Was haltet ihr vom bedingungslosen Grundeinkommen und wie würdet ihr es umsetzen wollen?

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Das Ergebnis besteht aus 12 Abstimmungen

Ich bin gegen das Grundeinkommen 50%
Ich bin für das Grundeinkommen 41%
Ich bin unentschlossen 8%

15 Antworten

Ich bin für das Grundeinkommen

Gute Güte, Menschen leben nur ein einziges Mal, haben sie da nicht ein Recht ein Leben jenseits eines Elends zu führen? Haben sie da nicht ein Recht ein Leben in Würde zu führen? Istt es denn nicht eigentlich selbstverständlich, dass alle Menschen hier in D. ein anständiges Leben führen sollten, wenn man bedenkt, dass dieses Land das viertstärkste Wirtschaftsland der Welt ist. Angesichts dessen isses nicht zu viel verlangt, dass jeder Mensch hier armutsfrei leben sollte. Daher lautet die Devise, her mit einem bedingungslosen Grundeinkommen, dass jedem Menschen eines gibt oberhalb von 1000 € !

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Kommentar von voayager
30.10.2016, 23:44

danke für den Stern

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Ich bin für das Grundeinkommen

Ich halte sehr viel davon, es würde eine Menge Bürokratie überflüssig machen und Sozialbetrug sogar unmöglich. Bei richtigem Ansatz würde es noch nicht einmal Mehrkosten verursachen. Ich nenne das aber eher "Bürgergeld", weil es den Kern besser trifft.

Jeder Berechtigte (alle Einwohner) erhält eine bestimmte Summe pro Monat vom Finanzamt. Im Gegenzug entfallen alle Steuerfreibeträge, auch der erste Euro wird bereits versteuert.

Es entfallen:

ALGII, klassische Sozialhilfe, Wohngeld, BAföG, Kindergeld

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Kommentar von teletobbi
29.10.2016, 19:40

Ich habe zwei Nachfragen: Wie würdest du das BGE neben den entfallenden Sozialleistungen finanzieren und wenn das Wohngeld entfällt und das BGE (Bürgergeld) 1000€ für jeden betragen würde, kämen dann sozial schwächere Menschen in München mit den extrem hohen Mieten nicht in finanzielle Probleme?

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Ich bin unentschlossen

In der Theorie ist das eine Möglichkeit den Wasserkopf an Bürokratie zu schrumpfen, und das "Präkariat" , wie man nun die Geringverdiener nennt, etwas mehr Geld in der Tasche zu zaubern. Ich habe dazu einige Gedanken, kann mir aber selber nicht entscheiden, was realistischer ist.

1) Es bleibt eine Utopie, dass damit der sozialen Frieden gefördert wird, denn die Menschen verhalten sich anders: jeder Mensch steht in Konkurrenz zu seinen Mitmenschen, das ist angeboren. Man möchte schöner, schneller, klüger, besser, kreativer, witziger oder irgendwie einzigartiger sein. Wenn alle das gleiche Grundeinkommen erhalten, wird es weiter Verteilungskämpfen geben, nur auf einer höheren Ebene.

2) Die Berechtigungsfrage: Wer sollte in den Genuss der Einkommens kommen? Stelle dir mal vor was los wäre, wenn es heißt: jeder der in Deutschland wohnt, erhalt Betrag XY und braucht dafür nichts zu tun. Das möchte ich nicht erleben: Frontex kann man auflösen und gleich eine Brücke nach Gibraltar bauen. Wir können uns jetzt schon nicht mehr wehren gegen den Einwanderer ins Sozialsystem, aber dann wäre die Katastrophe komplett.

3) Was passiert mit den eingezahlten Beträge der Rentenkassen? Sollen die dann alle in ein Grundeinkommen umgewandelt werden? 

4) Das Grundeinkommen würde aus Steuergelder bezahlt werden. Aber was ist, wenn die Konjunktur schwächet und das Steueraufkommen sinkt? Geht dann das Grundeinkommen ebenso herunter? 

So ganz einfach ist die Sache nicht, und ich glaube, man sollte einen Mittelweg suchen: Wer einen bestimmte Zahl von Jahren in Deutschland sozialpflichtig gearbeitet hat, und bestimmt Voraussetzungen erfüllt, könnte man dauerhaft ein festes Einkommen bezahlen.

