Was hält euch am Leben / machen euch die Probleme in der Welt traurig?

... komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Lieber Realkeeper,

danke dass Du Deinen Konflikt hier teilst! Wie einige der Beiträge zeigen, bist Du mit Deinem Empfinden nicht allein. Das tröstet Dich, mich und die Anderen vielleicht ein wenig.

Und lass Dir bitte keinen Quatsch erzählen! Deine "Depression" ist nicht Ursache sondern Symptom und wer all das Leid nicht sieht der vermeidet einfach das Hinsehen.

Ich persönlich empfinde die Situation in der Welt als große Herausforderung aber was mich wirklich traurig macht ist die Haltung vieler meiner Mitmenschen. Wenige machen sich die Mühe sich über Gründe und Hintergründe zu informieren aber jeder hat eine "Meinung" oder glaubt es zumindest.

Eine Meinung ist aber nur dann eine Meinung wenn man sie sie begründen kann. Eine Meinung ohne Fundament ist ein Vor-Urteil. Ich höre nur widergekäute Phrasen und Parolen aus den Schmierblättern irgendwelcher Bezahlschreiber und Stammtischdiktatoren. Das erzeugt Wut in mir, wie du an meiner Wortwahl erkennst! 

Wut ist aber auch nicht der Weg den ich gehen oder empfehlen möchte, denn Wut engt die Wahrnehmung ein, fesselt Dich an Dein Ego und konzentriert sich auf Probleme aber nicht auf Lösungen. 

Nur so viel: Dein Gefühl der Einsamkeit diesbezüglich teile ich!

Wenn also Suizid nicht der Weg ist (worin ich Dir zustimme) und die bei Dir scheinbar vorherrschende Resignation auch nicht der Weg ist, die in mir oft aufkommende Wut auch nicht der Weg ist und ein Rückweg in die Ignoranz der Anderen unmöglich ist, was bleibt dann?

Der erste Schritt für mich ist Akzeptanz.

Bitte nicht verwechseln mit Resignation! Akzeptanz heißt einfach anzuerkennen dass das Hier und Jetzt so ist wie es ist. Das klingt banal, aber eine Quelle unseres Leidens liegt in unserem Widerstand gegen das was IST.

Wir wünschen uns die Wirklichkeit sei anders, ist sie aber hier und jetzt nicht. Wir hängen Ängsten, Sorgen, Wünschen und Gedanken nach, bedauern, bereuen und vermissen. Das lässt uns leiden. All dies findet nur in unseren Köpfen statt!  

Wünsche und Ängste richten sich auf die Zukunft (die nur in unseren Köpfen exisitiert) und Gefühle wie Reue und Verlust richten sich auf die Vergangenheit (die auch nur in unseren Gedanken existiert). Das einzige das wirklich existiert, was Du riechen, schmecken, anfassen und gestalten kannst ist das Hier und Jetzt. Aber wie soll das gehen, wenn unsere Aufmerksamkeit nicht im Hier und Jetzt ist, sondern die meiste Zeit auf das gerichtet, was unser Verstand konstruiert? Du erkennst die Falle in der wir stecken?

"Ich will diese Realität aber nicht!".. schreit das Ego.

Dann wird Dir Dein Widerstand gegen das was IST weiterhin Leid verursachen.

Den Widerstand aufzugeben ist jedoch nicht das Ende sondern der Anfang! 

Zunächst unsere Wirklichkeit in diesem Moment (!) anzunehmen und sei sie noch so sehr anders als das was wir gestalten würden, das ist der Schlüssel um RAUM zu schaffen! Raus aus der Suppe unseres selbst erzeugten gedanklichen Leidens und rein in die wertfreie (!) Wahrnehmung dessen was im Hier und Jetzt IST. Wichtig ist dabei, erst mal nicht zu urteilen, denn das Urteil steht immer am Ende des Erkenntnisprozesses. Wenn Du also nicht urteilst dann bleibt Dein Geist offen für jede neue Information. In ein abschließend bewertetes Gedankenbild kommen neue Informationen nur schwer hinein. Das ist genau das, was viele Menschen zu dem Verhalten führt welches so viel Leid verursacht! 

Gandhi hat vollkommen recht: SEI die Veränderung! Wenn Du so weit bist dass Du Bewusst-Sein kannst und Gegenwärtigkeit anstelle quälender Gedanken abrufen kannst, die eingefahrenen Denkmuster durchbrichst ohne sie durch neue zu ersetzen und Situationen auf Basis Deiner sinnlichen Wahrnehmung und eigener Erkenntnis begegnest und nicht auf Basis von vorgefertigten Stereotypen (Ja, die sind ECHT mächtig!), dann eröffnet Dir das eine vollkommen neue Welt.

