Was haben wir für Rechte bei Asbest?

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4 Antworten

Hier würde nur ein Gutachter helfen, der die Wand begutachtet. Danach kann man weiter sehen. Eher wäre aber die fristgerechte Kündigung zu empfehlen. Warum seid Ihr denn in einen Plattenbau gezogen, wo noch renoviert werden muss? Da such ich mir doch von Anfang etwas anderes.

Hallo,

es ist vollkommen richtig, dass das Überbauen, Verdecken bzw. Verbauen von Asbestprodukten nicht erlaubt ist. Wenn der Vermieter bestätigt, dass es sich um Asbest handelt, wird es wohl auch so sein. Dies zieht eine Sanierung durch eine Fachfirma nach sich. Da ich davon ausgehe das es sich um schwach gebundenes Material handelt, solltete ihr darauf achten, dass die Firma die die Arbeiten bei euch durchführt nach TRGS 519 zertifiziert ist. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben. Leider gibt es immer noch Firmen, die diese Vorschriften nicht kennen bzw. sie ignorieren und dann unfachmännisch sanieren, was sich mit Sicherheit auch auf eure Gesundheit auswirken kann. Dann nämlich wenn die freigesetzten Fasern im gesamten Wohnbereich verteilt werden. Lasst euch die TRGS-Zertifizierung von dem Unternehmer/Vorarbeiter zeigen. Die muss mitgeführt werden und wenn man euch diese nicht zeigen möchte, könnt ihr jederzeit das örtliche Gewerbeaufsichtsamt oder auch die Berufsgenossenschaft (BAU BG) um Kontrolle der durchgeführten Arbeiten bitten. Unternehmen die zertifiziert sind müssen, bevor sie sogenannte ASI-Arbeiten durchführen, Ort, Zeit, Umfang und Art der durchgeführten Arbeiten bei GAA melden. Das heißt, wenn ihr um Kontrolle der Baustelle bittet, sollte man beim GAA schon davon gehört haben, das bei euch Asbest zurückgebaut wird. Ob es sich um Asbest handelt oder nicht könnt ihr über diverse Labore prüfen lassen. Aber bis dahin erstmal Finger weg von der Wand und am besten den Raum nicht mehr nutzen (soweit möglich).

Wenn der Zeitpunkt der Mitteilung an den Vermieter über das Feststellen der Asbestwand nachweisbar ist, mithin ab diesem Zeitpunkt der vereinbarte Ablauf unterbrochen wurde und eine Nutzung der Küche von da an ausfiel, besteht Anspruch auf Mietminderung. Und zwar kräftig! Eine Wohnung ohne Küche ist nämlich gar keine Wohnung, sondern sie hat dann lediglich den Charakter von Lagerräumen (für die Aufbewahrung der Möbel nämlich). Damit schuldet der Mieter auch nur die Miete für solche, nämlich 10 Prozent der Wohnungsmiete - und zwar für den Zeitraum ab Bekanntgabe des Mangels beim Vermieter bis zu dessen Abstellung, unbeachtlich ob dieser hierfür eine Verantwortung trägt oder nicht. Diesen Schritt zu üben, was ich erfolgreich durch habe im Zuge auch einer gerichtlichen Klärung, ist taff genug, zumindest aber praktisch geeignet, um selbst den trägsten Vermieter auf die Sprünge zu bringen.

Ich würde der Vermieterin und das dürfte eien Wohnungsverwaltung sein, eine "sehr sehr" kurze Frist -maximal eine Woche- setzen, den Umstand "dem Wohn- und Baurecht" entsprechend abzuändern. Warum dem Wohn- und Baurecht entsprechend? Demnach ist geregelt, das Asbest oder Asbestähnliche Baustoffe in Wohn- und Aufenthaltsräume überhaupt nicht erlaubt sind. Auch kein Übersteichen!!!

Gleichfalls würde ich "k e i n e w e i t e r e" Miete mehr zahlen.

Ebenfalls würde ich "unmissverständlich" der Vermieterin mitteilen, falls der Zustand bis zum mitgeteilten Termin nicht abgestellt wird, Sie sich "auf Kosten der Vermieterin" eine Ersatzwohnung suchen werden.

Ich rate, ungeachtet der derzeitigen Situation an, sich schnellstens mit einem Mietverein oder, falls Rechtschutz vorhanden, sofort mit einem Anwalt zu unterhalten.

Viel Erfolg

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