Was haben juden für einen Einfluss auf Deutschland?

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3 Antworten

Ich finde diese Frage etwas eigenartig.

Würdest du fragen: Welchen Einfluss haben Grünäugige auf Deutschland?

Die Menschen mit grünen Augen sind sehr verschieden voneinander, und wenn ein grünäugiger einen Nobelpreis gewinnt oder seine Kinder schlägt, dann macht das nicht unbedingt eine Aussage über andere grünäugige. 

Insofern finde ich es komisch, dass "die Juden" so als Block betrachtest, als seien alle gleich, und auch die Frage nach dem "Einfluss" riecht ein bisschen nach "jüdischer Weltverschwörung".

Die Juden sind eine sehr, sehr kleine Religionsgemeinschaft in Deutschland (weniger als 0,2% der Bevölkerung), die trotz Kleinheit durch sehr grosse Diversität geprägt ist. Es gibt deutsche Juden und ausländische Juden in Deutschland (Israelis, Amerikaner, Schweizer, Franzosen, Ungarn, Russen Ukrainer, etc.), es gibt welche, für die die jüdische Religion eine grosse Rolle spielt (das ist eher die Minderheit) und andere, für die das mehr ein Zufall ihrer Geburt ist, es gibt dumme, gescheite, nette, unsympathische, und es sind auch so ziemlich alle Berufe vertreten.


„.... dass wir einige Dinge nicht hätten ohne Juden und dass sie einen großen Einfluss auf Deutschland haben. Aber was genau sie an Deutschland verändern oder welchen Einfluss sie haben, ist uns nicht ganz klar.“

Ich sehe heute jüdischen Einfluss beim Holocaust-Komplex. Dass heute, 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, nach wie vor Prozesse geführt werde, ist zumindest indirekt auf jüdischen Einfluss zurückzuführen. Auch die Aufhebung der Verjährung bei Mord bezieht sich in erster Linie auf die Morde an Juden im 3. Reich.

Im christlichen Abendland gilt eigentlich der Grundsatz, dass nach
einer gewissen Zeit Rechtsfrieden eintreten sollte. Diesem Grundsatz
dient die Verjährung. Das hängt auch mit dem christlichen Prinzip
des Verzeihens zusammen. Auch der ärgste Übeltäter hat, wenn er
bereut, ein Recht auf Verzeihen. Nicht so die jüdische Ethik. Sie
zielt in erster Linie auf Gerechtigkeit, und diesem ethischen
Grundsatz ist erst dann Genüge getan, wenn der Übeltäter seine
(gerechte) Strafe bekommen hat. Auch das alttestamentarische Prinzip
der Vergeltung bis ins dritte und vierte Glied wird hier deutlich,
ein Prinzip, das dem Christentum fremd ist.

Auch das Verbot der Holocaustleugnung ist zumindest auf indirekten jüdischen Einfluss zurückzuführen. Direkt wurde dieses Verbot wohl von Deutschen eingeführt, aus dem Bestreben heraus, den Ruf Deutschlands im Ausland zu verbessern. Ständiges Infragestellen des Holocausts zieht ja auch die Zeugnisse jüdischer Opfer in Zweifel. Eine solche Entwicklung möchte man vermeiden, obwohl eigentlich der Holocaust genügend dokumentiert ist; eine Strafbarkeit wegen Beleidigung (jüdischer Opfer) würde m.E. ausreichen. Außerdem wird durch das Verbot die Meinungs- und Pressefreiheit tangiert.

Auch das ständige Vorführen von Filmen über die Nazizeit im Fernsehen (oft drei-/ viermal die Woche) könnte auf jüdischen Einfluss zurückzuführen sein. Hier müsste man aber annehmen, dass jemand bei den Sendern (ein Jude)
dafür sorgt, dass solche Filme dauernd vorgeführt werden. Das ist
aber nicht erkennbar. -

Ansonsten sehe ich keinen nennenswerten jüdischen Einfluss im heutigen Deutschland. Es gibt nur die Einflussnahme durch den Zentralrat der Juden in Deutschland in gewissen Fragen, die Juden in Deutschland betreffend. Dieser Einfluss ist aber nicht größer als der Einfluss der katholischen Kirche oder des Rates der Muslime in Deutschland.

