Was habt ihr für Erfahrungen mit homöopathischen Arzneimitteln? Helfen die nur wenn man dran glaubt?

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7 Antworten

Hallo jolinamennen1, 

Fragen nach "Erfahrungen" wie diese hier sagen leider sehr viel weniger aus, als man intuitiv meint. Dir werden mit Sicherheit einige User antworten, dass die Homöopathika bei ihnen "geholfen" haben. 

Das ändert aber nichts daran, dass es sich bei Homöopathika um Scheinmedikamente ohne gezielte Wirksamkeit handelt. 

Das ist das übereinstimmende Ergebnis naturwissenschaftlicher Einschätzung der angeblichen Wirksamkeit in Abwesenheit der Wirkstoffe und der Gesamtstudienübersicht. 

Das Problem ist, dass man ohne kontrollierten Vergleich ein Placebo oder Scheinmedikament nicht erkennen kann. Das wissen aber die meisten nicht. Vielmehr kursieren sehr viele falsch Vorstellungen über den Placeboeffekt. Eine davon ist eben dieses "man muss dran glauben". 

Helfen die nur wenn man dran glaubt?

1) Placebo ist nicht gleich "da muss man dran glauben".

2) Nicht alles, was nach der Einnahme eines Placebos passiert, ist ein Placeboeffekt.

Zu 1)

"Placebo" ist ein komplexes Phänomen, das bewusste und unbewusste Anteile hat. Als soziale Wesen hat allein das Setting, in dem uns eine Behandlung empfohlen wird, besonders, wenn dies von einer Vertrauensperson ausgeht, unbewusste Effekte auf uns. Placeboeffekte können deshalb auch auftreten, wenn man nicht dran glaubt. Oder umgekehrt auch einmal ausbleiben, selbst wenn man sich von der Behandlung etwas versprochen hat. 

Zu 2) 

Nicht nur "Placebo" ist kompliziert, der Mensch ist auch nicht "monokausal". Wir können auch dann gesund werden, selbst wenn wir ein nutzloses Mittel einnehmen. 

Die meisten Erkrankungen haben einfach einen natürlichen Verlauf der Beschwerden: Erst geht es uns eine Zeit lang schlechter, dann irgendwann auch wieder besser. Allein diese natürlichen Verläufe können eine Wirkung eines Mittels vortäuschen, wo gar keine da ist: Wir nehmen das Mittel irgendwann vor dem Maximum der Beschwerden ein, weil es uns schlecht geht - danach wird der Körper mit dem Infekt fertig und die Beschwerden bessern sich. Und wir erfahren nie, dass es ohne das Mittel nicht anders gewesen wäre. 

Auch bei chronischen Krankheiten wie Allergien erleben wir diese oft in Schüben. Wenn wir dann etwas einnehmen, wenn ein Schub auf dem Höhepunkt ist, ist eine Besserung zumindest auf Normalniveau eigentlich zu erwarten - wir deuten sie dann dennoch leicht als Wirksamkeit des Mittels. 

Auch andere, parallele Behandlungen täuschen Effekte "unterstützend" eingenommener nutzloser Mittel vor. Dasselbe gilt für andere Maßnahmen wie Schonen, Bettruhe, Diäten oder andere Lebensstiländerungen. Ein Umzug kann zum Beispiel gewaltige Auswirkungen auf eine Allergie haben, wenn man gegen einen Stoff in der Raumluft einer älteren Wohnung allergisch war. 

Deswegen werden auch bei nutzlosen Mitteln auf Fragen, wie Du sie hier stellst, immer und unvermeidbar einige User antworten "bei mir hat es geholfen": Homöopathika werden gerade weil sie so unplausibel sind, oft nur bei leichten Beschwerden im Alltag in Selbstbehandlung eingesetzt. Alle diese leichten Beschwerden klingen oft aber einfach von selbst ab... und täuschen Wirksamkeiten vor. Nehmen viele Menschen in solchen Situationen nutzlose Placebos, dann sind die Erfolgsmeldungen danach also nicht erstaunlich, sondern unvermeidbar. 

Wie kriegt man dann  realistische Einschätzungen über die Wirksamkeit, wenn nicht durch solche Fragen?