Grundsätzlich bin ich aber gegen einer Bezahlung ohne Gegenleistung. Wer ein Einkommen erhielte, sollte sich zumindest für die Gesellschaft engagieren. 

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Ich bin für das Grundeinkommen

Im Prinzip haben wir es doch.

Für Leute, die nichts, oder nicht genug einkommen haben gibt es:

Kindergeldzuschlag

Wohngeld

ALG II

Grundsicherung

Bafög

Was wir mit einem Grundeinkommen hinbekommen könnten wären riesige Verwaltungsvereinfachungen.

Nach sämlichen Statistiken werden wir in einigen Jahren nicht genügend Arbeitnehmer haben, weil die Bevölkerung zurück geht. Also sparen wir die Leute, dort, wo nur Geldumverteilung verwaltet wird.

Das Grundeinkommen könnte eine Art negative Steuer sein und über das Finanzamt verwaltet werden.

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da müsstest du schon genauer fragen. Es gibt nicht "das" Modell und man muss auch alle daraus entstehenden Folgen jeweils bedenken.

Der Grundgedanke ist, dass Arbeit weniger wird und weitgehend von Maschinen ersetzt wird (was für sich genommen nicht schlecht ist). Zugleich erleben wir aber auch, dass die entstehenden zusätzlichen Gewinne ausschliesslich bei der Kapitalseite verbleiben und die Lohnquote kontinuierlich sinkt und Armut zunimmt - trotz immer größerem Reichtums.

Im Kapitlalismus war es bisher so, dass die Masse der Menschen nur über über die eigene Prostitution, also dem Verkauf der eigenen Arbeitskraft, an diesen neu geschaffenen Werten beteiligt wurde. Dieses System bricht zunehmend zusammen (steigende Arbeitslosigkeit) und die Marktgesetze verstärken dies noch (um so mehr "Nachfrage" nach Arbeit, um so niedrigere Entlohnung).

Hier muss der Staat an mehreren Stellen ansetzen: Die reguläre Arbeitszeit Einzelner muss drastisch reduziert werden (vergleichbar mit dem eingeführten 8-Std-Tag in der Weimarer Republik oder dem freien Samstag in den 60ern) bei gleichzeitig spürbar steigenden Löhnen. Das würde Arbeit gerechter verteilen und zugleich die Lohnquote anheben.

Zugleich muss Kapital wieder stärker besteuert werden, statt immer weiter die kleinen Leute durch indirekte Steuern  (z.B. MwSt) und höhere Lohnsteuern im unteren Bereich zu schröpfen. Öffentliche Leistungen in Gesundheit, Wohnen, Mobilität, Bildung, Kommunikation und Infratruktur müssen deutlich verbessert werden.

Dann - und nur dann- kann ein bedingungsloses Grundeinkommen ein ergänzendes Instrument einer gerechten Verteilung sein.

Ansonsten würde durch ein Grundeinkommen die Ungleichheit noch extremer zunehmen und der Staat sich aus allen anderen Aufgaben völlig zurückziehen. Da helfen dann auch keine 1000 oder 1500 € mehr. Die Preissteigerungen durch Erhöhung der indirekten Steuern würden die Kaufktaft auf Hartz4-Niverau senken und gleichzeitig würden viele heute selbstverständliche Dinge wie Gesundheitsversorgung, Infrastruktur, Bildung usw weitgehend privatisiert. Die Kapitalseite könnte unbehelligt weiter ihre Gewinne und Vermögen weiter steigern während die Masse der Menschen faktisch noch ärmer als heute wäre und vor allem völlig auf sich alleine gestellt.

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BGE ist nicht ganz schlecht. Jedoch der Kapitalismus wird dadurch nicht überwunden. Ich bin für eine neue Physiokratie.

Umsetzen geht nicht, weil da irgendetwas in den Köpfen der Menschen sitzt, was das verhindert. Die Menschen sind zu selbstbezogen, dass eine Gesellschaft in der es alle gut geht nicht denkbar ist.

