Was gibt es für Kampfsportarten und was macht man in den einzelnen Arten?

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3 Antworten

Es gibt weiter mehr als nur Kampfsport

Es gibt grob gesagt vier Kategorien von kämpferischen Disziplinen

  • Kriegskünste/Koryu
  • Kampfkünste/Budo
  • Kampfsportarten/KK
  • Selbstverteidigungssysteme/SV

Das alleine zeigt schon, das es unglaublich viele verschiedene Stile und Methoden gibt, die sich gar nicht vollumfänglich auflisten lassen.

Kriegskünste sind sehr alte Disziplinen, in denen das Überleben auf dem Schlachtfeld im Vordergrund steht. Es wird streng in festgelegten Formen (Kata) geübt. Oft beinhalten sie Waffentechniken

Kampfkünste beinhalten zwar oft ebenfallls potentiell tödliche Techniken. Das Ziel ist jedoch nicht, einen anderen Menschen zu besiegen, sondern sie werden als Weg zur Persönlichkeitsentwicklung angesehen. Die Verteidigungsfähigkeit ist nicht Hauptziel.

Kampfsportarten sind Teil des modernen Wettkampfsports. Techniken wurden oft entschärft, damit ein sportlicher Leistungsvergleich, etwa bei Turnieren möglich ist. Hier geht es um Fairness, Fitness und Selbstverteidigung.

Selbstverteidigungssysteme sind meist moderne Kombinationen verschiedener Stile, um eine möglichst effektive Selbstverteidigung zu ermöglichen. Sie wurden teilweise für Militär und Polizei geschaffen. Es geht nicht um Philosophie, Tradition, oder Wettkampf.

Doch das sind nicht die einzigen Unterschiede

Im Fall der Kampfkünste unterscheidet man zum Teil zwischen harten bzw. und weichen  Stilen. Diese Bezeichnungen sagen nichts über die Effektivität aus.

Harte Stile sind in ihren Bewegungsmustern oft konfrontativ und direkt. Fauststöße und Tritte sind kennzeichnend für diese Art von Kampfkunst.

Weiche Stile beruhen auf dem Prinzip der Anpassung und des Ausweichens. Für gewöhnlich werden Würfe, Gelenkhebel und Würgegriffe genutzt.

Allerdings beinhalten einige Kampfkünste beide Elemente und lassen sich eigentlich nicht zweifelsfrei zuordnen. Dann wird oft anhand des allgemeinen Eindrucks beurteilen.

Beispiele:

So umfasst das Shorinji Kempo, eine japanische Kampfkunst mit starkem Bezug zum Buddhismus sowohl harte, als auch weiche Elemente, etwa Tritte und Würfe wird aber aufgrund des Drills und der Tritte meist als harter Stil angesehen.

Die japanische Kampfkunst Aikido beruht zwar auf spiralförmigen Bewegungen und wirkt dadurch weich, durch das Abnehmen der Initiative - man kontrolliert die Situation bereits vor dem Angriff - und mehr oder  weniger versteckte Angriffstechniken ist es aber keineswegs ein rein weicher Stil.

Hinweis

Welche Art man nun bevorzugt - eine Kriegskunst, eine Kampfkunst, einen Kampfsport, oder reine Selbstverteidigung - hängt davon ab, auf welche Aspekte man besonderen Wert legt.

Wer vorwiegend defensive Techniken oder den Umgang mit traditionellen Waffen erlernen möchte, wird sich von anderen Stilen angezogen fühlen, als jemand der vor allem auf Wettkämpfe und Meisterschaften aus ist.

Wenn du also wissen willst, welche Disziplin für dich "richtig" ist, wird dir also nichts anderes übrig bleiben, als dich selbst zu informieren.

Bestes Kampfsystem

  • Es gibt auf gutefrage.net immer wieder die gleichen Fragen
  • Was ist das effektivste Kampfsystem?
  • Stil A gegen Stil B - wer gewinnt?
  • Ich bin eine Frau, kann ich Stil X trainieren?
  • Bin ich mit X Jahren schon zu alt für Stil X?

Bei einer ernsthaften Gefahr ist das alles nicht entscheidend. Weder Stil, noch Geschlecht, oder Alter sind entscheidend für das Überleben.

Jedes Kampfsystem ist nur so gut, wie der einzelne, der es trainiert und Anpassung an die Situation ist vermutlich der wichtigste Faktor überhaupt.

Wenn sich ein erfahrener Boxer vom ungewohnten Rumgefuchtel und dem akrobatischen Rumturnen eines Kungfu-Anfängers verunsichern lässt, wird er sich nicht an die ungewohnten Techniken anpassen können und daher verlieren.

Behält er aber die Nerven, dann blockt er die ihm zunächst unbekannten Tritte so lange ab, bis der Möchtegern Bruce Lee einen Moment lang nicht aufpasst und schlägt ihn dann K.O.

Nervenstärke ist also entscheidend in einem realen Kampf, weshalb eigentliche alle Disziplinen irgendeine Form von Geistesschulung üben.

Das können ganz traditionell Meditationen, Kata und Atemübungen sein, oder aber modernes Stressmanagment und möglichst realistisches Training für Konfliktsituationen

Zu den Anpassungsproblemen gehört außerdem die äußeren Umstände. Reale Auseinandersetzungen finden nicht barfuß und im frisch gestärkten Kampfanzug auf einer Matte statt.

Im Winter trägt man beispielsweise einen dicken Parka, hat schwere Stiefel an den Füßen und einen Schal vor dem Gesicht. All das sind Faktoren, an die man sich anpassen muss.

Auch wird ein Kampf nie wie im Lehrbuch ablaufen und selbst der tausendfach geübte Tritt oder Griff funktioniert unter diesen Umständen nicht.

