Was geschah mit Rhea? (griech. Mythologie)

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3 Antworten

Rhea war für Zeus und hat nicht gegen ihn gekämpft. Die Göttin Rhea (bzw. Rhee, Rheia oder Rheie; griechisch: Ῥέα, Ῥέη, Ῥεῖα, Ῥείη, Ῥεία) hat, wie richtig festgestellt, Zeus davor gerettet, von seinem Vater Kronos verschlungen zu werden. Sie versteckte Zeus nach der Geburt (nach der geläufigsten Fassung auf Kreta) und gab Kronos einen in Windeln gehüllten Stein (Hesiod, Theogonie 453 – 491; Apollodor 1,1, 5 – 1, 1, 7/1, 4). Rhea wurde nicht in die Unterwelt bzw. in den Tartaros (ein von einer eisernen Mauer mit eisernen Toren umschlossener finsterer, modriger Teil der Unterwelt, auf ihrem Grund, noch tief unter dem Totenreich) verbannt.

In den Tartaros kamen die Titanen, die im «Titanenkampf» (Τιτανομαχία [Titanomachia]) gegen Zeus und seine Geschwister gekämpft hatten. Titaninnen/weibliche Titanen werden darunter gar nicht erwähnt. Rheia, Themis, Theia, Mnemosyne, Phoibe und Dione haben nicht gekämpft.

Titanen

Die Titanen sind ursprünglich ein älteres Göttergeschlecht, eine Generation vor den olympischen Göttern.

Bei an antiken Autoren ist die Anzahl und Zusammensetzung dieser Gruppe nicht ganz gleich.

Zusätzlich zu den Kindern der Gaia und des Ouranos wird auch ein Teil ihrer Nachkommen zu den Titanen gerechnet wie Astraios, Prometheus, Sykeus, Pallas, Atlas.

Spätere Autoren bringen teilweise Titanen und Giganten durcheinander.

Es sind nicht alle Titanen in der Unterwelt eingesperrt worden. Bei näherer Prüfung wird klar, daß nur im «Titanenkampf» Kämpfende betroffen sind.

Nach Hesiod, Theogonie 715 – 733 werden die Titanen bei dem Kampf schließlich tief unter die Erde getrieben und im Tartaros in Fesseln/Bande gelegt. Zeus, Poseidon und Hades schlossen die Titanen im Tartaros ein (Apollodor 1, 2, 1, 1 – 1, 2, 1, 4/1, 6 – 1, 7), nachdem sie 10 Jahre gekämpft hatten.

Homer, Ilias Θ, 8. Gesang, Vers 477 – 481 sind Iapetos und Kronos als im Tartaros befindlich erwähnt.

Der Titan Okeanos hat im «Titanenkampf» nicht gegen Zeus gekämpft. Rhea brachte ihre Tochter Hera in dieser Zeit zum Palast des Okeanos und der Tethys, wo Hera gut gepflegt und aufgezogen wurde (Homer, Ilias Ξ, 14. Gesang, Vers 200 – 204 und Vers 301 – 303).

Homer, Ilias Ξ, 14. Gesang, Vers 274 und Homer, Ilias Ο, 15. Gesang, Vers 225 werden die Götter, die in der Unterwelt um Kronos herum sind, genannt, als Zeugen bei einem Eid bzw. bzw. als Hörer eines Kampfes, wenn er stattgefunden hätte.

Tartarosgefährten des Kronos waren nach dem Scholion zu Homer, Ilias Ξ, 14. Gesang, 274: Kreios; Hyperion, Iapetos, Koios

Nach Servius zu Vergil, Aeneis 6, 580 trennte sich Hyperion (lateinisch: Sol) von den Titanen, kämpfte nicht mit.

Nach Valerius Flacchus, Argonautica 1, 564 beteiligte sich die Familie des Iapetos (außer Prometheus) am Kampf.

Zeus traf im «Titanenkampf» Menoitios, einen Sohn des Iapetos, mit dem Blitz und brachte ihn in den Tartaros herab (Hesiod, Theogonie 514- 516; Apollodor 1, 2, 2 – 1, 2, 3/1, 8).

Atlas, ein andere Sohn des Iapetos, trägt von Zeus gezwungen den Himmel (Hesiod, Theogonie 517 – 519; vgl. Aischylos, Der gefesselte Prometheus (Π�?ομηθε�?ς δεσμώτης; lateinischer Titel: Prometheus vinctus) 346 – 350, 425 – 430).

Aischylos, Der gefesselte Prometheus (Πϱομηθε�?ς δεσμώτης; lateinischer Titel: Prometheus vinctus) 201 – 223 schreibt sich Prometheus zu, nachdem er die Titanen vergeblich davon abbringen wollte, allein auf Kraft zu setzen und dann auf die Seite des Zeus getreten war, den Ratschlag gegeben zu haben, Kronos und dessen Mitkämpfer in den Tartaros einzusperren.

Nach einer Darstellung bindet Zeus schließlich die Titanen los (Pindar, Pythische Ode 4, 291; Aischylos, Der befreite Prometheus (Πϱομηϑεὺς λυόμενος; lateinischer Titel: Prometheus liberatus), wo die Titanen den Chor bilden).