Da viele Juden nach dem 2. Weltkrieg wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind, nehmen einige bestimmte Positionen in unserer Nachkriegsgesellschaft ein und haben dadurch auch einen gewissen Einfluss. Das ist so gewollt. Ich erinnere mich z.B. an Gerhard Löwenthal vom ZDF-Magazin in den 70er Jahren; auch sind im Hochschulbereich jüdische Professoren tätig, z.B. Wolffsohn an der Bundeswehrschule München; in der Presse sind garantiert auch jüdische Redakteure tätig. Im Musikleben fällt mir der Name Barenboim ein, der sicher, wegen seines Renommees, Einfluss im deutschen Musikleben hat.

Diese Einflüsse jüdischer Persönlichkeiten sind allerdings nicht mit der Situation in der Weimarer Republik zu vergleichen, wo in allen Bereichen der Gesellschaft jüdische Repräsentanten überproportional stark hervorgetreten sind, sei es in der Literatur, in der Kunst, im Film, in der Musik, im Theater, in der Oper, in der Wirtschaft, in der Presse und in den Wissenschaften. Der Antisemitismus war deshalb in der deutschen Bevölkerung verbreitet, weshalb Hitlers antisemitische Propaganda auf viel Verständnis traf.

Accountowner08 04.12.2016, 01:16

Wo hast du die Informationen her, die du hier über "jüdische Ethik" zum besten gibst?. Es handelt sich hierbei um Vorurteile, die offensichtlich seit Jahrhunderten von Christen kolportiert werden, hat aber nicht mit "jüdischer Ethik" zu tun.

Die Realität ist genau umgekehrt: Die Realität ist, dass die Christen  die jüdische Minderheit sowie Heiden und Häretiker in den eigenen Reihen über Jahrhunderte grausam verfolgt haben. Insofern kann man schon einmal die Behauptung, die christliche Ethik sei eine Ethik des Verzeihens, in Frage stellen. Wem nützt es, wenn ihm nach Vollstreckung des Todesurteiles "verziehen" wird, so wie die diversen christlichen Kirchen es Jahrhundertelang praktiziert haben?

Ein Jude definiert sich über drei Merkmale, das steht schon in der Gemara, er ist barmherzig (rachaman), hat schamgefühl (Bayshan) und er vollbringt Wohltaten (Gomel chassadim). Fehlt eines der drei Merkmale, so ist laut Gemara in Zweifel zu ziehen, ob die Person jüdisch ist. 

Insofern finde ich deinen Beitrag hier äusserst fragwürdig. Wahrscheinlich wollte der Fragesteller genau solche Beiträge lesen... Seine Frage scheint mir auf antisemitische Hetze abzuzielen...

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Haldor 04.12.2016, 12:24
@Accountowner08

Gerechtigkeit ist eine Hauptmaxime der Ethik des Judentums,
wie ich festgestellt habe.

„Ein glaubender Jude ist aufgefordert, sein Handeln an der
Gerechtigkeit auszurichten. ‘Der Gerechtigkeit, der Gerechtigkeit jage nach. (Deut, 16, 20) Eine grundsätzliche ethische Haltung wird von einem Juden gefordert: ‘Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was Gott bei dir sucht: nichts anderes als Gerechtigkeit tun, Freundlichkeit lieben und aufmerksam mitgehen mit deinem Gott.‘ (Micha 6, 8) Eine lieblose, blinde, mit verbundenen Augen agierende Gerechtigkeit wäre auf Hebräisch allerdings ein
Selbstwiderspruch.“ (s. Wikipedia, Gerechtigkeit in der jüdischen Religion)