Du erkennst dann, dass uns mit allen Menschen mehr verbindet als trennt, selbst mit einem Erdogan oder einer Merkel, dass wir alle miteinander und mit der Welt in Abhängigkeit existieren. Du kannst dann, nur um des Verstehens Willen, auch unappetitliche Gedankenpositionen und Perspektiven einnehmen ohne sie für Dich anzunehmen. Du beginnst das Leben als das Spiel zu begreifen das es ist, die Mechanismen zu erkennen und Dich in ihnen zu bewegen ohne Dich hineinziehen zu lassen. Andererseits kannst Du auch jederzeit einsteigen und auch wieder aussteigen, Dich mit Positionen identifizieren und kämpfen oder aus der Gegenwärtigkeit heraus den anderen beim Spielen zuschauen oder ausgleichend wirken.

Unterm Strich merkst Du dann, dass Du zu jedem Zeitpunkt in Deinem Leben alles tun kannst, was die Grenzen der Physik Dir erlauben und dass das was wir für unser ICH halten, lediglich ein akkumulierter Haufen von gespeicherten Erfahrungen, gedanklichen Konzepten und konditionierten Reaktionsmustern ist, den Du jederzeit nutzen kannst oder auch nicht! Du kannst Dich aber auch in jeder Minute Deines Lebens neu (er)finden.

Aus dieser Position erlangt das Leben eine unendliche Weite und Schönheit! Nein, eigentlich hat es das längst, man muss sie nur für sich entdecken. Wir können unsere Sinne benutzen um durch wache Gegenwärtigkeit Genuss aus dem zu ziehen was Hier und Jetzt IST.

An die Stelle des Urteils tritt Offenheit und ein fortlaufender Lernprozess. An die Stelle des leidvollen Wollens tritt der Genuss des Seins. Ablehnung kann sich in Toleranz verwandeln und aus Wut wird Mitleid. Die Welt bleibt erst mal wie sie ist aber Deine Haltung zu der Welt ändert sich, so dass sie subjektiv für Dich eine Andere wird.

Das Witzige ist, dass alles was Menschen in diese Welt gebracht haben zunächst mal als Gedanke in ihren Köpfen entstanden ist. Man hat zunächst eine Vorstellung von einem Haus, dann einen Plan und dann baut man das Haus. Das lässt sich auf Vieles übertragen.

Ja, die Realität füllt über Deine Sinneskanäle Deine Vorstellung von der Welt. Das Spannende aber ist, dass das in beide Richtungen funktioniert. Deine Ideen können und werden in der Realität Gestalt annehmen.

Was dafür aber benötigt wird ist gedanklicher Raum, in dem neue Ideen entstehen können die noch nicht Teil Deiner bereits vorhandenen Gedankenwelt sind. Hierzu ist es entscheidend, dass Du Deine Idee visualisieren kannst. Dinge die man ablehnt kann man nicht visualisieren. Ist Dir das mal aufgefallen? Wie willst Du die Abwesenheit von Etwas visualisieren? Du kannst Dir hingegen ein Bild davon zeichnen was stattdessen eintreten soll. Damit bist Du aber schon einen entscheidenden Schritt weiter als die meisten Menschen ;)

Lehrer, die mir sehr bei meinem philosophischen Unterbau geholfen haben sind übrigens u.a. Eckhardt Tolle und Alan Watts, auch Jiddu Krishnamurti. Auf YouTube gibt es viele spannende Aufzeichnungen von denen!

Viel Freude und Genuss für Dein Leben und alles Liebe!!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo Keepingitreal,

danke! Dafür, dass Du nicht, wie die meisten Menschen die Augen vor der Realität verschließt, dass Du nicht abgestumpft und ignorant bist und danke für diese intelligente Frage :), auf die ich nun wie folgt eingehen möchte:

Ja, Du hast Recht, auf den ersten Blick sieht die Welt ungerecht, grausam und schwer zu ertragen aus.  Auch Deine Gedanken des Nichtzugehörigseins, des am falschen Platzes und im falschen Leben zu sein teilen viele Menschen mit Dir, gerade wenn man noch recht jung ist.

Mit der Zeit jedoch findet bzw. 'erlebt' man sich seinen Platz im Leben. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Aber je älter Du wirst, desto mehr Sicherheit wirst auch Du hoffentlich in Dir selbst finden.

Ein Weg, mit dieser Welt zurechzukommen, die wir ja kaum ändern können, ist für mich dieser: Ich weiß, dass die ganze Welt eine Nummer zu gross für mich ist, also schaue ich mir meine kleine Welt an - meinen Mikrokosmos an Mitmenschen, Tieren und Umwelt in dem Makrokosmos Welt, die wiederum in einen noch größeren Kosmos Universum usw. eingebunden ist.

Das macht für mich Sinn, denn in meinem Mikrokosmos habe ich sehr wohl Einflußmöglichkeiten: ich kann versuchen, für meine Mitlebewesen wie Menschen und Tiere dazusein, ihnen beizustehen, ihnen und mir Gutes zu tun. Ich kann die Umwelt rücksichtsvoll behandeln und sogar das Schöne im Kleinen, sei es eine Blume, einen Baum oder ein Eichhörnchen entdecken und mich daran erfreuen.