Es gibt eine Vorstellung, Kronos lebe als Herrscher auf der Insel der Seligen.

Rhea

Rhea ist eine geehrte und anerkannte Göttin. Als Leto auf der Insel Delos Apollon und Artemis gebiert, sind nach Homerischer Hymnus 3 (an Apollon), 92 – 95 alle Göttinnen anwesend, welche die besten sind. Dabei wird Rhea ausdrücklich genannt.

Homerischer Hymnus 2 (an Demeter), 441 – 489 ist Rhea eine Botin des Zeus an Demeter (die aus Trauer die Vegetation nicht mehr wachsen lassen will), die in diplomatischer Mission eine Nachricht übermittelt, ihre von Hades entführte Tochter Persephone werde einen Teil des Jahres bei ihr verbringen können und Demeter Ehren bekommen. Rhea bringt ihre Tochter Demeter in den Olymp zurück.

Als Tantalos seinen Sohn Pelops schlachtete und den Göttern als Mahlzeit vorsetzt, ist es nach einer Fassung der Erzählung Rhea, die Pelops wieder zum Leben bringt, indem sie die Teile in einem Kessel zusammenkocht (Bakchylides Fragment 42 SNELL-MAEHLER).

Philodemos, Über Frömmigkeit (Πεϱὶ εὐσεβείᾳ; lateinischer Titel: De pietate) 44 erzählt (mit Hinweis auf Euphorion), Rhea habe die die Zeile des von Titanen (eine andere Gruppe als die im «Titanenkampf») getöteten und zerstückelten Zagreus zusammengesetzt und wiederbelebt. Diesen als Dionysos wiedergeboren, hat nach einer Fassung Rhea aufgezogen (Nonnos, Dionysiaka 9, 132 – 205).

An Rhea ist der Orphische Hymnus 14 gerichtet (Vers 5 wird sie allgeehrte, glanzvoll in der Gestalt, selige Gattin des Kronos genannt).

Rhea ist später mit der (phrygischen) Göttin Kybele gleichgesetzt worden.

Die Argonauten sind aufgrund eines Mißverständnisses in der Nacht in einem Kampf gegen die einheimischen Dolionen geraten. Iason hat deren König Kyzikos getötet hat, dessen Ehefrau Kleiet hat sich vor Kummer selbst getötet. Stürme verhindern eine Weiterfahrt. Der Seher Mopsos deutet dies als Zorn der Muttergottheit des Berges Dindymon, vor der Zeus zurückweicht, wenn sie zum Olymp kommt, und die von den anderen Unsterblichen dort dienstbereit umringt wird, eine gewaltige Göttin (Apollonios Rhodios, Argonautika 1, 1099 – 1003). Die Argonauten besänftigen sie durch Opfer und vom Sänger Orpheus geleiteten Waffentanz und darauf geht der Brauch der Phryger zurück, Rhea im Kult mit Spiel auf Rhombos (Schwirrholz) und Tympanon (Handpauke, Handtrommel) zu huldigen Apollonios Rhodios, Argonautika 1, 1124 – 1156). Die Rhea der Phryger ist die Göttin Kybele.

Orphische Argonautika, 572 – 575, 616 – 617 tötet Herakles den König Kyzikos, auch hier gilt es Reha zu versöhnen.

Informationen zu Rhea:

Lutz Käppel, Rhea, Rheia. In: Der neue Pauly (DNP) : Enzyklopädie der Antike ; Altertum. Herausgegeben von Hubert Cancik und Helmuth Schneider. Band 1: A - Ari. Stuttgart ; Weimar : Metzler, 1996, Spalte 950

Françoise Goury, Rhea. In: Lexicon Iconographicum Mythologiae Classicae : (LIMC). Band VII 1: Oidipous – Theseus et addenda Kassandra I, Kyknos I, Mousa, Mousai, Musae, Nestor. Zürich ; München : Artemis-Verlag, 1994, S. 628 - 632

Gerhard, Radke, Rhe(i)a. In: Der Kleine Pauly : Lexikon der Antike, auf der Grundlage von Pauly's Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter bearbeitet und herausgegeben von Konrat Ziegler und Walther Sontheimer. Band 5: Schaf bis Zythos. Nachträge. Stuttgart : Druckenmüller, 1975, Spalte 1644 - 1645

Josef Heckenbach, Ῥέα. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft : RE I A, 1. Ra bis Ryton. Stuttgart : Druckenmüller, 1914, Spalte 339 – 341

Adolf Rapp, Rhea. In: Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Herausgegeben von Wilhelm Heinrich Roscher. Band 4: Qu – S. Leipzig : Teubner, 1909 - 1915, Spalte 88 - 96

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Sie ging gemeinsam mit Zeus in den Tartaros. Der Tartaros ist ein personifizierter Teil der Unterwelt.

Sie musste, wie andere Titan(innen?) nicht in den Tartarus, da die Frauen gar nicht mitgekämpft haben.

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