Das Verfolgen von Naziverbrechen bis in alle Ewigkeit
(hyperbolisch ausgedrückt) war und ist nur möglich, weil die Verjährung für Mord aufgehoben wurde. So erscheint das verbissene Verfolgen von Nazi-Verbrechen bis auf den heutigen Tag anachronistisch bzw. es erscheint in der Tat „als lieblose, blinde, mit verbundenen Augen agierende Gerechtigkeit“
(zumindest erscheint das so und das mag der jüdischen Ethik durchaus zu widersprechen!). Man beobachtet, dass ständig uralte Männer über neunzig vor Gericht gezerrt werden, Greise, deren Erinnerungsvermögen kaum noch vorhanden ist, auch die Möglichkeit der Wiedererkennung der Täter dürfte äußerst
erschwert sein.  Die Verjährung hat in solchen Fällen durchaus ihren Sinn. Aber nein, die Täter werden weiter verfolgt; aber nein, es werden ständig weiter massenhaft Filme über Hitler und
die Nazis gezeigt. Da wunderst du dich, dass Vorurteile über die Juden entstehen? Dass man unwillkürlich an den genannten alttestamentarischen Satz denkt, dass man ständig an das jüdische Gerechtigkeitsprinzip denkt, welches man als blind und lieblos wahrnimmt, zumal wenn man registriert, dass hier auf Biegen und Brechen, koste es, was es wolle, Verbrechen verfolgt werden. Auch
denkt man unwillkürlich an Shakespeare und den „Kaufmann von Venedig“, wo der Jude Shylock allen Ernstes dem Kaufmann Antonio ein Pfund Fleisch aus den Rippen schneiden wollte (= Bedingung eines Bürgschaftsvertrages).

Das christliche Prinzip des Verzeihens, überhaupt das Prinzip der Nächstenliebe ist früher vielerorts  an den Juden nicht praktiziert worden. Da hast du Recht; meistens vom entfesselten Mob, hin und wieder auch von „Obrigkeiten“ im Mittelalter. Das ist sicher ein moralischer Vorwurf, der zutrifft.

Doch den Deutschen unter dem Hitler-Regime ständig den Vorwurf zu machen, sie hätten sich gegenüber den Juden nicht an die christlichen Gebote gehalten, ist ungerecht. Die Deutschen
wurden von der Hitlerdiktatur derart gewaltsam unterdrückt, dass eine Auflehnung gegen die Hitlerherrschaft nicht möglich war, es sei denn unter Preisgabe des eigenen Lebens (s. Stauffenberg-Attentat und die Folgen).

Sicher kommt jetzt der Vorwurf, die Deutschen hätten Hitler, diesen rabiaten Antisemiten, gewählt. Das ist im Ganzen gesehen richtig: ca. 44% haben ihn direkt gewählt, die restlichen 6 bis 7% über die DNVP (am 5.3.33). Allerdings hatte Hitler bei seiner Rundfunkansprache im Februar 1933 gesagt: „Das Christentum ist die Basis unserer Moral.“ Wie konnten die Deutschen daraufhin
annehmen, dass dieser Hitler sich einmal derart an den Juden vergreift. Man ist davon ausgegangen, dass die christliche Moral damals wie heute nicht nur auf  Christen anzuwenden ist, sondern dass sie ein universalistisches Prinzip ist. Hitler hatte mit diesem Ausspruch den Deutschen etwas vorgeheuchelt. Dass hier ein potentieller Verbrecher die Macht ergreifen wollte, haben sie damals, gutgläubig wie sie waren, nicht für möglich gehalten, eben auch im Hinblick auf den zitierten Ausspruch Hitlers über die christliche Moral. 

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Accountowner08 04.12.2016, 13:00
@Haldor

Mich befremden all deine Beiträge hier in diesem Thread.

Die Entscheidung, die Verjährung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufzuheben, wurde um 1965 getroffen, als die Nazi-Verbrecher noch in Saft und Kraft standen.

Ich hätte es als äusserst anstössig empfunden, wenn Nazi-Verbrecher ab 1965 mit ihren Gewalttaten hätten prahlen oder gar Geld verdienen können (z.B. durch Veröffentlichen von Memoiren).

Bis 1965 wurde nur ein sehr, sehr kleiner Prozentsatz der Nazi-Verbrecher bestraft. Die allergrösste Mehrheit lebte ein friedliches Leben in Deutschland oder woanders, viele wichtige Nazi-Figuren blieben in Deutschland in Amt und Würden. Ich bin froh, dass diese Verbrecher zumindest vorsichtig bleiben mussten, und nicht aufgrund der Verjährung völlig sorglos leben konnten.