Durch Vergleich der Erfahrungen von Personen, die in ähnlichen Situationen vergleichbare Beschwerden haben, von denen aber ein Teil das zu untersuchende Mittel bekam, ein anderer Teil (am besten ohne ihr oder des Therapeuten Wissen) aber nur ein Scheinmittel. 

Dann treten nämlich in beiden Untergruppen Besserungen auf, auch in der Gruppe mit dem Scheinmedikament - eben aufgrund der oben genannten Punkte. 

Im Vergleich kann man aber sehen, ob das zu untersuchende Mittel hier etwas hinzufügen kann - ob es mehr oder schnellere Besserungen gab. 

Genau das macht man in sogenannten "Studien". Die Gesamtsicht dieser Studien kann eben bei Homöopathika keinen Beleg einer Wirksamkeit über Placebo hinaus finden: 

https://motherboard.vice.com/de/article/xygeqd/studie-entzaubert-homoeopathie-forscher-finden-keinen-beleg-fuer-wirksamkeit-749

Homöopathika sind also reine Placebos, Scheinmedikamente. Sie haben keinerlei gezielte Effekte für oder gegen oder auf etwas. Sie sind in dieser Beziehung alle gleich. 

Das bedeutet aber nicht, dass sie "nur helfen, wenn man dran glaubt", sondern nur dann, wenn der Körper grundsätzlich mit den Beschwerden auch allein (oder über andere Behandlungen) fertig werden kann. 

Grüße

Die Begriffe "homöopathisches Mittel" und "helfen" schließen sich gegenseitig aus, denn homöopathische Mittel wie z.b. Globuli haben keinerlei Wirkstoff in sich, der auch nur annähernd irgendeine pharmakologische Wirkung im Körper erzielen könnte.

Was beim Glauben an homöopathischen Mittel so machtvoll ist, ist der Wunsch der Menschen nach einer sanften Heilung die ohne Schmerzen, Übelkeit, körperliche Eingriffe oder den möglichen Tod erfolgt. Und deshalb klammern sich die Menschen an einen Irrglauben wie die Homöopathie, weil sie eben diese sanfte Heilung verspricht.

Dummerweise jedoch ohne dieses Versprechen halten zu können.

Denn wie soll bitteschön ein Mittelchen ohne jeglichen chemisch/physikalisch, ja sogar ohne mathematisch nachweisbaren Wirkstoff irgendeine Heilung bewirken können?

Sowohl chemisch als auch mathematisch ist ab einer bestimmten Verdünnung kein Wirkstoff mehr vorhanden. Stell dir vor du fliegst mit einem Hubschrauber über die Sahara und wirst aus 400 m Höhe zwei Reiskörner aus dem Fenster. Dann wartest du eine Woche, bis der Wind den ganzen Sand ordentlich durchgemischt hat. Und dann nimmst du ein kleines Glasfläschchen, stellst dich irgendwo in die Sahara und nimmst ein bisschen von dem Sand.

Was schätzt du, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dass eines der Reiskörner sich in deinem Glasfläschchen befindet?

Und genauso verhält es sich bei der Verdünnung bei Homöopathika.

Jetzt werden dir gewiefte Homöopathen natürlich erklären, dass das Ganze auf einer sogenannten feinstofflichen Ebene stattfinden würde, die mit unseren heutigen Methoden nicht nachweisbar ist. Das ist aber letztendlich nichts anderes als Geschwurbel, denn eine solche feinstoffliche Ebene gibt es nicht.

Und dann stellt sich doch die Frage: Wenn man das mit heutigen Mitteln noch nicht nachweisen kann im 21 Jahrhundert, wie zur Hölle konnte der Entwickler der Homöopathie damals vor 200 Jahren schon wissen, dass es überhaupt eine feinstoffliche Ebene gibt?

Spätestens ab diesem Punkt blockiert jedoch meist jeder Homöopathiegläubige, denn Fakten sind ihm zuwider und er reagiert mit "das ist mir egal, bei mir haben sie geholfen."

Obwohl sie nachweislich gar nicht geholfen haben können. Weder bei ihm, noch bei irgendeinem Haustier.

