Was haltet ihr vom Sportunterricht in der 12. Klasse?

Das Ergebnis basiert auf 19 Abstimmungen

Wichtig weil 53%
Unnötig weil 47%

9 Antworten

Unnötig weil

Gegen Sportunterricht an sich habe ich nichts, aber Dinge wie Hochsprung und Kugelstoßen in der Schule zu unterrichten halte ich für nicht sinnvoll.
Meiner Meinung nach sollte es spätestens ab der Oberstufe keine Noten mehr für Sport geben und auch keinen richtigen Lehrplan, sondern stattdessen nach Leistung aufgeteilte Fitnessgruppen, die sich auf die allgemeine körperliche Verfassung und nicht auf einzelne Fähigkeiten konzentrieren.

Warum ab der Oberstufe? Wäre ein umgekehrtes Vorgehen nicht sinnvoller?

In der Unter- und Mittelstufe ist Sport nicht vorrückungsrelevant, d.h. man kann konsequenzenlos eine 6 kassieren^^ Entsprechend wäre es doch sinnvoller, hier den Notendruck zu nehmen und stattdessen die Schüler an Sportarten heranzuführen, die u.a. in der Oberstufe belegt und benotet werden, sowie die allgemeine Fitness zu fördern (evtl. auch motivieren in der Freizeit Sport auszuüben) und einen Ausgleich zum Sitzen zu schaffen, wenn gut in den Stundenplan integriert.

In der Oberstufe nutzen einige die Noten, um den Notenschnitt anzuheben.

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@Johannax32
In der Oberstufe nutzen einige die Noten, um den Notenschnitt anzuheben

Wobei das in Form eines Additums immer noch ermöglicht werden kann.

Ich persönlich bin eher gegen Noten in Sport. Die Schule sollte sich eher auf Bildung konzertieren. Die 2 Schulstunden Sport, wenn es dabei bleibt, werden meiner Meinung nach nicht viel am gesundheitlichen Zustand ändern. Vielleicht sind dir ja Studien bekannt. Aber von der Dauer und der Intensität, vor allem wenn keine Lust besteht, kann ich mir das nicht wirklich vorstellen.

In der Oberstufe können die Noten zwar gestrichen werden, aber dann "fehlen" die Steichungen für mögliche andere Fächer. Ich muss aber zugestehen, dass diese Argument auch auf andere Fächer übertragen werden kann, die "man einfach nicht kann".

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@RitterToby08
Vielleicht sind dir ja Studien bekannt.

Nein, mir ist keine bekannt. So ganz entspricht das Thema auch nicht meinem Fachgebiet. Ich befasse mich eher mit Erwachsenen.

Und wenn es welche gäbe, würde ich vermutlich die Methodik als starke Einschränkung empfinden (aus den von dir genannten Gründen). Durch selektive Auswahl der Probandengruppen oder Manipulation an den echten Umständen, kann man natürlich immer ein gewünschtes Ereignis erzielen.

Da es aber nur die aktuelle Form des Schulsports gibt (die wir beide kritisieren), ist mMn kaum eine Aussage über andere Gestaltungsmöglichkeiten des Sportunterrichts möglich. Eventuell wäre es sinnvoll mal in andere Länder zu gucken und zu vergleichen.

Es ist mMn selbsterklärend, dass diese Form nicht motivierend sein kann. Eine offene Gestaltung hingegen vielleicht schon. Sport ist wichtig und das ist ja eigentlich das einzige Argument der Befürworter.^^ Das ist aber kein Argument für den Sportunterricht in seiner aktuellen Form.

Ich habe genügend mit Patienten zu tun, die an einem Bewegungsmangel bzw. dessen Folgen leiden. Es wäre somit sehr wünschenswert, wenn man etwas an diesem Zustand ändern bzw. frühzeitig eingreifen könnte. Wer genügend Bewegung hat, hat (als Erwachsener) keine Probleme mit einem >50h/W-Schreibtischjob. Defizite in der Kindheit lassen sich später jedoch nur schwierig ausgleichen. Da leider zu viele Eltern ihre Verantwortung an Schulen abtreten bzw. die häusliche Förderung (egal welcher Form) sozial sehr ungerecht verteilt ist, sollten Bildungseinrichtungen innerhalb ihrer Möglichkeiten versuchen, diese Ungerechtigkeiten auszugleichen. Einfach nur an die Eltern verweisen würde die sozialen Hürden zumindest nicht verkleinern.

Kinder haben zwar einen intrinsischen Bewegungsdrang, allerdings müssen sie dabei auch Spaß haben. Den haben sie nicht, wenn ein Kind alleine neben den fernsehguckenden Eltern ist und keinen Ton von sich geben darf. Sind es jedoch schon zwei Kinder und man gibt ihnen einen Ball, ein Seil, o.ä., werden sie vermutlich eher gemeinsam abseits der Eltern spielen. Stellt man einen Lehrer hinzu, der nur auf die Leistung fixiert ist und die Kinder beschämt, sieht das ganze schon wieder anders aus.