Wenn alte Männer, heute noch vor Gericht gestellt werden, dann liegt das daran, dass die Strafverfolgungsbehörden ihre Arbeit in der Vergangenheit nicht richtig gemacht haben, sonst wäre man ihnen schon viel früher auf die Schliche gekommen. Vor 1965 waren die deutschen Behörden bei Nazi-Verbrechen praktisch inaktiv, das wurde zum allergrössten Teil unter den Tisch gewischt, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Was das Verhalten der Deutschen von 1933 bis 1945 betrifft: Es bestand ganz bestimmt eine hohe Mitwirkungsbereitschaft von Seiten der Bevölkerung, aber das wurde nach 1945 alles unter den Tisch gewischt. Nach 1945 war plötzlich niemand ein Nazi.

Götz Aly vermutet, dass die NSDAP um 1939 locker eine Mehrheit bekommen hätten, wenn Wahlen stattgefunden hätten. Er hat auch vorgerechnet, inwiefern der kleine Mann in Deutschland von den Diskriminierungen und Verfolgungen gegen die Juden profitiert hat (Wohnungen wurden frei, Stellen wurden frei, Güter wurden Juden konfisziert und zu erschwinglichen Preisen an die Bevölkerung verkauft, der Staat konnte das Geld, das er den Juden stahl, umverteilen, als Sozialhilfe oder als Rüstungsprogramm für Arbeitsbeschaffung, etc.). Insofern hat das deutsche Kollektiv insgesamt klar von den Verfolgungen profitiert. Das negieren die Deutschen heute gerne, auch du scheinst zu dieser Kategorie Deutscher zu gehören.

Inwiefern man sich den Verfolgungen hätte entgegenstellen können - die deutsche Regierung war damals schon sehr hellhörig auf Proteste aus der Bevölkerung und Aktionen, die zu viel Protest hervorriefen oder hätten hervorrufen können, unterlassen, siehe dazu unter anderem auch das Wannsee-Protokoll, wo man Juden (oder "Halbjuden"), die in "arische" Familien eingebettet sind, anders behandelt als die anderen, weil man Angst vor den Protesten der Familien hat...

Siehe dazu auch das Schicksal der Juden in Dänemark, Bulgarien und Marokko, die dank dem Schutz ihrer Mitbürger vor Übergriffen der Deutschen und ihrer Handlanger weitgehend geschützt wurden.

Was Ethik des Judentums betrifft: Noch einmal: Woher beziehst du deine Kenntnisse? Du kolportierst hier einfach Vorurteile der Christen. Es sieht nicht so aus, als habest du dich je ernsthaft mit Ethik des Judentums auseinandergesetzt. 

Folgende Sätze scheinen mir direkt aus dem Handbuch des Antisemiten gegriffen, über die muss man, glaube ich, nicht weiter diskutieren:

"Da wunderst du dich, dass Vorurteile über die Juden entstehen? Dass man unwillkürlich an den genannten alttestamentarischen Satz denkt, dass man ständig an das jüdische Gerechtigkeitsprinzip denkt, welches man als blind und lieblos wahrnimmt, zumal wenn man registriert, dass hier auf Biegen und Brechen, koste es, was es wolle, Verbrechen verfolgt werden. Auch
denkt man unwillkürlich an Shakespeare und den „Kaufmann von Venedig“, wo der Jude Shylock allen Ernstes dem Kaufmann Antonio ein Pfund Fleisch aus den Rippen schneiden wollte (= Bedingung eines Bürgschaftsvertrages"

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Haldor 04.12.2016, 14:06
@Accountowner08