Und der größte Knaller ist:

Anhänger der Homöopathie schimpfen ja üblicherweise wie ein Rohrspatz über die böse, böse Pharmaindustrie, die den Menschen das Geld aus der Tasche zieht und die Menschen krank hält.

Es ist aber exakt die gleiche Pharmaindustrie, die diese wirkstofflosen Zuckerkügelchen herstellt.

Und für diese Zuckerkügelchen braucht es noch nicht mal eine Arzneimittelprüfung, denn da Globuli und andere homöopathische Mittel keinerlei Wirkung haben, muss man diese Wirkung auch nicht nachweisen!

Letztendlich verkauft die Pharmaindustrie genau den Leuten, die über sie schimpfen, pure Zuckerkügelchen für einen horrenden Preis.

Man sieht also, trotz unserer modernen Bildung und Aufklärung wollen auch im 21. Jahrhundert Menschen betrogen werden, ganz egal wie viele Beweise man ihnen liefert.

Sie wirken nicht, ga ob man dran glaubt oder nicht.

Die medizinische Wirkung von Hochpotenz-Homöopathie ist exakt gleich zu der von Gummibonbons. Allerdings kann man bei Gummibärchen die Farbe und den Geschmack frei wählen und sie sind billiger.

Der Placebo-Effekt wirkt auch dann.

Hallo!

Helfen die nur wenn man dran glaubt?

So ist es leider. Jedes normale Kranwasser hat eine erheblich höhere Konzentrationen an Phosphat, Kalium, Calcium usw. als z. B. die potenzierten Schüßler Salze in ihrem verdünnten Zustand.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Früher stand ich homöopathischen Arzneimitteln  sehr kritisch gegenüber, stehe aber auf dem Standpunkt, dass man sich kein Urteil erlauben sollte, ehe man es nicht selbst probiert hat.

Nachdem ich meinen damaligen Hund erfolgreich mit homöopathischen Mitteln behandelt habe, bin ich davon überzeugt, dass einige dieser Mittel wirklich helfen, denn bei einem Tier gibt es keinen Placeboeffekt.

Mir haben solche Mittel auch schon geholfen. Und wenn es nur der Glaube daran war, ist es doch auch egal. Hauptsache ist, dass es hilft :)

NetzBeratung 01.07.2017, 01:15

"denn bei einem Tier gibt es keinen Placeboeffekt."

Warum nicht?

1
chatley 01.07.2017, 01:22
@NetzBeratung

Weil man einem Tier nicht begreiflich machen kann, dass ihm das, was er nun bekommt, helfen wird.

2
GoodFella2306 01.07.2017, 08:09

man muss dem Tier auch nicht begreiflich machen, das es jetzt ein Medikament bekommt. Natürlich gibt es bei einem Tier auch den Placebo-Effekt, und zwar den sogenannten Placebo by proxy Effekt. Da übernimmt Herrchen bzw Frauchen die Placebo Funktion, und das funktioniert so: Du gibst deinem kranken Hund ein Mittel in der Hoffnung, dass es ihm schnell besser gehen möge. Und aufgrund dieser Hoffnung wertest du jedwede Verbesserung, egal ob wirkliche Verbesserung oder eingebildet, als Wirksamkeit des homöopathischen Medikamentes. Das ist aber kein Beweis, denn genauso gut könnte es deinem Hund von ganz alleine etwas besser gehen, oder du überbewertest in deiner Hoffnung einfach seine Gesundung. Insofern basiert dein Glauben auf einer Fehlannahme, so leid es mir tut. Tatsache ist, homöopathische Mittel haben keinerlei Wirkstoff in sich der auch nur irgendwie wissenschaftlich nachweisbar wäre, und insofern sind z.b. Globuli nichts anderes als mit wirkungslosem Wasser beträufelte Zuckerkügelchen. Die Gesundung von Kindern und Tieren funktioniert grundsätzlich nach dem Placebo by proxy Effekt.

5
chatley 01.07.2017, 12:00
@GoodFella2306

.... sagt die Pharmaindustrie. Und warum wohl ? 

Seit Jahrzehnten behandel ich meine Tiere (unter anderem) auch mit homöopathischen Mitteln bei den unterschiedlichsten Erkrankungen. Jedes mal betrachte ich es sehr kritisch und oftmals (nicht immer) habe ich gute Behandlungserfolge.

