Was habt ihr für Erfahrungen gemacht mit Fixierungen in Psychiatrien?

7 Antworten

Eine Fixierung bleibt nicht über einen langen Zeitraum bestehen. 

Die Fixierung kommt dann zum tragen, wenn der Patient eine akute Gefahr für sich und seine Umgebung darstellt. Das kann ausgelöst werden durch Drogen (beispielsweise "Bad Trips") oder psychotischen Zuständen aufgrund von psychischen Erkrankungen. Schlägt der Patient also, zum Beispiel, um sich, reißt sich die Haare aus oder kratzt sich auf, dann folgt eine Fixierung zum Schutze des Patienten.

Während der Fixierung werden dann Beruhigungsmittel verabreicht und weitere Maßnahmen werden vorgenommen, abhängig von der Ausgangssituation, um den Patienten zu beruhigen.

Sobald die Medikamente wirken, oftmals sind sie sedierend und der Patient schläft ein, wird die Fixierung wieder gelöst.

Über einen langen Zeitraum, wie mehrere Tage oder sogar Wochen, findet sowas nicht statt - ein Mythos aus Horrorfilmen und Bilder aus längst vergangenen Zeiten, die nicht als Sternstunde der Psychiatrie bezeichnet werden können.

Verletzt wird der Patient durch die Fixierung nicht. Die Schnallen sind zwar recht fest, um ein loslösen zu vermeiden, jedoch so konstruiert, dass der Patient sich dadurch nicht verletzten kann. Im schlimmsten Fall gibt es kurzzeitige Druckstellen aber selbst das passiert eher selten. 

"Wie macht man auf sich aufmerksam, wenn etwas ist?"

Nur um das noch einmal zu betonen. In den Zuständen, wo eine Fixierung als Option gewählt wird, ist man nicht mehr in der Lage etwas zu verbalisieren. Es sind Wahnzustände. Wenn man in dem Moment von dem Betroffenen noch etwas hört ist es meist schreien, weinen/schluchzen oder Wort- respektive Satzfetzen die aber oftmals mehr schlecht als recht verständlich sind.

Kurzum - eine Fixierung greift nur kurzzeitig, um eine Beruhigung herbeizuführen. Sie ist auch erst dann ein Mittel, wenn es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt.

Liebe Grüße.

Naja so ganz stimmt das nicht. Fixierungen während man komplett bei Bewusstsein ist gibt es oft genug in Psychiatrien zB wenn man sich weigert etwas zu machen was die Wärter wollen. Dann wird man fixiert und ist gefangen. Und das kann auch mal 24 Std bleiben. Wenn man auf Toilette muss interessiert es Sie nicht. Iwan kommen Sie und machen einem ne Windel um und gehen wieder. Ob es erlaubt ist ist in Psychiatrien egal. Es ist nur der kranke abschaum dort. Den will niemand nur ist die Todes"strafe" für solche ja abgeschafft worden.

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@Lalala1718

Das viele Praktiken missbraucht werden stimmt, jedoch ist das so nicht angedacht und liegt auch außerhalb des [rechtlich] vorgesehenen Rahmens. 

Die Fixierung wird heute, außerhalb jeglicher Grenz- und Rechtsüberschreitungen, so eingesetzt wie auch oben beschrieben. 

Was du beschreibst ist auch nicht Alltag in jeder Psychiatrie und zeichnet ein sehr subjektives Bild aus eventuellen schlechten Erfahrungen heraus. Das ist verständlich, insbesondere weil diese Erfahrungen sehr prägend sein können, jedoch beantwortet es die Frage in dem Sinne nicht. Du beschreibst eine Handlung außerhalb des vorgesehenen Rahmens - nicht die vorgesehene Praxis. 

Ähnlich wäre es, wenn man die Frage "Was passiert bei einem Bienenstich?" aus der Sicht eines Allergikers beantworten würde. Die Antwort wäre zwar an und für sich richtig, beschreibst aber einen Ausnahmefall außerhalb der Norm. 

