was glauben die buddhisten wie die welt entstanden ist?

7 Antworten

Jeder Buddhist wird etwas anderes glauben, so weit er sich für die Frage interessiert. Der Buddha selber hat sich mit der Frage nicht beschäftigt. Zitat: "Angenommen, ein Mann wird von einem giftigen Pfeil getroffen und ein Arzt will ihm helfen. Der Mann aber sagt: 'Ehe ich zulasse, dass der Arzt den Pfeil herauszieht, will ich wissen, wer auf mich geschossen hat. Von welchem Stand ist der Schütze, welcher Familie gehört er an, war er groß oder klein, hell oder dunkelhäutig, welchen Bogen hat er verwendet und mit welcher Absicht, aus welchem Holz ist der Pfeil gemacht, und welches Gift hat er verwendet?' Ehe man alle diese Fragen beantwortet hätte, wäre der Mann gestorben. Wenn Du denkst, die Welt ist ewig oder findet ein Ende, wenn Du denkst, Seele und Körper sind gleich oder verschieden .... dann kannst Du meinen Weg nicht gehen. Unabhängig von diesen Theorien existieren Geburt, Alter und Tod, gibt es Sorgen und Leiden. Ich spreche nur davon, wie man das Leidvolle beenden kann. Deswegen akzeptiere, dass ich über bestimmte Theorien nicht spreche ..." (aus Paul H. Köppler: So spricht Buddha. die schönsten und wichtigsten Lehrreden des Erwachten, O.W. Barth 2004, S. 21 / sehr empfehlenswert, wenn man die Lehre des Buddha im Original kennen lernen will) www.buddhabuddha.info

luca13 hat aber gefragt, was der buddha auf die entstehung des universums gesagt hat. diese frage wurde sehr genau beantwortet, damit eben: der buddha hat auf diese frage niemals eine genaue antwort gegeben.

im mahayana und vajrayana existieren nicht die originalen lehrreden des buddha shakyamuni, sondern lehrreden die nicht vom buddha selbst gesprochen wurden, es sind lehrreden späterer erfindungen, die mit dem urbuddha nichts zutun haben.

Ich fürchte, das wird dir hier so einfach keiner gut (!) beantworten können... Lies dir am besten dafür Literatur über die "vier edlen Wahrheiten" des Buddhismus durch. Eine für westliche Verhältnisse ungewöhnliche Herangehensweise die Welt zu erklären...

Ich muss mich für meine Vorgänger entschuldigen, deren Antworten stimmen nämlich so nicht ganz. Es kommt darauf an auf welcher Ebene des Buddhismus man sich befindet: Im Hinayana (kleiner Weg) gibt es tatsächlich keine Antwort darauf, da das einzige Ziel das überwinden von Leid ist. Im Mahayana (großer Weg) und vorallem im Vajrayana (Diamantweg) gibt es ganz klare und genaue Beschreibungen dafür.

Die Grundlage von allem ist der Raum selbst. Er hat keine größe, Form, Farbe, Geruch etc. Er ist frei von jeglichen Merkmalen. Ist der Raum Bewusst, dann nennt man ihn Geist. Da dem Raum alles innewohnt, Erleuchtung wie Verwirrung ist auch alles möglich. Materie entsteht laut Buddha aus den störenden Gefühlen. Alles feste hat Stolz als Ursache, alles fließende Zorn, alles warme/Hitze aus Begierde...

Auszug aus dem Großen Siegel (Versprechen Buddhas, dass es keine höheren Belehrungen gibt als eben diese):

Vers 9 Alle Dinge sind Trugbilder des Geistes; der Geist ist nicht als "ein" Geist vorhanden, er ist seinem Wesen nach leer; obwohl leer, erscheint gleichzeitig alles ungehindert. Mögen wir durch genaueres Untersuchen sein eigentliches Wesen erkennen!

Vers 11 Er ist nicht vorhanden, denn sogar die Buddhas sehen ihn nicht; er ist nicht nicht vorhanden, denn er ist die Grundlage von allem, von Verwirrung wie von Einsicht. Dies ist kein Wiederspruch - es ist der Mittlere Weg der Einheit. Mögen wir die Wirklichkeit des Geistes, die frei von Begrenzungen ist, erkennen!

Es gibt zwei Fragen, auf die der Buddha Zeit seines Lebens niemals eine direkte, erklärende Antwort gab. Die eine davon ist die Frage nach der Entstehung des Universums, die andere ist die Frage nach dem genauen Ablauf des Karma.

Das zyklische Weltbild, das in den Ursprungsländern des Buddhismus vorherrscht, stammt eigentlich aus dem Hinduismus. Der Buddha selbst hat die Frage, wie die Welt oder das Universum entstanden ist, mit Absicht nicht beantwortet. Er wollte, daß seine Schüler seinem Weg folgen und sich im Pfad der Lehre üben, statt über solche Fragen nachzudenken. Gruß, q.

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