Wenn man dann nicht nervenstark bleibt, nutzen einem weder die 108 geheimen Techniken der Shaolin, noch der Supergriff irgendeiner Elite-Spezialeinheit etwas.

Jetzt sage ich also ganz klar

Das beste Kampfsystem aller Zeiten gibt es nicht.

Jeder Mensch ist unterschiedlich, hat unterschiedliche Fähigkeiten, Begabungen, Handelt und denkt unterschiedlich, insbesondere in Stresssituationen, wie etwa bei einer direkten körperlichen Bedrohung.

Die ultimative Methode für alle Menschen kann es daher gar nicht geben, egal was irgendwelche Angebote einem versprechen.

Woher soll man aber wissen, welches System einem persönlich entspricht und auch Spaß macht, so dass man langfristig motiviert bleibt?

Der beste Tipp den ich geben kann, ist: Ausprobieren!

  • Informiere dich über die Unterschiede zwischen Kriegskunst, Kampfkunst, Kampfsport und Selbstverteidigung.

Einen ersten Überblick habe ich ja bereits geliefert. Erkenne, was dich am ehesten Interessiert. Wettkampf? Waffentraining? Anderes?

  • Suche dir Trainingsangebote in deiner Umgebung. Informiere dich, welche Disziplinen die Sportvereine dort anbieten.

Du entdeckst dann teilweise, das neben Judo und Karate auch Stile beworben werden, von denen du noch nie etwas gehört hast.

  • Vergleiche die angebotenen Trainingsdisziplinen mit den Kriterien die dir selbst persönlich wichtig sind.

Es findet sich in deiner Umgebung vielleicht nicht unbedingt jener Stil, der alle deine Kriterien erfüllt, aber das ist ja nicht tragisch.

  • Vereinbare bei Vereinen deren Angebot dich interessiert einfach mal ein unverbindliches Probetraining.

Das sind entweder kostenlose Schnupperstunden, oder aber man kann gegen eine kleine Gebühr eine gewisse Zeit lang am Training teilnehmen.

So lernt man gleich aus erstes Hand, ob einem die Bewegungsmuster gefallen, wie hart das Training ist und ob es sich gut anfühlt. Nichts ist so wertvoll wie die eigene Erfahrung.

Außerdem merkt man so nicht nur, ob der Stil einem "liegt", sondern man kann sich auch gleich einen Eindruck vom Verein machen.

Wie ist der Umgangston miteinander? Wirkt der Lehrer kompetent und freundlich? Wie sympathisch sind einem die anderen Schüler? Gibt es viel Neid und Konkurrenzdenken?

Welches Gedankengebäude steht hinter dem Angebot? Redet der Lehrer nur von "besiegen", "fertigmachen" und "K.O. schlagen" ?

Es kann nämlich gut sein, dass du zwar spontan von dem Stil absolut begeistert bist, allerdings überhaupt nicht mit dem Trainer, oder anderen Schülern klar kommst. Dir gefällt einfach die Atmosphäre dort vor Ort nicht.

In diesem Fall schau halt einfach mal, ob es vielleicht einen anderen Verein in der Nähe gibt, wo der gleiche Stil geübt wird.

Vielleicht sind dir die Leute dort sympathischer und das Training macht dir richtig Spaß.

Dass du dich wohl fühlst und dir die Disziplin einfach "gut tut" ist schließlich mit das Wichtigste. :-)

Viel Erfolg.

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Du solltes dazu schreiben, dass es sich um deine ganz persönliche Interpretation handelt, sowohl bei den Einteilungen in die vier Kategorien, als auch bei deiner Unterscheidung zwischen "hart" und "weich".

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@Shiranam

Du schriebst selbst

Es gibt hunderte verschiedener Kampfsportarten und Kampfkünste. Das führt zu weit.

Im Gegensatz zu dir mache ich mir zumindest die Arbeit, ein Erklärungsmodell zu liefern, das eine gewisse Orientierung ermöglicht.

Nur weil es keine akademische Studie ist, bedeutet es übrigens nicht, dass es eine rein subjektive Interpretation ist.

Derartige Unterscheidungen sind allgemein üblich, um die abweichenden Schwerpunkte der Disziplinen zu verdeutlichen.

Ob man dann beispielsweise bestimmte Karatestile als Kampfkunst, oder Kampfsport, als harte, oder weiche Disziplin ansieht, ist dann in der Tat sehr subjektiv.

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@Enzylexikon

Empfehlungen, Gedanken oder Begründungen (auch ausführlich) wären von mir gekommen, wenn der Fragesteller sich zu den von mir genannten Gedanken geäußert hätte. Das erscheint mir als Hilfestellung sinnvoller.

Scheint aber wohl kein echtes Interesse zu bestehen. 


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12katze34 hat recht. Es gibt hunderte verschiedener Kampfsportarten und Kampfkünste. Das führt zu weit.

Suchst Du etwas für dich? Was sind deine Motive? Willst Du mit Waffen kämpfen, am Boden kämpfen, ein Stand up - System? Willst Du etwas Trittlastiges oder eher nicht? Magst Du Wettkämpfe oder lieber Selbstverteidigung? Leichtkontakt oder Vollkontakt? Was wird bei Dir in erreichbarer Nähe angeboten?

Erst mit diesen Angaben könnte man Dir entspechendes empfehlen. Dann kannst Du weitergooglen, auch Videos anschauen und dann einige kostenlose Probetrainings vereinbaren.

coreyfleur hat recht, meinte ich natürlich.

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wenn man alles aufzählen und beschreiben würde wäre das sau der Aufwand du solltest vllt einfach selber recherchieren

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