Was haltet ihr vom Ampelsystem (Lebensmittelkennzeichnung)?

Das Ergebnis basiert auf 45 Abstimmungen

Sollte eingeführt werden, weil... 46%
Sollte NICHT eingeführt werden, weil... 35%
Bin unschlüssig, weil... 17%

32 Antworten

Sollte eingeführt werden, weil...

Die Kennzeichnung von Lebensmittel durch ein Ampelsystem würde ich befürworten. Es könnte jeder Kunde sofort auf einen Blick sehen, ob das Lebensmittel für ihn zum Kauf infrage kommt. Die Entscheidung über eine gesunde Ernährung oder nicht liegt sowieso beim Kunden. Vor allem für ältere Menschen wäre es ein großer Vorteil. Wollen wir doch ehrlich sein. Die Infos auf den Lebensmitteln sind oft so klein gedruckt, dass sogar jüngere Menschen Schwierigkeiten mit dem Entziffern haben.

Die kürzlich verlautete Meldung in den Medien, dass die Regierung den Zuckergehalt in Lebensmitteln per Gesetz reduzieren will, wäre sehr gut. Der Hacken daran ist, dass das auf Freiwilligenbasis geschehen soll. Hier wirft die Regierung, wie schon so, oft mit Wattebällchen gegen die Lebensmittelindustrie, anstatt ihnen gewaltig auf die Füße zu treten.

LG Lazarius

Bin unschlüssig, weil...

Ich finde es gut, man sollte nur genau überlegen wie man es macht.

So sollte man sich daher genaue Gedanken machen, was man kennzeichnet und was die Grenzwerte sind. So ist zu klären ob es nur um zugefügten Zucker oder generell natürlich enthaltenen gehen sollte usw.

Zudem wäre ich nach einer Kennzeichnung nach Typen, also nicht nur das Produkt gesamt zu bewerten sondern nach Sachen wie z.B. Zuckeranteil, Fett und Salz auch einzeln auszuwerten.

Fraglich ist ob man eine Wertung vornehmen sollte also ein Hauptnahrungmittel darf mehr Fett haben, als ein Snack pro 100g, ich wäre dagegen. Zudem welche Maximalwerte und Grenzen man für welche Farbe nehmen sollte. Bewertung nach einem Standardmann mit 80kg bringt meiner Meinung nach nichts, auf einem Kinderprodukt.

Mich persönlich würde es nicht beeinflussen, ich weiß was davon warum ungesund ist. Wenn ich einen Schokoriegel kaufe bin ich mir dem bewusst, ebenso bei vielen "scheinbar gesunden" Getränken. Aber viele lesen sich die Inhaltsstoffe eben nicht durch oder verstehen sie nicht, daher ist ein Ampelsystem für sie sicher einfacher.

Wichtig wäre nur auch zu Informieren, dass manche Stoffe auch wichtig für den Körper sind. Also der Körper auch Zucker zum funktionieren braucht, nur nicht in hohen Dosen. Wobei hier ein Ampelsystem a nicht immer ein Problem wäre, immerhin können "grüne" Produkte das ja auch enthalten, nur eben nicht übermäßig.

Letztlich ist es aber auch schwierig, weil es trügerische Sicherheit geben kann. Ein "grünes" Produkt kann ebenso ungesunde Stoffe, viele Geschmacksverstärker und anderes beinhalten. Zudem wist fraglich ob in dem Fall "Fett" zwischen ungesättigten und gesättigten Fettsäuren gewichtet wird oder Fett allgemein als "böse" verteufelte wird.

Auch Produkte die man nicht pur isst, sind ein Problem z.B. Olivenöl. Hier könnte ein Verbraucher falsche Schlüsse ziehen.

Sollte NICHT eingeführt werden, weil...

es nichts taugt und einen unzulässigen Eingriff in den Privatbereich des Bürgers darstellt.

Noch gelten die Bürger in Deutschland als mündig.

Wenn der Staat kommt und dem Bürger vorschreiben will, was gesund und was ungesund ist, dann geht mir dieser Eingriff zu weit.

Ich möchte selbst entscheiden, was ich esse und auch, was ich auf Grund meiner eigenen Informationen als gesund einstufe.

Wir haben im Moment diverse Probleme mit Fahrverboten, weil man bestimmte Dinge in der Luft für gefährlich hält.

Stell Dir einfach nur vor, zukünftig enthielte alles was auch nur geringe Spuren von Alkohol enthält einen "ungesund" Aufkleber. Auf einen Schlag wären alle Backwaren die Hefe enthalten "ungesund".

Laugenbrezeln enthalten zu viel Salz -> ungesund, etc. pp.

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Moment, ich glaube du hast dich nicht informiert, was ein Ampelsystem tut.. und was es nicht tut.

Es ist eine gesetzliche Vorgabe an den Hersteller, nicht den Konsumenten. Du hast also weiterhin die freie Wahl zu kaufen, was dir beliebt. Außerdem ginge es hier nicht um "Spuren von irgendwas", sondern um angesetzte Grenzwerte, welche aber doch mehrere Prozent umfassen sollten.

Auch dein Argument mit der Luft kann ich nicht nachvollziehen. Nachdem du dich so unklar ausdrückst, ist es schwer darauf einzugehen, aber dass Autofahren Schadstoffe produziert und diese hochgradig gesundheitsschädigend wirken, ist ja hoffentlich nichts Neues, was man noch anzweifeln könnte. Deshalb wird bei hoher Luftbelastung eventuell ein Fahrverbot ausgesprochen. Sieh dir an, wie es momentan in Südkorea aussieht. Das brauchen wir hier wirklich nicht.

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@Ansatisfied

Mein Infos zum Ampelsystem lauten ca. wie folgt.

Zusätzlicher zur reinen Mengeangabe eines Inhaltsstoffes wird dieser farblich unterlegt, von unbedenklichem grün bis zu sehr bedenklichem tiefrot.

Die Grenzewerte sind wohl auf Grund irgendeiner Empfehlung irgendeines Gremiums vorgelegt. Wenn es diese mal geschafft haben, in Gesetzesform gegossen zu werden, dann sugerieren sie einem, dass Nahrungsmittel mit viel grün "gesund" sind.

Ähnliche Ampeldinger haben wir an Autoscheiben. Grün sollte "am wenigsten umweltschädlich sein".

Jetzt stellt sich aber raus, grün ist nicht gleich grün. Es gibt Benzin-grün was gut ist, und Diesel-grün, was böse ist. Wir brauchen also noch blau.

Die Wissenschaft kommt dann und sagt: Moment, Diesel-grün ist nur bei einem Wert kein richtiges Grün, aber Benzin-grün ist bei zwei anderen Wert kein richtiges grün.

Und so wird es dann auch bei den Lebensmittel sein. Fettwerte, Zuckerwerte, etc. kann man im Bezug auf gesund oder nicht gesund nur auf einen Tageswert sehen. Wenn ich mir sechs extrem-grün Produkte reinpfeif, dann kann ich statt dessen auch gleich zwei rote Produkte essen. Wahrscheinlich ist der Energiewert sogar der gleiche.

Zudem bleibt zu befürchten, dass ich an das Ampelsystem, dann wieder irgendwelche Initiativen anhängen, wie höhere Steuern für Nahrung mit roten Punkten. Kein Verkauf von Nahrung mit roten Punkten im Umkreis von Schulen, etc. blabla.

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