Was halten Gymnasiasten von Hauptschülern?

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Hallo SophieKui,

ich denke, das viele Vorurteile dazu beitragen, Schüler bestimmter Schulformen von vornherein in eine Schublade zu stecken. Schade ist, dass über das Schulsystem so wenig bekannt ist. An Hauptschulen liegt der Schwerpunkt eher im praktischen Bereich, der an den Gymnasien nicht vorhanden ist. Die Realschulen liegen dazwischen. An den Hauptschulen und Realschulen wird in erster Linie für die Berufsreife vorbereitet. Das Gymnasium soll die Schüler zur Studierfähigkeit hinführen. Der Handwerker ist kein dümmerer Mensch als der Intellektuelle. Er hat aber andere Fähigkeiten und Fertigkeiten; geht anders an die Sache ran. Auch Haupt- und Realschüler können sich weiterbilden. Entweder auf der beruflichen oder der schulischen Basis. So können aus Gesellen auch Meister oder sogar Ingenieure werden. Ein ehemaliger Haupt- oder Realschüler kann die verschiedenen Schulen benutzen, um Fachabitur oder Abitur zu machen und dann studieren. Alles ist grundsätzlich für jeden möglich. Nur jeder hat eine andere Art zu lernen, um dieses Ziel zu erreichen. Sicher, nicht jeder erreicht sein gestecktes Ziel. Manchmal reicht die Begabung oder die Intelligenz nicht aus, um die oberste Stufe zu erreichen. Aber jeder kann im Rahmen seiner Möglichkeiten viel erreichen. Und alles verdient die gleiche Anerkennung!

Du fragst, warum so viele lästern?

Vielleicht ist es Unkenntnis oder Überheblichkeit. Oder von jedem ein bisschen. Ich weiß es nicht. Aber ich finde es sehr schade, dass Menschen über andere Menschen Urteile fällen und sich selber über andere Menschen stellen wollen! Die mit der Nase rümpfen sind nämlich nicht besser als die Anderen. Sie sind nur eingebildeter. Auch eine Form von Bildung!

ich bin auf einem gymnasium und da ist dass bei anderen schülern ein echt heikles thema. während die einen richtig gut befreundet mit hauptschülern sind, lästern die anderen bei jeder gelegenheit hab. bei uns ist es aber auch sehr extrem, was ich nicht verstehen kann...

Hi, also an unserer Schule wird über das Thema nicht gesprochen. Allerdings benehmen sich einige an unserer Schule wie Klischeehafte Hauptschüler, was von vielen als "Cool" empfunden wird. Ich gehe aufs Gymnasium, und wurde schon oft ohne Grund von Hauptschülern dumm angemacht.

Ist das deutsche Schulsystem mit der Dreiteilung (Hauptschule, Gymnasium, Realschule) nicht ungerecht und abwertend?

Hey,

ihr kennt ja bestimmt alle das dreiteilige, deutsche Schulsystem. Real, Haupt, Gymi. Nach der Vierten wird man schon "gesplittet". D.h es wird schon im sehr jungen Alter der Kinder entschieden, wie viel sie später lernen werden. Klar kann ein Hauptschüler aufsteigen, aber es ist nicht sehr einfach, da er die gesamte Stofftiefe nachholen muss, es wird für ihn eine Herausforderung. Das Gleiche gilt für Realschüler, nur lernt man da etwas vertiefter als an der Hauptschule. Auch werden meiner Meinung nach Schüler durch das dreiteilige Schulsystem stark entmutigt. Viele Hauptschulen werden in einigen Großstadtvierteln nicht mehr finanziert und einfach links liegen gelassen. Die Lehrer haben eigentlich überhaupt keine Lust mehr zu unterrichten und die Kinder rutschen sozial den Bach runter und man wundert sich, warum sich dann viele schlecht benehmen. Und dann verlieren viele Hauptschüler auch die Motivation zu lernen. So ist es auch an einigen Realschulen. Die Gymnasiasten haben aber das Recht mehr zu lernen, als die anderen. Es entstehen von dort aus viele Vorurteile gegen Hauptschüler. Wer kennt nicht diese "Witze": "Bestimmt so ein dämlicher Hauptschüler" oder ähnlich.

Es wird so dargestellt, dass Gymnasiasten ja so viel schlauer sind, als Haupt oder Realschüler. Ich aber glaube nicht an sowas, wie Schlauheit, Begabung oder Intelligenz. Für mich hat jeder Mensch das gleiche Potential. Aber es wird gebremst durch die Norm unserer Gesellschaft, z.B. durch solche Entmutigungen durch ein Dreischulensystem. Jeder Mensch kann extrem viel erreichen. Man muss sie nur fördern und fordern und sie nicht links liegen lassen. Das passiert aber leider mit vielen Schulen.

Meiner Meinung nach verfliegt diese Ansicht, dass alle Menschen das gleiche Potential haben mit dem deutschen Schulsystem. Es wird ja automatisch so dargestellt, dass Gymnasiasten am meisten Potential haben und dass die Haupt,-Realschüler weniger Intelligent sind und dadurch versuchen die Haupt und Realschüler gar nicht erst sich zu bessern. Ich spreche nicht von allen, aber es trifft eben nun mal zu.

Ich finde das sehr ungerecht. Allein, dass nicht jeder Mensch in Deutschland das Recht hat das Selbe zu lernen und dass einigen das Wissen nicht zugetraut wird. Was ist mit Hauptschülern, die sozusagen erst nach der 6. Klasse ein Bewusstsein fürs Lernen entwickeln aber durch den unterschiedlichen Lehrplan viel nachholen müssen, um es aufs Gymnasium zu schaffen?

Ich bin für ein einheitliches Schulsystem in Deutschland und für ein einheitliches Abitur, sowie einen einheitlichen Lernplan in jedem Bundesland, damit auch jeder später im Studium die selbe Chance hat und nicht einer es leichter hat, nur weil er z.B. in Bayern Abitur gemacht hat, wo es ja angeblich am lehrreichsten sein soll. Sowas ist doch nicht fair. Menschen haben alle das selbe Recht was zu lernen und von selben Grundstein aus und man muss ihnen Zeit lassen und nicht nach der 4. Klasse aussortieren. Danke

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