Das soll diese Überschreitungen nicht relativieren, jedoch bilden sie in der Gesamtheit nicht die gängige Praxis - auch wenn es leider zu oft vorkommt, dass in Kliniken nicht korrekt gehandelt wird.

Liebe Grüße.

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naja ich kenn das nur, dass der Md kommt; )

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In deiner Antwort beziehst du dich jedoch nicht auf die grundlegende Frage.
Die grundlegende Frage war nach Erfahrungen. Meine Erfahrung habe ich hiermit geteilt. In der Theorie widerspreche ich dir nicht. Jedoch läuft es in der Praxis leider viel zu oft schief bzw. anders.
Man kann jedem nur raten dafür zu sorgen das man nicht fixiert wird. In der Theorie ist es keine prägende Folter wenn es passiert. Man ist psychisch so weg und wird nakotisiert.
In der Praxis kommt man in die geschlossene und bevor man überhaupt weiß wie es weiter geht heißt es erstmal leg dich hin du wirst fixiert. Wenn man Glück hat kann man vorher noch unter Bewachung auf Toilette. Aber selbst das lassen manche dieser sadisten nicht zu. Das wiederum ist Erfahrungsbasiert. In der Theorie soll die Psychiatrie helfen. In der Praxis ist der Arbeitsplatz in der Psychiatrie perfekt für Leute geeignet die gerne hilflosen Menschen ihren Willen aufzwingen. Selbstredend kann man solche nicht auf die Bevölkerung los lassen die Steuern zahlt. Also schafft man einen Ort an dem Menschen leben die keinerlei Bedeutung mehr haben. Früher experimentiere man mit psychisch kranken und foltere sie körperlich. Heute macht man es psychisch damit es keine Beweise gibt

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@Lalala1718

Im Endeffekt hat mir der Satz gefehlt in deinem Kommentar, denn du in deiner Antwort direkt an den Anfang gesetzt hast - die ich allerdings erst nachträglich gelesen habe.

"Wenn du fixiert wird und das Personal hallt sich an die Vorgaben wirst du seddiert und los gemacht."

Mein Einwand geht primär in die Richtung einer Prävention. Die Angst vor der Psychiatrie ist bei vielen groß und deinem Kommentar fehlte mir der Hinweis, dass dies nicht die gängige Handhabe ist.

Trotz negativer Erfahrungswerte halte ich es für fatal Angst vor der Psychiatrie zu schüren, die in den meisten Fällen nicht die Hölle ist, die du aus deinen Erfahrungswerten heraus skizzierst. 

"In der Praxis kommt man in die geschlossene und bevor man überhaupt weiß wie es weiter geht heißt es erstmal leg dich hin du wirst fixiert. Wenn man Glück hat kann man vorher noch unter Bewachung auf Toilette. Aber selbst das lassen manche dieser sadisten nicht zu."

Das habe ich zum Beispiel nicht erlebt, hätte ich diese positiven Klinikerfahrungen nicht gemacht, würde mir spätestens jetzt Angst und Bange werde, wenn du das in der "Du"-Form formulierst. Aus dem Grunde die Kritik an dem Kommentar. Es ist mir ein anliegen anderen nicht noch mehr Angst zu machen vor der Psychiatrie, als sie vielleicht schon haben aufgrund von Scham und Befürchtungen. 

Verzeih an der Stelle die mir unterlaufenden Fehler, da habe ich frühzeitig geschossen. Da führte die Sorge vor geschürten Ängsten zu eine stellenweise unberechtigten Kommentar. Danke an der Stell für die ehrliche Schilderung deiner Erfahrungswerte.

Liebe Grüße.