Deswegen reden ja auch einige von einem Bewusstseinswandel, den es geben müsse. Der ist aber meines Erachtens noch lange nicht in Sicht. Das was da in den Köpfen falsch läuft, das dauert noch 1000 Jahre.

Jetzt kommt erstmal eine Zeit, in der es wieder schlimmer wird, was die Menschen noch mehr in die Ego-Falle treiben wird.

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Ich bin gegen das Grundeinkommen

Nichts. Obwohl, wir sind in Europa auf dem Weg dahin, aber das wird alles andere als gerecht verteilt sein. Schon jetzt geben sie im Süden auf Schuldenbasis Geld aus, das sie nicht haben und wir bezahlen es. Oder schau Dir den Länderfinanzausgleich an, das ist ein Musterbeispiel: In Hessen bezahlen sie für Kindergärten und müssen die Landesüberschüsse z.B. an Rheinland-Pfalz abgeben, die ihren Bürgern dafür den Kindergartenbesuch schenken. Dumm wenn man Hesse ist. Dumm wenn man Deutscher ist. Dumm, wenn man sich selbst zum Arbeitssklaven der modernen Art macht, damit andere die Beine ausstrecken können.

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Ich bin gegen das Grundeinkommen

Mir ist absolut nicht klar wie ein bedingungsloses Grundeinkommen finanziert werden soll.

Wenn jeder ohne auch nur eine Gegenleistung erbringen zu müssen einen bestimmten Betrag erhalten soll  wird sich meiner Meinung nach der Anteil derer die das in Anspruch nehmen wollen massiv erhöhen.

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Kommentar von Mikkey
29.10.2016, 19:46

Es würde sich aber auch der Anteil der "ex-"Hartzer erhöhen, die sich ein paar hundert Euro dazuverdienen - weil ihnen etwas davon bleibt, nicht weil "das Amt" sie dahin schickt.

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Kommentar von voayager
29.10.2016, 22:06

Alles Blödsinn was du da sagst, es brauchen nur die Steuern des Kapitals und der Rweichen erhöht zu werden und schon ist diese Frage geklärt.

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Ich bin für das Grundeinkommen

die umsetzung muss noch ausgearbeitet werden, aber über kurz oder lang wird es die einzige möglichkeit werden ein sozialverträgliches miteinander unter den einwohnern eines landes zu gewährleisten.

wir haben nun mal die situation, dass immer weniger menschen fürs arbeiten gebraucht werden. das bruttosozialprodukt steigt ständig, wobei für die arbeitende bevölkerung nichts abfällt. die löhne sind eingebrochen, weil es zu viele bewerber für zu wenig jobs gibt. der gesetzgeber versucht das schlimmste zu verhindern, indem er den mindestlohn einführt. ein allgemeines grundeinkommen würde auf einfache weise allen ein gesichertes überleben gewährleisten und den ganzen hartz4- und sozialamtsmoloch könnten wir uns ersparen (ok, davon leben natürlich auch unzählige jobcentermitarbeiter).

aber natürlich befürchten die arbeitgeber, dass der arbeitsmarkt wieder zu einem arbeitnehmermarkt würde. ist doch klar, wenn ich wenigstens minimal abgesichert bin, muss ich nicht für nen hungerlohn arbeiten, sondern kann die arbeit ablehnen ("zahl besser oder ich mach das nicht"). die löhne würden natürlich um den anteil des grundeinkommens sinken, in der gesamtsumme würden dann jedoch die aufwendung für grundeinkommen und arbeitslöhne höher werden, einfach weil die leute nicht mehr für hungerlöhne arbeiten müssten.

das grundeinkommen würde sowieso höchstens auf hartz4-niveau ausfallen. wer damit leben kann, soll dies tun. die ganz überwiegende mehrheit von uns wird dies zu spärlich sein.

annokrat

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Ich bin gegen das Grundeinkommen

Ich bin dagegen, es gibt viele Zeitgenossen, die ohne je einen Handschlag getan zu haben, das in Anspruch nehmen würden. Weil jährlich neue hinzukommen, ist abzusehen, wann das nicht mehr finnzierbar ist.

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Kommentar von voayager
29.10.2016, 22:12

Es ist finanzierbar, nur du bist halt zu unwissend dies zu begreifen.