Wenn man diesen Gedanken fortsetzt, und jede/r das in seiner kleinen Welt tun würde, würde das irgendwann vielleicht sogar Veränderungen zum Besseren in der großen Welt hervorrufen. Ich weiß, dass viele diese Sichtweise teilen und Deine Frage ebenso beantworten würden.

Diese Vorgehensweise führt aber nicht nur zum Besseren, sondern macht auch jedem/r, der so versucht so zu leben, das Leben leichter und angenehmer. Versuche es doch einfach mal, mache glücklich, was Dich glücklich macht. Lächle und die Welt lächelt zurück :)

Alles Liebe und Gute wünscht Dir

Buddhishi

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Natürlich ist es nicht schön das leid in der Welt mitanzusehen. Aber man wenigstens versuchen seinen Teil beizutragen, damit wenigstens nicht noch mehr leid dazu kommt. Man kann auf der Erde nicht jeden retten. Na klar ist das schade aber so sieht nun mal die Realität aus. Ab einem bestimmten Punkt im leben hat man sein Schicksal selbst in der Hand und man kann alles daran setzen , dass man das eigene Leben positiver gestaltet. Man sollte es viel mehr zu schätzen wissen als man es eigentlich tut. Es kann nämlich trotzdem schön sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Zum Sinn:

Man kann sinnvolles tun, z. B. Menschen helfen, für andere da sein, sich für die Umwelt einsetzen oder Geld spenden. Ich setze mich z.b. für fairen Handel ein.

Ich bin Christ. Viele Menschen sind der Meinung, dass Gott dem Leben Sinn gibt. Gott liebt Dich. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich z.b. fragen oder auf mein Profil gehen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Keepingitreal
21.01.2017, 00:38

Danke für deine Antwort, ich persönlich glaube nicht an Gott und halte nichts von Religion. 

0

Also mich persönlich macht zB der Veganismus glücklich, da man dadurch nicht nur den Tieren helfen kann sondern eigentlich der ganzen Welt (wenn auch nur ein bisschen).

Außerdem hilft es mir Musik zu hören die meine Emotionen in Worte fasst.

Auch die Aussicht einmal die Welt zu bereisen und viel neues zu sehen und zu hören motiviert mich, weiter zu machen :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du hast wirklich recht , wie du die Welt und deine Umgebung siehst . Es ist auch tatsächlich zum Traurig werden . Man ist so hilflos ! Wir können doch die Welt nicht verbessern . Also was tun ? Das Einzige , was du machen kannst ist selbst ein vorbildliches Leben in Liebe und Selbstlosigkeit zu leben . Das alles selber bringen , was man bei den anderen vermisst . Schaffst du das ? Ich nicht ---- 

Aber es gibt eine Möglichkeit : das ist Christ zu werden , d.h. die Bibel zu lesen ( zuerst mal das Neue Testament ) und zu erfahren , wer Jesus war  und wofür er auf die Welt kam , auf so eine verlorene Welt - wie du es beschreibst . Er macht uns , wenn wir es wollen und an ihn glauben zu SEINEN Kindern . Dann wohnt er in uns und gibt uns ein neues Herz - so daß wir tatsächlich fähig sind zu lieben und zu vergeben . Durch IHN kriegen wir fertig  in unserer Umgebung ein Licht zu sein für die anderen . Wir haben Frieden mit allen Menschen - wenn sie nicht darauf eingehen ist das deren Sache .. ...

Der Lebenssinn  ist : Wir werden in der Dunkelheit und Ungerechtigkeit unserer Lebensumgebung gebraucht  und es wird auch heller . 

Das wünsche ich dir von Herzen  Falbe 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Keepingitreal
26.01.2017, 13:16

Vielen Dank für deine schöne Antwort :) Allerdings halte ich persönlich nichts von Religion und glaube nicht an Gott, die Bibel etc.

0

Klingt für mich sehr depressiv. Würde mir jemanden suchen mit dem ich darüber reden kann. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Keepingitreal
20.01.2017, 20:19

Klingt für mich nach der Wahrheit, laufe halt nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt.

2

das war ein gleichnis, in dem ein menschlicher könig handelte, wie es ein wahrer christ NICHT tun sollt!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

die probleme in der welt müssen alle sein, damit die menschen sich durch deren bewältigung ein stabiles selbstbewußtsein erarbeiten könen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Mein Lebensziel ist es einmal Multi-Millionär zu werden, um nicht mehr arbeiten zu müssen, sodass ich unbeschränkt meinen Interessen nachgehen kann.

Ist mein voller Ernst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Keepingitreal
20.01.2017, 20:17

Das wäre natürlich ideal. Schon einen Plan, wie du das erreichen willst?

0

Was möchtest Du wissen?