Was glaubt ihr, wodurch sterben aktuell (!) die meisten Arten aus?


15.11.2022, 19:57

An alle die gerade Klimawandel klicken, ich sprach von aktuell, also von jetzt und vielleicht +- 5 Jahre, sorry, bei allen wirklichen Sorgen, aber nicht einmal 0,1% gehen ausschließlich auf das Konto des Klimawandels der aktuell aussterbenden Arten.

Der Klimawandel wäre für die Arten, die jetzt sterben, wenn überhaupt erst in Jahrhundert oder Jahrtausenden relevant geworden.

Das Ergebnis basiert auf 52 Abstimmungen

Klimawandel 37%
Städtebau, Verdrängung durch Verkehr, Versiegelung, Begradigung 33%
Vernichtung von Habitaten durch Landwirte 19%
Vermüllung 6%
Invasive Arten (Konkurrenzausschlussprinzip, Hybridisierung) 6%
Das Treiben der Jäger, Schießen bis Population erlischt. 0%
Vernichtung durch Rohstoffhandel (Ölseuche, Bergbau usw.) 0%

Wieso fehlt da Überbevölkerung?

Weil es dem Tiger egal ist, ob in Neu Delhi 1 Million oder 10 Millionen leben, erst wenn sein Lebensrum verbaut, abgeholzt oder er abgeschossen wird, gerät die Art unter Druck.

15 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Vernichtung von Habitaten durch Landwirte

Bzw Vernichtung des Lebensraumes. Für Handyrohstoffe, Kleidung, Palmöl, fleisch oder Futteranbau Aluminium, Plantagen, auch Straßen usw auch durch Verschmutzungen und Vergiftungen zb Öl, Quecksilber, durch Überfischung, zum Teil auch Klimawandel. Jagd spielt auch eine Rolle.

Im Meer gibt es auch akustische Verschmutzungen. Der Lärm im Meer ist für viele Wale auch haie und einige Fische sehr schlimm. Sonar und Schallkanonen können Wale zb taub machen oder sogar töten. Es passiert dass Wale durch zu viel Lärm in Panik zu schnell auftauchen dann sterben auch sie an der Taucherkrankheit

Sie stranden auch wenn sie sich nicht mehr orientieren können.

An Land gibt es die lichtverschmutzung. Für viele nachtaktive Tiere zb nachtfalter ist Licht ein großes Problem sie orientieren sich instinktiv an der hellsten Lichtquelle das war lange Zeit der mond und fliegen in einem bestimmten Winkel zu ihm. Laterne Lampen sind heller weil näher. Und der Winkel ändert sich beim Fliegen immer so dass sie ihn korrigieren wollen darum Fliegen sie immer um ein Licht bis sie vor Erschöpfung sterben. Wenigstens im Garten sollte es dunkel sein in Parks auch weniger Licht.

Es gibt so einige Faktoren.

Wenn Du nach Gründen für das aktuelle(!) Artensterben fragst …

Was glaubt ihr, wodurch sterben aktuell (!) die meisten Arten aus?

… dann solltest Du nicht "alte Kamellen von Achtzehnhundertschlagmichtot" damit vermischen. Die spielen auf Deine eigene(!) Frage bezogen ja keinen Rolle. Diese dummen eingebauten Seitenhiebe und Hetze kannst Du Dir sparen.

Ich bin mal so frech und sage, 80%+ der größeren Tierarten in DE (Elch, Wolf, Luchs, Bartgeier, Biber, Fischotter, Wisent usw.) wurden regelrecht systematisch von Jägern abgeknallt, man war glücklich, als man den letzten Wolf erlegte

Luchs, Biber, Fischotter sind z.B. gar nicht ausgerottet, im Gegenteil. Und ich bin sehr froh bei uns im Revier Fischotter zu haben und die zu hegen. Genauso wie z.B. inzwischen selten gewordene Bodenbrüter, die ich auch beschütze, hege und vor der Ausrottung bewahre! Und auch der Wolf hat sich in meiner Gegend wieder angesiedelt und wird mitnichten "abgeknallt" (was ohnehin eine Straftat wäre).

Die Gründe für den Artenrückgang werden eine Mischung aus verschiedenen von Dir angesprochenen Punkte sein, eine einzelne Antwort anzukreuzen macht aus meiner Sicht keinen Sinn, da mehrere der von Dir genannten Punkte dazu beitragen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich bin Jäger
Vernichtung von Habitaten durch Landwirte

Hallo! Trifft zumindest In Deutschland zu. Das Insektensterben ist dramatisch und Insekten stehen am Anfang der Nahrungskette für viele Tiere. Die Felder sind totgespritzt, früher hat man nur die Schädlinge bekämpft, jetzt dürfen auch auch keine Mäuse mehr überleben

Weltweit ist es eher die Vernichtung von Lebensraum - Amazonas ist ein Beispiel. Die größten Naturgebiete der Welt haben wir in wenigen Jahrzehnten halbiert. Der Mensch vernichtet die Festplatte der Natur und eine Kopie gibt es nicht.