„Was das Verhalten der Deutschen von 1933 bis 1945 betrifft: Es bestand ganz bestimmt eine hohe Mitwirkungsbereitschaft von Seiten der Bevölkerung“ - Einzelfälle hat es sicher gegeben, aber „die Bevölkerung“ hat garantiert nicht mitgewirkt. So etwas zu behaupten, ist reines gefühlsmäßiges Kollektivschuldgerede, ohne jede Beweismöglichkeit. Man registrierte zwar, dass Juden in der Nachbarschaft plötzlich nicht mehr da waren, aber dass hier Deutsche in großer Zahl am Wegbringen von Juden sich
aktiv beteiligt hätten, ist einfach unwahr (Ich weiß das aus Erzählungen meiner Mutter). Man war übrigens durch
die zunehmende Bedrückung durch das Kriegsinferno derart in Angst und Schrecken versetzt, dass man gar keine Zeit hatte, noch an die Juden und ihr Schicksal zu denken. Beobachtete man etwas am Rande, hielt man aus Vorsicht die "Schnauze". Man hatte Angst. Wie gefährlich die Hitlers und ihre Anhänger waren, zeigte sich ja schon bei deren gnadenlosem Vorgehen gegen Sophie Scholl und die Mitglieder der Weißen Rose. -

„Aus dem Handbuch des Antisemiten“ - also hör' mal, das geht wirklich zu weit! Kritik sofort als Antisemitismus zu verunglimpfen, ist die übliche Totschlagmethode, durch die man einen mundtot macht. Was kann ich dafür, dass Antisemiten so oder so argumentieren, und was weiß ich, was sie alles den Juden vorwerfen, aber mich mit so einem Handbuch in Verbindung zu bringen, schrammt schon haarscharf an der Strafbarkeit
entlang. Kritik wird man sich doch wohl mal erlauben dürfen. Wir
sind schließlich in einer Demokratie, in der Meinungsfreiheit
herrscht! Was hat es mit dem besagten Handbuch zu tun, wenn man darüber befremdet ist, dass ständig Tattergreise vor Gericht gestellt werden, dass ständig Filme (4 Stück pro Woche) über Hitler und Konsorten gezeigt werden.

Dann das völlige Ignorieren meiner Ausführungen über
das Gerechtigkeitsprinzip mit Zitaten aus dem Alten Testament; als ob ich hier gegen die Wand geredet hätte! -

Dass Täter sich mit ihren Taten gebrüstet hätten, wäre strafbar gewesen. Ihre Memoiren hätten sie so oder so schreiben können; s. Albert Speer. Irgendein Verlag hätte sich schon bereit gefunden.

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Accountowner08 04.12.2016, 14:50
@Haldor

1) Ich habe deine Zitate aus dem "alten Testament" nicht ignoriert. Ich habe aus diesen Zitaten, die eben nicht Zitate aus der Mischna, aus der Gemara, aus dem Schulchan Aruch, aus den Werken jüdischer Ethik waren, geschlossen, dass deine Kenntnisse über jüdische Ethik dürftig sind und augenscheinlich aus der Vorurteilskiste der Christen stammen.

Sicher ist Gerechtigkeit im Judentum ein wichtiges Konzept, aber das bedeutet im Gegensatz zu dem, was du behauptest nicht, dass Liebe, Wohltat, Gnade, Verzeihen, Racheverbot keine wichtigen Konzepte im Judentum sind. Viele Christen wissen ja noch nicht einmal, dass "du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst" oder "denn er ist wie du" aus dem "alten Testament" ist.

2) Dass jemand nach 1945 sagt, wenn man Strafverfolgung für Kriegsverbrecher, Mörder und Massenmörder fordert:  "Da wunderst du dich, dass Vorurteile über die Juden entstehen?" ist eindeutig ein antisemitischer Ausspruch, daneben ist er auch taktlos, zeigt ein mangelndes Bewusstsein für das, was 1933-1945 eigentlich geschehen ist und auch eine Verweigerung, es wirklich zur Kenntnis zu nehmen.

3) Nein, die Mitwirkende waren keine Einzelfälle, als war der allgemeine Konsens in diesem Land. Dass nur "Einzelfälle" für die diskriminierung der Juden verantwortlich war ist ein Mythos, den manche Deutsche gerne pflegen, um den Tatsachen nicht ins Auge schauen zu müssen. Es wundert mich nicht, dass du diesen Mythos pflegst, er passt zu deinen befremdenden Aussagen, die ich oben moniert habe.