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Ich bin gegen das Grundeinkommen

Ich glaube dass viele derjenigen, die ein Grundeinkommen beziehen würden, deutlich über ihre (bescheidenen) Verhältnisse leben und sich verschulden würden. 

Die Banken würden bei diesem Spiel mitmachen, denn ein Grundeinkommen ist ja eine großartige Sicherheit. Am Schluss landet das gesamte Grundeinkommen als Zinszahlung bei den Banken. 

Und der Grundeinkommensbezieher? Muss wieder für seinen Unterhalt arbeiten gehen.

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Kommentar von Mikkey
29.10.2016, 19:39

denn ein Grundeinkommen ist ja eine großartige Sicherheit

Keineswegs, denn es würde kaum die Pfändungsfreigrenze überschreiten.

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Kommentar von annokrat
29.10.2016, 19:52

es geht gar nicht darum, dass jeder arbeiten muss. im gegenteil: wir haben zu viele menschen und zu wenig jobs. das wird sich weiter negativ entwickeln. wir werden also irgendwann leute dafür bezahlen müssen, dass sie nicht arbeiten, damit für die anderen genügend jobs bleiben.

eine grossartige sicherheit wird es dadurch nicht geben, weil das grundeinkommen natürlich bestenfalls auf harz4-niveau ausfallen wird. damit werden die wenigsten leben wollen.

annokrat

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Kommentar von voayager
29.10.2016, 22:15

zalto, deine Schlußfolgerungen sind einfach falsch!

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Ich bin gegen das Grundeinkommen

Bin gegen das bedingungslose Grundeinkommen.

Grund dafür ist das jeder Mensch Bedürfnisse hat (Hunger, Durst, Wärme, Hygiene, Kleidung) die er stillen muss. Dafür muß er was tun. Tut er nichts dafür dann stirbt er wenn er nicht zufällig Millionär ist.

Verlangt man nun von einem anderen Menschen seine Bedürfnisse mitzustillen, bedeutet das für diesen doppelt so viel Arbeit. Wenn eine Gesellschaft diese doppelte Arbeit von Menschen abverlangt dann muß das erstens einen driftigen Grund haben und man muß diesem Menschen Dankbarkeit erweisen, da er bereit ist zum Beispiel für einen Schwerbehinderten Menschen doppelte Arbeit zu leisten.

Bedingungsloses Grundeinkommen heißt das jemandem Geld zusteht für das jemand doppelt arbeiten muß ohne das der Nutznießer dankbar sein muß. Denn es steht ihm ja dann gesetzlich zu. Dieser Zustand wäre höchst ungerecht und unfair allen gegenüber die morgens früh aufstehen um ihr und Anderer Brot hart zu erwerben.

Zudem würde die Gesellschaft schweren Schaden nehmen, da die Verblödung, schwere Krankheiten durch Bewegungsmangel und Auslagerung von Firmen in Länder wo die Menschen Lust auf Arbeit haben, zunehmen würde. Deutschland würde damit in kürzester Zeit zu einem Dritte-Welt-Land mutieren.

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Kommentar von Mikkey
29.10.2016, 20:05

ohne das der Nutznießer dankbar sein muß

Das müssen die Hartz-IV Bezieher heutzutage auch nicht.

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Kommentar von voayager
29.10.2016, 22:11

Dein Kommentar ist gedankenbefreit und sinnentleert. Du bedenkst z.b. nicht, dass man von den Reichen eine Menge abzwacken kann, man muß es nur einfach wollen!

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Ich bin gegen das Grundeinkommen

Nee.. Menschen wollen immer ein bisschen besser sein als andere Menschen und wenn dann alle das selbe verdienen (Das ist doch das Grundeinkommen?), dann würde es nur Unfrieden und Neid geben. Und wie könnte man da noch stolz auf seine Leistung sein wenn eh jeder das gleiche bekommt?

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ich finde es komisch, da ja im Zuge die Mehrwertstuer erhöht werden soll, was wieder die Ärmeren stärker belastet

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Ich bin für das Grundeinkommen

Ich habe mich entschieden: Sozialgerechte Umverteilung funktioniert nur mit dem BGE.

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