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Ich wollte damit deine Antwort mit Nichten kritisieren. Deine ist genauso wichtig wie meine, denn sie bildet die Rechtslage ab. Jedoch sind Erfahrung eben genau das was ich schilderte. Meine Erfahrung. Meine Erfahrung ist das selbst meine Eltern davon überzeugt sind wie gut doch eine Psychiatrie ist und wie sehr sie Menschen hilft. Fakt ist nur das sie mich nicht besuchten weil ich es unterband.
Es mag durchaus sein das ich den Menschen damit Angst mache, wenn ich meine Texte so formuliere. Jedoch regen sie durchaus zum nachdenken und überdenken der Situation nach. Wenn die Psychiatrie unabdingbar ist suche ich mir eine aus die gut ist. Jedoch sollte man nicht leichtfertig dafür sorgen das man in einer solchen landet. Denn es gibt eben auch Psychiatrien wie meine. Man kam rein mit Problemen und kam raus als kranker, eigenständig unlebensfähiger Mensch. Und davor möchte ich nunmal eindringlich auch Unter Verwendung von Angst warnen. Denn in den meisten Fällen, wenn man sowas schreibt kommen Kommentare darunter das es , einfach ausgedrückt, lügen und falsch Informationen waren. Damit meine ich nciht dich !!!! Versteh es bitte nicht falsch. Aber wenn Nunmal unter meinem Kommentar einige kommen mit das ist nicht wahr wird der Person die eben genauso antworten wie meine möchte vorgegaukelt das es nur positive Psychiatrien gibt. Durch Verwendung der eben oben geschrieben weise rege ich trotzdem zum nachdenken an. Denn der FragestellerIN möchte genauso wahrscheinlich die negativen und krass negativen Erfahrungen haben wie die positiven. Ein einseitiges Bild ist nutzlos ;)
Jedoch muss man noch dazu sagen
Ist eine Psychiatrie zwingend notwendig sollte man sich davor nicht fürchten. Man kann sich selbst einweisen und ausweisen und kann sich eben genau die aussuchen die die Patienten als Menschen ansehen und nicht als Spielzeug. Ich habe nur einige kleine Kinder kennen lernen müssen die leichtfertig dafür gesorgt haben in einer Psychiatrie zu landen und heute ebenso wie ich nur noch in Angst leben da wieder rein zu kommen. Sätze des Personals wie : denk dran du kannst jederzeit wieder hier drin landen wenn wir das wollen, machen einen auch Jahre danach fertig. Schließlich können Sie einem in einer Sekunde alles nehmen. Das ist eben die Schattenseite der Psychiatrie, die wiederum so lese ich es aus positiven Kommentaren nicht in jeder Psychiatrie vermittelt wird.

Sollte für den FragestellerIn eine Psychiatrie in frage kommen so sollte er im Internet schauen welche Psychiatrie gut ist und keine Kommentare hat wie meine.

Nichts gegen dich

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Ich war in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie (in Deutschland) und wurde fixiert. Die Polizei schaffte mich zum Alkoholtest in die Notfallaufnahme (NFA). In der NFA sollte die Blutentnahme erfolgen. Ich wehrte mich, weil es keine richterliche Anordnung gab. Damit ich mich nicht wehren konnte, wurde ich mit polizeilicher Gewalt auf einer Liege fixiert. Es erfolgte eine 7-Punkte-Fixierung. Ich wehrte mich und schrie. Die Ärztin versuchte mir den Mund zu zuhalten. Ich wehrte mich. Jetzt sollten mir unbekannte Medikamente einfiltriert werden. Ich wehrte mich. Ich wurde abgestellt und blieb 14 Stunden ohne Wasser und Nahrung fixiert. Ich wurde auch als Schwerbeschädigter nicht medizinisch versorgt. Die Notdurft erfolgte in die Hose. Ich dachte es ist alles ein Traum aber es war wirklich wahr. Deutschland schaut auf andere Länder und klagt an, aber bei der Behandlung ist man in Deutschland auch der Laune und dem Willen und der Willkür bestimmter Menschen ausgesetzt. Jürgen von Schönborn

Nicht mal Wasser oder eine Bettpfanne/Windel hast du bekommen? :o Krass! Ich hoffe das war ein Einzelfall.