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Haldor 04.12.2016, 15:56
@Accountowner08

Zu 1) Ich habe sehr wohl darauf hingewiesen, dass die lieblose, blinde Gerechtigkeit nicht mit der eigentlichen Ethik des Judentums
übereinstimmt („und das mag der jüdischen Ethik durchaus zu widersprechen“, so habe ich es formuliert). Entscheidend ist nur, wie es auf einen christlich eingestellten Zeitgenossen wirkt. Da kann man sich oft des Eindrucks nicht erwehren, die verfolgende Gerechtigkeit sei doch ziemlich lieblos und blind.

Zu 2) Also so habe ich das nicht formuliert, auch nicht so gemeint. Das Entscheidende ist das biblische Alter der Angeklagten. Man ist, angesichts der hinfälligen Greise, denen die Demenz ins Gesicht geschrieben ist, erschrocken, dass man hier immer noch gnadenlos ein Exempel statuiert (abgesehen davon, dass die neue Bewertung des BGH m.E. angreifbar ist). Der Mann steht doch in Kürze vor einem höheren Richter. Muss die irdische Gerechtigkeit hier immer noch mit ihren unzulässigen Mitteln weiter zuschlagen?

Zu 3) Hier bin ich grundsätzlich anderer Auffassung. Die Masse der Bevölkerung hielt sich (aus Angst) bedeckt. Und dass allgemeiner Konsens über das Vorgehen gegen die Juden in diesem Land geherrscht haben soll – wer kann so souverän wie du ins Innere der Menschen schauen? Als ob alle in Deutschland unanständig gewesen wären! Die Judentransporte rollten nachts, die Deutschen – wie sollten sie Solidarität mit dem Verbrechen gezeigt haben? Die Wochenschauaufnahmen zeigen als Jubler immer nur einen ausgewählten Kreis. Im täglichen Leben war die Aufmerksamkeit – wie gesagt – auf das zunehmende Kriegsinferno gerichtet. Das Regime hatte aufgrund seiner diktatorischen Möglichkeiten die Bevölkerung fest im Griff. Frenetischer Beifall auf Kundgebungen – wie viele nahmen daran teil? Und wie groß war die Bevölkerungszahl!

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Haldor 06.12.2016, 20:13
@Haldor

"Muss die irdische Gerechtigkeit hier immer noch mit ihren unzulässigen Mitteln weiter zuschlagen?" - Ich habe hier ein falsches Wort gewählt. Es muss natürlich heißen (und so war es auch gemeint:) "mit ihren unvollkommenen Mitteln" (nicht: "unzulässigen" Mitteln!); "unzulässig" ergibt ja hier auch keinen Sinn.

Sorry!

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Accountowner08 07.12.2016, 08:28
@Haldor

Das Befremden meinerseits bleibt, der ungute Eindruck wird durch da, was du hier sagst, nicht besser...

Aber ich habe nicht Eindruck, dass es einen Sinn hat, jetzt noch einmal darauf einzugehen. Noch einmal: aussprüche wie deine rufen ein ungutes Gefühl hervor.

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Das ist ein sehr heikles Thema. Früher gab es in Deutschland viel mehr Juden als heute, daher ist der Einfluss von Ihnen damals wesentlich stärker spürbar gewesen als heute. Jedoch wird vermutet dass insbesondere reiche jüdische Familien bis heute die Fäden in der Hand hätten (gehört aber teilweise den Verschwörungstheorien an)

Accountowner08 01.12.2016, 21:40

Was du da erzählst klingt sehr stark so, als seist du ein Anhäger von antisemitischen Verschwörungstheorien...

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Haldor 03.12.2016, 18:46
@Accountowner08

Das ist typisch, auch für unsere Zeit. Wenn jemand dieses Phänomen beantworten möchte, wird ihm sofort Antisemitismus unterstellt. Meist reagieren verkappte Antisemiten ( = sog. Philosemiten) so.

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Accountowner08 04.12.2016, 01:18
@Haldor

Wenn jemand schreibt "jedoch wird vermutet, dass insbesondere reiche jüdische Familien die Fäden in der Hand hätten", dann sind die "Protokolle der Weisen Zions" und die "jüdische Weltverschwörung" auch nicht mehr weit... so erfahrungsgemäss...

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