, umso mehr wird das Generische zum Maskulinum. Und diesen Verlust des Generischen, der Form, die für beide Geschlechter gilt, finde ich sehr bedauerlich.

Mit Gleichberechtigung hat die Innerei nichts zu tun, denn die Ungleichheit liegt darin, dass es ein weibliches Anhängsel gibt, aber kaum ein männliches. Eigentlich ist es eine Diskriminierung, die sagt, dass das Weibliche nicht normal ist. So wie auch die Endungen -lein und -chen, die betonen, dass etwas nicht die übliche Größe hat.

Es sollte sich langsam herumgesprochen haben, dass Frauen Berufe und Funktionen genauso gut oder genauso schlecht ausüben können wie Männer. Also gibt es keinen Grund, mit dem Anhängsel '-in' Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu betonen und damit zu betonieren.

Wenn ich einen Arzt brauche, ist es völlig egal, ob mir eine Frau oder ein Mann hilft. Warum sollte ich dann sagen, "Ich brauche einen Arzt oder eine Ärztin"? Das macht die Sprache doch unnötig kompliziert. Wo ist das Problem, wenn ich von einer Frau sage, dass sie Arzt ist? Oder Kapitän, oder General ...

...Du weißt wie immer, wovon Du sprichts/schreibst

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Eigentlich ist es eine Diskriminierung, die sagt, dass das Weibliche nicht normal ist. 

Stimmt genau!
Dabei ist das Weibliche höchst normal. Der biologische Standardmensch ist die Frau. Die Frau ist der ursprüngliche Norm-Mensch.
https://www.tagesanzeiger.ch/der-mann-entstand-aus-der-frau-591702242111
https://www.wissenschaft.de/erde-umwelt/eva-war-zuerst-da/

So wie auch die Endungen -lein und -chen, die betonen, dass etwas nicht die übliche Größe hat.

Stimmt auch!
Mich erinnert das "-in" verdächtig an eine Verkleinerungs-Endung aus dem Altdeutschen. Beispiel: "Schlüsselein" heisst auf Altdeutsch "Sluzzelin".
Sollen wir diskret verkleinert werden?

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Es sollte sich langsam herumgesprochen haben, dass Frauen Berufe und Funktionen genauso gut oder genauso schlecht ausüben können wie Männer. Also gibt es keinen Grund, mit dem Anhängsel '-in' Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu betonen und damit zu betonieren.

Richtig!

Als ob die deutsche Grammatik nicht schon kompliziert genug wäre - und jetzt auch noch mit Sternchen? Arzt*in?? Da werden Einwanderer und Flüchtlinge doch total wuschig im Kopf, deutsch ist ja nun wirklich auch so schon schwer genug zu lernen.

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Ist mir egal.

Solange es nicht zur Pflicht wird.

Es sollte lediglich erlaubt sein.

Es sollte niemand angegriffen werden, wenn er es nicht mag oder kann/verwendet.

Ein wenig Respekt an die Wurzeln der Sprache gehört auch dazu.

Unsere Sprache ist grundlegend neutral, vielfältig und es immer gewesen.

Jedenfalls in der Bedeutung, selbst wenn es sich nicht so anhört.

Das ist aber ein persönliches Problem, wenn man sich deswegen angegriffen fühlt.

Das ist aber ein persönliches Problem, wenn man sich deswegen angegriffen fühlt.

Absolut!

Ich wollte von vielen Jahren mal Schreiner werden und hab auch ein Praktikum absolviert. Und ich fand es damals vollkommen unnütz, Schreinerin zu sagen. Ich war fraglos eine Frau und Schreiner war ein Beruf, mehr brauchts nicht, denn alle Informationen waren darin enthalten. Ich bin nichtmal die Idee gekommen, mich deswegen 'diskriminiert' zu fühlen und wenn es so gewesen wäre, dann hätte ich ein Problem mit meinem Selbstwert und nicht mit einem Begriff gehabt.

Punkt.

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Finde ich überhaupt nicht gut.

Es gibt sehr viele Gründe, die gegen das Gendern in der aktuellen Form sprechen. Generell ist die Idee dahinter jedoch durchaus gut. Alle miteinzuschliessen, niemanden zu diskriminieren ist ein hohes und wervolles Ziel, das ich voll unterstütze.

Leider ist dieser Weg aus meiner Sicht der Falsche.

1. Die Sprache wird unnötig verkompliziert. Gerade Menschen mit Leseschwäche oder Migrationshintergrund dürften damit ihre Schwierigkeit haben und werden somit de facto ausgegrenzt, was der Grundidee widerspricht.

2. Das Gendern bezieht sich auf alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten. Hiermit wird also der Mensch auf sein Geschlecht reduziert, statt auch andere Merkmale wie Ethnie, Glaube usw. mit einzubeziehen. Somit ist dieses Mittel was gegen Sexismus sein soll hochgradig sexistisch.

3. Das grammatikalische Geschlecht hat lingustisch mit dem tatsächlichen Geschlecht nichts zu tun. Es sind zwei verschiedene Dinge mit demselben Namen. Es gibt ja auch den Begriff "die Person" was auch Männer mit einschliesst.

4. Da ein Grossteil der Menschen das Gendern ablehnt ist es nicht das geeignete Mittel um die Gesellschaft toleranter zu machen. Im Gegenteil, es hat das Potential zu spalten und die Gräben tiefer zu graben. Wenn es auf der einen Seite diejenigen gibt die Gendern und auf der anderen diejenigen die es ablehnen.

Nach der ganzen Kritik nun aber auch meine Idee, wie man es besser machen kann: Wir alle sollten die Gräben aus unseren Köpfen verbannen und unseren Mitmenschen mit Toleranz und Respekt begegnen. Dazu gehört, dass wir unterschiedlich sind und unterschiedlich denken. Es sollten strukturelle Probleme beseitig werden(gleiches Gehalt für gleiche Arbeit, gleiche Chancen für alle, etc). Eine Änderung der Sprache wird nicht helfen, da sich das Denken ändern muss und das passiert nur durch Toleranz auf allen Seiten.

Tolle Antwort, danke!
Das mit der Sprache hatte ich in meiner Antwort total vergessen, deshalb freue ich mich, dass du daran gedacht hast. Nochmals danke!

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3. Das grammatikalische Geschlecht hat lingustisch mit dem tatsächlichen Geschlecht nichts zu tun. Es sind zwei verschiedene Dinge mit demselben Namen. Es gibt ja auch den Begriff "die Person" was auch Männer mit einschliesst.

Ganz genau!
Das krasseste Beispiel ist wohl: "Das Weib".
Das Weib ist grammatikalisch ein Neutrum.
(Es soll mir nochmal jemand von meiner "Weiblichkeit" sprechen...)

Weitere Beispiele:
Die Drohne (männliche Biene)
Der Weisel (Bienenkönigin)

Das grammatikalische Geschlecht scheint sich eher aus dem Klang des Wortes zu ergeben. Worte, die auf "-e" enden sind grammatikalisch eher ein Feminimum.

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@wachteli

überhaupt macht das grammatikalische Geschlecht nicht immer Sinn in der deutschen Sprache. Da gibt es ja tatsächlich keine feste Regel, mehr hat sich das grammatikalische Geschlecht mit der zeit vollkommen willkürlich entwickelt. Auch dass es je nach grammatikalischem Fall auch mal spontan wechseln kann (z.B. der Mann, die Männer...) ist ein weiteres Indiz, dass es mit dem tatsächlichen Geschlecht nicht zusammenhängt.

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