Wenn es nur einem oder zwei Tieren dadurch besser gegangen wäre, könnte man sagen, es war Zufall und dem Tier wäre es auch ohne Homöopathie wieder besser gegangen.

Da ich aber etliche Tiere mit den unterschiedlichsten Beschwerden damit behandelt habe und oftmals tatsächliche Erfolge damit erzielt habe, glaube ich nicht, dass es sich in meinem Fall um einen Placebo by proxy Effekt handelt.

Wie gesagt, ich betrachte die Sache immer wieder neu sehr kritisch.

2
uteausmuenchen 02.07.2017, 00:26

Hallo chatley,

Nachdem ich meinen damaligen Hund erfolgreich mit homöopathischen Mitteln behandelt habe, bin ich davon überzeugt, dass einige dieser Mittel wirklich helfen, denn bei einem Tier gibt es keinen Placeboeffekt.

Das ist ein leider sehr weit verbreiteter Irrtum. Auch ein Tier kann selbstverständlich auch nach der Gabe eines vollkommen nutzlosen Mittels einfach gesund werden. 

Tiere haben das Milliarden von Jahren geschafft, weil es einfach noch keine Tierärzte gab. Wie wir auch haben sie ein sehr gut arbeitendes Immunsystem. 

Nicht alles, was nach der Gabe eines Placebos geschieht, ist ein Placeboeffekt. Andere Gründe, die allesamt Besserungen hervorrufen können und so die Wirkung eines nutzlosen Mittels vortäuschen können, sind:

  • Natürlicher Krankheitsverlauf
  • Rückkehr zum normaleren Beschwerdeniveau, wenn man das Mittel in einem besonders schlechten Moment einnimmt
  • Schonen 
  • Vermeiden
  • längere Ruhezeiten
  • Nahrungsumstellung
  • andere Haltungsbedingungen

Und ja, doch da kommt zusätzlich zu diesen Effekten auch noch ein Placeboeffekt dazu. Der ist auch beim Tier nachgewiesen. Einige unbewusste Anteile des Placeboeffektes wurden sogar am Tier erstmals entdeckt (Konditionierung).

Studien zeigen auch beim Tier, dass Homöopathika sich nicht von Placebos unterscheiden.

Und nein, das sagt nicht "die Pharmaindustrie" - zu der gehören übrigens die Hersteller der Homöopathika auch...

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GoodFella2306 02.07.2017, 22:02

Hallo chatley, es ist genau dieselbe Pharmaindustrie, die auch die Globuli und andere homöopathische Mittel herstellt. Insofern Verkauf dir dieselbe Pharmaindustrie, die du wegen ihrer Medikamente und ihres Gewinnstrebens verteufelst, wirkungslose Zuckerkügelchen für einen horrenden Preis. der Placebo by proxy Effekt existiert, ob du daran glaubst oder nicht. insofern spielt es keine Rolle, ob du ein und dasselbe Tier mit homöopathischen Mitteln behandelt hast oder unterschiedliche Tiere. der Effekt ist immer der gleiche.

1

Das kommt immer ganz darauf an. Ich sollte früher mal solche Pillen schlucken, um ruhiger zu werden. das hat nichts gebracht.
Meiner Mutter hat es geholfen. allerdings hatten wir auch verschiedene Ursachen.

Irgendwann habe ich mal etwas gegen Husten genommen und es hat geholfen.

GoodFella2306 01.07.2017, 08:11

natürlich hat es geholfen, weil der Husten irgendwann von alleine weg gegangen ist. Aber nicht durch wirkstoffflose Zuckerkügelchen.

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depressivekunst 01.07.2017, 10:59

wenn du meinst...

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uteausmuenchen 02.07.2017, 14:44
@depressivekunst

Gegenfrage: Hattest Du schon einmal Husten, den Du weder homöopathisch noch anders behandelt hast und der "für immer" geblieben ist? ;-)

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depressivekunst 02.07.2017, 14:50

natürlich nicht. allerdings hatte ich husten, der länger andauerte und unangenehmer war.

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Gute, seit 30 Jahren. Sie helfen auch bei Tieren und Kindern, die nicht daran glauben.

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