Was haltet ihr vom Distanzreiten?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Nichts und alles. Ich war mit meinem vorherigen Araber Distanzreiterin, aber nur mittlere Strecken bis 60 km, und da ich keinen eigenen Hänger/Zugfahrzeug habe, auch nicht auf sehr vielen Ritten. So vier im Jahr.

Ich fand es wundervoll. Tolle Kameradschaft. Keiner rümpfte die Nase, weil vielleicht das Pferd nebenan ein No-Name Mix war. Die Reiter waren hilfsbereit. Ich kann mich noch  erinnern, wie ich mit meiner Freundin damals einen 40er Ritt gemacht hatte. Es war ihr erster. An einem Bach drohte der Ritt dann zu scheitern, weil die Galopperstute meiner Freundin partout nicht durchwollte. Ich ritt mit meinem Araber hin und her, aber nix . Die Stute sagte "Mach ich nicht."  Dann kamen drei andere Reiter, die hinter uns gestartet waren. Und statt weiter zureiten, halfen sie uns. Es dauert noch mal fast 10 Minuten, bis die Galopperin endlich nachgab und durch den kleinen Bach ging. (Bei uns zu Hause gibt es so was leider nicht, so dass wir das nicht üben können.) Danach mussten wir uns alle sputen, um die verlorene Zeit einzuholen.
Das Training macht großen Spaß, bringt sehr viel. Und wenn der TA streng ist, dann kann man hinterher, wenn man durch ist, sich als Sieger fühlen, auch wenn man vielleicht nur 20. geworden war.
Man lernt, wenn man den TÄ zuschaut, sehr gut, auch kleine Lahmheiten zu erkennen.
Der Sport, richtig ausgeführt, ist wirklich allerbestes Horsemanship.

ABER:

meine RL ist früher international Distanzen geritten, auf Europameisterschaftsebene. Also 100 Meiler. Heute sagt sie, dass sie das nicht mehr erwähnen würde, da sie sich heute schämen würde, als (Ex-)Distanzreiterin bekannt zu werden. Seitdem die Scheichs den Sport erobert haben, sind viele Langstreckenrennen - nicht alle! - zur reinen Tierquälerei verkommen. Doping ist an der Tagesordnung, tote Pferde auch.

Von daher sage ich: Distanzreiten, pferdefreundlich betrieben, auf mittlerem Niveau ist ganz wundervoll. Auf hohem Meisterschaftsniveau mit den Scheichs vorneweg ist grauenvoll. Etwas, das ich mir nicht angucken will.

Es gibt allerdings wohl einen Distanzritt, der der Schwerste der WElt sein soll, wo es wohl noch mit rechten Dingen zugeht. Das ist der Tevis Cup in den USA. Mir sagte mal ein Kenner spöttisch, dass die Scheichs da nicht mitmachen würden, weil die Strecke keine Begleitfahrzeuge erlaube. Felsiger Boden, rauf und runter. Flussbetten, Steilhänge. Da kommen wohl auch Geländefahrzeuge nicht mit. Daher sieht man die Scheichs dort nicht.

Den letzten Tevis Cup hat ein 73 j. Amerikaner mit seiner 14 j. Araberstute gewonnen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Caitlyn16
13.06.2016, 17:34

Saudi Arabien wurde eben deswegen mitlerweile Verboten an internationalen Wettbewerben teilzunehmen.

1

Distanzreiten im Wettbewerb ist nichts anderes als Marathon für Pferd und Reiter. Solange das Pferd dafür geeignet ist - aufgrund seiner Veranlagung und Zucht und entsprechend trainiert und vorbereitet, ist das sicherlich eine Sportart, die für die, die daran Spaß haben, machbar ist. Es ist hier wie in aallen anderen Sportarten auch, das richtige Maß zu beachten und sich immer am Wohl und am Machbaren für das Pferd zu orientieren und sich selbst und das Pferd bestens dafür vorzubereiten.

Grundvoraussetzung dafür, körperliche Fitness beim Reiter und eben das richtige, gesunde und ausdauernde Pferd, das auch körperlich die richtigen Gegebenheiten mitbringt, wie zum Beispiel der Araber.

Ein Distanzpferd muss in erster Linie geländesicher sein – Pfützen, Brücken, weidende Kühe, Bahnübergänge, Unterführungen oder quietschgelbe Mülltonnen passiert es ohne groß zu gucken. Besonders wichtig ist die Verkehrssicherheit, denn Distanzritte finden nicht „auf der grünen Wiese“ statt. Auch wenn ein Distanzpferd keine perfekte L-Dressur beherrschen muss, so braucht es doch eine solide Grundausbildung auf Dressur-Grundlage. Das fördert die Körperkoordination, erleichtert die Selbsthaltung und verbessert die allgemeine Rittigkeit. Ein Distanzpferd muss jederzeit an den Hilfen stehen – es muss auch in einem Pulk fremder Pferde kontrollierbar und jederzeit zu stoppen sein. Pferde, die zum Scheuen neigen, sind nicht nur für ihren Reiter, sondern auch für die anderen Rittteilnehmer eine potentielle Gefahr. Pferde mit Untugenden (Treter, Beißer, Schläger) haben im Getümmel eines Distanzritts nichts verloren. 

In dieser Disziplin gibt es durch leider auch Auswüchse, kommen Pferde durch falschen Ehrgeiz zu Schaden oder sogar ums Leben.

Die hohen Ausfallquoten bei internationalen Turnieren beruhen meist aber auf sehr sorgfältigen tierärztlichen Kontrollen. Man nimmt ein Pferd lieber zu rechtzeitig aus dem Wettbewerb als zu spät.

Leider gibt es in Deutschland reichlich schlechte Reiter. Rund 60 % arbeiten ihre Pferde nicht klassisch. Fehlende Rückenmuskulatur und Unterhälse bei den Pferden sind oft äußere Anzeichen dieses Missstands. Es wird empfohlen, dass Distanzreiter neben klassischer Dressurarbeit pro Woche die Strecke eines Marathons selber laufen sollten oder Inlineskating und Radfahren zur Konditionssteigerung zu betreiben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von MissDeathMetal
13.06.2016, 17:57

Man kann mit jedem gesunden und trainierten Pferd starten, es starten viele Warmblüter, Tinker, Friesen, Haflinger, Isländer usw und die sind in den unteren Klassen auch sehr gut dabei. Aber bei gewissen Distanzen halten sie dann nicht mehr mit, da findet man dann fast ausschließlich Araber, aber generell ist jedes Pferd zulässig. Das ist ja das schöne am Distanzsport, er ist für alle zugänglich, ohne Bevorzugung (anders als bei der Dressur bspw. Ein Haflinger wird in den meisten Fällen schlechter bewertet als ein Warmblut für die gleiche Leistung). 

0

Wenn sie richtig ausgeführt wird eine Disziplin, die Reiter und Pferd zusammenbringt. Gerade für lauffreudige Pferde ideal, in den niederen Klassen für jede Rasse machbar. In den höheren Klassen wird man nur noch mit bestimmten Rassen wirklich erfolgreich platziert sein, aber teilnehmen kann man mit jedem gesunden Pferd. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Alles gut, solange man nicht von übertriebenen  Ehrgeiz gepackt das Pferd zuschanden reitet. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?