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Als ich einmal einen Bericht über die Fixierung von Patienten in Altenheimen und psychiatrischen Kliniken las, interessierte mich dieses Thema so sehr, das ich mehr darüber erfahren wollte, beziehungsweis, es selber am eigenen Leib erleben wollte, wie es ist, angeschnallt und hilflos dem Pflegepersonal ausgeliefert zu sein. Man hört da immer wieder über erschreckende Vorfälle welche an die Öffentlichkeit gelangen, leider ! Ich meldete mich also, ziemlich nervös, bei einer Adresse, wo solche " Behandlungen " auf eigenen Wunsch 1:1 selber erlebt werden können. Mein Wunsch war eine Totalfixierung im Bett mit dem Segufix-Gurten System für eine Ganze Nacht. Das bedeutet: Gurten an Bauch und Oberkörper, Kopf, Hand- und Fussgelenken, zusätzlich am Oberschenkel und im Schrittbereich verbunden mit dem Bauchgurt. Die Bewegungsfreiheit war somit sehr eingeschränkt und man war absolut wehrlos. Da ich also für die ganze Nacht im Bett angeschnallt bleibe und unter Blasenschwäche leide, bekam ich eine dicke Nachtwindel. Das Licht wurde gelöscht und eine Nachtwache würde nach dem rechten sehen. Da lag ich nun, alleine in einem dunklen fremden Zimmer, festgegurtet und angewiesen auf fremde Hilfe. Nun-- es war ein sehr aufwühlendes Erlebnis und ich bekam dadurch, einen kleinen Einblick, was betroffene Patienten erleben und durchmachen. Auch wenn ich es freiwillig geschehen lies !! Nun, mehr kann ich Dir dazu leider nicht sagen, Ich kenne Deinen psychischen Zustand nicht, aber ich hoffe, das man Dich niemals festgurten muss. In dem Sinne, wünsche ich Dir Jules nur das BESTE !!!

Geht das so einfach?? Ich dachte, dass man da auch einen besseren Grund braucht. Einfach so zum Testen? Hätte ich nicht geglaubt. Welche Gurte waren denn am unangenehmsten? Wie ging es dir am nächsten Morgen?

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Wenn jedoch der Patient beispielsweise einen Unfall hatte und nicht einsieht, dass er im Krankenhaus bleiben "muss", da es sonst sein Leben gefährdet oder meinetwegen sich die Venenzugänge raus zieht, weil er es nicht möchte, wird der Patient fixiert und es wird ein richterlicher Beschluss "beantragt" Aber wieso ist es erlaubt den Patienten zu fixieren? OK er gefährdet sein Leben aber es ist doch sein Leben und er hat die Entscheidung ok wie es aussieht nicht aber wieso dürfen andere Menschen über "sein" leben entscheiden ?

Wird bei der Fixierung zwischen Volljährig und Minderjährig unterschieden oder ist das egal?

Wie sieht es abgesehen davon mit der chemischen Fixierung aus mit dem "sedieren". Ist da auch eine "Erlaubnis" vom Richter nötig oder ist dies so zugelassen? Ich denke mal bei einem akuten Fall kann man nicht auf das "OK" vom Richter warten.

Ebenso würde mich interessieren wieso manchmal eine Fixierung beim Fieber Notwendig ist. Und zwar habe ich mal mitbekommen, dass jemand fixiert wurde, da er sehr hohes Fieber hatte als "Rheine Vorsichtsmaßnahme" ich habe mal ganz freundlich nachgefragt, ob dies bei so einem Fall erlaubt ist aber ich denke da wurde meine Frage eher angreiferisch angenommen und falsch verstanden :D .

Bis auf die chemische Fixierung gehe ich bei meinen Fragen von Fixierungen mit Gurten aus in der Medizin d.h in der Intensiv/Krankenpflege.

Keine Sorge ich habe nicht vor im Krankenhaus zu randalieren nur ich bräuchte etwas für die Schule und außerdem interessiert es mich persönlich auch.

Ich danke für die hilfreichen Antworten :)

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