Das Ziel sollte mMn somit sein, soziale Ungerechtigkeiten auszugleichen und den intrinsischen Bewegungsdrang von KuJ zu fördern, weil Bewegung wichtig ist, ohne dabei eine hemmende Wirkung zu erzielen. Somit geht es nur noch um die Frage, wie man dieses Ziel erreicht.

In der Oberstufe können die Noten zwar gestrichen werden, aber dann "fehlen" die Steichungen für mögliche andere Fächer.

Nein, das war so glücklicherweise zumindest bei mir nicht. Die Joker gingen nicht verloren. Und ich war eine der Schülerinnen, die Sport nicht eingebracht hatte^^ Meine Schule hatte aber auch darauf geachtet, dass die Pflichtstunden nicht mit Sport gefüllt wurden. Es gibt ja nicht nur eine Mindesteinbringungszahl an Kursen, sondern auch eine Maximalzahl.

Eine solche verpflichtende Gestaltung würde natürlich für dein Additum sprechen und ich gebe zu, dass ich der Meinung bin, dass Oberstufenschüler erwachsen genug sind, um selbst zu entscheiden, ob sie sich bewegen möchten oder nicht.^^

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@Johannax32

Wieder einmal ein sehr ausführlicher und informativer Beitrag. Gegen einen Sportunterricht an sich habe ich nichts. Eine Wegnahme des Notendrucks wäre aber zumindest ein Anfang. Das alleine führt aber nicht zu mehr Spaß und Motivation. Es könnte sogar zu weniger Motivation führen, da nun überhaupt kein Sinn mehr in Anstrengen besteht. Das ganze würde jedoch nichts bringen, wenn die von dir beschriebenen Lehrer am Werke sind.

Eine Alternative, bei der weiterhin Noten gemacht werden, besteht darin das Verbessern/ Bemühen der Schüler zu bewerten und nicht die konkrete Leistung. Hier steht man aber vor dem Problem, dass sehr athletische Schüler sich schwerer verbessern können und dann letztendlich wieder nach Leistung bewertet wird.

Ich selbst habe sogar ein Semester Sport eingebracht, da ich in Kunst noch "schlechter" war. ^^

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Unnötig weil

Würde man im Sportunterricht auch Kenntnisse über Physiotherapie, Fitness und Muskeltraining oder tiefgründige Regeln von Sportarten (z. B. „Aufgaben eines Schiedsrichters“) vermitteln, könnte man dem Fach eine gewisse Bedeutung attestieren. Das stupide über Hürden springen und Bälle herumdreschen sorgt bei vielen Schülern aber mehr für Frust als für Vergnügen und ist für nicht wenige sogar ein Grund, als Erwachsene gar keinen Sport mehr zu machen. Da muss man dann klar sagen, hat das Fach sein Ziel verfehlt — in der Zeit wäre dann mehr Mathe- oder Englisch-Unterricht sinnvoller gewesen!

Wichtig weil

*haltet 

Auch wenn nicht jeder super sportlich ist, finde ich es gut dass man gezwungen wird, sich zu bewegen. Ist gesund und schadet nicht. Die meisten Menschen sind so schon faul genug.

Unnötig weil

12.Klasse klingt nach Abi, da finde ich es völlig unnötig. Da ist man alt genug um sich selber zu motivieren

Ja ich mache auch Abitur.

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@PizzaFormel

Ich hab damals beim Abitur immer ne Ausrede oder ein Attest fürn Sport gehabt. :-)

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Naja, in der Oberstufe nutzen viele die Sportnoten, um andere Noten auszugleichen bzw. den Schnitt zu verbessern. Wenn man die Noten nicht einbringen möchte, muss man das aber auch nicht.

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@Johannax32

Viele in meiner Klasse haben in der Oberstufe Sport abgewählt, weil der Abi-Schnitt sonst eine halbe Note schlechter gewesen wäre! Da ist nichts mehr mit ein bisschen „Fußball rum kicken“ oder im Wasser rum plantschen; wenn man da 10 Punkte oder mehr haben will, muss man richtig Leistung bringen! Das schaffen Jugendliche, die nicht zeitgleich auch schon seit Jahren in einem Sportverein sind, allerdings eher nicht.
Somit würde die Sportnote bei vielen den Zeugnisschnitt eher verpatzen als verbesssern. Geht 10.-Klässlern in der Realschule allerdings auch oft so.

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Unnötig weil

Als Wahlfach voll okay, aber wer lieber Vereinssport macht oder garkeinen Sport machen will, braucht in dem Alter keinen Sportunterricht mehr.

Bin noch nicht soweit, aber glaube hier ist Sport in der Oberstufe nur ein Wahlfach.

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