Die Hälfte der weltweiten Getreideernte und 80% der Sojaernte wird verfüttert. Allein Deutschland importiert jährlich 5,3 Millionen Tonnen Futtersoja für unsere Zuchttiere. Dafür werden in Südamerika unglaubliche Flächen Natur vernichtet, der Amazonas abgefackelt

1000 Tierarten verschwinden täglich - schönen Abend

Klimawandel

Historisch haben alle der aufgelisteten Gründe Artensterben verursacht. Im wesentlichen kann man sagen, dass die größte Gemeinsamkeit all dieser Ursachen der Kapitalismus war und ist. Ein Paradebeispiel dafür ist der Einzug der Europäer auf dem nordamerikanischen Kontinent. Mit der Gier und dem Rohstoffraub durch die Siedler starben hunderte Arten im Zeitraffer aus oder wurden auf kritische Zahlen reduziert. Die selbe Entwicklung lässt sich überall anders auf der Welt beobachten. Industrialisierung, Bauboom, Ressourcen- und Flächenfraß…das alles dezimiert seit Jahrhunderten den Artenreichtum. Das menschliche Verständnis von Allmacht gipfelt in Dingen wie der Großwildjagd, einem Hobby für das man heutzutage gern noch nach Afrika reist, eben weil man in Europa lebende Tiere dieser Größenordnung größtenteils ausgerottet hat. Historisch sind also alle deiner Antworten richtig.

Aktuell ist der Klimawandel die größte Gefahr für die Biodiversität. Todeszonen im Ozean, veränderte Brut- und Nistbedingungen, ausbleibende Migrationen von Beutetieren, vermindertem Nahrungsangebot, zunehmendem Seuchenrisiko, veränderte Jahreszeiten und Naturkatastrophen töten Tiere und zerstören Lebensräume.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Bereits in den 90ern zu diesem Thema promoviert

Vielleicht, doch bringt es nichts, alles für den Klimawandel zutun, wenn man davor durch die anderen Prozesse alle Arten schon ausgerottet hat.

Du kannst das Artensterben durch den Klimawandel bei den Fledermäusen nicht dadurch verhindern, wenn du vorher schon alle Fledermausarten durch Rotoren ausrottest, dann kann man es auch gleich geschehen lassen, dann können die Fledermäuse vielleicht noch nach Schweden weiterwandern.

Klimaschutz ungleich immer Artenschutz, ist meine Hauptaussage.

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@Avatarez2

Kein schlechter Ansatz, allerdings umgekehrt nicht im gleichen Maße gültig. Ohne Klimaschutz ist aller Artenschutz umsonst.

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Hm also ich denke, dass das mit den Landwirten dann direkt da in Verbindung steht. Der Ausbau der Städte an sich wird es eher weniger sein, aber dieser zieht ja einen Rattenschwanz hinter sich her, aber es ist halt auch eher ein zusammenspiel von allem.

Da denke ich wirklich, es wäre ein fehler einen Punkt alleine als Haubtgrund auszumachen.

Aber ich denke Jäger haben bei all dem die kleinste Rolle (Jäger meine ich, keine Wilderer!), denn diese haben vorgaben was sie wie schiesen dürfen und wenn sie legal bleiben wollen, müssen sie sich an diese Vorgaben halten.

Das haben sie vielleicht jetzt in DE, aber überlege doch mal, irgendwo in Borneo, Kongo oder im Amazonas, irgendwelche Echsen, Schildkröten, seltene Säugetiere und Leute mit leerem Magen.

Wer hat da eine Bestandsliste? Wer kann die Arten unterscheiden? Da wird geschossen und dann ist der Stirnlappenbasilisk weg, für immer.

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@Avatarez2

Das stimmt, es sind aber Wilderer, was schon ein Unterschied ist!

Wilderer machen es halt so wie sie Bock haben, Jäger halten sich an geltende Gesetze.

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@Richard30

Jäger sind wie alle Menschen dem Geld und dem "Erfolg" verpflichtet, glaubst du die meisten Jäger in DE machen das, weil sie die Natur schützen wollen? Nein, weil sie geil auf das Erlegen usw. sind, auf ihren Jagderfolg, das was du meinst sind eher Ranger oder Wildhüter, die machen es teils aus Leidenschaft oder Mitleid, aber Jäger, ohne sie wäre die Natur besser dran, besonders in DE, ein paar Ausnahmen abgesehen.

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@Avatarez2

Naja Jäger wollen aber auch ihre Lizens nicht verlieren und das kann recht schnell gehen, also müssen sie eben auch drauf achten.

Wenn ihnen das alles egal ist, sind es wilderer, die werden aber auch von den Jägern nicht wirklich gemocht

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